Examensarbeit, 1998
79 Seiten, Note: gut
1. Einleitung: Motivation und Zielstellung
2. Vorläufer
2.1 Biographische Anmerkungen
2.1.1 Walther Flex
2.1.2 Edwin Erich Dwinger
2.1.3 Erich Maria Remarque
2.1.4 Ernst von Salomon
2.1.5 „KRIEGSBRIEFE gefallener Studenten“, hrg. von Philipp Witkop
2.2 Vier Romane
2.3 Zusammenfassung des 1.Kapitels
3. Das Menschenbild des Nationalsozialismus
3.1 Vorbemerkungen
3.2. Die nationalsozialistische Weltsicht
3.2.1 Transzendente Vorstellungen im Nationalsozialismus
3.2.2 Der Nationalsozialismus als Religion
3.2.3 Schilderungen Hitlers und seiner Gefolgschaft
3.3 Folgen
3.3.1 ‘Der Jude’ in der LTI
3.3.2 Krieg und LTI
4. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Menschenbild, das sich im Sprachgebrauch der Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 widerspiegelt, indem sie die ideologischen Wurzeln und die propagandistische Rhetorik anhand von literarischen Werken der Vorzeit und nationalsozialistischer Schriften analysiert.
1. Einleitung: Motivation und Zielstellung
Nimmt man Medien aus den Jahren 1933 bis 1945 zur Hand, fallen bestimmte Merkmale wiederholt auf, so z.B. am Titel des heute noch bekanntesten Presseerzeugnisses der Nationalsozialisten: „Völkischer Beobachter. Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands“, herausgegeben durch den Zentralverlag der NSDAP. An diesen wenigen Wörtern lassen sich bereits Hinweise auf die Weltanschauung und Sprache des Nationalsozialismus erkennen: - An erster Stelle steht „völkisch“. Dieser eröffnende Terminus indiziert den für diese Ideologie fundamentalen Rassengedanken. - Der folgende Begriff „Kampfblatt“ unterstreicht die Bedeutung militaristischen Gedankengutes im Weltbild des deutschen Faschismus. Eventuell läßt sich auch der Ausdruck „Beobachter“ hier einordnen, wenn man dabei das Bild des im ersten Weltkrieges noch üblichen Ballonbeobachters oder des Beobachters im Kampfflugzeug vor Augen hat. - Der „Zentralverlag“, nicht Parteiverlag oder Verlag der NSDAP, kann als Beleg für das zentralistische Denken gelten: An der Spitze steht stets eine Zentrale, ein Führer und kein Gremium.
Im folgenden soll der Versuch unternommen werden, sich dem auch nach mehr als 50 Jahren aktuellen Themenkomplex ‘Nationalsozialismus’ anhand des damals üblichen Sprachgebrauchs zu nähern. Für wesentliche Merkmale des Sprachstils liefert das einführende Beispiel Belege: Militarismus („Kampfblatt“), Rassismus („völkisch“) und Führergedanke („Zentralverlag“).
1. Einleitung: Motivation und Zielstellung: Das Kapitel führt in die sprachliche Analyse der nationalsozialistischen Propaganda ein und legt die methodische Vorgehensweise anhand von Kernbegriffen fest.
2. Vorläufer: Hier werden zentrale literarische Werke der Zeit vor 1933 analysiert, um aufzuzeigen, welche Vorbilder und Denkstrukturen die Nationalsozialisten später für ihre eigene Ideologie und Sprache adaptierten.
3. Das Menschenbild des Nationalsozialismus: Dieses Kapitel detailliert die spezifische nationalsozialistische Weltsicht, die den Menschen als Teil eines nach Rasse und Blut determinierten Volkskörpers begreift.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die ideologischen Differenzen und die Radikalisierung des Sprachgebrauchs im Nationalsozialismus hervorgehoben werden.
Nationalsozialismus, LTI, Sprachgebrauch, Menschenbild, Rasse, Antisemitismus, Kriegserlebnis, Propaganda, Faschismus, Volksgemeinschaft, Soldatentum, Weltanschauung.
Die Arbeit analysiert, wie sich das Menschenbild der Nationalsozialisten in ihrer Sprache manifestierte und welche ideologischen Vorläufer es bereits vor 1933 gab.
Im Fokus stehen die Verbindung von Militarismus, Rassismus und Führerprinzip sowie die religiös anmutende Überhöhung politischer Begriffe im Nationalsozialismus.
Ziel ist es, den Erfolg und den spezifischen Wortschatz der NS-Propaganda zu erklären, indem der Rückgriff auf bereits bestehende, militärisch-nationale Denkmuster offengelegt wird.
Der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche und linguistische Analyse, um den Sprachgebrauch in Romanen, Kriegsbriefen und NS-Propagandatexten zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Vorläufertexten zur Identifikation von Denkmodi und die tiefgehende Analyse der nationalsozialistischen Weltsicht, einschließlich religiöser Züge und der Rolle des Antisemitismus.
Wesentliche Begriffe sind Rasse, Blut, Kampf, Führer, Frontgemeinschaft und die Instrumentalisierung von Sprache als Machtmittel.
Während Flex den Krieg ästhetisiert und als religiös überhöhtes Erlebnis darstellt, konterkariert Remarque diese Romantik durch eine authentische, von Entbehrung und Zerstörung geprägte Schilderung.
Hitler wird als „Gefreiter des Weltkrieges“ und als Erlöserfigur inszeniert, um eine direkte Identifikationsmöglichkeit für den einfachen Soldaten zu schaffen und ihn als absolute Instanz zu etablieren.
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