Examensarbeit, 2006
107 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1. Die Bedeutung des Mannes in den ersten 10 Lebensjahren
1.1 Die Rolle des Vaters früher und heute – Männermangel in Familien?
1.2 Folgen der Vaterlosigkeit für Mädchen und Jungen
1.3 Männer im Kindergarten und in der Grundschule
1.4 Stärken männlicher Lehrkräfte in der Grundschule
2. Verteilung der Geschlechterverhältnisse im Berufsfeld Lehramt
2.1 Historische Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Schulen
2.2 Verteilung der weiblichen und männlichen Lehrkräfte an den verschiedenen Schulformen
2.3 Zeitliche Beschäftigung von Frauen und Männern an Schulen
3. (Grundschul-) Lehramt – Frauendomäne und Männermangel
3.1 Der Begriff der „Feminisierung“
3.2 Der Begriff des „Frauenberufes“
3.3 Ein idealer Frauenberuf: (Grundschul-) Lehrerin
3.4 Lehramt als Beruf zweiter Wahl? – Beweggründe für Studierende
3.5 Gründe für das geringe Interesse der Männer am Grundschullehramt
4. Hierarchie von Männern und Frauen in der Schule
4.1 Das Amt der Klassenleitung
4.2 Das Amt der Schulleitung
5. Männer und Frauen im Grundschulalltag
5.1 Sind Grundschullehrer typische Männer?
5.2 Erwartungen an Grundschullehrer
5.3 Geschlechtsspezifische Eigenheiten von Lehrerinnen und Lehrern
5.3.1 Redeverhalten von Frauen und Männern
5.3.2 Unterschiedliche Verhaltensweisen von Lehrerinnen und Lehrern
5.4 Probleme schulischer Zusammenarbeit von Frauen und Männern
5.5 Das berufliche Selbstverständnis von weiblichen und männlichen Lehrern
5.6 Berufszufriedenheit von Lehrerinnen und Lehrern
6. Maßnahmen gegen die Feminisierung des Grundschullehramtes
6.1 Wandel in der Schule durch Wandel in der Gesellschaft?
6.2 Reformen in Berufs- und Ausbildungspraxis
7. Fazit und Perspektiven
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Auswirkungen des Männermangels im Grundschullehramt sowie die Rolle des Mannes in einem stark feminisierten Berufsfeld. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die traditionelle Geschlechterrollenverteilung die Berufswahl beeinflusst und welche Bedeutung männliche Vorbilder für die Entwicklung von Kindern in den ersten Lebensjahren haben.
1.1 Die Rolle des Vaters früher und heute – Männermangel in Familien?
Die Vater-Kind-Beziehung ist in der menschlichen Geschichte schon immer von einem gewissen Mangel geprägt, obwohl gerade für den Sohn der Vater eine wichtige Rolle für die Identitätsbildung spielt.
Seit ca. 2000 vor Christus ist die Zeugungsfunktion des Vaters bekannt: seitdem wird er als Verantwortlicher der Schwangerschaft der Mutter gesehen. Der Vater nimmt erstmalig Pflichten wie Ernährung, Beschützen und das Weitergeben von Traditionen wahr und dient dem Sohn bereits als Identifikationsfigur. Die wirkliche Kindsannahme erfolgte jedoch erst zwischen den 18. und 20. Jahrhundert, davor war Kindsmord oder die Weggabe der eigenen Kinder häufig zu finden und zudem sozial akzeptiert.
Über die verschiedenen Zeitalter hinweg entwickelt sich die Vaterrolle weiter, jedoch wird der Einfluss durch die Mütter auf die Kinder immer offensichtlicher. Seit dem Mittelalter (375-1500 nach Christus) war der Vater zwar noch das Familienoberhaupt und erfüllte Schutz- und Ernährungsaufgaben, die Rolle des Erziehers trat er jedoch an die Mutter ab.
1. Die Bedeutung des Mannes in den ersten 10 Lebensjahren: Beleuchtet die historische Entwicklung der Vaterrolle und die Auswirkungen väterlicher Abwesenheit auf die Identitätsbildung und Sozialisation von Kindern.
2. Verteilung der Geschlechterverhältnisse im Berufsfeld Lehramt: Analysiert historisch und statistisch, wie und warum sich der Frauenanteil an Schulen seit Beginn des 20. Jahrhunderts massiv erhöht hat.
3. (Grundschul-) Lehramt – Frauendomäne und Männermangel: Untersucht die Gründe für die Feminisierung des Grundschullehramts und warum Männer diesen Bereich eher meiden.
4. Hierarchie von Männern und Frauen in der Schule: Diskutiert die geschlechtsspezifische Besetzung von Führungspositionen wie Klassen- und Schulleitung und die damit verbundenen strukturellen Hürden.
5. Männer und Frauen im Grundschulalltag: Betrachtet den beruflichen Alltag von Lehrkräften, Rollenerwartungen an Männer in der Grundschule sowie Copingstrategien bei beruflicher Belastung.
6. Maßnahmen gegen die Feminisierung des Grundschullehramtes: Diskutiert Ansätze und Strategien, um den Lehrberuf für Männer attraktiver zu gestalten und ein Umdenken in der Gesellschaft zu fördern.
7. Fazit und Perspektiven: Fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine intensivere Forschung sowie ein gesellschaftliches Umdenken zur Stärkung männlicher Präsenz in der Grundschule.
Männermangel, Grundschule, Feminisierung, Vaterrolle, Geschlechterrollen, Identitätsbildung, Sozialisation, Lehrberuf, Geschlechterverhältnisse, Rollenklischees, Schulleitung, Berufszufriedenheit, Gender Mainstreaming, pädagogische Vorbilder, Erziehung.
Die Arbeit analysiert die Unterrepräsentanz von Männern im Grundschullehramt und untersucht, inwiefern gesellschaftliche Geschlechterrollenbilder diesen Zustand begründen und aufrechterhalten.
Zentrale Felder sind die Bedeutung der Vaterrolle für die frühkindliche Entwicklung, die historische Entwicklung der geschlechtsspezifischen Arbeitsverteilung im Bildungswesen sowie die aktuellen Herausforderungen für männliche Lehrkräfte in der Grundschule.
Die Arbeit hinterfragt, warum Männer im Grundschullehramt fehlen, welche strukturellen und gesellschaftlichen Barrieren existieren und ob eine höhere Männerquote sinnvoll und umsetzbar wäre.
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse (u.a. Studien zur Familiengeschichte, Pädagogik und Soziologie) sowie auf eigene Beobachtungen aus Praktika im Grundschulalltag.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Bedeutung des Mannes für die Kindesentwicklung, die statistische Verteilung der Geschlechter im Berufsfeld, die Diskussion des "Frauenberufs"-Images und praktische Ansätze zur Reform der Ausbildungs- und Berufspraxis.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Feminisierung", "Vaterrolle", "geschlechtsspezifische Sozialisation" und "berufliches Selbstverständnis" geprägt.
Die PISA-Studie dient als Ausgangspunkt, um das schlechte Abschneiden deutscher Jungen kritisch zu reflektieren und die Notwendigkeit männlicher Vorbilder zur Disziplinierung und Identitätsstärkung zu begründen.
Neben ökonomischen Faktoren wie Prestige und Gehalt spielen Vorurteile eine große Rolle: Der Beruf wird als "Frauenarbeit" stigmatisiert, und Männer fürchten, als ungeeignet für die Erziehung kleiner Kinder oder gar als sexuell motiviert missverstanden zu werden.
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