Masterarbeit, 2006
51 Seiten, Note: 2,0 (gut)
1. Einleitung
2. Der Stand der Forschung
2.1 Hörfunk als Werbemedium
2.2 Bewusste und unbewusste Informationsverarbeitungsprozesse
2.3 Der Mere-Exposure-Effekt
2.4 Prozess-Dissoziation als experimentelles Paradigma
2.5 Empirische Ergebnisse
3. Methode
3.1 Stichprobe und Untersuchungsdesign
3.2 Material
3.3 Durchführung
4. Ergebnisse
4.1 Manipulation Checks (Auswertung auf Personenebene)
4.1.1 Schätzung der bewussten und unbewussten Erinnerungsanteile
4.1.2 Auswertung auf Personenebene
4.2 Auswertung auf der Produktebene
4.2.1 Untersuchung der Erinnerungsleistung
4.3 Untersuchung der Produkteinstellung
4.3.1 Deskriptive Darstellung der Daten zur Produkteinstellung
4.3.1 Unterschiede zwischen Kontroll- und Experimentalgruppe in der Produkteinstellung
4.3.2 Produkteinstellung und bewusste beziehungsweise unbewusste Erinnerungsanteile
4.3.3 Einfluss der Bedingungen Kontrastintervall und Delay auf die Produkteinstellung
4.4 Zusatzberechnungen
4.4.1 Der Zusammenhang von Vertrauen auf die eigene Intuition und Produkteinstellung
5. Diskussion der Ergebnisse
6. Implikationen für die Praxis
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss eines Kontrastintervalls in Hörfunkwerbespots sowie eines verzögerten Abrufzeitpunkts (Delay) auf bewusste und unbewusste Erinnerungsanteile an Produktnamen sowie die resultierende Produkteinstellung. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie diese Faktoren gezielt genutzt werden können, um die Werbewirkung zu optimieren.
2.4 Prozess-Dissoziation als experimentelles Paradigma
In vielen Studien konnte eine Dissoziation, also ein Auseinanderlaufen von expliziten und impliziten Gedächtnisleistungen nachgewiesen werden (Schacter, 1987). Am eindrucksvollsten zeigte sich dieses Phänomen bei Patienten mit Amnesie. Diese konnten zwar in Wortergänzungsaufgaben aus gelernten Wörtern unvollständige Wörter ergänzen, nicht aber zuvor gelernte Worte reproduzieren. Sie waren also zu einem expliziten, bewusstem Erinnern zuvor gelernten Materials nicht fähig, konnten aber durch implizites, unbewusstes Erinnern Worte ergänzen (Graf, Squire & Mandler, 1984).
Zur Messung bewusster und unbewusster Erinnerungsprozesse innerhalb einer Aufgabenstellung kann auf das experimentelle Paradigma der Prozess-Dissoziations-Prozedur (PDP) von Jacoby (1991, 1998) zurückgegriffen werden. Die Separierung der Anteile bewusster und unbewusster Informationsverarbeitungsprozesse erfolgt durch eine experimentelle Anordnung zweier unterschiedlicher Aufgabenbedingungen, der sogenannten Inklusions- und der Exklusionsbedingung. Bei der Inklusionsbedingung agieren bewusste und unbewusste Informationsverarbeitungsprozesse in die gleiche Richtung. Bei der Exklusionsbedingung laufen die Prozesse gegenläufig ab. Aus der Differenz der Aufgabenergebnisse beider Bedingungen lässt sich der Anteil der bewussten Informationsverarbeitung schätzen. Die Berechnung der Anteile bewusster und unbewusster Prozesse erfolgt unter der Annahme einer stochastischen Unabhängigkeit dieser beiden Prozesse (Jacoby, 1991).
1. Einleitung: Hier wird der theoretische Kontext der Hörfunkwerbung eingeführt und die zentrale Fragestellung bezüglich der bewussten und unbewussten Erinnerung sowie deren Einfluss auf die Einstellung dargelegt.
2. Der Stand der Forschung: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen zu Werbewirkung, Gedächtnisprozessen, dem Mere-Exposure-Effekt sowie dem methodischen Ansatz der Prozess-Dissoziation.
3. Methode: Beschrieben werden die Stichprobe, das experimentelle Design (2x2x2) sowie das verwendete Material und die Durchführung des Experiments.
4. Ergebnisse: Darstellung der empirischen Resultate unterteilt in Manipulation Checks, Analysen auf Personen- und Produktebene sowie zusätzliche Berechnungen zum Vertrauen auf die eigene Intuition.
5. Diskussion der Ergebnisse: Interpretation der Befunde im Vergleich zur bestehenden Literatur, Diskussion von Störfaktoren und methodischen Limitationen.
6. Implikationen für die Praxis: Ableitung konkreter Empfehlungen für Werbeverantwortliche zur Manipulation unbewusster Erinnerungsprozesse zur Steigerung der Werbewirkung.
Hörfunkwerbung, Kontrastintervall, Delay, bewusste Erinnerung, unbewusste Erinnerung, Prozess-Dissoziations-Prozedur, Mere-Exposure-Effekt, Produkteinstellung, Werbewirkung, Informationsverarbeitung, Gedächtnis, implizites Gedächtnis, explizites Gedächtnis, Vertrautheit, Aufmerksamkeit.
Die Arbeit untersucht, wie Gestaltungselemente in Hörfunkwerbespots, wie beispielsweise Kontrastintervalle, und zeitliche Verzögerungen die bewusste und unbewusste Erinnerung an Produktnamen sowie die Einstellung zu den Produkten beeinflussen.
Die zentralen Felder sind die Werbepsychologie, insbesondere die auditive Informationsverarbeitung, die Trennung von expliziten und impliziten Gedächtnisanteilen sowie die Einstellungsbildung bei Konsumenten.
Das Ziel ist es, zu verstehen, welche Faktoren die unbewusste Erinnerung und die Produkteinstellung beeinflussen, um daraus fundierte Empfehlungen für eine effektivere Gestaltung von Hörfunkwerbung abzuleiten.
Die Studie nutzt das experimentelle Paradigma der Prozess-Dissoziations-Prozedur (PDP) von Jacoby, um die Anteile bewusster und unbewusster Erinnerungsprozesse zu separieren und zu quantifizieren.
Der Hauptteil umfasst den Stand der Forschung, die detaillierte Beschreibung des methodischen Versuchsaufbaus, die Auswertung der erhobenen Daten und die Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich der aufgestellten Hypothesen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Hörfunkwerbung, Kontrastintervall, unbewusste Erinnerung, Prozess-Dissoziation und Produkteinstellung.
Nein, in dieser spezifischen Untersuchung konnte kein positiver Effekt des Kontrastintervalls auf die Gesamterinnerungsleistung nachgewiesen werden; teilweise waren die unbewussten Erinnerungsanteile sogar niedriger.
Ein Delay von einer Woche reduziert signifikant die bewusste Erinnerungsleistung, während die unbewusste Erinnerungsleistung von dieser zeitlichen Verzögerung unbeeinflusst bleibt.
Es zeigte sich, dass die Produkteinstellung positiv mit den unbewussten Erinnerungsanteilen korreliert, wohingegen kein signifikanter Zusammenhang mit den bewussten Erinnerungsanteilen gefunden wurde.
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