Diplomarbeit, 2007
74 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1. Institutionelle Grundlagen:
2.1.1. Abgeltungssteuer
2.1.2. Zinsschranken
2.2. Das Modell von Miller (1977)
2.2.1. Einleitung
2.2.2. Annahmen
2.2.3. Das Modell
2.3. Erweiterung I (Grundmodell)
2.3.1. Einleitung
2.3.2. Der Steuersatz auf Eigenkapitaleinkommen - Dividendenpolitik
2.3.3. Der Steuersatz auf Fremdkapitaleinkommen
2.3.4. Unternehmenssteuer und Vorteil der Verschuldung
2.4. Analyse der ersten Erweiterung
2.4.1. Abgeltungssteuer
2.4.2. Zinsschranke
2.4.3. Abgeltungssteuer und Zinsschranke
3. Aufbau der Simulation
3.1. Einführung
3.2. Erweiterung II
3.2.1. Das Modell von DeAngelo / Masulis
3.2.2. Verluste und Zinsschranke
3.2.3. Verluste und CFWs
3.2.4. Gewinnverwendung und Verlust
3.3. Kalibrierung
3.3.1. Einleitung
3.3.2. Allgemeine Kalibrierung
3.3.3. Kalibrierung der Unternehmen
3.3.4. Steuern
3.4. Analyse
4. Simulation
4.1. Vergleich: Großunternehmen
4.1.1. Einleitung
4.1.2. Abgeltungssteuer und Zinsschranke separat
4.1.3. Abgeltungssteuer und Zinsschranke zusammen
4.1.4. Variation der Steuersätze
4.2. Vergleich: KMU
4.3. Wie ändert sich das Finanzierungsvolumen
4.4. Zusammenfassung der Ergebnisse
5. Schlussfolgerung und Ausblick
Diese Diplomarbeit untersucht den Einfluss von Zinsschranken und Abgeltungssteuer auf die Finanzierungsentscheidung von Großunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vor dem Hintergrund der deutschen Unternehmenssteuerreform 2008.
2.2. Das Modell von Miller (1977)
In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es vier bedeutende Modelle, die sich mit der Entscheidung über die Kapitalstruktur (d.h. das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital) eines Unternehmens befassen. Die Pecking Order Theorie besagt, dass ein Unternehmen in dem Fall, dass sein Cash Flow nicht ausreicht um die Kapitalkosten zu decken, eher Fremdkapital aufnehmen wird, als neues Eigenkapital herauszugeben. Die Free Cash Flow Theorie sagt aus, dass selbst gefährlich hohe Verschuldungsgrade trotz damit verbundener Insolvenzkosten den Unternehmenswert erhöhen, wenn der Operating Cash Flow des Unternehmens signifikant seine profitablen Investmentmöglichkeiten übersteigt. Nach der Tradeoff Theorie suchen Unternehmen ein Niveau, auf dem sich Nutzen der Fremdfinanzierung und mögliche Verschuldungskosten ausbalancieren. Das vierte Modell ist das von Miller (1977), demzufolge die Kapitalstruktur irrelevant für den Unternehmenswert ist. Obwohl dieses Modell inzwischen 30 Jahre alt ist, stellt es bis heute einen wesentlichen und immer noch aktuellen Punkt in der Finanzierungstheorie dar.
Grundlage des Modells von Miller ist das Modell von Modigliani/Miller, demzufolge im Marktgleichgewicht die Kapitalstruktur eines Unternehmens für den Unternehmenswert irrelevant ist. Modigliani/Miller (1977) weisen aber auch darauf hin, dass sich dies, unter einer Unternehmenssteuer mit Zinsaufwand als möglichem Tax Shield, ändern kann. Allerdings müssen die Eigenkapitalgeber, um den Steuervorteil nutzen zu können, auch die Nachteile einer höheren Verschuldung tragen; z.B. die steigende Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz und die damit verbundenen Kosten. Die klassischen Modelle (z.B. die Tradeoff Theorie) schließen daraus, dass sich im Gleichgewicht ab einem gewissen Verschuldungsgrad die Kosten und die Vorteile der Verschuldung ausgleichen, und damit eine optimale Kapitalstruktur determiniert wird (abhängig vom jeweiligen Unternehmen).
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung und Zielsetzung der Untersuchung unter Ausschluss komplexer Finanzierungsinstrumente.
2. Grundlagen: Definition der institutionellen Rahmenbedingungen sowie theoretische Herleitung der Kapitalstruktur durch das Modell von Miller.
3. Aufbau der Simulation: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, der Parameterwahl sowie der Erweiterung des Modells für eine dynamische Unternehmensbetrachtung.
4. Simulation: Analyse der steuerlichen Effekte auf Großunternehmen und KMU anhand simulierter Szenarien.
5. Schlussfolgerung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Modellergebnisse und Diskussion der Limitationen sowie des internationalen Kontexts.
Abgeltungssteuer, Zinsschranke, Kapitalstruktur, Finanzierungsentscheidung, Steuersystem, Tax Shield, Unternehmenswert, Eigenkapital, Fremdkapital, KMU, Simulation, Steuerbelastung, Modell von Miller, DeAngelo-Masulis-Modell, Unternehmenssteuerreform
Die Arbeit untersucht, wie sich die Einführung von Abgeltungssteuer und Zinsschranken auf die Entscheidung von Unternehmen auswirkt, ob sie sich eher über Eigen- oder Fremdkapital finanzieren sollten.
Die Schwerpunkte liegen auf der steuerlichen Belastung von Zins- und Eigenkapitaleinkommen, der Wirksamkeit von Tax Shields und der daraus resultierenden Wirkung auf die optimale Kapitalstruktur.
Ziel ist es, die Auswirkungen der steuerlichen Änderungen auf den Unternehmenswert und die Finanzierungspolitik von Großunternehmen und KMU zu ermitteln und zu verstehen.
Es wird eine modelltheoretische Analyse durchgeführt, die durch eine Excel-Simulation ergänzt wird, um die Auswirkungen auf hypothetische Unternehmen unter variierenden Bedingungen zu veranschaulichen.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung durch das Miller-Modell, die Erweiterung um Zinsschranken und die detaillierte Simulation der Ergebnisse für verschiedene Unternehmenstypen und Renditeszenarien.
Wichtige Fachbegriffe sind Abgeltungssteuer, Zinsschranke, Tax Shield, Kapitalstruktur und der Einfluss von persönlichen Steuern auf die Finanzierungsentscheidung.
Die Zinsschranke beschränkt die steuerliche Absetzbarkeit von Zinsen. Dies führt bei hoch verschuldeten oder weniger profitablen Unternehmen zu einer höheren Steuerlast und verringert den Anreiz zur Fremdfinanzierung.
KMU verfügen oft über eine geringere Eigenkapitalbasis. Da die Zinsschranke den Abzug von Zinsaufwendungen begrenzt, steigt für diese Unternehmen das Risiko, in eine Verlustsituation zu geraten, was ihre Insolvenzanfälligkeit erhöht.
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