Diplomarbeit, 2006
101 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Problemstellung
1.3 Vorgehensweise
2 Definition KMU
2.1 Quantitative Aspekte
2.2 Qualitative Aspekte
3 Die Rolle des Mittelstandes in Deutschland
3.1 Die Wirtschaftliche Situation des deutschen Mittelstandes
3.2 Vorteile und Nachteile der internationalen Rechnungslegung
3.2.1 Vorteile
3.2.2 Nachteile
3.3 Die Haltung des deutschen Mittelstandes gegenüber der internationalen Rechnungslegung
4 Auswirkungen auf das Eigenkapital
4.1 Eigenkapitalausweis
4.2 Erfolgsneutral
4.2.1. Neubewertung des Anlagevermögens
4.2.1.1 Anwendungsvoraussetzungen
4.2.1.2 Neubewertungsrücklage
4.2.1.3 Beispiel für Neubewertungsrücklage
4.2.2 Leasing
4.2.2.1 Sale and lease back-Verfahren
4.2.2.2 Leasing und Eigenkapital
4.2.2.3 Beispiel zu Leasing und sale and lease back
4.3 Erfolgswirksam
4.3.1 Vorräte
4.3.1.1 Anschaffungs- und Herstellungskosten
4.3.1.2 Vorräte und Eigenkapital
4.3.1.3 Beispiel zu Vorräten
4.3.2 Selbst erschaffene immaterielle Vermögenswerte
4.3.2.1 Forschungs- und Entwicklungskosten
4.3.2.2 Immaterielle Vermögenswerte und Eigenkapital
4.3.2.3 Beispiel für immaterielle Vermögenswerte
4.3.3 Langfristige Fertigungsaufträge – Teilgewinnrealisierung
4.3.3.1 Percentage-of Completion-Methode
4.3.3.2 Langfristige Fertigungsaufträge und Eigenkapital
4.3.3.3 Beispiel für eine Teilgewinnrealisierung
4.3.4 Pensionsrückstellungen
4.3.4.1 Projected Credit Method
4.3.4.2 Pensionsrückstellungen und Eigenkapital
4.3.4.3 Beispiel zu Pensionsrückstellungen
4.3.5. Rückstellungen
4.3.5.1 Aufwandsrückstellungen
4.3.5.2 Rückstellungen und Eigenkapital
4.3.5.3 Beispiel zu Rückstellungen
4.3.6. Außerplanmäßige Abschreibung
4.3.6.1 Beispiel zu außerplanmäßiger Abschreibung
4.3.6.2 Verlängerte Abschreibungsdauer
4.4 Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital
4.4.1 IAS 32
4.4.2 Auswirkungen auf das Eigenkapital
4.4.3 Lösungsansätze
4.5 Kritik
4.6 Zusammenfassende Betrachtung der Auswirkungen auf das Eigenkapital und die Eigenkapitalquote
5 Die Eigenkapitalquote und das Bankenrating
5.1 Hintergrund zu Basel II
5.2 Auswirkungen einer Umstellung auf IFRS auf quantitative und qualitative Informationen
5.2.1 Quantitative Informationen
5.2.2 Qualitative Informationen
5.3 Banken und IFRS
5.3.1 Jahresabschlussanalyse der Kreditinstitute
5.3.2 Präferenzen der Banken
5.3.3 Basel II konforme Ratingsysteme
5.4 Erleichterungen für kleine und mittlere Unternehmen
5.5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob mittelständische Unternehmen ihre Rechnungslegung auf IFRS umstellen sollten, um ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen und damit ein besseres Rating bei Banken zu erreichen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob eine solche Umstellung trotz des hohen Aufwands langfristig tatsächlich zu einer verbesserten Finanzierungssituation führt.
4.2.1. Neubewertung des Anlagevermögens
Beide Rechnungslegungssysteme schreiben bei erstmaliger Erfassung eine Bewertung der Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände nach Anschaffungs- oder Herstellkosten vor.73
Im Gegensatz zum Anschaffungskostenprinzip74 erlauben es die IFRS, eine Neubewertung (revaluation), d. h. einen Ansatz über die Anschaffungs- und Herstellungskosten hinaus, für • sächliches Anlagevermögen75 und • immaterielle Anlagegüter76 vorzunehmen. Im Rahmen der Folgebewertung handelt es sich bei der Neubewertung um eine erlaubte Ausnahme (allowed alternative treatment) vom Anschaffungskostenprinzip. Das ermöglicht dem Unternehmen, stille Reserven aus dem Anlagevermögen aufzudecken und damit das Eigenkapital des Unternehmens zu erhöhen.77 Der Wertansatz ergibt sich dabei aus dem beizulegenden Zeitwert (fair value) zum Zeitpunkt der Neubewertung, abzüglich aller nach der Neubewertung angefallenen planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen.78 Voraussetzung ist allerdings, dass sich der beizulegende Zeitwert verlässlich ermitteln lässt79. 80 Bei Maschinen und Ausstattung ist beispielsweise der durch Schätzungen zu ermittelnde Marktpreis maßgebend.81 Ist dieser nicht zu ermitteln, werden die fortgeführten Wiederbeschaffungskosten (depreciated replacemnt cost) für die Bewertung herangezogen. Bei Grundstücken und Gebäuden ist der beizulegende Zeitwert durch einen Sachverständigen zu erstellen.82
1 Einleitung: Erläutert die zunehmende Bedeutung der internationalen Rechnungslegung und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Sinnhaftigkeit einer IFRS-Umstellung für den Mittelstand.
2 Definition KMU: Definiert den Begriff der kleinen und mittleren Unternehmen anhand von quantitativen und qualitativen Kriterien.
3 Die Rolle des Mittelstandes in Deutschland: Beschreibt die wirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes und diskutiert die Vor- und Nachteile sowie die skeptische Haltung gegenüber IFRS.
4 Auswirkungen auf das Eigenkapital: Analysiert detailliert, wie spezifische IFRS-Bilanzierungspraktiken das Eigenkapital verändern, und prüft dies anhand von Fallbeispielen.
5 Die Eigenkapitalquote und das Bankenrating: Untersucht den Zusammenhang zwischen IFRS-Bilanzierung, der Eigenkapitalquote und den Kriterien des Bankenratings unter Basel II.
IFRS, HGB, Eigenkapitalquote, Mittelstand, Basel II, Bankenrating, Bilanzierung, Anlagevermögen, Leasing, Rückstellungen, Vorräte, Neubewertung, Finanzierung, Eigenkapital, Fremdkapital
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen einer Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IFRS auf die Eigenkapitalquote und das Bankenrating kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland.
Die zentralen Themen sind die Bilanzierung nach IFRS im Vergleich zum HGB, die Ermittlung der Eigenkapitalquote sowie deren Einfluss auf die Kreditwürdigkeit (Rating) im Rahmen von Basel II.
Das Ziel ist es zu klären, ob eine Umstellung auf IFRS für mittelständische Unternehmen sinnvoll ist, um eine höhere Eigenkapitalquote auszuweisen und dadurch eine bessere Einstufung durch Banken bei der Kreditvergabe zu erreichen.
Es handelt sich um eine literarische Arbeit, die durch eine fundierte Literaturanalyse sowie durch die Erstellung eigener, vergleichbarer Zahlenbeispiele (Bilanzrechnungen) die Auswirkungen der verschiedenen Bilanzierungsmethoden aufzeigt.
Der Hauptteil behandelt die Auswirkungen der IFRS-Bilanzierung auf spezifische Bilanzposten wie Anlagevermögen (Neubewertung), Leasing, Vorräte, langfristige Fertigungsaufträge, Pensionsrückstellungen und andere Rückstellungen sowie die Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind IFRS, HGB, Eigenkapitalquote, Mittelstand, Basel II, Bankenrating, Bilanzierung und Eigenkapital.
Im Jahr der Umstellung führt die Neubewertungsmethode tendenziell zu einer Erhöhung des Eigenkapitals, da stille Reserven (z.B. in Grundstücken) aufgedeckt werden; allerdings mindern höhere zukünftige Abschreibungen diesen Effekt über die Zeit wieder.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine Umstellung allein aus Rating-Gründen nicht befürwortet werden kann, da viele KMU nicht durch externe Ratingagenturen bewertet werden und Banken die Realität des Unternehmens durch Aufbereitungen der Bilanzdaten ohnehin prüfen.
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