Diplomarbeit, 2007
143 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
Zur Fragestellung
Forschungsstand und Literaturbericht
Zur Vorgehensweise
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Konstruktivismus in den Internationalen Beziehungen
2.2. Konstruktivismus und Außenpolitik
2.3. Sicherheitspolitik und sicherheitspolitische Kultur
2.3.1. Sicherheitspolitik als Bestandteil der Außenpolitik
2.3.2. Die Rolle von Kultur in der Sicherheitspolitik
2.3.2.1. Die strategische Kultur
2.3.2.2. Sicherheitspolitische Kultur – Eine Synthese
2.3.2.3. Die Operationalisierung sicherheitspolitischer Kultur
2.4. Zur Methode
2.4.1. Zur Diskursanalyse
2.4.2. Die Vorgehensweise
3. Die Entwicklung von GASP und ESVP
3.1. Das Scheitern der EVG und die Schaffung der EPZ
3.2. Die Verträge von Maastricht und Amsterdam
3.3. Die britische Kehrtwende und die Schaffung der ESVP
3.4. Der Nizza-Vertrag und die Verfassung für Europa
3.5. Weitere Entwicklungen
4. Die sicherheitspolitische Kultur der Dritten Republik Polen
4.1. Die Literatur zur sicherheitspolitischen Kultur Polens
4.2. Der sicherheitspolitische Diskurs in der Dritten Republik
4.2.1. Der sicherheitspolitische Diskurs Ende 1992/Anfang 1993
4.2.2. Der sicherheitspolitische Diskurs im Jahre 2006
4.3. Zusammenfassung und Prognose für die GASP-/ESVP-Politik Polens
5. Polens GASP-/ESVP-Politik
5.1. Polens Einflußnahme auf GASP und ESVP vor dem Beitritt
5.2. Polen als GASP- und ESVP-Akteur seit dem Beitritt
5.3. Polens nationale Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik im EU-Kontext
6. Diskussion der Ergebnisse
7. Schluß
Die vorliegende Arbeit untersucht die sicherheitspolitische Kultur Polens und deren Einfluss auf die außen- und sicherheitspolitische Positionierung des Landes innerhalb der Europäischen Union. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die sicherheitspolitische Kultur der Dritten Republik Polen beschaffen ist und welche Folgen dies für die konkrete Politik Polens hinsichtlich der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) sowie der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) hat.
1. Einleitung
Drei Jahre sind bald vergangen, seit Polen Mitglied der Europäischen Union wurde. In diesen drei Jahren – zum Teil bereits vorher – hat sich Polen mit viel Engagement den Ruf wenn nicht eines Querulanten, dann zumindest eines nicht besonders pflegeleichten Mitglieds erarbeitet. Das mit mehr als 38 Millionen Einwohnern mit Abstand größte Beitrittsland der EU-Osterweiterung von 2004 hat sich nicht nur in Fragen der Geschichtsbewertung immer wieder vor allem mit Deutschland angelegt; man denke an die andauernde Kontroverse um das deutsche Zentrum gegen Vertreibungen oder den Beschluß des polnischen Sejms, die Regierung solle von Deutschland Kriegsreparationen verlangen, nachdem die Preußische Treuhand Entschädigungsklagen Vertriebener angekündigt hatte. Auch in „harten“ politischen Angelegenheiten hat sich Polen in der Vergangenheit nicht gescheut, seinen eigenen Standpunkt gegenüber den Altmitgliedern zu vertreten und zur Not sogar Gipfelverhandlungen platzen zu lassen.
Die monatelange Weigerung, im Rahmen des EU-Verfassungsvertrages eine Minderung seines Stimmgewichts im Rat der Europäischen Union zuzulassen („Nizza oder der Tod!“) hat ebenso viel Aufsehen erregt wie die Reaktionen auf die geplante deutsch-russische Gasleitung durch die Ostsee und damit um Polen herum, die der polnische Verteidigungsminister Radosław Sikorski mit dem Hitler-Stalin-Pakt verglich. Kürzlich blockierte Polen die Verhandlungen über ein neues Grundsatzabkommen zwischen der EU und Rußland aufgrund eines russischen Einfuhrverbots für polnische landwirtschaftliche Produkte. Höhepunkt der Differenzen bleibt sicherlich der Irakkrieg von 2003, in dem Polen sich in die erste Reihe des „neuen Europa“ stellte und sich mit der Unterzeichnung des „Briefes der Acht“ den Kommentar Jacques Chiracs einfing, es habe „eine großartige Gelegenheit verpasst, den Mund zu halten.“ Polens Solidarität mit der Bush-Regierung und seine Teilnahme am Irak-Krieg brachten dem Land sogar den Vorwurf ein, der „trojanische Esel“ der USA in Europa zu sein.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die polnische sicherheitspolitische Debatte ein und problematisiert das oft als „querulant“ wahrgenommene Auftreten Polens in der EU durch eine historische und kulturelle Linse.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier wird der konstruktivistische Ansatz als Analyseperspektive etabliert, um sicherheitspolitische Kultur als handlungsleitende, aber nicht handlungsbestimmende Größe zu definieren.
3. Die Entwicklung von GASP und ESVP: Dieses Kapitel liefert einen historischen Abriss der Integration der EU in außen- und sicherheitspolitischen Fragen, um den institutionellen Kontext für Polens spätere Politik zu schaffen.
4. Die sicherheitspolitische Kultur der Dritten Republik Polen: Die Analyse des polnischen sicherheitspolitischen Diskurses zeigt eine hohe Stabilität in den Grundkonstanten, geprägt von historischen Ängsten und dem Streben nach Schutz durch die NATO und die USA.
5. Polens GASP-/ESVP-Politik: Hier wird die praktische Umsetzung der polnischen Sicherheitspolitik untersucht, wobei der Fokus auf dem Einfluss vor dem Beitritt und der Rolle als Akteur nach 2004 liegt.
6. Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse bestätigen, dass die sicherheitspolitische Kultur Polens auch nach 14 Jahren weitgehend konstant geblieben ist und die Außenpolitik auf Grundlage stabiler Werte steuert.
7. Schluß: Diese Zusammenfassung unterstreicht die fundamentale Bedeutung historischer Erfahrungen für das heutige sicherheitspolitische Denken Polens und resümiert die identifizierten Grundpfeiler wie Souveränität, transatlantische Bindung und die Rolle Polens als Regionalmacht.
Polen, Sicherheitspolitik, sicherheitspolitische Kultur, Konstruktivismus, GASP, ESVP, Diskursanalyse, Souveränität, NATO, Europäische Union, Ostpolitik, Rußland, Ukraine, transatlantische Bindung, historische Erfahrungen.
Die Arbeit untersucht, wie historische Erfahrungen und kulturelle Prägungen die sicherheitspolitische Identität und das außenpolitische Handeln Polens in der Europäischen Union beeinflussen.
Zentrale Themen sind die sicherheitspolitische Kultur Polens, die Rolle internationaler Normen, die Entwicklung der europäischen GASP/ESVP sowie die polnische Politik gegenüber der EU, den USA und den östlichen Nachbarn.
Die Forschungsfrage lautet: Wie ist die sicherheitspolitische Kultur der Dritten Republik Polen beschaffen und welche Folgen ergeben sich daraus für die konkrete Politik Polens bezüglich der GASP und ESVP?
Der Autor verwendet eine konstruktivistische Analyseperspektive in Verbindung mit der wissenssoziologischen Diskursanalyse, um Normen und Argumente im sicherheitspolitischen Diskurs zu identifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die historische Entwicklung der EU-Sicherheitspolitik sowie die empirische Diskursanalyse des sicherheitspolitischen Denkens in Polen zu zwei Zeitpunkten (1993 und 2006).
Neben Polen, Sicherheitspolitik und sicherheitspolitischer Kultur prägen Begriffe wie Konstruktivismus, transatlantische Bindung, NATO, EU-Integration und Ostpolitik die inhaltliche Ausrichtung.
Polens Lage zwischen Deutschland und Russland wird als „geopolitischer Fluch“ interpretiert, der tief in der polnischen sicherheitspolitischen Kultur verankert ist und zu einer ständigen Angst vor Unterdrückung und dem Verlust nationaler Souveränität führt.
Die Ukraine gilt als wichtigster Partner Polens im Osten. Ihre Stabilisierung und Integration in westliche Strukturen wird als essenzielles Bollwerk gegen einen Wiederaufstieg russischer imperialer Ambitionen und damit als direkte Sicherheitsgarantie für Polen gesehen.
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