Diplomarbeit, 2006
162 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Aufbau der Arbeit
1.2 Begrifflichkeiten und Definitionen
2. Theoretische und empirische Grundlagen zur Erklärung des Bildungserfolgs
2.1 Bourdieus Kapitalbegriff zur Erklärung des Schulerfolgs
2.2 Die PISA-Studie
3. Jugendliche mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem
3.1 Die allgemein gegenwärtige Bildungs- bzw. Schulsituation von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund
3.2 Die Selektions- und Inklusionsfunktion des deutschen Bildungssystems
3.2.1 Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule
3.2.2 Der Wechsel auf die Gesamtschule
3.2.3 Der Wechsel auf das Gymnasium
3.2.4 Die gymnasiale Oberstufe und das Abitur
3.3 Vergleiche im Hinblick auf Bildungsbeteiligung und Bildungsabschlüsse
3.3.1 Vergleich der unterschiedlichen Nationalitäten
3.3.2 Geschlechtsspezifischer Vergleich
3.3.3 Vergleich der Bundesländer
4. Die Einflussnahme der Herkunftsfamilie auf schulischen Geschehnisse
4.1 Bedeutung und Funktion der Familie für Jugendliche mit Migrationshintergrund
4.2 Voraussetzungen für das Verstehen der deutschen Schule
4.2.1 Das Wissen der Eltern über das deutsche Bildungssystem
4.2.2 Das Wissen der Eltern über die Schulleistungen ihrer Kinder
4.2.3 Teilnahme und Engagement an schulischen Veranstaltungen
4.3 Mitspracherecht der Eltern bezüglich Lehrerentscheidungen
4.3.1 Beurteilung und Notenvergabe der Lehrer
4.3.2 Mitbestimmung beim ersten Schulübergang
4.4 Auswirkungen des elterlichen Einflusses auf den Schulerfolg
5. Die Peergroup als eine wichtige Quelle bei der Überbrückung von Hindernissen
5.1 Begriffsdefinition
5.2 Die Peergroup als wichtige Sozialisationsinstanz
5.2.1 Gründe für die Hinwendung zu einer Peergroup
5.2.2 Die Wirkung und der Einfluss der Peers auf die Jugendlichen
5.3 Die Bedeutung der Peergroup für jugendliche Migrantinnen und Migranten
5.4 Der Einfluss der Peergroup auf familiale und schulische Instanzen
5.4.1 Die Rolle der Peers in Zusammenhang mit der Familie
5.4.2 Die Rolle der Peers in Zusammenhang mit der Schule
5.5 Positive und negative Auswirkungen der Peergroup hinsichtlich des Bildungserfolgs
6. Fördernde und erschwerende Erklärungsfaktoren für den Bildungs(miss)erfolg von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
6.1 Ursachen für das schlechte Abschneiden im Bildungssystem
6.1.1 Selbstkonzeptionelle Lücken bzw. Defizite hinsichtlich der persönlichen Merkmale der Schülerin bzw. des Schülers
6.1.2 Defizite hinsichtlich familiärer Merkmale und Ressourcen
6.1.3 Defizite hinsichtlich der schulischen und außerschulischen Umgebung
6.2 Bedingungen bzw. Determinanten für den Schulerfolg der Migrantenjugendlichen
6.2.1 Faktoren hinsichtlich des Selbstkonzepts bzw. der persönlichen Merkmale der Schülerin bzw. des Schülers
6.2.2 Faktoren hinsichtlich familiärer Merkmale und Ressourcen
6.2.3 Faktoren hinsichtlich schulischer und außerschulischer Umgebung
7. Fazit sowie zukünftige Verbesserungsvorschläge für die schulische Situation der Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Wechselbeziehungen und Einflüsse der drei Faktoren Familie, Schule und Peergroup auf den Bildungserfolg von deutschtürkischen Jugendlichen zu analysieren. Die Forschungsfrage untersucht, welche persönlichen Kompetenzen den Jugendlichen helfen, trotz struktureller Hürden im deutschen Bildungssystem erfolgreich zu sein, und welche Rolle soziale Kontakte sowie elterliche Unterstützung dabei spielen.
2.1 Bourdieus Kapitalbegriff zur Erklärung des Schulerfolgs
Um die vorliegende Thematik dieser Arbeit theoretisch zu verknüpfen wird das Theoriekonzept von Pierre Bourdieu verwendet, das paradigmatisch dem Bereich der Kapitaltheorie zuzuordnen ist und allgemein betrachtet zur Erklärung von sozialen Ungleichheiten dient. In diesem Ansatz wird, vor allem die differenzierte Ressourcenausstattung von Individuen betont, die anhand von erworbenen sowie vorhandenen ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital versuchen in den unterschiedlichen Systemen der Gesellschaft Erfolge zu erlangen und insofern ihre Ziele zu realisieren.
Ausgehend von dem Konzept des sozialen Raums, das bei Bourdieu auch als „soziale Welt“ verstanden werden kann und unmittelbar durch vielseitige Unterschiede ausgezeichnet ist, werden Akteure der Gesellschaft in Gruppen kategorisiert und beschichtet, sodass in ihm letztendlich virtuelle Klassen existieren. Somit „lässt sich die soziale Welt in Form eines - mehrdimensionalen – Raums darstellen, dem bestimmte Unterscheidungs- bzw. Verteilungsprinzipien zugrunde liegen; und zwar die, die die Gesamtheit der Eigenschaften (bzw. Merkmale), die innerhalb eines fraglichen Universums wirksam sind, das heißt darin ihrem Träger Stärke bzw. Macht verleihen“ (BOURDIEU, 1985, S. 9 f.).
Nach Bourdieu, der den sozialen Raum in unzählige soziale Felder aufteilt, wird den Akteuren bzw. Klassenfraktionen ein „Kampfplatz“ bzw. „Spielfeld“ eröffnet, wo die Handelnden durch ihre „relative Stellung“ bzw. Position definiert sind und in diesen raumbezogenen Feldern bestimmte „Spielregeln“ gelten, die sie beachten müssen, sodass damit letztendlich das Funktionieren des kompletten Systems garantiert wird. Die Bedeutung dieser Felder wiederum liegt darin, dass „sich die Agenten einig über die spezifischen Interessen sind [und] die Interessen der Agenten nicht übereinstimmen, dass diese also im Wettstreit um die Durchsetzung der eigenen Interessen stehen“.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz des Schulerfolgs von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und begründet den Fokus auf bildungserfolgreiche Fälle statt nur auf das Scheitern.
2. Theoretische und empirische Grundlagen zur Erklärung des Bildungserfolgs: Dieses Kapitel stellt das theoretische Gerüst durch Pierre Bourdieus Kapitaltheorie vor und bettet dies in die empirische Evidenz der PISA-Studien ein.
3. Jugendliche mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem: Hier wird die aktuelle Situation, der Selektionscharakter des Schulsystems sowie Unterschiede in Bildungsbeteiligung nach Nationalität und Geschlecht analysiert.
4. Die Einflussnahme der Herkunftsfamilie auf schulischen Geschehnisse: Das Kapitel untersucht die Rolle der Familie als Instanz für Bildungserfolg, insbesondere den Einfluss elterlichen Wissens und deren Mitwirkung an schulischen Entscheidungen.
5. Die Peergroup als eine wichtige Quelle bei der Überbrückung von Hindernissen: Dieses Kapitel analysiert die Funktion der Peergroup als Sozialisationsort, der sowohl als Stütze als auch als Quelle von Konflikten oder Abgrenzungen fungieren kann.
6. Fördernde und erschwerende Erklärungsfaktoren für den Bildungs(miss)erfolg von Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Eine Zusammenführung der Ergebnisse, die sowohl individuelle als auch strukturelle Ursachen für Erfolg und Misserfolg identifiziert.
7. Fazit sowie zukünftige Verbesserungsvorschläge für die schulische Situation der Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Abschließend werden konstruktive Vorschläge zur Optimierung der schulischen Rahmenbedingungen und zur Förderung einer besseren Bildungschancengleichheit abgeleitet.
Schulerfolg, Bildungserfolg, Migrationshintergrund, Bourdieu, Kulturelles Kapital, PISA-Studie, Schulsystem, Selektion, Herkunftsfamilie, Peergroup, Sozialisation, Bildungsbeteiligung, Integration, Chancengleichheit.
Die Diplomarbeit befasst sich mit den Faktoren, die den Schulerfolg von deutschtürkischen Jugendlichen im deutschen Bildungssystem beeinflussen.
Die zentralen Themenfelder sind die Wechselwirkungen zwischen der Familie, der Institution Schule und der Peergroup im Kontext der Bildungskarriere von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Ziel ist es zu analysieren, wie Jugendliche trotz Benachteiligungen im Bildungssystem erfolgreich eine höhere Schullaufbahn absolvieren können und welche Mechanismen diesen Erfolg fördern oder hemmen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung basierend auf Pierre Bourdieus Kapitaltheorie und stützt sich empirisch auf Daten aus PISA-Studien, Mikrozensen und weiteren bildungssoziologischen Untersuchungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der schulischen Selektionsmechanismen, den Einfluss familiärer Erziehungspraktiken und die Rolle der Peergroup als Sozialisationsinstanz.
Wichtige Begriffe sind Schulerfolg, Migrationshintergrund, Kulturelles Kapital, Selektion, Sozialisation und Bildungsgerechtigkeit.
Die Familie ist die primäre Sozialisationsinstanz; ihr Interesse am schulischen Werdegang, ihr Wissen über das Bildungssystem und die Unterstützung bei Schularbeiten sind maßgeblich für den Erfolg des Kindes.
Die Peergroup fungiert als Ort der Selbstentfaltung; ein stabiles soziales Umfeld kann hierbei motivierend wirken, während ein abgrenzendes Milieu den schulischen Fortschritt erschweren kann.
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