Examensarbeit, 2006
107 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die „Historia von D. Johann Fausten“
2.1. Die Zeit des historischen und literarischen Faust
2.2. Der literarische Faust
2.2.1. Inhalt der „Historia von D. Johann Fausten“
2.2.2. Die „Historia“ als literarisches Werk
2.2.3. Die „Historia“ und ihre konfessionelle Tendenz
2.2.4. Wirkung auf die Zeitgenossen
2.3. Der historische Faust
2.3.1. Die Person
2.3.2. Wirkung auf die Zeitgenossen
3. Die Naturmagie der frühen Neuzeit
4. Die Wissenschaftliche Revolution der Frühen Neuzeit
4.1. Die Wissenschaft des Mittelalters
4.2. Die Wissenschaft der Frühen Neuzeit
4.2.1. Wissenschaftliche Methode
4.2.2. Astrologie/Astronomie
4.2.3. Alchemie und Medizin
4.3. Das neue Weltbild
5. Christentum und Wissenschaft der frühen Neuzeit
6. Fazit
7. Literatur
Quellen:
Aufsätze:
Monographien:
Die Arbeit untersucht, inwieweit die „Historia von D. Johann Fausten“ als eine christliche Warnschrift gegen die aufkommenden Wissenschaften der Frühen Neuzeit interpretiert werden kann. Dabei wird analysiert, ob die Figur des Faust als Symbol für den modernen Menschen dient, der sich in den Tiefen wissenschaftlicher Erkenntnis zu verlieren droht und damit in Konflikt mit dem christlichen Weltbild gerät.
2.1. Die Zeit des historischen und literarischen Faust
Die Zeit des historischen Faust und seiner literarischen Rezeption in der „Historia von D. Johann Fausten“ war eine Zeit radikaler Umwälzungen in allen Bereichen der Gesellschaft. Umreißt man den für diese Darstellung erforderlichen Zeitrahmen von der Geburt des historischen Faust (ca. 1480) und der Veröffentlichung der „Historia“ (1587), kommt man ungefähr auf einen Zeitraum von 100 Jahren. Um ein Gefühl für diese Zeit zu entwickeln soll ein kurzer Überblick über diese Zeit gegeben werden. Da es sich bei dem Folgenden gewissermaßen um „Allgemeinwissen“ handelt, habe ich i.d.R. auf Quellenangaben verzichtet.
Im Jahre 1492 entdeckte Kolumbus die Neue Welt und legte den Grundstein für die Kolonisierung Amerikas und die Expansion der europäischen Kultur weit über die Grenzen Europas hinaus. Diese historische Leistung wäre zu diesem Zeitpunkt aber wohl nicht möglich gewesen, wäre es nicht zuvor zu einer geistigen Bewegung, wie der Renaissance, gekommen.
Die Bewegung der Renaissance griff zurück auf Kunst und Kultur der Antike und verdrängte das mittelalterliche Denken aus vielen Bereichen des gesellschaftlichen, künstlerischen und wissenschaftlichen Lebens. Einher mit der Renaissance ging der Humanismus. Diese Geistesströmung der frühen Neuzeit setzte sich zum Ziel, die antiken Autoren und deren Schriften, die während des Mittelalters verschollen, oder nur in schlecht übersetzten Fassungen vorhanden waren, „wiederzuentdecken“. Die Neubeschaffung und Neuübersetzung antiker Werke führte wiederum zu neuen und teils revolutionären Ansichten in den Wissenschaften.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Relevanz des Faust-Stoffes ein und thematisiert das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Erkenntnisdrang und religiösen Weltbildern.
2. Die „Historia von D. Johann Fausten“: Dieses Kapitel analysiert das Werk selbst, beleuchtet die Person des historischen Faust und bewertet die konfessionelle Tendenz sowie die Wirkung auf Zeitgenossen.
3. Die Naturmagie der frühen Neuzeit: Hier wird die Rolle der Magie als Universalwissenschaft oder -kunst erläutert, die damals alle Bereiche wie Astrologie und Medizin umfasste.
4. Die Wissenschaftliche Revolution der Frühen Neuzeit: Der ausführlichste Teil der Arbeit behandelt den radikalen Wandel des Weltbildes, getrieben durch neue wissenschaftliche Entdeckungen und Methoden.
5. Christentum und Wissenschaft der frühen Neuzeit: Dieses Kapitel stellt die Fronten zwischen den Kirchen und der aufkommenden Wissenschaft gegenüber und untersucht Konfliktfaktoren.
6. Fazit: Das Fazit rekapituliert die Ergebnisse und beantwortet die zentrale Frage der Arbeit hinsichtlich der Deutung der „Historia“ als Warnschrift.
Historia von D. Johann Fausten, Faust, Frühe Neuzeit, Wissenschaftliche Revolution, Christentum, Magie, Naturwissenschaft, Religion, Reformation, Weltbild, Geozentrismus, Heliozentrismus, Inquisition, Index, Erkenntnisdrang.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Wissenschaft und Christentum in der Frühen Neuzeit anhand des Volksbuches „Historia von D. Johann Fausten“.
Die zentralen Themen sind der Übergang vom magischen zum wissenschaftlichen Weltbild, die Rolle der Magie sowie die Konflikte zwischen kirchlichen Lehren und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.
Das Ziel ist herauszufinden, ob die „Historia“ als christliche Warnschrift gegen die neuen Wissenschaften der Frühen Neuzeit zu verstehen ist.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse der fachspezifischen Forschungsliteratur sowie einer textnahen Untersuchung der „Historia“ und historischer Dokumente jener Zeit.
Im Hauptteil werden die literarische Gestalt Fausts, die Naturmagie, die wissenschaftliche Revolution (u.a. Kopernikus, Galilei) und die Gegenüberstellung von Christentum und Wissenschaft detailliert analysiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Faust, Historia, Frühe Neuzeit, Wissenschaftliche Revolution, Magie, Christentum, Weltbild und Emanzipation der Wissenschaft.
Die Arbeit zieht Vergleiche zwischen Faust und tatsächlichen historischen Personen der Wissenschaft wie Agrippa von Nettesheim oder Paracelsus, um Faust als Repräsentanten dieser turbulenten Zeit einzuordnen.
Der Buchdruck war entscheidend, da er die „Historia“ in gedruckter Form für ein breites Publikum verfügbar machte, was wiederum die kritische Reaktion der Kirche und die Indizierung des Werkes provozierte.
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