Diplomarbeit, 2006
55 Seiten, Note: 2,0
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel dieser Arbeit
1.3 Vorgehensweise
2 Energiewirtschaft in Deutschland
2.1 Liberalisierung des Energiemarktes
2.2 Entwicklung der Energieverbraucherpreise
3 Das neue Energiewirtschaftsgesetz
3.1 Bundesnetzagentur (BNetzA)
3.2 Einführung einer Anreizregulierung
4 Anreizregulierung
4.1 Vorgehen der BNetzA
4.1.1 Effizienz
4.1.1.1 Price-Cap, Revenue-Cap und hybride Ansätze
4.1.1.2 Produktivitätsentwicklung
4.1.1.3 Analyse der Kostentreiber
4.1.2 Konzept einer Qualitätsregulierung
4.2 Diskussion Regulierungsmethoden
4.3 Gesamtkonzept Anreizregulierung
5 Länderbeispiele
5.1 Großbritannien
5.2 Niederlande
5.3 Umsetzung durch die Bundesregierung
6 Anreizregulierung vs. monopolistische Energie-Preispolitik
6.1 Kostenanteile der Strompreisbildung
6.2 Theoretische Annahmen der Preisbildung
6.3 Monopol und Effizienz
6.4 Bertrand-Nash-Verhalten auf dem Energiesektor
7 Schlussbetrachtung
Die Diplomarbeit untersucht das neue Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), insbesondere die Einführung der Anreizregulierung gemäß § 21a EnWG, um zu klären, inwieweit diese Maßnahme tatsächlich zu günstigeren Verbraucherpreisen auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt führen kann.
4.1.1.1 Price-Cap, Revenue-Cap und hybride Ansätze
Price-Cap beschreibt eine Preisniveauregulierung, die die Einzelpreise der Produkte festlegt. Jedoch ist nicht die Handelsware als Produkt zu betrachten, sondern das Produkt des Netzbetriebes. Konkret wären die Produkte eines Stromnetzes beispielsweise die Höchstspannung, Umspannung, die Hochspannung, Mittelspannung und Niederspannung. Für jedes dieser Produkte wäre hier ein Einzelpreis zu benennen, der gleichzeitig mengenabhängige, leistungsabhängige und periodenfixe Einheiten berücksichtigt.
Die Zusammenfassung aller Einzelpreise erfolgt mit dem gewogenen Durchschnitt, der als Preisobergrenze seine Verwendung findet. Die mengenmäßige Angabe wird gewöhnlich aus der vergangenen Periode unter zur Hilfenahme des Laspeyres-Index genommen. Die Multiplikation beider Werte ermöglicht die Ermittlung eines Erlöses, der zur Planung für die nächste Periode verwendet werden kann. Jede Einheit, die zusätzlich verkauft wird, würde automatisch zusätzliche Einnahmen generieren.
Beim Revenue-Cap dagegen wird die Erlösobergrenze eines Unternehmens festgelegt. Hierbei werden zukünftige Absatzmengen des zu regulierenden Netzbetreibers geschätzt. Diese Werte bilden die Basis der festzulegenden Umsatzobergrenzen. Im Gegensatz zur Price-Cap Methode wird eine vollständige Kenntnis der Preis- und Tarifstrukturen nicht benötigt. Eine aufwendige Datenerhebung würde daher entfallen, jedoch verliert diese Methode aus diesem Grunde auch an Transparenz. Die Gesamtmöglichkeit einer Erlösmaximierung ist aufgrund der vorgegebenen Grenze beschränkt, jedoch gäbe es auch für missbräuchliches, strategisches Verhalten keine weiteren Anreize mehr.
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik der monopolartigen Energiemärkte in Deutschland vor und nach der Liberalisierung 1998 und führt in die Aufgaben der neu gegründeten Bundesnetzagentur ein.
2 Energiewirtschaft in Deutschland: Es wird die historische Entwicklung der Liberalisierung sowie die Preisentwicklung der Energieverbraucherpreise in Deutschland analysiert, wobei die Abhängigkeit von Importen hervorgehoben wird.
3 Das neue Energiewirtschaftsgesetz: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen und die Entstehung des EnWG mit Fokus auf die Rolle der Bundesnetzagentur als Regulierungsbehörde.
4 Anreizregulierung: Hier werden die methodischen Ansätze der Anreizregulierung, wie die Bestimmung von Effizienzzielen, Qualitätsvorgaben und die Revenue-Cap-Methode, detailliert beschrieben.
5 Länderbeispiele: Durch einen Vergleich mit den Energiemärkten in Großbritannien und den Niederlanden werden internationale Erfahrungen und deren Einfluss auf die deutsche Regulierungspolitik aufgezeigt.
6 Anreizregulierung vs. monopolistische Energie-Preispolitik: Die theoretischen Hintergründe der Preisbildung, Kostenstrukturen und die Auswirkungen monopolistischer Strukturen auf den Wettbewerb werden hier spieltheoretisch betrachtet.
7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erwartungen an die Anreizregulierung zusammen und weist kritisch auf die Herausforderungen bei der Umsetzung sowie die bestehenden Interessenkonflikte hin.
Anreizregulierung, Energiewirtschaftsgesetz, Bundesnetzagentur, Strommarkt, Gasmarkt, Netzzugang, Erlösobergrenze, Preisbildung, Liberalisierung, Wettbewerb, Kosteneffizienz, Qualitätsregulierung, Revenue-Cap, Price-Cap, natürliche Monopole
Die Arbeit untersucht, ob das neue Energiewirtschaftsgesetz und insbesondere die darin verankerte Anreizregulierung dazu beitragen können, die Energiepreise für Endverbraucher langfristig zu senken.
Der Energiemarkt wurde von kartellrechtlich privilegierten Gebietsmonopolen beherrscht, was den Endverbrauchern kaum Wahlmöglichkeiten ließ.
Die BNetzA fungiert als Regulierungsbehörde, deren Hauptaufgabe darin besteht, einen diskriminierungsfreien Netzzugang zu gewährleisten und durch Anreizregulierung die Kosteneffizienz im Netzbereich zu erhöhen.
Die Arbeit behandelt primär die Price-Cap- und Revenue-Cap-Regulierung sowie die Yardstick-Competition als Instrumente zur Simulation von Wettbewerbspreisen.
Während Price-Cap die Einzelpreise der Produkte festlegt, fokussiert sich Revenue-Cap auf eine Erlösobergrenze, wodurch eine detaillierte Kenntnis der Tarifstrukturen weniger kritisch ist, aber die Transparenz sinken kann.
Großbritannien und die Niederlande dienen als Referenz für bereits langjährige Regulierungsphasen, wobei trotz Wettbewerbssteigerung auch dort steigende Tendenzen bei den Energiepreisen zu beobachten waren.
Die BNetzA unterteilt die Gesamtkosten in dauerhaft nicht beeinflussbare, vorübergehend nicht beeinflussbare und beeinflussbare Kosten, wobei Effizienzvorgaben primär auf letztere angewendet werden.
Da etwa 40 % des Strompreises aus staatlichen Abgaben wie der Ökosteuer oder Umlagen bestehen, wird angezweifelt, ob der Staat als Vertreter niedrigerer Verbrauchertarife glaubwürdig agieren kann.
Die Autorin warnt, dass durch fehlenden Wettbewerbsdruck und durch die Regulierung bedingte Investitionshemmnisse eine Minderung der dynamischen Effizienz drohen könnte, was Innovationen und Marktzugänge für neue Unternehmen erschwert.
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