Diplomarbeit, 2007
96 Seiten, Note: 1,3
1 Politischer Handlungsbedarf bei der Unternehmensbesteuerung
2 Darstellung der Unternehmensbesteuerung in Deutschland
2.1 Die wichtigsten Ertragsteuern
2.2 Die Besteuerung der Kapitalgesellschaften
2.2.1 Die Besteuerung auf Gesellschaftsebene
2.2.2 Die Besteuerung auf Gesellschafterebene
2.3 Die Besteuerung der Personenunternehmen
3 Anforderungen und Konzepte der geplanten Unternehmenssteuerreform 2008
3.1 Anforderungen an die geplante Unternehmenssteuerreform 2008
3.1.1 International wettbewerbsfähige Steuersätze
3.1.2 Rechtsformneutralität
3.1.3 Finanzierungsneutralität
3.1.4 Einfachheit
3.1.5 Europarechts- und Verfassungskonformität
3.1.6 Planungssicherheit
3.1.7 Einschränkung von Gestaltungsmöglichkeiten
3.2 Konzepte zur geplanten Unternehmenssteuerreform 2008
3.2.1 Die duale Einkommensteuer des Sachverständigenrates
3.2.2 Die allgemeine Unternehmenssteuer der Stiftung Marktwirtschaft
4 Eckpunkte der geplanten Unternehmenssteuerreform 2008
4.1 Entlastende Maßnahmen
4.1.1 Senkung der Steuersätze für Körperschaft- und Gewerbesteuer
4.1.2 Erhöhte Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer
4.1.3 Thesaurierungsbegünstigung für Personenunternehmen
4.1.4 Fortentwicklung der Ansparabschreibung
4.1.5 Einführung einer Abgeltungssteuer
4.2 Finanzierungsmaßnahmen
4.2.1 Begrenzung der Gestaltungsmöglichkeiten bei der Wertpapierleihe
4.2.2 Verschärfung der Regelung zum Mantelkauf
4.2.3 Verschärfungen bei Verrechnungspreisen und „ Funktionsverlagerungen“
4.2.4 Einführung einer Zinsschranke
4.2.5 Neuausrichtung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung
4.2.6 Wegfall des Gewerbesteuerabzugs als Betriebsausgabe sowie des Staffeltarifs
4.2.7 Abschaffung der Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern
4.2.8 Abschaffung der degressiven Abschreibung
4.3 Prognostizierte finanzielle Auswirkungen der Reform
5 Systematische Beurteilung der Reformpläne
5.1 International wettbewerbsfähige Steuersätze
5.2 Rechtsformneutralität
5.3 Finanzierungsneutralität
5.4 Einfachheit
5.5 Europarechts- und Verfassungskonformität
5.6 Planungssicherheit
5.7 Einschränkung von Gestaltungsmöglichkeiten
6 Schlussbemerkungen
7 Nachtrag: Letzte Änderungen im Gesetzgebungsverfahren
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, die vom Bundesministerium der Finanzen erarbeiteten Maßnahmen zur geplanten Unternehmenssteuerreform 2008 detailliert zu erläutern und kritisch zu beurteilen, inwieweit diese in der Lage sind, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken.
3.1.2 Rechtsformneutralität
„Rechtsformneutralität bedeutet, dass die Steuerbelastung eines Unternehmens und seiner Anteilseigner nicht von der Rechtsform abhängt.“56
Im gegenwärtigen System führt der Dualismus zwischen Einkommen- und Körperschaftsteuer zu nicht unerheblichen Belastungsunterschieden, zu hohen Transaktionskosten und zu betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Ineffizienzen.57 Folgender abstrahierende Modellfall dient der Verdeutlichung mangelnder Rechtsformneutralität in Deutschland:58
Betrachtet werden ein Personenunternehmen und eine Kapitalgesellschaft. Das Gesamtkapital beider Unternehmen soll 10 Mio. Euro betragen; der Gewinn des Personenunternehmens beträgt bei vollständiger Eigenkapitalfinanzierung 1,2 Mio. Euro einschließlich der Geschäftsführervergütung i.H.v 200 TEUR, bei der Kapitalgesellschaft wegen des Abzugs des Geschäftsführergehalts als Betriebsausgabe in Höhe von 200 TEUR hingegen nur 1 Mio. Euro.59
Die Ergebnisrechnung in Tabelle 3 zeigt deutlich, dass die Rechtsformneutralität dadurch verletzt wird, dass das Personenunternehmen für den Fall der Entnahme des Gewinns mit einer Gesamtsteuerbelastung von 44,11% günstiger abschneidet als die Kapitalgesellschaft, deren Gesamtsteuerbelastung bei Vollausschüttung 50,92% beträgt. Werden die Gewinne jedoch im Unternehmen thesauriert, beträgt die Gesamtbelastung des Gewinns der Kapitalgesellschaft „nur“ 38,65%, bei dem Personenunternehmen jedoch wie zuvor wegen der transparenten Besteuerung ebenfalls 44,11%. Somit werden Gewinnthesaurierung und Eigenkapitalfinanzierung bei Personenunternehmen gegenüber den Kapitalgesellschaften benachteiligt.
1 Politischer Handlungsbedarf bei der Unternehmensbesteuerung: Diese Einleitung verdeutlicht den Handlungsdruck aufgrund mangelnder internationaler Wettbewerbsfähigkeit und fiskalischer Planungssicherheit.
2 Darstellung der Unternehmensbesteuerung in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert das derzeitige System der Ertragsteuern und die unterschiedliche Behandlung von Kapitalgesellschaften und Personenunternehmen.
3 Anforderungen und Konzepte der geplanten Unternehmenssteuerreform 2008: Hier werden Kriterien für eine gelungene Reform abgeleitet sowie wissenschaftliche Reformvorschläge vorgestellt.
4 Eckpunkte der geplanten Unternehmenssteuerreform 2008: Dieser Hauptteil beschreibt detailliert die geplanten Entlastungs- und Finanzierungsmaßnahmen des Referentenentwurfs.
5 Systematische Beurteilung der Reformpläne: Dieses Kapitel unterzieht die Reformpläne einer kritischen Prüfung anhand der im dritten Kapitel postulierten Anforderungen.
6 Schlussbemerkungen: Ein Fazit zur Reform, das die mangelnde Zielerreichung und die negativen Effekte für den Standort Deutschland hervorhebt.
7 Nachtrag: Letzte Änderungen im Gesetzgebungsverfahren: Eine Zusammenfassung der finalen Anpassungen nach dem Referentenentwurf infolge des weiteren Gesetzgebungsprozesses.
Unternehmenssteuerreform, Deutschland, Wettbewerbsfähigkeit, Rechtsformneutralität, Finanzierungsneutralität, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Abgeltungssteuer, Zinsschranke, Thesaurierungsbegünstigung, Funktionsverlagerung, Steuergestaltung, Standortattraktivität, Wirtschaftswachstum.
Die Arbeit analysiert und kritisiert die geplante Unternehmenssteuerreform 2008 in Deutschland und deren Potenzial, den Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken.
Im Fokus stehen die steuerliche Belastung von Unternehmen, die Neutralität zwischen verschiedenen Rechtsformen und Finanzierungswegen sowie die Auswirkungen auf internationale Investitionen.
Ziel ist es zu beurteilen, ob die geplanten Maßnahmen des Bundesministeriums der Finanzen den Standort Deutschland durch eine Senkung der Steuerlast tatsächlich attraktiver machen.
Die Arbeit nutzt deskriptive Analysen, eine kritische Überprüfung anhand selbst entwickelter Anforderungskriterien sowie diverse Modellrechnungen, um Belastungswirkungen zu quantifizieren.
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Darstellung der geplanten Reformeckpunkte, unterteilt in Entlastungs- und Gegenfinanzierungsmaßnahmen, sowie eine anschließende systematische Beurteilung.
Die zentralen Begriffe sind Unternehmenssteuerreform, Wettbewerbsfähigkeit, Neutralität, Steuerbelastung, Zinsschranke und Standortattraktivität.
Sie widerspricht dem Gebot der Einfachheit, führt zu einer ungerechtfertigten Belastung wirtschaftlich angeschlagener Unternehmen und erfordert eine komplexe Konzernbetrachtung.
Sie gilt als theoretische Verbesserung für die Rechtsformneutralität, ist jedoch in der praktischen Anwendung für kleine und mittlere Unternehmen wenig praktikabel.
Die neuen Regelungen, insbesondere die Besteuerung von „Gewinnpotentialen“, werden als rigoros und kontraproduktiv für die Standortattraktivität eingeschätzt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

