Magisterarbeit, 2004
96 Seiten, Note: 1,3
1 Thematische Einführung
2 Hauptrolle: Alte(r). Die Darstellung des Alters im fiktionalen Film
2.1 Forschungsmethodik und Analysematerial
2.1.1 Die interdisziplinäre Kontexterschließung
2.1.2 Filmauswahl zum Thema Alter
2.2 Filmische Inszenierungen des Alter(n)s
2.2.1 Erzählerfiguren, Erinnerungen und Erfahrungen: life review
2.2.2 Inszenierung des Sterbensbewusstseins
2.2.3 Alte Menschen als Sex(anti)symbole
2.2.4 Konfliktbeziehungen und -situationen
2.2.5 Rebellion gegen Homogenität und Stereotypisierung
3 Ausgangsbasis Alte(r) und Film: Interdisziplinäre Ageing Studies
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine filmwissenschaftliche Grundlage für die Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex "Alter im Film" zu schaffen. Dabei wird untersucht, ob Kinofilme – im Gegensatz zu den oft stereotypen Darstellungen im Fernsehen – eine differenzierte und facettenreiche Inszenierung alternder Protagonisten ermöglichen und welche Konfliktlösungen auf der fiktionalen Ebene angeboten werden.
2.2.1 Erzählerfiguren, Erinnerungen und Erfahrungen: life review
"Die Uhr tickt, Bob. Und ich werde nur älter." (Clint Eastwood in SPACE COWBOYS)
Ein des Öfteren genutztes narratives Element ist der Erzähler bzw. die Erzählerin, der/die meistens auch Hauptfigur des Films ist. Durch dieses Element erhalten die Zuschauer Einblick in die innerste Gedankenwelt des Protagonisten bzw. der Protagonistin. So können Dinge ausgesprochen und benannt werden, wie es innerhalb der Handlung oft nur schwer möglich ist. Denn Personen und ihr Verhalten, auch das eigene, erfahren durch diesen Vorgang eine Bewertung. Eine rückblickende und damit auch wertende Sicht auf das eigene Leben wird in der Gerontopsychologie mit dem Begriff life review bezeichnet. Daher fasse ich auch alle Elemente, die eine subjektive Aussage über die eigene Vergangenheit beinhalten unter diesen Punkt. Dazu zählen insbesondere die Verarbeitung von Lebensentscheidungen im Hinblick auf die gesamte Lebensbilanz. Hierfür ist aber nicht immer eine Erzählerfigur notwendig. Solche Wertungen schlagen sich nicht nur in inneren Monologen sondern auch oft in Erinnerungen, Handlungsweisen und ganzen Charakterzügen nieder. In der Regel werden sie einfach von den Protagonisten als Selbstreflexion oder Erfahrungswissen verbalisiert.
1 Thematische Einführung: Dieses Kapitel verortet das Thema Alter in der gesellschaftlichen Debatte und kritisiert das bisherige Fehlen einer tiefgehenden filmwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Darstellung des Alterns im fiktionalen Film.
2 Hauptrolle: Alte(r). Die Darstellung des Alters im fiktionalen Film: Das Hauptkapitel bildet das Zentrum der Arbeit, in dem durch qualitative Inhaltsanalyse an 24 Filmen verschiedene Inszenierungsweisen wie Lebensbilanz, Sterbensbewusstsein, Sexualität und Generationenkonflikte differenziert analysiert werden.
3 Ausgangsbasis Alte(r) und Film: Interdisziplinäre Ageing Studies: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für die Etablierung interdisziplinärer "Ageing Studies", um das bisherige Forschungsdefizit nachhaltig zu beheben.
Alter, Altern, Filmwissenschaft, Qualitative Inhaltsanalyse, Ageing Studies, Stereotypisierung, Life Review, Sterbensbewusstsein, Generationenkonflikt, Kinofilm, Lebensbilanz, Medienrepräsentation, Altersbild, Identität, Selbstbestimmung
Die Arbeit untersucht die Darstellung von alten Menschen und dem Prozess des Alterns in fiktionalen Kinofilmen unter Berücksichtigung verschiedener thematischer Facetten.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die fünf Komplexe: Lebensbilanz (life review), Sterbensbewusstsein, Sexualität im Alter, Generationenkonflikte sowie den Bruch mit stereotypen Altersbildern.
Es soll nachgewiesen werden, dass das Medium Film alte Menschen deutlich differenzierter und individueller darstellt, als es oft in der allgemeinen medienwissenschaftlichen Diskussion über mediale Altersbilder angenommen wird.
Der Autor nutzt die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse, um 24 ausgewählte fiktionale Langspielfilme hinsichtlich ihrer Altersdarstellung zu untersuchen.
Im Hauptteil werden fünf thematische Kategorien definiert und anhand von Filmbeispielen analysiert, wobei gezeigt wird, wie Filme zur Identitätsbildung und zur Kompensation von Verlusten im Alter beitragen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Altersstereotype, Interdisziplinarität, Kinofilm, Selbstbestimmung, Lebensbilanz und die Forderung nach "Ageing Studies".
Der Autor stellt fest, dass Filme – im Gegensatz zu vielen Fernsehproduktionen – weniger pauschalisiert sind und bei entsprechender filmischer Fokussierung eher eine dreidimensionale Charakterisierung der alten Protagonisten zulassen.
Der Tod wird nicht nur als Ereignis, sondern als bewusste Inszenierung des "Sterbensbewusstseins" analysiert, die oft eng mit der persönlichen Lebensbilanz und der Akzeptanz der eigenen Endlichkeit verknüpft ist.
Der Begriff dient als Vorschlag für eine notwendige interdisziplinäre Forschungsrichtung, die Filmwissenschaft, Psychologie und Soziologie vereint, um die bisher isolierte Betrachtung des Alters in den Medien zu überwinden.
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