Examensarbeit, 2006
59 Seiten, Note: 2,0
0 Vorwort
1 Einleitung und Problemstellung
1.1. Begründung der Themenwahl
1.2. Problemstellung
2 Analyse
2.1 Aus HSK wird HSU
2.2. „Unser eigenes Thema“
2.3 Bedeutung des Heimat- und Sachunterrichts
3. Methode
4. Synthese
4.1. Zahlen und Fakten
4.1.1. Allgemeiner Fragebogenteil
4.1.2. Roter Fragebogenteil
4.1.3 Blauer Fragebogenteil
4.2. Interpretation aufgetretener Zusammenhänge
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Lehrkräfte an bayerischen Grundschulen den Themenbereich „Unser eigenes Thema“ im Fach Heimat- und Sachunterricht des Lehrplans 2000 in der Praxis umsetzen, welche Einstellungen dazu existieren und welche Faktoren eine Verwirklichung beeinflussen.
2.2. „Unser eigenes Thema“
Das Herzstück des Lehrplans für das hiesige Fach besteht in allen vier Jahrgangsstufen aus je einer Tabelle, welche sich in Sach- und Kindorientierung teilt. So erstreckt sich waagerecht die Sachorientierung, die in sieben Lernfelder untergliedert ist. Senkrecht teilt sich die Kindorientierung in 7, beziehungsweise in den Jahrgansstufen 3 und 4 in 8 Themenbereiche auf. Das Novum des Lehrplans 2000 im Heimat- und Sachunterricht befindet sich in allen vier Jahrgangsstufen an erster Stelle der Themenbereiche mit der Bezeichnung „Unser eigenes Thema“. Dies wird in der Kreuztabelle des Lehrplans wie folgt beschrieben: „Das klasseneigene verbindlich umzusetzende Thema soll gewährleisten, dass neben den nachfolgenden Themen aus der Lebenswirklichkeit der Kinder zukunftsoffen weitere, aus den aktuellen Interessen der Schüler erwachsende Inhalte in den Unterricht einbezogen werden. Diese Inhalte sind in eine Sequenz einzubinden bei der Schwerpunkte innerhalb der einzelnen Lernfelder gewählt sowie sach- und fachgemäße Arbeitsweisen berücksichtigt werden.“ Es handelt sich hierbei also keineswegs um einen oft als ‚Narrenfreiheit‘ missverstandenen Zusatz, dessen Thema absolut unabhängig von jeglichem Kontext zu wählen möglich sei und welcher keine Angaben über Arbeitsweisen oder zeitliche Umsetzung beinhaltet.
Vielmehr ist dieser Themenbereich eine Innovation und gibt Lehrkräften die Möglichkeit, „[...] ein Thema aus der aktuellen oder besonderen Interessenlage der Schüler mehrperspektivisch zu erschließen.“ Der Lehrplan enthält sehr wohl auch bestimmte Vorgaben zum Umgang mit dieser neuen ‚Freiheit‘. Die Lehrkraft sollte das ‚eigene Thema‘, wie alle anderen Themenbereiche auch, in konkrete Unterrichtsinhalte gliedern, diese nach Zugänglichkeit, Bedeutsamkeit und Ergiebigkeit überprüfen und auswählen, und die Inhalte zudem fachlichen Perspektiven zuordnen. Ob das ‚eigene Thema‘ einer Vertiefung oder Weiterführung eines anderen Lehrplanpunktes entspricht oder ob es lehrplanunabhängig gewählt wird, bleibt dem Unterrichtskontext beziehungsweise den Schülerinteressen überlassen. So empfiehlt der Lehrplan „[...] Schülerideen aufzugreifen, kreative Lernwege zu gehen und – auch fächerübergreifend – Vorhaben durchzuführen.“
0 Vorwort: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch die Diskussion um den Lehrplan 2000 und dankt den unterstützenden Personen und Lehrkräften.
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz des „eigenen Themas“ als Innovation und definiert die Forschungsfragen bezüglich der praktischen Umsetzung.
2 Analyse: Hier wird die historische Entwicklung des Faches Heimat- und Sachunterricht sowie die didaktische Bedeutung des Themenbereichs „Unser eigenes Thema“ aufgearbeitet.
3. Methode: Der Abschnitt beschreibt das gewählte Forschungsdesign, die Erstellung des Fragebogens und den Ablauf der empirischen Befragung.
4. Synthese: Die Kapitel 4.1 und 4.2 präsentieren die erhobenen Daten, die statistische Auswertung sowie die Interpretation der Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Variablen.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Diese abschließenden Seiten fassen die Hauptergebnisse zusammen und geben Impulse für weiterführende Studien.
Heimat- und Sachunterricht, Lehrplan 2000, Grundschule, eigenes Thema, Unterrichtsplanung, Kindorientierung, Sachorientierung, Lehrer-Einstellungen, empirische Sozialforschung, Projektunterricht, Sozialstruktur, Unterrichtspraxis, Lehrplanumfang, bayerische Grundschulen, Schulentwicklung.
Die Arbeit untersucht die Akzeptanz und Umsetzung des im Lehrplan 2000 für die bayerische Grundschule neu eingeführten Themenbereichs „Unser eigenes Thema“ im Fach Heimat- und Sachunterricht.
Im Zentrum stehen die Einstellungen der Lehrkräfte, die praktische Umsetzung in den Jahrgangsstufen 1 und 2, sowie der Einfluss von Faktoren wie Alter, Dienstzeit, Schulstandort und Sozialstruktur.
Das Hauptziel besteht darin herauszufinden, ob das „eigene Thema“ in der Praxis tatsächlich genutzt wird, welche Umstände die Entscheidung für oder gegen eine Verwirklichung beeinflussen und welche Themengebiete von den Lehrkräften gewählt werden.
Die Untersuchung basiert auf einer empirischen Befragung mittels Fragebögen, die an Lehrkräfte in Nürnberg und den Bezirken Roth und Emskirchen ausgegeben wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Lehrplanentwicklung, eine detaillierte Auswertung der Fragebogendaten (unterteilt in einen roten Teil für Umsetzer und einen blauen Teil für Nicht-Umsetzer) sowie eine Interpretation der gefundenen Korrelationen.
Wichtige Begriffe sind Heimat- und Sachunterricht, Lehrplan 2000, Kindorientierung, eigenes Thema und empirische Sozialforschung.
Die Auswertung zeigt, dass die Mehrheit der Lehrkräfte das breite thematische Spektrum und die Fülle des Lehrplans als Hauptgrund für die Nicht-Umsetzung angibt.
Ja, die Studie zeigt, dass Lehrkräfte zwischen 30 und 49 Jahren das „eigene Thema“ am häufigsten erfolgreich verwirklichen, während bei jüngeren und älteren Lehrkräften andere Faktoren oder mangelnde Erfahrung eine Rolle spielen können.
Entgegen einiger Vermutungen zeigt die Studie, dass Lehrkräfte selbst an Schulen mit schwierigerer Sozialstruktur die Bedingungen für eine Umsetzung des „eigenen Themas“ meist nicht als hinderlich empfinden.
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