Diplomarbeit, 2005
78 Seiten, Note: 1.0
1 Vorwort
2 Einleitung
2.1 Problemstellung und Zielsetzung
2.2 Literaturüberblick
2.3 Aufbau und Vorgehensweise
3 Krankenhaussozialarbeit und ihre Ursprünge
3.1 Berlin, die Geburtsstätte der Krankenhausfürsorge
3.2 Mehrdimensionalität fürsorgerischen Handelns
3.2.1 Patientenwohl
3.2.2 Ökonomie
3.3 Deutsche Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus
3.4 Fremdbestimmung und Instrumentalisierung im Nationalsozialismus
3.5 Selbstbestimmung und Emanzipation in der Nachkriegszeit
3.5.1 Neugründung der Deutschen Vereinigung für den Sozialdienst im Krankenhaus
3.5.2 Von der Krankenhausfürsorge zur Krankenhaussozialarbeit
3.5.3 Gesetzliche Verankerung
4 Krankenhaussozialarbeit in der Gegenwart – ökonomische Wirklichkeit und sozialer Anspruch
4.1 Wirklichkeit: Ökonomie
4.1.1 Einführung der Fallpauschalen (DRG’s)
4.1.2 Auswirkungen
4.1.3 Ökonomische Anforderungen: Entlassungsmanagement / Verweildauerverkürzung
4.2 Anspruch: Patientenwohl
4.2.1 Patientenzentrierter Ansatz – Ganzheitlichkeit
4.2.2 Psychosoziale Beratung
5 Krankenhaussozialarbeit zwischen Selbst- und Fremdverständnis
5.1 Selbstbild – Berufsidentität und professionelles Selbstverständnis
5.2 Berufsethische Grundsätze
5.3 Handlungsmaxime
5.3.1 Respektierung und Achtung der Menschenwürde
5.3.2 Anwaltsfunktion
5.4 Sozialarbeiterisches Rollenverständnis in der Praxis
5.5 Fremdbild – Erwartungen an die Krankenhaussozialarbeit
5.5.1 Gesetzlicher Auftrag in der Institution Krankenhaus
5.5.2 Sozialarbeiterisches Rollenverständnis aus Sicht der Ärzte und des Pflege-personals
5.5.3 Sozialarbeiterisches Rollenverständnis aus Sicht der Patienten
5.6 Ansätze zur Vereinbarkeit von Selbst- und Fremdverständnis / Ethik und Ökonomie
5.6.1 Ansatz: Interdisziplinäre Zusammenarbeit
5.6.2 Ansatz: Koordiniertes Entlassungsmanagement
5.6.3 Ansatz: Sozialvisite
5.7 Möglichkeiten und Grenzen dieser Ansätze
6 Krankenhaussozialarbeit unter permanentem Selbstdarstellungsdruck
6.1 Berufliche Positionsbestimmung
6.2 Transparenz durch Öffentlichkeitsarbeit
6.3 Unabdingbarkeit
7 Zusammenfassung
8 Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht den Konflikt der Krankenhaussozialarbeit zwischen ihrem berufsethischen Selbstverständnis (Patientenzentriertheit und psychosoziale Beratung) und den ökonomischen Anforderungen (Effizienz durch Entlassungsmanagement und Verweildauerverkürzung). Ziel ist es zu erörtern, ob die Profession unter dem Druck der zunehmenden Ökonomisierung im Krankenhaus ihre humanistischen Ansprüche wahren und gleichzeitig zur Wirtschaftlichkeit der Einrichtung beitragen kann.
3.1 Berlin, die Geburtsstätte der Krankenhausfürsorge
Die Sozialarbeit im Krankenhaus gehört zu den ältesten Arbeitsfeldern Sozialer Arbeit. Ihre Anfänge reichen in Deutschland bis ans Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Zu dieser Zeit begannen die Mitarbeiterinnen der 1893 in Berlin gegründeten „Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit“ erste ehrenamtliche fürsorgerische Arbeit in Krankenhäusern zu leisten.
1895/96 besuchten sie erstmals die Kranken in der Berliner Charité.
Wenige Jahre später, um 1902, gingen etwa 25 Frauen regelmäßig in die Berliner Krankenhäuser und betreuten die Patienten und deren Angehörige.
Im Jahre 1908 wurde von Alice Salomon, welche 1899 die Leitung der Mädchen- und Frauengruppen übernahm, die erste Soziale Frauenschule in Deutschland, in Schöneberg, gegründet. Die in der Sozialen Krankenhausfürsorge ehrenamtlich arbeitenden Mädchen und Frauen erhielten dadurch „fachliche Unterweisungen“, um ihre „selbstgestellte Aufgabe“ zufriedenstellend bewältigen zu können.
1 Vorwort: Die Autorin begründet ihre Motivation für das Thema basierend auf ihren Praxiserfahrungen in einem Akutkrankenhaus und erläutert den Fokus auf den Konflikt zwischen Ethik und Ökonomie.
2 Einleitung: Hier werden die Problemstellung, der Literaturüberblick sowie der methodische Aufbau der Arbeit dargelegt und die Forschungsfrage definiert.
3 Krankenhaussozialarbeit und ihre Ursprünge: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der ehrenamtlichen Krankenhausfürsorge bis zur professionellen Sozialarbeit nach und beleuchtet Einflüsse von der NS-Zeit bis zur Nachkriegszeit.
4 Krankenhaussozialarbeit in der Gegenwart – ökonomische Wirklichkeit und sozialer Anspruch: Analyse der aktuellen ökonomischen Lage, insbesondere durch die Einführung der DRG-Fallpauschalen, und deren Auswirkungen auf die soziale Beratung und das Entlassungsmanagement.
5 Krankenhaussozialarbeit zwischen Selbst- und Fremdverständnis: Diskussion des professionellen Selbstbildes, berufsethischer Grundsätze und des Rollenverständnisses aus Sicht von Ärzten, Pflegepersonal und Patienten.
6 Krankenhaussozialarbeit unter permanentem Selbstdarstellungsdruck: Dieses Kapitel widmet sich der Notwendigkeit einer klaren beruflichen Positionierung und Öffentlichkeitsarbeit, um die Unabdingbarkeit des Fachdienstes zu verdeutlichen.
7 Zusammenfassung: Synthese der Kernergebnisse zur Vereinbarkeit von patientenzentrierten Ansprüchen und ökonomischer Effizienz.
8 Schlussfolgerungen: Ausblick auf Handlungsstrategien, wie Sozialarbeiter ihre fachliche Identität in der Institution behaupten und Ethik mit Ökonomie in Einklang bringen können.
Krankenhaussozialarbeit, Soziale Arbeit, Krankenhaus, Ökonomisierung, DRG, Fallpauschalen, Entlassungsmanagement, Patientenwohl, Berufsethik, Psychosoziale Beratung, Patientenorientierung, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Sozialvisite, Gesundheitswesen, Professionalisierung.
Die Arbeit analysiert den Berufsalltag von Krankenhaussozialarbeitern, die sich in einem permanenten Spannungsfeld zwischen ihren ethischen Grundprinzipien (der Patient steht im Mittelpunkt) und den zunehmenden ökonomischen Sachzwängen des Klinikbetriebs befinden.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Krankenhaussozialarbeit, der Einfluss von Fallpauschalensystemen (DRG), die Rollenfindung im interdisziplinären Team sowie die Bedeutung professioneller Selbstdarstellung.
Ziel ist es zu klären, wie Sozialarbeit im modernen Krankenhaus ihre patientenzentrierte Beratungsfunktion bewahren kann, ohne die ökonomischen Notwendigkeiten der Einrichtung völlig zu ignorieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Aufarbeitung historischer Dokumente sowie der Reflexion von Standards und Richtlinien des Fachverbandes (DVSG) im Kontext aktueller gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung, die Darstellung der aktuellen ökonomischen Realität, die Analyse des Selbst- und Fremdverständnisses der Profession sowie Lösungsansätze zur Verbesserung der interdisziplinären Kooperation.
Die wichtigsten Begriffe sind: Krankenhaussozialarbeit, Ökonomisierung, Entlassungsmanagement, psychosoziale Beratung, Patientenwohl und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Das DRG-System (Fallpauschalen) erhöht den Druck auf die Kliniken, die Verweildauer von Patienten zu verkürzen. Dies führt dazu, dass Sozialarbeiter unter Zeitdruck agieren müssen, wodurch ihre Beratungsleistung oft auf ein reines Entlassungsmanagement reduziert wird.
Da viele andere Berufsgruppen (Ärzte, Pflege) den Sozialdienst vorrangig als „Verwaltungsfachkraft“ zur Entlassungsorganisation wahrnehmen, müssen Sozialarbeiter ihre psychosoziale Expertise aktiv kommunizieren, um nicht durch rein ökonomisch getriebene Verwaltungsaufgaben ersetzt zu werden.
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