Bachelorarbeit, 2006
49 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Globale Rationalisierungsprozesse
2.1 Die ideologische Wende: von der Wertrationalität zum Monetarismus
2.2 Der institutionelle Überbau
Währungsstabilität: Bretton Woods und EWS
Freihandel: GATT und WTO
Die Institutionalisierung des Monetarismus: IWF und Weltbank
Die Rechte von Arbeitnehmern: die ILO
3. Die Folgen globaler Rationalisierungsprozesse
3.1 Die Selbstentmachtung der Nationalstaaten
3.2 Arbeit vs. Kapital
Arbeitslosigkeit als strukturelles Phänomen
Der Faktor Mobilität – Steuerwettbewerb und Sozialabbau
4. Gefahren für den sozialen Frieden
4.1 Soziale Ungleichheit
Einkommen aus Kapital und Arbeit
Ungleichheit innerhalb der erwerbstätigen Bevölkerung
Mittelstand und transnationale Konzerne
Die Risikoverteilung
4.2 Das Problem der Exklusion
4.3 Zunehmender Migrationsdruck
4.4 Der Rückzug des Staates – Verlust demokratischer Gestaltungsmöglichkeiten durch Privatisierung
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die sozialen Auswirkungen globaler Rationalisierungsprozesse seit dem Zweiten Weltkrieg, wobei sie der Frage nachgeht, inwieweit neoliberale Wirtschafts- und Globalisierungspolitik den Spielraum nationaler Demokratien einschränkt und soziale Ungleichheit sowie Exklusion begünstigt.
Die Risikoverteilung
Zum ungleich verteilten Reichtum kommen noch die ungleich verteilten Risiken hinzu. Ob Chemieindustrie, Atomkraftwerke oder auch Verbrennungsmotoren – jede Technologie birgt immer auch ein Risiko in sich. Lag das Risiko bei den frühen Automobilen oder gar Dampfmaschinen hauptsächlich beim Nutzer der Technik, dessen Leben durch Kesselexplosionen oder Unfälle gefährdet war, sind die Risiken der neueren Technologien vielfach nicht mehr oder nur gering örtlich gebunden. Spätestens mit der Nutzung der Atomenergie sind die Folgen von Katastrophen nicht mehr lokal zu begrenzen. Nach dem Reaktorzwischenfall von Tschernobyl blickte ganz Europa auf die Wetterkarte und hoffte, dass der Wind die Atomare Wolke in die jeweils andere Richtung treiben möge. Doch sind so konkrete Katastrophen mit ihrer äußerst direkt ersichtlichen Bedrohungslage nur die Spitze des Eisberges. Die in der Herstellung, Verarbeitung und Nutzung von Technologie anfallenden Giftstoffe verbreiten sich nahezu unbemerkt über die gesamte Welt. Damit lassen sich für die Verteilung von Wohlstandsrisiken zwei Bewegungsrichtungen ausmachen:
Zum einen werden die Risiken der Produktion tendenziell in die Länder verlagert, die am wenigsten am Wohlstand teilhaben und sind dort bei den Menschen zu finden, die sich wiederum (fast) ganz unten im sozialen Spektrum befinden. Ob Chemiewerke oder arbeitsintensive Nähfabriken für westliche Bekleidungsfirmen, sie alle sind hauptsächlich in den ärmeren Gegenden der Welt zu finden. Im Zuge der Rationalisierung der Produktion, also der möglichst billigen Herstellung in Verbindung mit dem Versuch der (ärmeren) Staaten Arbeitsplätzene ins eigene Land zu holen, werden Umweltvorschriften, Arbeitsschutz und Bauvorschriften auf ein Minimum reduziert. Damit steigt das Risiko von Gesundheitsschäden. Bei bis zu 16 Stunden täglicher Arbeitszeit sind Unfälle nicht selten.
1. Einleitung: Definiert Globalisierung als globale Rationalisierung und steckt den theoretischen sowie empirischen Rahmen ab, um soziale Folgen zu analysieren.
2. Globale Rationalisierungsprozesse: Analysiert den Wandel hin zum monetaristischen Neoliberalismus und die Rolle globaler Institutionen wie IWF, Weltbank und WTO.
3. Die Folgen globaler Rationalisierungsprozesse: Untersucht die Schwächung nationalstaatlicher Handlungsspielräume und das sich verändernde Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital.
4. Gefahren für den sozialen Frieden: Beleuchtet die Zunahme von sozialer Ungleichheit, Exklusion, Migrationsdruck und die negativen Folgen staatlicher Privatisierung.
5. Fazit: Führt die Argumente zusammen und stellt fest, dass die Diskrepanz zwischen globaler ökonomischer Ordnung und fehlenden sozialen Standards den sozialen Frieden und demokratische Grundwerte gefährdet.
Globalisierung, Rationalisierung, Neoliberalismus, Kapitalakkumulation, WTO, IWF, Weltbank, Nationalstaat, Soziale Ungleichheit, Exklusion, Arbeitslosigkeit, Migrationsdruck, Privatisierung, Sozialabbau, Soziale Gerechtigkeit.
Die Arbeit befasst sich mit den sozialen Folgen globaler Rationalisierungsprozesse seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, mit einem Fokus auf die Auswirkungen des neoliberalen Wirtschaftsmodells auf die Bundesrepublik Deutschland.
Zentrale Themen sind die ideologische Dominanz des Monetarismus, die Rolle internationaler Organisationen wie IWF und WTO, die Veränderung der Machtverhältnisse zwischen Kapital und Arbeit sowie die Bedrohung des sozialen Friedens.
Das Ziel ist es, die sozialen Konsequenzen der globalen Rationalisierung aufzuzeigen und zu untersuchen, wie diese die demokratische Gestaltungsmacht der Nationalstaaten schwächen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretisch-empirischen Analyse, die sowohl ökonomische Theorien (wie die von Smith, Ricardo und Friedman) als auch gesellschaftspolitische Studien einbezieht und mit einer konstruktivistischen Perspektive auf die wahrgenommene Realität verknüpft.
Der Hauptteil analysiert die Entmachtung der Nationalstaaten gegenüber den globalen Finanzmärkten, das Ungleichgewicht zwischen Kapital und Arbeit sowie die konkreten Gefahren für den sozialen Frieden durch Privatisierung und soziale Ausgrenzung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Globalisierung, Neoliberalismus, soziale Exklusion, Renditeorientierung des Kapitals und den Verlust staatlicher Souveränität charakterisiert.
Die Privatisierung von Staatseigentum, etwa im Bereich des sozialen Wohnungsbaus, entzieht dem Staat Möglichkeiten zur aktiven sozialen Gestaltung, was Segregation und soziale Spannungen fördert.
Sie thematisiert die Diskrepanz zwischen globalen ökonomischen Prozessen und dem Fehlen globaler sozialer Standards, was auch heute noch als zentrale Herausforderung für den sozialen Zusammenhalt und die Demokratie gilt.
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