Diplomarbeit, 2006
95 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Thematische Eingrenzung
3 Stand der Forschung
4 Begriffsdefinitionen
4.1 Pflege
4.2 Aggression
4.2.1 Was bedeutet Aggression?
4.2.2 Welche Ursachen haben Aggressionen?
4.3 Gewalt
4.3.1 Was ist Gewalt?
4.3.2 Was bedeutet Gewalt für den einzelnen Menschen?
4.4 Macht
4.5 Sexualität und Dissexualität
5 Juristische Grundlagen
5.1 Menschenwürde und Menschenrechte
5.2 Strafrechtliche Grundlagen
6 Ursachen für die Ausübung sexueller Gewalt in der Pflege
6.1 Die Beziehung und Rollenerwartungen zwischen Pflegenden und Zu-Pflegenden
6.2 Ursachen für vom Pflegepersonal ausgehende sexuelle Gewalthandlungen
6.2.1 Ursachen, die im Zusammenhang mit der pflegerischen Beziehung stehen
6.2.2 Ursachen, die keinen pflegespezifischen Zusammenhang aufweisen
6.3 Ursachen für von Patientinnen/Bewohnerinnen ausgehende sexuelle Gewalthandlungen
7 Erscheinungsformen sexueller und sexualisierter Gewalthandlungen anhand von Fallbeispielen aus der Literatur
7.1 Psychische sexuelle Gewalt
7.1.1 Verletzungen der personalen und geschlechtlichen Identität
7.1.2 Verletzungen des Schamgefühles und der menschlichen Würde
7.1.3 Sexuelle Belästigung
7.2 Physische sexuelle Gewalt
7.2.1 Sexuelle Nötigung
7.2.2 Vergewaltigung
8 Auswirkungen und Folgen für die Betroffenen sexueller Gewalt
9 Handlungsansätze zur Vermeidung und Beendigung sexueller Gewalt in der Pflege
9.1 Prävention sexueller Gewalt in pflegerischen Einrichtungen
9.1.1 Thematisierung und Sensibilisierung
9.1.2 Niedrigschwellige Gesprächsangebote
9.1.3 Einführung professioneller Kommunikation
9.1.4 Öffnung der Organisations- und Institutionsstrukturen
9.1.5 Verbesserung der Arbeitsbedingungen
9.1.6 Weitere ausgewählte Ansätze
9.2 Interventionen bei sexueller Gewalt in pflegerischen Institutionen
9.2.1 Erkennungsmerkmale sexueller Gewalthandlungen
9.2.2 Beendigung der akuten Gewaltsituation
9.2.3 Mitarbeiterinnengespräche und Krisenintervention
9.2.4 Kündigung der Verträge
10 Zusammenfassung
11 Schlussfolgerungen
Diese Arbeit zielt darauf ab, das bisher wenig erforschte Thema der sexuellen und sexualisierten Gewalt in der Pflege – insbesondere in Krankenhäusern und Seniorinnenheimen – theoretisch zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob und in welchen Kontexten solche Gewaltformen auftreten, welche Ursachen ihnen zugrunde liegen und wie präventive sowie interventionelle Maßnahmen für Führungspersonen im Pflegemanagement aussehen können.
7.1.1 Verletzungen der personalen und geschlechtlichen Identität
Die Identität eines Menschen, auch als Ich-Identität bezeichnet, ist durch die Einzigartigkeit jedes Individuums und dessen Zugehörigkeit zu einer soziokulturellen Gemeinschaft gekennzeichnet. Sie unterliegt dabei einem Zusammenspiel der personalen Identität, welche die Gesamtheit einer unverwechselbaren Lebensgeschichte beinhaltet, sowie der sozialen Identität, die die Zugehörigkeit eines Menschen zu bestimmten Bezugsgruppen meint.
Die Aufrechterhaltung der Balance zwischen personaler und sozialer Identität geschieht mittels Anpassung an Normen der Bezugsgruppen und Durchsetzung der Individualität. Eine Ausgewogenheit beider Komponenten stellt die Ich-Identität eines Menschen sicher. [Ritter, Gründer 1976]
Zur personalen Identität gehört unter anderem die geschlechtliche Identität eines Menschen. Sie beruht, neben den biologischen Merkmalen und einer kulturell-geschlechtsspezifischen Sozialisation, maßgeblich auf der innerpsychischen Orientierung hinsichtlich Weiblichkeit oder Männlichkeit sowie der interpersonellen Orientierung bezüglich Homo-, Bi- und/oder Heterosexualität. Daraus resultieren zum einen die äußerliche Präsentation der angenommenen Geschlechtsrolle durch Kleidung, Mimik und Verhalten, zum anderen die Einstellungen und Handlungsweisen eines Individuums, welche die Integration in oder die Teilnahme an bestimmten Sozialgemeinschaften forcieren oder reduzieren, um die Ich-Identität aufrecht zu erhalten und zu stärken. [Fiedler 2004]
Handlungen anderer Personen, die eine missachtende und demütigende Wirkung auf die geschlechtliche und personale Identität eines Menschen haben oder die ein Individuum an der Entfaltung seiner personalen und geschlechtlichen Identität hindern, werden der psychischen sexuellen Gewalt untergeordnet. Sie können seelische Störungen zur Folge haben, aus denen Veränderungen im geschlechtlichen Verhalten resultieren.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert das Tabu der sexuellen Gewalt in der Pflege und legt dar, warum diese Arbeit eine theoretische Untersuchung zur Aufdeckung und Sensibilisierung für das Thema leistet.
2 Thematische Eingrenzung: Dieses Kapitel definiert den Fokus der Untersuchung auf direkte personale sexuelle Gewalt in Krankenhäusern und Seniorinnenheimen unter Ausklammerung häuslicher Gewalt.
3 Stand der Forschung: Hier wird der aktuelle Forschungsstand beleuchtet, wobei das Defizit an spezifischen Untersuchungen zu diesem Thema in der Pflege hervorgehoben wird.
4 Begriffsdefinitionen: Die zentralen Begriffe wie Pflege, Aggression, Gewalt, Macht und Sexualität werden theoretisch hergeleitet und für den Kontext der pflegerischen Beziehung operationalisiert.
5 Juristische Grundlagen: Dieses Kapitel erörtert Menschenrechte und relevante Paragraphen des Strafgesetzbuches, die den Schutz von pflegebedürftigen Personen in Einrichtungen sicherstellen sollen.
6 Ursachen für die Ausübung sexueller Gewalt in der Pflege: Es werden Ursachen analysiert, die sowohl aus der spezifischen pflegerischen Beziehung als auch aus nicht-pflegespezifischen Kontexten sowie Täter-Dispositionen resultieren.
7 Erscheinungsformen sexueller und sexualisierter Gewalthandlungen anhand von Fallbeispielen aus der Literatur: Anhand von Fallberichten werden verschiedene Formen wie psychische Gewalt, sexuelle Belästigung, Nötigung und Vergewaltigung konkretisiert.
8 Auswirkungen und Folgen für die Betroffenen sexueller Gewalt: Die psychischen und sozialen Konsequenzen für die Opfer sowie die Entstehung von Schuldgefühlen und Trauma werden dargestellt.
9 Handlungsansätze zur Vermeidung und Beendigung sexueller Gewalt in der Pflege: Das Kapitel bietet praxisorientierte Lösungswege für das Pflegemanagement, von Prävention durch Kommunikation bis hin zu Interventionsmaßnahmen und rechtlichen Konsequenzen.
10 Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse über Formen, Ursachen und Folgen sexueller Gewalt zusammen.
11 Schlussfolgerungen: Zum Abschluss werden der Forschungsbedarf betont und die Bedeutung der Arbeit als Grundlage für weitere Qualitativstudien und eine Enttabuisierung des Themas unterstrichen.
Sexuelle Gewalt, Pflegemanagement, Krankenhaus, Seniorinnenheim, Identitätsverletzung, Machtmissbrauch, Pflegebeziehung, Prävention, Intervention, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung, häusliche Gewalt, psychische Traumata, pflegerische Ethik, Gewalt im Alter.
Die Arbeit untersucht das Phänomen sexueller und sexualisierter Gewalt im pflegerischen Kontext, wobei sie sich auf Krankenhäuser und Seniorinnenheime fokussiert.
Die zentralen Themen sind Begriffsdefinitionen (Gewalt, Macht, Sexualität), rechtliche Rahmenbedingungen, die Ursachenforschung sowie die Darstellung verschiedener Erscheinungsformen sexueller Gewalt.
Ziel ist es, das Tabuthema durch eine theoretische Literaturuntersuchung aufzuarbeiten und Führungskräfte für Präventions- und Interventionsmöglichkeiten in Pflegeeinrichtungen zu sensibilisieren.
Die Autorin führt eine theoretische Literaturuntersuchung durch, in deren Rahmen Fallbeispiele aus der Fachliteratur und Forschungsberichten systematisch analysiert und kategorisiert werden.
Im Hauptteil werden konkrete Fallbeispiele für psychische und physische sexuelle Gewalt diskutiert, die verschiedenen Erscheinungsformen zugeordnet und hinsichtlich ihrer Dynamik – etwa Machtausübung durch Pflegende – analysiert.
Besonders prägend sind Begriffe wie sexuelle Gewalt, pflegerische Abhängigkeitsverhältnisse, Macht, Enttabuisierung und Gewaltprävention.
Der Begriff wird genutzt, um zu verdeutlichen, dass sexuelle Handlungen in der Pflege häufig gezielt als Mittel eingesetzt werden, um Macht auszuüben und das Gegenüber zu erniedrigen.
Die Autorin weist darauf hin, dass viele Bewohnerinnen in heutigen Seniorinnenheimen traumatische Erlebnisse aus Kriegszeiten in sich tragen, was das Sprechen über Sexualität und heutige Viktimisierungen zusätzlich erschwert.
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