Examensarbeit, 2006
99 Seiten, Note: 1,3
1 Kann der deutsche Berufsschulunterricht von dem Konzept des situierten Lernens profitieren?
2 Notwendigkeit einer neuen Lernkultur
2.1 Der Wandel in der Berufswelt
2.2 Die Bedeutung des lebenslangen Lernens
2.3 Der Begriff der Schlüsselqualifikationen und der Handlungskompetenz
2.4 Das Problem des trägen Wissens und des mangelnden Transfers
3 Das Konzept der Handlungsorientierung
3.1 Genese des handlungsorientierten Lernens
3.1.1 Die Reformpädagogik
3.1.2 Die Tätigkeitstheorie
3.1.3 Die Handlungsregulationstheorie
3.1.4 Die Entwicklungs- und Kognitionstheorie
3.2 Grundannahmen des handlungsorientierten Lernens
3.2.1 Ganzheitlichkeit
3.2.2 Definitionen
3.3 Die Gestaltung handlungsorientierten Unterrichts
3.3.1 Merkmale handlungsorientierten Unterrichts
3.3.2 Der soziale Kontext
3.3.3 Der Medieneinsatz in handlungsorientierten Unterricht
3.3.4 Phasen handlungsorientierter Lernprozesse
3.3.5 Die Rolle der Lehrperson im handlungsorientierten Unterricht
3.4 Intentionen handlungsorientierten Lernens
3.5 Die Bewertung im Konzept des handlungsorientierten Lernens
3.6 Vorteile und Nachteile der Handlungsorientierung
3.6.1 Vorteile
3.6.2 Nachteile
3.7 Populäre Methoden des handlungsorientierten Lernens
3.7.1 Das Planspiel
3.7.2 Das Rollenspiel
3.7.3 Die Fallstudie
3.7.4 Das Lernbüro
3.8 Erfahrungen mit handlungsorientiertem Unterricht
3.9 Kritik zum Konzept der Handlungsorientierung
4 Der Ansatz des situierten Lernens
4.1 Genese des situierten Lernens
4.1.1 Die Vorläufer der konstruktivistischen Lerntheorie
4.1.2 Radikaler und gemäßigter Konstruktivismus
4.1.3 Die Situated Cognition-Bewegung
4.2 Grundannahmen des situierten Lernens
4.2.1 Instruktion und Konstruktion
4.2.2 Definitionen
4.3 Merkmale zur Gestaltung von situierten Lernumgebungen
4.3.1 Authentizität der Ausgangssituation
4.3.2 Multiple Perspektiven und multiple Kontexte
4.3.3 Artikulation und Reflexion
4.3.4 Der soziale Kontext
4.3.5 Der Medieneinsatz in situierten Lernumgebungen
4.3.6 Die Rolle der Lehrperson beim situierten Lernen
4.4 Intentionen des situierten Lernens
4.5 Die Bewertung im Konzept des situierten Lernens
4.6 Vorteile und Nachteile des situierten Lernens
4.6.1 Vorteile
4.6.2 Nachteile
4.7 Populäre Modelle des situierten Lernens
4.7.1 Die Cognitive Flexibility-Theorie
4.7.2 Der Cognitive Apprenticeship-Ansatz
4.7.3 Der Anchored Instruction-Ansatz
4.8 Untersuchungen zum situierten Lernen
4.9 Kritik zum Ansatz des situierten Lernens
5 Gegenüberstellung der handlungsorientierten Grundsätze mit dem situierten Konzept
5.1 Die Fallstudie
5.1.1 Entwicklung der Fallstudie
5.1.2 Merkmale und Intentionen der Fallstudie
5.1.3 Arten von Fallstudien
5.1.4 Stufen des Lernprozesses
5.1.5 Die Rolle der Lehrperson
5.1.6 Vorteile und Nachteile der Fallstudienmethode
5.2 Der Anchored Instruction-Ansatz
5.2.1 Entwicklung des Anchored Instruction-Ansatzes
5.2.2 Merkmale und Intentionen der Anchored Instruction
5.2.3 Gestaltungsprinzipien der Anchored Instruction
5.2.4 Die Rolle der Lehrperson
5.2.5 Vorteile und Nachteile des Anchored Instruction-Ansatzes
5.3 Vergleich der beiden Modelle unter besonderer Berücksichtigung der Gemeinsamkeiten
5.4 Das Lernbüro
5.4.1 Entwicklung der Methode des Lernbüros
5.4.2 Merkmale und Intentionen des Lernbüros
5.4.3 Die Stufen des Lernprozesses im Lernbüro
5.4.4 Die Rolle der Lehrperson im Lernbüro
5.4.5 Vorteile und Nachteile des Lernbüros
5.5 Der Cognitive Apprenticeship-Ansatz
5.5.1 Entwicklung des Cognitive Apprenticeship-Ansatzes
5.5.2 Merkmale und Intentionen der Cognitive Apprenticeship
5.5.3 Die Stufen des Lernprozesses im Cognitive Apprenticeship-Ansatz
5.5.4 Die Rolle der Lehrperson
5.5.5 Vorteile und Nachteile der Cognitve Apprenticeship
5.6 Vergleich der beiden Modelle unter besonderer Berücksichtigung der Unterschiede
6 Schlussbetrachtung: Der Mehrwert des angloamerikanischen Modells für den deutschen Berufsschulunterricht
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob der deutsche Berufsschulunterricht vom Konzept des situierten Lernens profitieren kann. Im Zentrum steht der Vergleich zwischen dem hier etablierten handlungsorientierten Ansatz und dem nordamerikanischen Modell des situierten Lernens, um Potenziale für eine Integration beider Konzepte zu identifizieren und den Mehrwert für die berufliche Bildung zu verdeutlichen.
3.1.2 Die Tätigkeitstheorie
Der Ursprung der materialistischen Aneignungs- und Widerspiegelungstheorie, die auch als Tätigkeitstheorie bezeichnet wird, lässt sich auf sowjetische Psychologen wie Alexej N. Leontjew, Pjotr J. Galperin oder Sergej L. Rubinstein zurückführen.
Der Tätigkeitstheorie liegt die Erkenntnis zugrunde, dass Gegenstände, Erscheinungen und Prozesse als Abbilder im Bewusstsein eines Menschen widergespiegelt werden. Durch psychische Tätigkeit speichert er Äußeres als Wahrnehmung, Empfindung oder Begriff ab.
Von dieser Vorstellung ausgehend lässt sich eine entsprechende lerntheoretische Denkweise ableiten. Die Verinnerlichung von äußeren Tätigkeiten, die auch Interiorisierung genannt wird, stellt danach eine Beziehung zwischen der geistigen Entwicklung und der materiellen Handlung her. Somit dient die Tätigkeit „der Herausbildung individueller Handlungs- und Erkenntnissysteme, also der Persönlichkeitsentwicklung.“ Die Tätigkeit vollzieht sich dabei in Handlungen, die durch den Wunsch der Erreichung eines bestimmten Ziels hervorgerufen werden.
Die Handlung wird nach dieser Theorie als Ausgangspunkt für das Denken angesehen. Galperin hat den Aneignungsprozess diesbezüglich in fünf Niveaustufen untergliedert. Auf der ersten Stufe steht dabei die Orientierungsgrundlage. Der Lernende muss sich zunächst einen Überblick über seine Handlungsziele und mögliche Voraussetzungen verschaffen. Er muss die Struktur des Lernobjekts erschließen und eine Vorstellung über sein Vorgehen bekommen. Die materialisierte Handlung bildet die zweite Etappe, in der die praktische Aneignung verwirklicht wird. Danach soll der Lernende seine Handlung in die gesprochene Sprache übertragen. Durch die Verbalisierung wird die Handlung abstrahiert und interiorisiert. Auf der vierten Stufe geht das laute Sprechen in eine innerliche Artikulation über. Die Lernhandlung verankert sich im Bewusstsein. Zuletzt wird diese Lernhandlung in eine geistige Form transformiert. Sie kann nun auch ohne Verbindung zum Lerngegenstand gedanklich abgerufen und exteriorisiert werden. Diese schrittweise Verinnerlichung sollte auch in der Planung von Unterricht berücksichtigt werden.
1 Kann der deutsche Berufsschulunterricht von dem Konzept des situierten Lernens profitieren?: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Strukturwandels und das Ziel der Vermittlung von Handlungskompetenz im Berufskolleg ein und skizziert den Vergleich zwischen handlungsorientierten und situierten Lernkonzepten.
2 Notwendigkeit einer neuen Lernkultur: Hier wird der gesellschaftliche Wandel erläutert, der lebenslanges Lernen sowie den Erwerb von Schlüsselqualifikationen erforderlich macht, um trägem Wissen entgegenzuwirken.
3 Das Konzept der Handlungsorientierung: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Wurzeln, Grundannahmen, Gestaltung und Methoden der Handlungsorientierung vor und beleuchtet deren Vorteile, Nachteile sowie Kritikpunkte.
4 Der Ansatz des situierten Lernens: Es werden die konstruktivistischen Ursprünge, die Merkmale situierter Lernumgebungen, die Rolle der Lehrperson und verschiedene populäre Modelle dieses Ansatzes detailliert analysiert.
5 Gegenüberstellung der handlungsorientierten Grundsätze mit dem situierten Konzept: In diesem Kapitel werden konkrete Modelle beider Ansätze (Fallstudie vs. Anchored Instruction, Lernbüro vs. Cognitive Apprenticeship) miteinander verglichen und deren Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herausgearbeitet.
6 Schlussbetrachtung: Der Mehrwert des angloamerikanischen Modells für den deutschen Berufsschulunterricht: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Möglichkeiten einer Integration situierter Ansätze in den handlungsorientierten Unterricht.
Handlungsorientierung, Situiertes Lernen, Berufsschule, Handlungskompetenz, Schlüsselqualifikationen, Konstruktivismus, Fallstudie, Anchored Instruction, Lernbüro, Cognitive Apprenticeship, Lebenslanges Lernen, Transfer, Unterrichtsgestaltung, Berufsbildung, Lehren und Lernen.
Die Arbeit untersucht, inwiefern der deutsche Berufsschulunterricht Konzepte des situierten Lernens aus dem nordamerikanischen Raum integrieren kann, um aktuelle Anforderungen an die berufliche Bildung besser zu erfüllen.
Im Mittelpunkt stehen die Handlungsorientierung und das situierte Lernen, deren theoretische Begründungen, Gestaltungskriterien für den Unterricht sowie ein systematischer Vergleich beider Ansätze.
Ziel ist es, Parallelen und Unterschiede zwischen handlungsorientierten und situierten Modellen aufzuzeigen, um deren Potenziale für die Stärkung der Handlungskompetenz von Auszubildenden zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Gegenüberstellung, in der didaktische Konzepte, Modelle und deren jeweilige Stufen der Lernprozessgestaltung miteinander verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Handlungsorientierung, die Darstellung des situierten Lernens und eine detaillierte Gegenüberstellung anhand der Methoden Fallstudie, Anchored Instruction, Lernbüro und Cognitive Apprenticeship.
Wichtige Begriffe sind Handlungsorientierung, Situiertes Lernen, Berufsschule, Handlungskompetenz, Konstruktivismus und die verschiedenen methodischen Ansätze wie Fallstudie oder Lernbüro.
Die Tätigkeitstheorie dient als theoretische Grundlage, da sie den Prozess der Verinnerlichung äußerer Tätigkeiten (Interiorisierung) und deren Bedeutung für die kognitive Entwicklung des Menschen begründet.
Der narrative Anker dient dazu, neue Lerninhalte in realistische, multimedial aufbereitete Geschichten einzubetten, um so eine sinnvolle Verankerung im Vorwissen zu erreichen und die Motivation zu steigern.
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