Examensarbeit, 2006
77 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung und Begründung der Themenwahl
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
1.3 Hinführung zum Thema
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Zur Politikunfähigkeit des Sports und der Sportwissenschaft
2.2 Zur Definition der Begriffe Sport und Politik
3. Das Modell der Transnationalen Sportpolitik
3.1 Einführung
3.2 Theoretische Vorüberlegungen
3.3 Definitionen der Sportpolitikbegriffe
3.4 Die Kategorisierung der Akteure der transnationalen Sportpolitik
4. Die Akteure der Politik
4.1 Sport und Nationalstaaten am Beispiel Deutschland
4.2 Das Interesse des Staates am Sport
4.3 Instrumentalisierung des Sports durch Nationalstaaten
4.4 Sport und zwischenstaatliche Organisationen
4.5 Sport und Politiker/Parteien
5. Die Akteure der Wirtschaft
6. Die Akteure der Medien
7 Die Akteure des Sports
7.1 Sportorganisationen
7.1.1 DSB & NOK, DOSB
7.1.2 Internationale Sportorganisationen
7.2 Eliten des Sports – die Sportlerelite
8 Zum politischen Mandat des Sports
9 Zentrale sportpolitische Probleme und Krisen – Olympia 2008 in Peking: Ein sportpolitischer Ausblick
10 Zusammenfassung und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, einen fundierten Einblick in die Gesamtheit der sportpolitischen Interaktionen zu geben und Sportpolitik als ein konkretes, handelndes Feld zu analysieren. Die Forschungsfrage widmet sich dabei den komplexen Wechselwirkungen zwischen dem Sport und den Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Medien, um das bisher unterentwickelte Politik-Bewusstsein im Sport kritisch zu hinterfragen.
1.1 Problemdarstellung und Begründung der Themenwahl
„Es bedarf gar nicht der oft wiederholten Erinnerungen daran, daß der Sport und die Sportler nicht in einer isolierten, idyllischen Welt leben. Sie sind den Spannungen der Politik und der gesellschaftlichen Verhältnisse, den Einflüssen, den Deutungs- und Missdeutungsmöglichkeiten des politischen Umfeldes ausgesetzt, ob sie das wollen, oder nicht, genauso wie andere Gruppen der Gesellschaft.“ (GERHARDT, 1981)
„Im Sport herrscht Krieg, und wenn man den totalen Ruin dieses Bereichs der Gesellschaft noch abwenden will, muss man die Strategien wechseln, und zwar sofort.“ (Die ehemalige DDR-Sprinterin Ines Geipel zum Doping im Spitzensport, vgl. Süddeutsche Zeitung, 2006e)
Der Themenkomplex Sport und Politik steckt noch immer in seinen Kinderschuhen. Eine systematische sportwissenschaftliche Aufarbeitung über die äußerst komplexen und vielschichtigen Zusammenhänge zwischen Sport und Politik hat bisher kaum stattgefunden. Denkt man spontan darüber nach, fallen einem möglicherweise die Terroranschläge während der Olympischen Spiele in München 1972 oder der Olympiaboykott 1980 in Moskau ein. Oder man kommt nach langem Überlegen zu dem Ergebnis, dass der Sport doch eigentlich – wenn überhaupt – sehr wenig mit Politik zu tun hat oder jedenfalls haben sollte. Ich habe mich in dieser Arbeit eingehender mit der Sportpolitik auseinandergesetzt und möchte damit einen kleinen Beitrag dazu leisten, auf die derzeitig noch unterentwickelte sportpolitische Diskussion aufmerksam zu machen. Man wird sehr schnell feststellen, dass Sport und Politik sehr wohl, und zwar in höchstem Maße, in vielen Bereichen miteinander interagieren.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, dass Sport und Politik in einer engen Wechselwirkung stehen, und Begründung der Themenwahl für diese Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Analyse der Politikunfähigkeit des Sports in der Sportwissenschaft sowie Definition der zentralen Begriffe Sport und Politik.
3. Das Modell der Transnationalen Sportpolitik: Einführung des Modells nach Groll, welches die Interdependenzen zwischen Politik, Wirtschaft, Medien und Sport in einem globalen Kontext beschreibt.
4. Die Akteure der Politik: Untersuchung der Rolle von Nationalstaaten, Regierungen und Parteien, insbesondere am Beispiel der deutschen Sportpolitik und Instrumentalisierungsversuchen.
5. Die Akteure der Wirtschaft: Analyse der wachsenden Bedeutung von Sponsoren, Vermarktern und Investoren für den Sport und die damit verbundenen Abhängigkeiten.
6. Die Akteure der Medien: Beleuchtung der Rolle der Medien als „Medienriese“ und deren Einfluss auf die Popularität und die Bedingungen von Sportevents.
7 Die Akteure des Sports: Darstellung der Sportorganisationen (DSB, NOK, IOC) sowie der Funktionärs- und Sportlerelite in ihrem politischen Kontext.
8 Zum politischen Mandat des Sports: Erörterung der Frage, inwieweit Sportler und Organisationen ein legitimes Recht oder eine Pflicht zum politischen Handeln besitzen.
9 Zentrale sportpolitische Probleme und Krisen – Olympia 2008 in Peking: Ein sportpolitischer Ausblick: Diskussion von Großereignissen, Boykottfragen und Menschenrechtsproblematiken am Beispiel der Olympischen Spiele in Peking.
10 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Arbeit mit der Kernaussage, dass Sport unweigerlich politisch ist und eine proaktive, selbstbewusste Gestaltung seiner Rolle erfordert.
Sportpolitik, Politikwissenschaft des Sports, Interdependenz, Transnationale Sportpolitik, Sportförderung, Instrumentalisierung, Autonomie des Sports, Wirtschaftsfaktor, Medien, Spitzensport, politisches Mandat, Sportorganisationen, Fußball-Weltmeisterschaft, gesellschaftspolitischer Einfluss, Sportethik.
Die Arbeit untersucht die vielschichtigen und oft ignorierten Zusammenhänge zwischen Sport und Politik und widerlegt das Ideal eines „unpolitischen Sports“.
Die zentralen Felder umfassen die Einflüsse von Staat, Wirtschaft und Medien auf den Sport sowie die politische Verantwortung, die Organisationen und Akteure des Sports tragen.
Ziel ist es, die Sportpolitik als eigenständiges, transnationales Handlungsfeld darzustellen und auf die Notwendigkeit eines bewussteren politischen Diskurses im Sport aufmerksam zu machen.
Die Arbeit basiert auf einer explorativen Analyse bestehender Modelle, insbesondere des Modells der „Transnationalen Sportpolitik“ von Michael Groll, gestützt durch aktuelle Beispiele aus Medien und Politik.
Der Hauptteil gliedert sich in Akteursbereiche: Politik (Staaten/Regierungen), Wirtschaft (Sponsoren/Investoren), Medien und den Sport selbst (Organisationen und Eliten).
Wirtschaftliche Akteure sind durch ihre finanzielle Macht zu einer zentralen Einflussgröße geworden, die den Autonomieanspruch des Sports zunehmend gefährdet und den Sport teils instrumentalisiert.
Die WM 2006 dient als roter Faden, um die Interaktionen zwischen der deutschen Regierung, der Wirtschaft und dem DFB sowie die Instrumentalisierung des Sports für nationale Ziele anschaulich aufzuzeigen.
Der Autor hinterfragt kritisch, ob die Vergabe an Peking ein legitimes Mittel für Fortschritte bei Menschenrechten ist oder ob der Sport hier erneut Gefahr läuft, für politische Zwecke instrumentalisiert zu werden.
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