Examensarbeit, 2007
101 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1.Einleitung
2. Entwicklungsaufgaben und deren Bewältigung in der Adoleszenz
2.1 Die Adoleszenz – Versuch einer definitorischen Erklärung
2.2 Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz
2.3 Entwicklungsauffälligkeiten in der Adoleszenz
2.3.1 Ursachen von Entwicklungsauffälligkeiten in der Adoleszenz
2.3.2 Psychische, somatische und soziale Auffälligkeiten in der Adoleszenz
3. Essstörungen als eine Entwicklungsauffälligkeit
3.1 Ein historischer Exkurs
3.1.1 Kulturgeschichte der Anorexia nervosa
3.1.2 Kulturgeschichte der Bulimia nervosa
3.1.3 Kulturgeschichte der Adipositas
3.2 Die Symptomatologie und das Erscheinungsbild der Hauptformen von Essstörungen
3.2.1 Anorexia nervosa
3.2.2 Bulimia nervosa
3.2.3 Adipositas
3.2.3.1 Binge-Eating-Störung
3.2.3.2 Die latente Esssucht
4. Diagnosekriterien und terminologische Abgrenzungen der einzelnen Essstörungen
4.1 Anorexia nervosa
4.2 Bulimia nervosa
4.3 Adipositas
4.4 Binge-Eating-Störung
5. Gesamtbetrachtung der Hauptformen von Essstörungen
5.1 Gemeinsamkeiten von Essstörungen
5.2 Unterschiede von Essstörungen
6. Ursachen und Erklärungsansätze von Essstörungen
6.1 Familiäre Einflüsse
6.1.1 Die Magersuchtfamilie
6.1.2 Die Bulimikerfamilie
6.1.3 Die Adipositasfamilie
6.2 Soziokulturelle Faktoren
6.3 Biologische bzw. genetische Faktoren
6.4 Sexueller Missbrauch
7. Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten
7.1 Ambulante, teilstationäre und stationäre Therapien
7.2 Medizinische Behandlungen
7.3 Psychotherapeutische Therapieverfahren
7.3.1 Die Verhaltenstherapie
7.3.2 Die analytische Psychotherapie
7.3.3 Die Gesprächspsychotherapie
7.3.4 Die Familientherapie
7.3.5 Gestalt- und Körpertherapien
7.3.6 Die Selbsthilfe
7.4 Die Adipositastherapie
7.4.1 Diätetische Maßnahmen
7.4.1.1 Fastenkuren/Nulldiät
7.4.1.2 Das modifizierte Fasten
7.4.1.3 Kalorienreduzierte, unausgewogene Diäten
7.4.1.4 Kalorienreduzierte, ausgewogene Diäten
7.4.1.5 Stark kalorienreduzierte Diäten
8. Intervention und Prävention von Essstörungen im schulischen Kontext
8.1 Prävention: Klärung des Begriffs
8.2 Prävention von Essstörungen im schulischen Kontext
8.3 Intervention von Essstörungen im schulischen Kontext
9. Verallgemeinerung der Erkenntnisse und Perspektiven
Die vorliegende Arbeit untersucht Essstörungen als eine spezifische Form der Entwicklungsauffälligkeit in der Adoleszenz, beleuchtet deren Hintergründe und diskutiert Ansätze zur Prävention und Intervention innerhalb des schulischen Bildungskontextes.
3.1.1 Kulturgeschichte der Anorexia nervosa
Ein historischer Rückblick ist aufschlussreich und erforderlich, damit der heutige Umgang mit Essen und Nahrung und die Bedeutung für den einzelnen Menschen verständlich gemacht und gleichzeitig eine plausible Erklärung für die Ausbreitung in der Gegenwart gefunden wird. Deswegen werden in diesem Kapitel die kulturgeschichtlichen Hintergründe der Essstörungen beleuchtet.
Das Vorkommen von Essstörungen wurde seit der Antike und insbesondere seit dem Mittelalter dokumentiert. Vor allem Magersucht war zu allen Zeiten nachweisbar. Verschiedene Kulturen verweigern aus verschiedenen Gründen die Nahrung. Aus Sicht der Religionen wurde dem Fasten eine große Bedeutung zugeschrieben. Im Islam hat der Ramadan, der Fastenmonat, einen hohen Stellenwert und gilt als eine der im Koran verankerten Pflichten der Muslime, die dabei einen Monat, morgens von der Dämmerung bis zum Einbruch der Nacht, auf Speisen und Getränke verzichten.
Im frühen Christentum wurde das Fasten nicht nur als eine Form der Enthaltung betrachtet, sondern auch als ein Mittel, um die Verbundenheit der Christen darzustellen (vgl. VANDEREYCKEN/VAN DETH/MEERMANN, 2003, S. 31).
Das Fasten wurde im Mittelalter als eine Gelegenheit gesehen, die Sünden zu begleichen und sich zu bestrafen. Es wurde das Bedauern über die Sünden ausgedrückt, die man selbst begangen hat oder andere verübt haben (vgl. VANDEREYCKEN/VAN DETH/MEERMANN, 2003, S. 32). Um sich von den Sünden vollständig befreien zu können, musste man büßen. Im Alten Testament heißt es „auch soll Euch das ewig Recht sein: am zehnten des 7. Monats sollt ihr Euren Leib kasteien und keine Werke tun, weder ein Einheimischer noch ein Fremder unter Euch. Denn an diesem Tage geschieht Eure Versöhnung, dass ihr gereinigt werdet; von Euren Sünden werdet ihr gereinigt vor dem Herrn. Darum soll es Euch ein großer Sabbat sein und ihr sollt Euren Leib kasteien“ (3. Buch Mose, Kapitel 16, Absatz 29).
1.Einleitung: Einführung in das Problemfeld von Essstörungen bei Jugendlichen sowie Darlegung der persönlichen Motivation und Zielsetzung der Arbeit.
2. Entwicklungsaufgaben und deren Bewältigung in der Adoleszenz: Definition der Adoleszenzphase, Erläuterung der Entwicklungsaufgaben nach Havighurst und Darstellung des Coping-Modells zur Problembewältigung.
3. Essstörungen als eine Entwicklungsauffälligkeit: Untersuchung der kulturhistorischen Hintergründe von Anorexie, Bulimie und Adipositas sowie Analyse ihrer Symptomatologie und Erscheinungsformen.
4. Diagnosekriterien und terminologische Abgrenzungen der einzelnen Essstörungen: Beschreibung der medizinischen Klassifikationssysteme ICD und DSM und deren Kriterien für die verschiedenen Essstörungen.
5. Gesamtbetrachtung der Hauptformen von Essstörungen: Zusammenführung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Störungsbilder.
6. Ursachen und Erklärungsansätze von Essstörungen: Analyse von familiären Einflüssen, soziokulturellen Faktoren, biologisch-genetischen Aspekten und traumatischen Erlebnissen wie sexuellem Missbrauch.
7. Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten: Übersicht über ambulante und stationäre Therapiemöglichkeiten sowie detaillierte Vorstellung psychotherapeutischer und diätetischer Verfahren.
8. Intervention und Prävention von Essstörungen im schulischen Kontext: Theoretische Grundlagen der Prävention und Darstellung konkreter Möglichkeiten der unterrichtlichen Intervention für Lehrkräfte.
9. Verallgemeinerung der Erkenntnisse und Perspektiven: Fazit und Zusammenfassung der erarbeiteten Ergebnisse mit einem Ausblick auf zukünftige Notwendigkeiten.
Adoleszenz, Essstörungen, Magersucht, Bulimie, Adipositas, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Entwicklungsaufgaben, Prävention, Intervention, Schule, Körperbild, Ernährungspsychologie, Schlankheitsideal, Psychotherapie.
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Themenfeld der Essstörungen bei Jugendlichen und analysiert diese als Ausdruck mangelnder Bewältigungsstrategien für altersspezifische Entwicklungsaufgaben.
Die zentralen Felder sind die historisch-kulturelle Einordnung von Essstörungen, deren medizinische Diagnostik, die Ursachenforschung in Familien- und Gesellschaftsstrukturen sowie pädagogische Präventionskonzepte.
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Entstehung von Essstörungen zu entwickeln und Lehrkräften methodische Wege aufzuzeigen, wie sie im schulischen Kontext präventiv und intervenierend tätig werden können.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender psychologischer und pädagogischer Studien, ergänzt durch die Auseinandersetzung mit diagnostischen Kriterien (ICD/DSM) und Lehrplänen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Symptomatologie und Ätiologie (Ursachen) von Anorexie, Bulimie und Adipositas, gefolgt von einer Übersicht der psychotherapeutischen und medizinischen Behandlungsoptionen.
Adoleszenz, Entwicklungsauffälligkeiten, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Adipositas, Coping-Modell, schulische Intervention, Prävention, Schönheitsideal, familiäre Einflussfaktoren.
Im Gegensatz zu Anorexie und Bulimie setzt die Adipositastherapie weniger auf die bloße Gewichtsreduktion um jeden Preis, sondern strebt eine langfristige Stabilisierung des Gesundheitszustandes unter Berücksichtigung psychosozialer Faktoren an.
Da Schüler einen Großteil ihres Tages in der Schule verbringen, haben Lehrkräfte nach den Eltern den stärksten Einflussbereich, um ein gesundes Körperbewusstsein zu fördern und frühzeitig Warnsignale für Essstörungen zu erkennen.
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