Magisterarbeit, 2007
76 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
II. Allgemeine Vorüberlegungen
1. Aufbau und Vorgehensweise
2. Die Geschichte der Darbietung des privaten Lebens im Fernsehen
2.1 Die Lebensweltliche Orientierung des Fernsehens
III. Theoretische Vorüberlegungen
1. „Reality-TV“
1.1 Exkurs – zum Begriff Realität
1.2 „Reality TV“ - Begriffsklärung
1.3 Die Entwicklung des „Reality-TV“
1.4 Hybridisierung
2. Die Dokusoap
IV. Eine Einführung in die „Super Nanny“
1. Rahmenbedingungen
2. Typischer Ablauf der Sendung
V. Analyse der theatralen Eigenschaften
1. Zum Begriff der Theatralität
2. Die Inszenierung
2.1 Die Dramaturgie
2.2 Die Montage
2.3 Die Emotionalisierung
2.4 Die Stereotypisierung
2.4.1 Katharina Saalfrank – die strenge Erzieherin
2.4.2 Soziale Milieus
2.4.3 Geschlechterrollen
3. Performance
4. Korporalität
5. Zwischenfazit
VI. Das Erziehungsprogramm und dessen mediale Umsetzung
1. Das Erziehungskonzept der „Super Nanny“
1.1 Triple P – Positiv Parenting Program
1.2 Die Ziele von „Triple P“
1.3 Grundlagen und Prinzipien
2. Triple P im „Reality TV“ – die mediale Umsetzung
2.1 Die „stille Treppe“.
2.2 Die „Familienregeln“
VII. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Reality-TV-Format „Die Super Nanny“ im Hinblick auf dessen medienwissenschaftliche Einordnung und die Frage, ob das Format tatsächlich als „Lebenshilfe“ fungieren kann oder primär unterhaltenden Zwecken dient.
2.1 Die Dramaturgie
„In Filmen und Fernsehsendungen geht es offensichtlich um Geschichten“, (vgl. Hickethier 1993: 123) beziehungsweise um das Erzählen von Geschichten. Beim Prozess des Erzählens, also dem Verlauf vom Anfang zum Ende, werden Elemente der Geschichte in eine bestimmte Anordnung gebracht. Diese Ordnung der Elemente einer Geschichte bezeichnet man als Dramaturgie. Das Hauptanliegen jeder Dramaturgie besteht darin, das gezeigte Geschehen, bzw. die Geschichte, für den Rezipienten möglichst interessant und spannend aufzubereiten. Da die Realität selbst sich nur schwer nach dramaturgischen Gesichtspunkten genau planen lässt, besteht das dramaturgische Konzept der „Super Nanny“ darin, die Aufnahmen beim Schnitt nach dramaturgischen Gesichtspunkten zu strukturieren. Es kann also von einer dramaturgischen Umgestaltung6 gesprochen werden.
Im Folgenden soll die Dramaturgie in der „Super Nanny“ näher untersucht werden.
Die einzelnen Episoden der „Super Nanny“ folgen dem traditionellen Muster des dramatischen Geschehens. Sie sind in einen klaren Anfang, ein Ende und einen dramaturgisch gestalteten Zeitraum dazwischen unterteilbar. (vgl. Hickethier 1991: 9f.) Eine Folge lässt sich demnach wie folgt unterteilen:
1. Anfang: Einführung in die Familie und passive Beobachtung durch die „Super Nanny“
2. Mitte: Aktives Eingreifen der „Super Nanny“ und Coaching
3. Ende: Rückkehr der „Super Nanny“ in die Familie zur Kontrolle und Verabschiedung
I. Einleitung: Darstellung der Problemstellung und der Forschungsfrage zur Funktion von Reality-TV als Lebenshilfe.
II. Allgemeine Vorüberlegungen: Einführung in die Methodik der Arbeit und historischer Abriss der Darbietung privater Lebenswelten im Fernsehen.
III. Theoretische Vorüberlegungen: Definition von Reality-TV als Gattung sowie die Eingrenzung der Dokusoap als spezifisches Genre.
IV. Eine Einführung in die „Super Nanny“: Beschreibung der Produktionsbedingungen und des typischen Ablaufs einer Sendung.
V. Analyse der theatralen Eigenschaften: Untersuchung von Dramaturgie, Montage, Emotionalisierung und Stereotypisierung als Mittel der Inszenierung.
VI. Das Erziehungsprogramm und dessen mediale Umsetzung: Analyse der Anwendung pädagogischer Triple-P-Methoden und deren mediale Aufbereitung in der Sendung.
VII. Schlussbetrachtung: Zusammenführende Diskussion über das Spannungsverhältnis zwischen Unterhaltungsanspruch und Lebenshilfe-Funktion.
Reality-TV, Super Nanny, Dokusoap, Inszenierung, Theatralität, Lebenshilfe, Triple P, Erziehungsberatung, Montage, Dramaturgie, Unterhaltungsfernsehen, Medienwissenschaft, Authentizität, Fernsehunterhaltung, Soziale Milieus.
Die Arbeit untersucht das Reality-Format „Die Super Nanny“ unter medienwissenschaftlichen Gesichtspunkten, um zu klären, ob es sich dabei um echte Lebenshilfe oder primär um Unterhaltung handelt.
Zentrale Themen sind die Medialisierung des Privaten, die theatralen Inszenierungsmittel in Dokusoaps sowie die Wirksamkeit pädagogischer Konzepte in der TV-Unterhaltung.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob die Sendung dem selbst auferlegten Anspruch gerecht wird, Eltern bei Erziehungsproblemen zu unterstützen, oder ob dieser Anspruch lediglich als Alibi für Unterhaltungszwecke dient.
Es wird eine medienwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die sich primär auf das Konzept der Theatralität von Erika Fischer-Lichte sowie filmtheoretische Grundlagen der Montage und Dramaturgie stützt.
Der Hauptteil analysiert die theatralen Inszenierungsmittel wie Montage und Dramaturgie sowie die mediale Umsetzung konkreter pädagogischer Methoden aus dem Triple-P-Programm.
Reality-TV, Super Nanny, Inszenierung, Lebenshilfe, Triple P, Theatralität und Unterhaltungsfernsehen.
Die "stille Treppe" fungiert als zentraler, inszenierter Höhepunkt der Sendung, der vor allem dazu dient, Spannung zu erzeugen und die erzieherische Kompetenz der Nanny dramaturigisch zuzuspitzen.
Die Analyse zeigt, dass Väter in der Sendung oft passiv bleiben, während die Mutter als Hauptbezugsperson für erzieherische Anweisungen fungiert, was den Eindruck erweckt, Erziehung sei primär Frauenarbeit.
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