Magisterarbeit, 2006
138 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Interessenbegriff
2.2. Interessentheoretische Ansätze
2.2.1. Pluralismustheorie
2.2.2. Interessen im systemtheoretischen Politikmodell
2.2.3. Konfliktorische Theorie
2.2.4. Interessenpolitik in der Neuen Politischen Ökonomie
2.2.5. Netzwerktheorie
2.3. Synopse und Kritik interessentheoretischer Ansätze
2.4. Marktcharakter der Interessenpolitik
2.5. Organisationsfähigkeit und Konfliktfähigkeit
2.6. Interessenpolitische Instrumente
2.6.1. Lobbying
2.6.2. Pressure-Politik
2.6.2.1. Öffentliche Meinung und Public Relations
2.7. Zusammenfassung
3. Rechtliche Vorgaben der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der dualen Rundfunkordnung
3.1. Verfassungsrechtliche Vorgaben
3.2. Gesetzliche Vorgaben
3.3. Rundfunkfinanzierung
3.3.1. Gebührenfinanzierung
3.3.2. Wirtschaftswerbung
3.4 Zusammenfassung
4. Akteurs- und Interessenspektrum im Festsetzungsverfahren der Rundfunkgebühr
4.1. Öffentlich-rechtliche Rundfunkveranstalter
4.2. Private Rundfunkveranstalter
4.3. Zusammenfassung
5. Präferenzsystem der Bundesländer als Entscheidungsebene im Gebührenverfahren
5.1. Gesamtgesellschaftlich systemrelevante Leistungen der Rundfunkanbieter
5.1.1. Wirtschaftliche Leistung: Öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk als Wirtschaftsfaktor – die regionale Struktur der deutsche Rundfunkwirtschaft
5.1.2. Publizistische Leistung: Vermittlungsfunktion der Massenmedien
5.2. Systemrelevante Leistungen der Rundfunkanbieter auf der Systemebene der Landesregierungen
5.3. Zusammenfassung
6. Verlauf des Gebührenfestsetzungsverfahrens und der Gebührendebatte für die 11. Gebührenperiode
7. Aktive Interesseneinbringung im Rahmen interessenpolitischer Strategien
7.1. Lobbying
7.1.1. Lobbying der öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalter
7.1.2. Lobbying der privaten Rundfunkveranstalter
7.2. Pressure-Politik
7.2.1. Pressure-Politik der öffentlich rechtlichen Rundfunkveranstalter
7.2.2. Pressure-Politik der privaten Rundfunkveranstalter
7.3. Zusammenfassung
8. Analyse der Durchsetzungsfähigkeit
8.1. Organisationsfähigkeit
8.1.1. Konkrete und homogene Ziele der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter
8.1.2. Konkrete und homogene Ziele der privaten Rundfunkanbieter
8.1.3. Organisationsstrukturen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten
8.1.4. Organisationsstrukturen der privaten Rundfunkanbieter
8.2. Konfliktfähigkeit
8.2.1. Wirtschaftliche Leistung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter
8.2.2. Wirtschaftliche Leistung der privaten Rundfunkanbieter
8.2.3. Publizistische Leistung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter
8.2.4. Publizistische Leistung der privaten Rundfunkanbieter
8.2.5. Informationen der öffentlich-rechtlichen Anbieter als systemrelevante Leistungen
8.2.6. Informationen der privaten Rundfunkanbieter als systemrelevante Leistungen
8.3. Zusammenfassung
9. Fazit – Die Dringlichkeit eines neuen Rundfunkurteils
10. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die interessenpolitischen Strategien und deren Wirksamkeit im Verfahren zur Festsetzung der Rundfunkgebühr. Zentrales Ziel ist es, die Hypothese zu überprüfen, ob die Interessen privater Rundfunkveranstalter bei der Gebührenfestsetzung durchsetzungsfähiger waren als die der öffentlich-rechtlichen Veranstalter, und ob die politisch motivierte Abweichung von der KEF-Empfehlung auf diese Einflussnahme zurückzuführen ist.
2.1. Interessenbegriff
„Interesse [ist] die intensive Absicht eines Menschen zur Bewahrung oder Realisierung einer Situation, die geeignet erscheint, seine unabweisbaren Bedürfnisse zu befriedigen.“
„Interessen sind handlungsrelevant gewordene Verfestigungen von Bedürfnissen, die ihrerseits aus dem subjektiven Empfinden von Mangellagen erwachsen“
Bei den vorangegangenen Zitaten handelt es sich um zwei in der aktuellen politikwissenschaftlichen Literatur verbreitete Definitionsversuche des Interessenbegriffs. Interesse gehört laut Massing zu den wichtigsten Grundbegriffen in der Politikwissenschaft. Als Kategorie und Arbeitsbegriff hilft Interesse, wissenschaftliche Erkenntnisse zu ordnen und zusammenzufassen. Trotz der großen Verwendungshäufigkeit des Interessenbegriffs in der Politikwissenschaft kritisieren zahlreiche Autoren die begriffliche und inhaltliche Ungenauigkeit beim Umgang mit dem Interessenbegriff. Ein Beleg hierfür sind die beiden aufgeführten differierenden Definitionen. Ein Grund für diesen unpräzisen Umgang scheint nach Massing in der umgangssprachlichen Verwendungshäufigkeit des Interessenbegriffs zu liegen. So weise die Sprachstatistik das Wort Interesse als das am meisten gebrauchte Fremdwort der deutschen Sprache aus. Die häufige Verwendung verdeckt die definitorischen Mängel sowie die verschiedenen ideengeschichtlichen Traditionen, die hinter dem Wort Interesse stehen und deren Kenntnis für die wissenschaftliche Verwendung erforderlich ist.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Diskrepanz zwischen KEF-Empfehlung und tatsächlicher Gebührenentscheidung 2005 sowie die Rolle interessenpolitischer Strategien dabei.
2. Theoretischer Rahmen: Einführung in den Interessenbegriff und Darstellung verschiedener politikwissenschaftlicher Konzepte zur Interessenpolitik und Durchsetzungsfähigkeit.
3. Rechtliche Vorgaben der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der dualen Rundfunkordnung: Analyse der verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Grundlagen, die das duale Rundfunksystem und das Gebührenfestsetzungsverfahren regulieren.
4. Akteurs- und Interessenspektrum im Festsetzungsverfahren der Rundfunkgebühr: Beschreibung der Interessen und Organisationsstrukturen der öffentlich-rechtlichen sowie privaten Rundfunkveranstalter.
5. Präferenzsystem der Bundesländer als Entscheidungsebene im Gebührenverfahren: Untersuchung der wirtschaftlichen und publizistischen Systemrelevanz der Rundfunkanbieter für die Landesregierungen.
6. Verlauf des Gebührenfestsetzungsverfahrens und der Gebührendebatte für die 11. Gebührenperiode: Chronologische Aufarbeitung der politischen Debatte und Verhandlungsprozesse um die Rundfunkgebühr 2005-2008.
7. Aktive Interesseneinbringung im Rahmen interessenpolitischer Strategien: Empirische Analyse des Einsatzes von Lobbying und Pressure-Politik durch beide Interessengruppen.
8. Analyse der Durchsetzungsfähigkeit: Zusammenführung der empirischen Erkenntnisse mit den theoretischen Kriterien Organisations- und Konfliktfähigkeit.
9. Fazit – Die Dringlichkeit eines neuen Rundfunkurteils: Kritische Würdigung der Untersuchungsergebnisse und Reflexion der Notwendigkeit einer neuen verfassungsrechtlichen Klärung.
Rundfunkgebühr, Interessenpolitik, KEF, Durchsetzungsfähigkeit, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Privater Rundfunk, Lobbying, Pressure-Politik, Systemrelevanz, duale Rundfunkordnung, Organisationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Politikvermittlung, Gebührenfestsetzung, Medienpolitik.
Die Arbeit untersucht, wie Interessen von Rundfunkveranstaltern den politischen Prozess zur Festsetzung der Rundfunkgebühr beeinflussen und warum es zu Abweichungen von Expertenempfehlungen kommt.
Die zentralen Themen sind Interessenpolitik, das duale Rundfunksystem in Deutschland, die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Einfluss von Lobbygruppen.
Das Ziel ist der Nachweis, ob die Interessen privater Rundfunkanbieter in der Gebührenrunde 2005 effektiver in den politischen Prozess eingebracht wurden als die der öffentlich-rechtlichen Anstalten.
Die Arbeit nutzt einen politikwissenschaftlichen Ansatz, kombiniert theoretische Konzepte (Pluralismus, Konflikttheorie, Neue Politische Ökonomie) mit einer empirischen Analyse von Dokumenten, Pressemitteilungen und Medienberichterstattung.
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen, das Akteursspektrum, die konkreten interessenpolitischen Instrumente (Lobbying/Pressure) und führt eine vergleichende Analyse der Durchsetzungsfähigkeit der Akteure durch.
Zentrale Begriffe sind Organisationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Systemrelevanz, KEF, Lobbying und Pressure-Politik.
Der Autor sieht darin ein problematisches Vorgehen, da die Politik vom neutralen KEF-Verfahren abwich und sich dem Druck partikularer Interessen von Rundfunkakteuren öffnete, was den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts widerspricht.
Der VPRT wird als das zentrale und hochgradig organisierte Interessenorgan der privaten Rundfunkbranche dargestellt, das durch seine proaktive Strategie maßgeblichen Einfluss auf die politische Diskussion nehmen konnte.
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