Diplomarbeit, 2006
86 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Entwicklung des Arbeitsmarktes
3 Entwicklung und Diskussion der rechtlichen Grundlagen
3.1 Vorbemerkung und Geschichte
3.2 Einteilung der geringfügigen Beschäftigung
3.3 Rechtliche Grundlagen bis 31.03.1999 und deren Effekte
3.4 Das 630-DM-Gesetz zum 01.04.1999
3.5 Die "Minijob-Reform" - Neuregelung zum 01.04.2003
4 Datengrundlage geringfügiger Beschäftigung
4.1 Datenerfassung vor 1999
4.1.1 Angebotsorientierte Messkonzepte
4.1.2 Nachfrageorientierte Messkonzepte
4.2 Statistische Erfassung nach 1999
4.3 Schwierigkeiten bei der Datenerfassung
5 Umfang und Struktur der geringfügig Beschäftigten
5.1 Umfang der geringfügig Beschäftigten vor 1999
5.2 Beschäftigungsumfang nach dem 01.04.1999
5.2.1 Kurzfristige Effekte des "630-DM-Gesetzes"
5.2.2 Schwierigkeiten in der amtlichen Statistik
5.2.3 Beschäftigungsumfang bis 2003
5.3 Beschäftigungsumfang nach der Minijob-Reform
5.4 Struktur der geringfügig entlohnten Beschäftigten
5.4.1 Geringfügig Alleinbeschäftigte
5.4.2 Geringfügig Nebenbeschäftigte
5.4.3 Einsatz in den Wirtschaftsbereichen
6 Das BA-Beschäftigtenpanel
6.1 Statistik und Forschung
6.2 Aufbau und Methodik
6.3 Hochrechnungsgüte des BA-Beschäftigtenpanels
6.4 Vergleich zu anderen Datenquellen
7 Empirische Analysen mit dem BA-Beschäftigtenpanel
7.1 Zielstellung
7.2 Analyse der geringfügig entlohnten Beschäftigung
7.2.1 Beschäftigungsaussichten
7.2.2 Geringfügige Beschäftigung als Weg aus der Arbeitslosigkeit
7.2.3 Aufteilung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung
7.3 Analyse der Beschäftigung in der Gleitzone
7.4 Soziale Absicherung durch die Rentenversicherung
8 Schlussfolgerung und Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht die Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung in Deutschland seit der Wiedervereinigung unter besonderer Berücksichtigung der arbeitsmarktpolitischen Reformen durch die Bundesregierung. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich diese politischen Maßnahmen auf das Beschäftigungssegment auswirkten, insbesondere ob die "Minijob-Reform" zu den angestrebten Zielen wie der Eindämmung von Schwarzarbeit und der Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt geführt hat, oder ob negative Effekte wie die Aufspaltung sozialversicherungspflichtiger Stellen überwogen.
3.1 Vorbemerkung und Geschichte
Geringfügige Beschäftigung steht aufgrund der Sonderbehandlung von Sozial- und Steuerabgaben schon lange im Fokus der arbeitsmarktökonomischen Diskussionen. Sie war ursprünglich bewusst von der Sozialversicherungspflicht befreit worden. In den 1960er Jahren suchte die Wirtschaft bei Vollbeschäftigung händeringend nach Arbeitskräften und die Sozialversicherungen erzielten aufgrund der guten Beschäftigungslage Überschüsse. Mit der Sozialversicherungsfreiheit wollte man Nichterwerbstätige wie Schüler, Studenten, Hausfrauen und Rentner für den Arbeitsmarkt mobilisieren. Die soziale Absicherung sollte entweder durch andere Mitglieder des Haushaltes über die Familienversicherung erfolgen oder durch die sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung. Die Inanspruchnahme der Geringfügigkeitsregelung sollte dabei mehr die Ausnahme als die Regel darstellen. Es zeigte sich allerdings bald, dass die Regelung von der Wirtschaft sehr viel öfter als in Ausnahmen in Anspruch genommen wurde. Grund waren vor allem finanzielle Anreize durch die sozialversicherungsfreie und steuerrechtliche Sonderstellung. Aus diesem Anlass wurden die rechtlichen Regelungen im Laufe der Zeit mehrfach überarbeitet.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung geringfügiger Beschäftigung auf dem deutschen Arbeitsmarkt dar und skizziert das Ziel der empirischen Analyse unter Verwendung des BA-Beschäftigtenpanels.
2 Entwicklung des Arbeitsmarktes: Dieses Kapitel beschreibt den strukturellen Wandel der deutschen Erwerbsbeschäftigung hin zu flexibleren Formen wie Teilzeit und geringfügiger Beschäftigung.
3 Entwicklung und Diskussion der rechtlichen Grundlagen: Hier wird der chronologische Verlauf der Gesetzesänderungen, insbesondere des 630-DM-Gesetzes und der Minijob-Reform, sowie deren arbeitsmarktpolitische Motivation analysiert.
4 Datengrundlage geringfügiger Beschäftigung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Herausforderungen der statistischen Erfassung und die verschiedenen Messkonzepte vor und nach 1999.
5 Umfang und Struktur der geringfügig Beschäftigten: In diesem Abschnitt werden die quantitativen Entwicklungen des Beschäftigungsumfangs sowie die soziodemografische Struktur der Beschäftigten analysiert.
6 Das BA-Beschäftigtenpanel: Hier wird die Methodik und der Aufbau des BA-Beschäftigtenpanels als Datengrundlage für die empirischen Analysen detailliert vorgestellt.
7 Empirische Analysen mit dem BA-Beschäftigtenpanel: Dieser zentrale Teil der Arbeit untersucht empirisch die Beschäftigungschancen, Wege aus der Arbeitslosigkeit, Substitutionseffekte und die soziale Absicherung durch Rentenversicherungsbeiträge.
8 Schlussfolgerung und Zusammenfassung: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit bewertet und ein Fazit zur arbeitsmarktpolitischen Wirkung der untersuchten Reformen gezogen.
geringfügige Beschäftigung, Minijob, Arbeitsmarkt, Sozialversicherungspflicht, 630-DM-Gesetz, Minijob-Reform, BA-Beschäftigtenpanel, Arbeitslosigkeit, Strukturwandel, Beschäftigungschancen, Niedriglohnsektor, Gleitzone, Midijobs, Sozialversicherungsbeiträge, Erwerbsbiografien.
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung in Deutschland seit der Wiedervereinigung und untersucht die Auswirkungen politischer Reformen, insbesondere der Hartz-IV-nahen "Minijob-Reform", auf dieses Beschäftigungssegment.
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Grundlagen der geringfügigen Beschäftigung, Probleme der statistischen Erfassung, die quantitative Entwicklung und Struktur dieser Beschäftigungsform sowie die Frage nach sozialen Sicherungsmechanismen und Integrationschancen in den regulären Arbeitsmarkt.
Das Ziel ist es, anhand empirischer Analysen zu bewerten, wie sich die politische Kehrtwende mit der Minijob-Reform auf die Beschäftigungsdynamik auswirkte, insbesondere im Hinblick auf den Übergang von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse.
Der Autor führt eine quantitative empirische Analyse unter Verwendung des BA-Beschäftigtenpanels durch. Zudem wird eine ökonometrische Schätzung mittels eines multinomialen Logit-Modells angewandt, um individuelle Übergangswahrscheinlichkeiten zwischen Erwerbsformen zu untersuchen.
Im Hauptteil werden Beschäftigungsaussichten für Minijobber, der Übergang von Arbeitslosigkeit in geringfügige Beschäftigung, mögliche Substitutionseffekte zwischen regulärer und geringfügiger Beschäftigung sowie die Bereitschaft zur Aufstockung von Rentenversicherungsbeiträgen analysiert.
Neben der geringfügigen Beschäftigung (Minijob) sind das "BA-Beschäftigtenpanel", die "Gleitzone" (Midijobs) und die "Sozialversicherungspflicht" die zentralen Begriffe, die den theoretischen und empirischen Rahmen bilden.
Die Analyse zeigt, dass die Hoffnung auf eine "Brückenfunktion" von Minijobs in reguläre Beschäftigung nach der Minijob-Reform eher enttäuscht wurde, da der Verbleib in Minijobs zunahm und der Übergang in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten schwieriger wurde.
Der Autor stellt fest, dass das Ziel einer verbesserten sozialen Absicherung, insbesondere im Alter durch Aufstockung von Rentenbeiträgen, kaum erreicht wurde, da nur ein sehr kleiner Anteil der Beschäftigten von dieser Möglichkeit Gebrauch macht.
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