Examensarbeit, 2006
93 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Untersuchungsmethode und deren methodologische Begründung
2. Begriffserklärungen
2.1 Theoretische Grundlagen und Stand der Forschung
2.2 Der Begriff „Talent“
2.2.1 Statischer Talentbegriff
2.2.2 Dynamischer Talentbegriff
2.3 Der Begriff „Talenterkennung“
2.4 Der Begriff „Talentförderung“
3. Soziologische Theorie
3.1 Die allgemeine Bedeutung des Fußballs für die Gesellschaft
3.2 Grundlagen der Systemtheorie Luhmanns
3.3 Sport als funktionales Teilsystem der Gesellschaft
3.4 Fußball als funktional differenziertes System
4. Talentförderungsreform des DFB aus dem Jahr 2001
4.1 Gründe für die Reform und Kritik an der Talentförderung von 1980-2000
4.2 Die Bosman-Entscheidung und ihre Auswirkungen für den Fußball
5. Talentförderung des Deutschen Fußball Bundes
5.1 Talentfördermodell des Deutschen Fußball Bundes
5.2 Matthias Sammers Konzept zur Eliteförderung
6. Leistungszentren und Fußballinternate der Bundesligisten im Vergleich
6.1 Leistungszentrum und Internat des Hamburger Sportvereins
6.2 Leistungszentrum und Internat von Hertha BSC Berlin
6.3 Leistungszentrum von Energie Cottbus
7. Talentförderung im Schulsport
7.1 Schulen mit leistungssportlicher Förderung
7.2 Sportinternate
7.3 Rückblick auf die Kinder- und Jugendsportschulen der ehemaligen DDR
7.4 Sportbetonte Schulen – und „Partnerschulen des Leistungssports“ – Der Idealfall?
8. Talentförderung im Ausland
8.1 Talentförderung in Großbritannien am Beispiel des FC Everton
8.2 Talentförderung in den Niederlanden am Beispiel von Ajax Amsterdam
8.3 Vorteile bzw. Nachteile der Talentförderung im Ausland gegenüber der Talentförderung in Deutschland
9. Integration deutscher Talente in die deutschen Profiligen
9.1 Fallstudien
9.2 Probleme bei der Integration von Talenten
10. Zusammenfassung und Perspektiven der Talentförderung im deutschen Fußball
Ziel der Arbeit ist es, die Talentförderung im deutschen Fußball zu analysieren, Gründe für ihre bisherige Defizite aufzuzeigen und Strategien zur Verbesserung darzulegen, insbesondere unter Einbeziehung soziologischer Systemtheorien und moderner Förderkonzepte.
2.4 Der Begriff „Talentförderung“
Nach der erfolgreichen Talenterkennung setzt im Allgemeinen die Talentförderung ein, um die jungen Sportler möglichst effektiv auf spätere sportliche Höchstleistungen vorzubereiten. Wie oben argumentiert kann der Talenterkennungsprozess als Teil der Talentförderung angesehen werden, was umgekehrt natürlich auch zutrifft. In der Sportwissenschaft haben sich mehrere Strategien der Talentförderung etabliert, die hier im Folgenden kurz beschrieben werden sollen. Eine grundlegende Methode der Talentförderung ist das „Wachsenlassen“. Bei der Talenterkennung kommt es zwangsläufig zu einer Prognoseunsicherheit, da sich Entwicklungsverläufe von jungen Sportlern nicht einfach in das Erwachsenenalter hochrechnen lassen. Deshalb sind bei der Talentförderung Strategien zu bevorzugen, die möglichst wenig in den Entwicklungsprozess normativ eingreifen und größten Wert auf den Aspekt der individuellen Entfaltung legen.
Die Theorie des „Wachsenlassens“ stammt ursprünglich aus der Pädagogik und meint, dass auf die dem Kind innewohnenden Kräfte gebaut werden sollte und pädagogische Maßnahmen nur angewandt werden sollten, um schädigende Einflüsse fernzuhalten. In dieser Theorie steckt die Hoffnung, dass sich Talente auch ohne gezielte Förderung bestmöglich entwickeln und sich am Ende mit Sicherheit durchsetzen werden. Allerdings wird die Strategie des „Wachsenlassens“ inzwischen auch stark kritisiert, da belegt wurde, dass es mit Hilfe von gezielter Förderung möglich ist, Leistungen zu optimieren und den Entwicklungsprozess der jungen Sportler optimal zu steuern. Dennoch vertrauen heute noch viele Trainer und Sportlehrer darauf, dass es für die Talente am besten sei, nicht einzugreifen und sie sich allein entwickeln zu lassen. In Bezug auf den Fußballsport müsste nach dieser Theorie der Straßenfußball als größtes Talentreservoir angesehen werden, und mit Erreichen des Erwachsenenalters müssten talentierte Straßenfußballer dann weit genug entwickelt sein, um in den professionellen Bereich zu wechseln. Es ist offensichtlich, dass diese Theorie sehr naiv ist und praktisch nicht funktionieren würde.
1. Einleitung: Darstellung der Bedeutung von Talentförderung für den DFB, Vereine und die Gesellschaft sowie Vorstellung des methodischen Vorgehens.
2. Begriffserklärungen: Definition zentraler Begriffe wie Talent, Talenterkennung und Talentförderung, unterteilt in statische und dynamische Konzepte.
3. Soziologische Theorie: Einordnung des Sports und des Fußballs in das System der Gesellschaft nach der Systemtheorie von Niklas Luhmann.
4. Talentförderungsreform des DFB aus dem Jahr 2001: Analyse der Gründe für die Reform sowie der Auswirkungen der Bosman-Entscheidung auf die Nachwuchsausbildung.
5. Talentförderung des Deutschen Fußball Bundes: Detaillierte Betrachtung des aktuellen DFB-Modells sowie des Konzepts von Matthias Sammer zur Eliteförderung.
6. Leistungszentren und Fußballinternate der Bundesligisten im Vergleich: Praxisnaher Vergleich der Talentförderung bei HSV, Hertha BSC Berlin und Energie Cottbus.
7. Talentförderung im Schulsport: Untersuchung der Kooperation zwischen Schule und Sport, von den DDR-Sportschulen bis zu heutigen sportbetonten Schulen.
8. Talentförderung im Ausland: Analyse der Erfolgskonzepte des FC Everton (Großbritannien) und Ajax Amsterdam (Niederlande) im Vergleich zu Deutschland.
9. Integration deutscher Talente in die deutschen Profiligen: Fallstudien erfolgreicher Talente sowie Analyse der Hürden bei der Integration in den Profibereich.
10. Zusammenfassung und Perspektiven der Talentförderung im deutschen Fußball: Abschlussbetrachtung der erarbeiteten Ergebnisse und zukünftige Ausblicke der Talententwicklung.
Talentförderung, Fußballsport, DFB, Leistungszentrum, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Talentdiagnostik, Sportinternat, Schulkooperation, Nachwuchsausbildung, Bosman-Entscheidung, Eliteförderung, Integration, Trainer-Service, Sportbetonte Schulen
Die Hausarbeit analysiert den Stand und die Herausforderungen der Talentförderung im deutschen Fußball, insbesondere unter Berücksichtigung soziologischer Theorien und praktischer Strukturen.
Die Arbeit behandelt die systemtheoretische Einordnung des Fußballs, DFB-Reformen, die Rolle von Leistungszentren, die Kooperation mit Schulen sowie den internationalen Vergleich mit europäischen Spitzenvereinen.
Das Ziel ist es, die Gründe für die Defizite in der Talentförderung der Jahre 1980–2000 aufzuzeigen und zu bewerten, wie moderne Reformen den deutschen Fußball wieder wettbewerbsfähig machen.
Der Autor führt eine umfassende Literaturstudie durch und ergänzt diese durch Expertenbefragungen (Fragebögen) bei Vertretern verschiedener Bundesliga-Leistungszentren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einbettung in die Systemtheorie Luhmanns sowie eine detaillierte praktische Analyse der DFB-Strukturen und der Leistungszentren ausgewählter Vereine.
Talentförderung, DFB-Stützpunkte, Systemtheorie, Leistungszentren, Schulkooperation, Elitenförderung und Integration deutscher Nachwuchsspieler.
Die Systemtheorie dient als soziologischer Rahmen, um die gesellschaftliche Funktion des Fußballs und dessen spezifische Kopplung mit anderen gesellschaftlichen Teilsystemen wie der Erziehung oder Politik zu erklären.
Der FC Everton setzt auf ein durchstrukturiertes "Nur das Beste ist gut genug"-Prinzip in einer hochprofessionellen Akademie, welches bereits sehr frühzeitig in die Ausbildung integriert wird.
Sie gilt als zentraler Faktor, der es Vereinen ökonomisch erleichterte, bereits ausgebildete ausländische Profis zu verpflichten, was langfristig die Investitionen in die eigene Nachwuchsarbeit in Deutschland hemmte.
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