Diplomarbeit, 2004
169 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Intention und Zielsetzung
1.2 Methodisches Vorgehen
2 Definitionen / Begriffsabgrenzungen
2.1 Derivative Finanzinstrumente
2.2 Katastrophen
2.2.1 Naturkatastrophen
2.2.2 Man-made-Katastrophen
2.2.3 Terrorismus
2.3 Risiko
2.3.1 Risikobegriff
2.3.2 Risikokategorien
2.3.3 Maßgrößen für Risiko
3 Versicherungsmarkt und Kapitalmarkt
3.1 Das System Versicherung und Rückversicherung
3.2 Risikotransfer über den Kapitalmarkt
3.2.1 Vorteile des Risikotransfers über den Kapitalmarkt
3.2.1.1 Vorteile aus Sicht der Emittenten
3.2.1.2 Vorteile aus Sicht der Investoren
3.2.2 Nachteile des Risikotransfers über den Kapitalmarkt
3.2.2.1 Nachteile aus Sicht der Emittenten
3.2.2.2 Nachteile aus Sicht der Investoren
4 Marktüberblick
4.1 Marktentwicklung
4.2 Marktteilnehmer
4.2.1 Marktteilnehmer nach Gruppierungen
4.2.1.1 Versicherer und Rückversicherer
4.2.1.2 Investmentbanken, Commercial Banks und Universalbanken
4.2.1.3 Industrieunternehmen / Captives von Industrieunternehmen
4.2.1.4 Investoren und Kapitalsammelstellen
4.2.1.5 Versicherungsagenten und -broker
4.2.1.6 Rating Agenturen
4.2.1.7 Rechtsanwalts-Sozietäten
4.2.1.8 Entwickler quantitativer Bewertungsmodelle
4.2.2 Marktteilnehmer namentlich
4.3 Produkte
4.3.1 Katastrophen-Bonds
4.3.1.1 Coupon-at-Risk-Bond
4.3.1.2 Principle-at-Risk-Bond
4.3.1.3 Payout Triggers
4.3.1.3.1 Indemnity Triggers
4.3.1.3.2 Index Triggers
4.3.2 Derivative Katastrophen Bonds
4.3.2.1 Multiple Peril und Peril by tranche CAT Bonds
4.3.2.2 Single Trigger und Multiple Trigger CAT Bonds
4.3.2.3 Synthetische Katastrophen-Bonds
4.3.3 Contingent Capital Strukturen
4.3.3.1 Contingent Debt
4.3.3.1.1 Committed Capital Facilities
4.3.3.1.2 Contingent Surplus Notes
4.3.3.1.3 Contingency Loans
4.3.3.1.4 Financial Guarantees
4.3.3.2 Contingent Equity
4.3.3.2.1 Loss Equity Puts
4.3.3.2.2 Put Protected Equity
4.3.4 Derivative Indexprodukte
4.3.4.1 Futures
4.3.4.2 Optionen
4.3.4.2.1 PCS-CAT Optionen
4.3.4.2.2 GCCI-CAT Optionen
4.3.4.3 Gelöste und ungelöste Probleme von CAT Optionen und CAT Futures
4.3.5 Katastrophen-Swaps
4.3.5.1 CAT Swaps
4.3.5.2 CAT Diversification Swaps
5 Bewertung derivativer Finanzinstrumente
5.1 Besonderheiten der Bewertung
5.2 Maßgrößen für Risiko und Bewertung
5.3 Katastrophenderivate und Diversifikationseffekt in Portfolios
5.3.1 Kurzdarstellung der Portfoliotheorie
5.3.2 Modelltheoretische Korrelation
5.3.3 Empirische Korrelation und Renditen
6 Rechtliche Aspekte
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht Möglichkeiten für den Transfer von Katastrophenrisiken an den Kapitalmarkt, um die begrenzte Kapazität klassischer Versicherungs- und Rückversicherungsmärkte zu ergänzen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Fungibilität dieser Risiken sowie deren Einfluss auf das Diversifikationspotenzial von Kapitalmarktportfolios.
1.1 Intention und Zielsetzung
Charley, Frances, Ivan, Jeanne, Tokage – eine Ansammlung harmloser Namen oder mehr? Während Guy Carpenter im September 2004 in einem Überblick über den Rückversicherungsmarkt noch titelte: „The Market softens in 2004“, prägten wenig später, bei bekannt werden des gesamten Schadensausmaßes gegensätzliche Schlagzeilen wie „Wirbelstürme zwingen Hannover Rück zu Gewinnrevision“ oder „Hurrikans belasten Rückversicherer, Münchner Rück und Swiss Re geraten zunehmend unter Druck“ die Nachrichtenlandschaft.
Bereits seit den späten 1980er Jahren zeichnet sich ein Trend zu immer höheren Schäden, ausgelöst durch Katastrophenereignisse, ab. Während die steigende Anzahl und zunehmende Höhe von Naturkatastrophen auf den, vom Menschen verursachten, Klimawandel zurückzuführen zu sein scheinen, begünstigen zunehmend verkettete komplexe Systeme hoher Gefahrenexponiertheit die Höhe von Schäden bei auftretenden Man-made-Katastrophen. Sind auch über Trends von Katastrophenschäden ausgelöst durch Terrorismus noch keine gesicherten Aussagen möglich, so bleibt zu konstatieren, dass mögliche Katastrophenschäden Ausmaße angenommen haben, die teilweise als nicht mehr versicherbar gelten und vor einigen Jahren noch nicht vorstellbar waren.
Die Frage nach der Steigerung der Versicherungskapazität in Versicherungs- und Rückversicherungsmärkten zu annehmbaren Preisen führt unmittelbar zu der Frage nach alternativen Transfermethoden von Katastrophenrisiken. Da Risiken in der Finanzwirtschaft, unterteilt in verschiedene Vermögensklassen, zu großen Teilen über Kapitalmärkte transferiert werden, stellt sich die Frage, ob Katastrophenrisiken so definiert und fungibel gemacht werden können, dass auch sie über den Kapitalmarkt transferiert werden können und somit die vergleichsweise große Kapazität des Kapitalmarktes für den Transfer von Katastrophenrisiken erschlossen werden kann. Allein die durchschnittliche tägliche Schwankungsbreite des US-Finanzmarktes liegt mit 133 Mrd. US-$ deutlich über dem maximal möglichen Schadenspotential vieler derzeit denkbarer Katastrophenszenarien.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende Bedeutung alternativer Transfermethoden für Katastrophenrisiken und definiert das Ziel, einen Überblick über entsprechende derivative Finanzinstrumente zu geben.
2 Definitionen / Begriffsabgrenzungen: In diesem Kapitel werden grundlegende Fachbegriffe zu Derivaten, Katastrophenarten (Natur-, Man-made, Terrorismus) und Risikokategorien für den weiteren Kontext der Arbeit eingegrenzt.
3 Versicherungsmarkt und Kapitalmarkt: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der klassischen Versicherungs- und Rückversicherungssysteme mit den Möglichkeiten des Risikotransfers über den Kapitalmarkt, wobei die Vor- und Nachteile aus Emittenten- und Investorensicht analysiert werden.
4 Marktüberblick: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte Marktanalyse, stellt Akteure vor und kategorisiert die verschiedenen verfügbaren Produkte wie Katastrophen-Bonds, Contingent Capital und derivative Indexprodukte.
5 Bewertung derivativer Finanzinstrumente: Der Fokus liegt hier auf den Besonderheiten der Bewertung von Katastrophenrisiken sowie der Untersuchung des Diversifikationseffekts bei der Beimischung dieser Papiere in bestehende Portfolios.
6 Rechtliche Aspekte: Das Kapitel bietet einen synoptischen Einblick in die regulatorischen Rahmenbedingungen sowie bilanzielle und steuerliche Aspekte der Risikoverbriefung.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die Kernthesen der Diplomarbeit zusammengefasst und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Märkte und Produkte gegeben.
Katastrophenrisiken, Risikotransfer, Alternative Risk Transfer, Securitization, Katastrophen-Bonds, Payout Triggers, Diversifikation, Portfoliotheorie, Derivate, Versicherungsmarkt, Rückversicherung, Finanzierung, Risikobewertung, Kapitalmarkt, Contingent Capital.
Die Arbeit analysiert Methoden und Instrumente zum Transfer von Katastrophenrisiken von Versicherungsunternehmen an den Kapitalmarkt, um bestehende Kapazitätsengpässe in klassischen Versicherungs- und Rückversicherungsmärkten zu überbrücken.
Zentrale Themen sind die Systematisierung des Risikotransfers, die Marktstruktur für Katastrophen-Derivate, die Produktgestaltung (z.B. CAT-Bonds), die spezifische Bewertung dieser Instrumente sowie deren Diversifikationspotenzial im Portfolio.
Das Hauptziel ist es, dem Leser einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten für den Transfer von Katastrophenrisiken zu bieten und aufzuzeigen, welches Entwicklungspotenzial derivative Finanzinstrumente in diesem Bereich aufweisen.
Die Arbeit nutzt eine strukturierte deskriptive und analysierende Methode, indem sie theoretische Grundlagen aus der Versicherungslehre und der Portfoliotheorie mit einer Analyse von Marktstrukturen, Produktmerkmalen und empirischen Korrelationsstudien verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Grundlagen, den Vergleich zwischen Versicherungs- und Kapitalmarkt, einen umfassenden Marktüberblick inklusive der Vorstellung spezifischer Finanzprodukte sowie die Untersuchung der Bewertungsmethodik und Diversifikationseffekte.
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Risikotransfer, Alternative Risk Transfer (ART), Katastrophen-Bonds, Securitization, Payout Triggers und Portfoliodiversifikation.
Die Wahl des Triggers bestimmt maßgeblich das Basisrisiko und das Moral Hazard-Risiko. Während Indemnity Triggers eine direkte Abbildung des Schadens ermöglichen, lösen Index Triggers bei Erreichen eines definierten Indexwerts aus, was das Informationsproblem für den Investor löst, aber ein Basisrisiko für den Emittenten schafft.
Sie dienen primär der finanziellen Stabilisierung nach einem Katastrophenereignis. Im Gegensatz zu einer klassischen Versicherung sichern sie die Liquidität des Unternehmens nach dem Schadeneintritt, ohne notwendigerweise einen Risikotransfer im Sinne einer Risikotransformation zu beinhalten.
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