Diplomarbeit, 2006
99 Seiten, Note: 1,3
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
A. Einleitung
B. Allgemeiner Teil
I. Die Bedeutung gewerblicher Schutzrechte
II. Verhältnis Sonderrechtsschutz und ergänzender Leistungsschutz
1. Patent- und Gebrauchsmusterrecht
2. Markenrecht
3. Geschmacksmusterrecht
III. Implementierung einer Schutzrechtsstrategie
1. Kostenstrategie
2. Produktbezogene Kriterien
C. Präventive Maßnahmen
I. Anmeldung gewerblicher Schutzrechte
1. Entstehung der Rechtsposition
2. Territorialitätsprinzip
3. Neuheitsschonfrist und Messepriorität
II. Schutzrechtsdokumentation
III. Antrag auf Grenzbeschlagnahme nach der Produktpiraterieverordnung
1. Anwendungsbereich
2. Antragstellung
3. Folgen der Grenzbeschlagnahme
4. Kostenrisiken
5. Beschlagnahme- und Vernichtungsmaßnahmen durch die Binnenzollstellen
IV. Weitere Maßnahmen im Vorfeld der Messe
D. Reaktive Maßnahmen
I. Schlichtungsgespräche
II. Schutzrechtsverwarnung/Abmahnung
1. Abwägungskriterien
a. Vorteile
b. Nachteile
2. Notwendiger Inhalt
3. Form und Frist
a. Form
b. Frist
4. Strafbewehrte Unterlassungsverpflichtung
5. Entbehrlichkeit der Abmahnung
a. Besondere Eilbedürftigkeit
b. Unzumutbarkeit der Abmahnung
6. Abmahnkosten
a. Höhe der Abmahnkosten
b. Kostenerstattungsfähigkeit bei Abmahnung aus gewerblichen Schutzrechten
7. Unberechtigte Abmahnung/ Schutzrechtsverwarnung
III. Berechtigungsanfrage
1. Gegenüber dem Hersteller
2. Gegenüber dem Abnehmer
IV. Die einstweilige Verfügung
1. Allgemeine Voraussetzungen
a. Verfügungsanspruch
b. Verfügungsgrund
c. Dringlichkeitsvermutung gem. § 12 Abs. 2 UWG
(1) Anwendungsbereich
(2) Widerlegung der Dringlichkeit
(3) Interessenabwägung
2. Patentrecht
a. Verfügungsanspruch
(1) Bestand des Schutzrechts
(2) Verletzungstatbestand
(a) Benutzungshandlungen gem. § 9 PatG
(b) Glaubhaftmachung des Verletzungstatbestandes
(aa) Wortlautgemäße Patentverletzung
(bb) Äquivalente Patentverletzung
b. Verfügungsgrund
(1) Keine Dringlichkeitsvermutung gem. § 12 Abs. 2 UWG
(2) Dringlichkeitsschädlicher Zeitraum
c. Interessenabwägung
(1) Gründe für den Erlass
(2) Gründe gegen den Erlass
d. Antrag auf Beschlussverfügung
e. Vollziehung
f. Sachliche Zuständigkeit
3. Gebrauchsmusterrecht
a. Verfügungsanspruch
(1) Schutzfähigkeit des Gebrauchsmusters
(2) Glaubhaftmachung der Schutzfähigkeit
(3) Verletzungstatbestand
b. Verfügungsgrund und Interessenabwägung
c. Sachliche Zuständigkeit
4. Markenrecht
a. Verfügungsanspruch
b. Verfügungsgrund
c. Zuständigkeit
5. Geschmacksmusterrecht
6. Einstweilige Verfügung wegen unlauterer Nachahmung
7. Geltendmachung weiterer Ansprüche
a. Auskunftsanspruch
b. Sicherung des Vernichtungsanspruchs
8. Forum-Shopping
9. Das Abschlussverfahren
a. Abschlussschreiben
(1) Inhalt
(2) Frist und Form
b. Abschlusserklärung
(1) Wirkung
(2) Form
10. Schadensersatzrisiko gem. § 945 ZPO
a. Rückwirkende Vernichtung des Schutzrechts
b. Vollziehungsschaden
V. Klageerhebung zur Hauptsache und Zustellung auf der Messe
E. Ausblick / EG-Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte am geistigen Eigentum
Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen Handlungsmöglichkeiten für Unternehmen, um effektiv gegen Produktpiraterie und die unbefugte Ausstellung illegaler Nachahmungen auf deutschen Messen vorzugehen. Ziel ist es, Betroffenen ein strukturiertes Instrumentarium an präventiven und reaktiven Strategien zur Durchsetzung ihrer gewerblichen Schutzrechte an die Hand zu geben, um ihre Marktposition zu sichern und wirtschaftliche Schäden durch Plagiate zu minimieren.
D. Reaktive Maßnahmen
Mit der Erteilung bzw. Eintragung der Sonderschutzrechte erlangt der Rechtsinhaber das ausschließliche Recht seiner Benutzung. Das ergibt sich insbesondere für das Patent aus den §§ 9, 10 PatG, für die Marke aus §§ 14, 15 MarkenG, für das Gebrauchsmuster aus § 11 Abs. 1 GebrMG und das Geschmacksmuster aus § 38 Abs. 1 GeschmG. Bei Vorliegen von Verletzungshandlungen ist der Inhaber regelmäßig daran interessiert, Unterlassung zu verlangen.
Nichts anderes gilt für Rechtsverletzungen durch die Ausstellung von unter Sonderrechtsschutz stehenden Erzeugnissen und Waren. Besonders die internationalen Messen wie die CeBIT oder die Hannovermesse haben für viele Unternehmen eine immense Bedeutung, weil bereits vor Ort oder im Nachgang Aufträge ergehen, die nicht selten die Auftragsbücher für ein ganzes Jahr füllen und den Bestand des Unternehmens sichern. Gerade in diesem Umfeld stellt die Ausstellung illegaler Nachahmungen und rechtsverletzender Waren einen besonderen Störfaktor dar. Die unterschiedlichen Reaktionsmöglichkeiten sollen im Folgenden dargestellt und soweit möglich gewürdigt werden.
A. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die zunehmende Bedrohung durch Produktpiraterie in einem globalisierten Hyperwettbewerb und erläutert die Relevanz des Schutzes geistigen Eigentums, insbesondere für die deutsche Industrie.
B. Allgemeiner Teil: Dieser Abschnitt beleuchtet die Bedeutung gewerblicher Schutzrechte sowie das komplexe Verhältnis zwischen Sonderschutzrechten und dem ergänzenden wettbewerbsrechtlichen Leistungsschutz.
C. Präventive Maßnahmen: Hier werden Strategien vorgestellt, um durch Anmeldung von Schutzrechten, Dokumentation und Maßnahmen wie die Grenzbeschlagnahme im Vorfeld von Messen Rechtsverletzungen vorzubeugen.
D. Reaktive Maßnahmen: Der Hauptteil analysiert rechtliche Werkzeuge wie Schlichtungsgespräche, Abmahnungen, einstweilige Verfügungen und das Abschlussverfahren, um bei akuten Rechtsverletzungen auf Messen zielgerichtet zu intervenieren.
E. Ausblick / EG-Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte am geistigen Eigentum: Der Ausblick diskutiert die Auswirkungen der Enforcement-Richtlinie auf die prozessuale Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte und deren Bedeutung für die Zukunft.
Produktpiraterie, Messen, gewerblicher Rechtsschutz, einstweilige Verfügung, Unterlassungsanspruch, Abmahnung, Schutzrechtsverwarnung, Grenzbeschlagnahme, Markenpiraterie, Patentverletzung, Wettbewerbsrecht, Plagiate, Durchsetzung, Rechtsverfolgung, Zivilprozessrecht.
Die Arbeit liefert einen umfassenden Überblick über die rechtlichen Möglichkeiten, die Unternehmen zur Verfügung stehen, um sich auf deutschen Messen gegen Produktpiraterie und illegale Nachahmungen zu verteidigen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem gewerblichen Rechtsschutz, den Möglichkeiten der präventiven Absicherung sowie den prozessualen Instrumenten der reaktiven Rechtsdurchsetzung, insbesondere in einem zeitkritischen Messeumfeld.
Das Ziel ist die Bereitstellung konkreter Handlungsempfehlungen für Unternehmen, damit diese bei Schutzrechtsverletzungen auf Messen effizient, rechtssicher und taktisch klug agieren können.
Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse der einschlägigen Gesetzestexte, unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung und der fachwissenschaftlichen Literatur zum Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht.
Der Hauptteil gliedert sich in präventive Maßnahmen (Anmeldestrategien, Dokumentation) und reaktive Maßnahmen, wobei insbesondere das Verfahren der einstweiligen Verfügung, Abmahnungen und deren Kostenfolgen detailliert untersucht werden.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Produktpiraterie, einstweilige Verfügung, Schutzrechtsverwarnung, Unterlassung, wettbewerblicher Leistungsschutz und Grenzbeschlagnahme gekennzeichnet.
Neben der komplexen Darlegung der Dringlichkeit besteht ein erhebliches Schadensersatzrisiko gemäß § 945 ZPO, falls die Verfügung nach der Messe als unbegründet aufgehoben wird, insbesondere bei ungeprüften Schutzrechten.
Es wird erläutert, wie durch die Wahl eines zuständigen Gerichts prozessuale Vorteile hinsichtlich der Verfahrensdauer und der Auslegung der Dringlichkeit erzielt werden können, wobei die Grenzen des Missbrauchs aufgezeigt werden.
Die Gerichte bewerten die Dringlichkeit uneinheitlich. Während einige eine sehr kurze Frist von etwa einem Monat ansetzen, zeigen andere Standorte eine größere Großzügigkeit, was die strategische Standortwahl für Verfügungsanträge relevant macht.
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