Examensarbeit, 2004
132 Seiten, Note: 1,0
1. Die Mensch-Tier-Beziehung von der Vorzeit zur Neuzeit
1.1 Die Entstehung der Haustierhaltung
1.2 Mögliche Ursachen für die Entstehung einer affektiven Beziehung zwischen Mensch und Tier
1.2.1 Tiere als Nahrungslieferanten
1.2.2 Die Biophilie-Hypothese
1.2.3 Die Bindungstheorie John Bowlbys
1.2.4 Tiere als soziale Unterstützung des Menschen
1.2.5 Das „Kindchenschema“ nach Konrad Lorenz
1.3 Der Bedeutungswandel des Tieres innerhalb der Mensch-Tier-Beziehung
1.3.1 Bedeutung des Tieres in Jäger- und Sammlerkulturen der Vorzeit
1.3.2 Bedeutung des Tieres in der Antike
1.3.3 Bedeutung des Tieres im Mittelalter
1.3.4 Bedeutung des Tieres in der Aufklärung
1.3.5 Bedeutung des Tieres in westlichen Industriegesellschaften der Neuzeit
2. Heimtiere innerhalb des Familienverbundes
2.1 Tiere als Familienmitglieder
2.1.1 Du-Evidenz
2.1.2 Der Einfluss der Namensgebung
2.1.3 Verschiedene Rollen des Heimtieres
2.1.4 Kommunikation mit und über das Heimtier
2.1.5 Heimtiere in den verschiedenen Stufen des familiären Lebenszyklus
2.1.6 Herausforderungen im Umgang mit Heimtieren
2.1.7 Der Verlust eines Heimtieres und der Einfluss auf die Familie
3. Einflussmöglichkeiten von Heimtieren auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
3.1 Veränderte Kindheit und daraus resultierende Risikofaktoren für die weitere Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
3.1.1 Erwartungen von Kindern und Eltern gegenüber Tieren
3.1.2 Besonders geeignete Tiere für Kinder
3.2 Zuordnung der Bedeutung von Tieren auf verschiedene Stadien der kindlichen Entwicklung
3.2.1 Das Kleinkind
3.2.2 Das Kind im Grundschulalter
3.2.3 Vorpubertät und Pubertät
3.3 Allgemeine Effekte von Heimtieren auf die Erziehung von Kindern und Jugendlichen
3.3.1 Förderung sozialer Fähigkeiten und gefühlvoller Beziehungen
3.3.2 Förderung der Empathiefähigkeit
3.3.3 Förderung des Verantwortungsgefühls
3.3.4 Förderung nonverbaler Fähigkeiten
3.3.5 Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen
4. Tiergestützte Pädagogik in der Schule
4.1 Studie des IEMT zum Thema Hunde in der Schule
4.1.1 Genaue Erhebungen
4.1.2 Methodik
4.1.3 Ergebnisse
4.1.4 Internationale Anerkennung
4.2 „Schule mit Jule“: Langzeitbeobachtung einer Hauptschulklasse an der Ernst Leitz-Schule in Sulzburg
4.2.1 Charakterliche Vorrausetzungen eines „Schulhundes“
4.2.2 Einhaltung von selbst aufgestellten Regeln durch die Schüler
4.3 Schulbesuchsdienste
4.3.1 Projekt „Helfer auf vier Pfoten“
4.3.2 Initiative des Vereins „Hunde helfen Menschen e. V.“
5. Tiere in der Therapie von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen
5.1 Begriffsklärung tiergestützte Therapie
5.2 Historische Beispiele für den Einsatz von Tieren im therapeutischen Kontext
5.2.1 York Retreat
5.2.2 Heilanstalt Bethel
5.2.3 Convalescent Hospital
5.3 Das Aufkommen wissenschaftlicher Grundlagen
5.3.1 Die “Pet-oriented Child Psychotherapy” Boris M. Levinsons
5.3.2 Die „Mugford und M´Comisky Trial Placement-Studie“ über den psychotherapeutischen Wert von Ziervögeln für ältere Menschen
5.3.3 Studie von Friedmann, Katcher, Lynch und Thomas über die höheren Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt durch Heimtiere
5.4 Forschungsstand heute: Therapeutische Wirkfaktoren aus der Mensch-Tier Beziehung
5.4.1 Theoretische Erklärungsansätze
5.4.2 Eisbrecher
5.4.3 Soziales Schmiermittel und sozialer Katalysator
5.4.4 Kognitiver Katalysator
5.5 Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen
5.5.1 Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörungen
5.5.1.1 Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen
5.5.1.2 Kinder mit Deprivationserscheinungen
5.5.1.3 Verwahrloste Kinder
5.5.1.4 Autistische Kinder
5.5.2 Adoptiv- und Pflegekinder
5.5.3 Scheidungskinder
5.5.4 Sexuell missbrauchte Kinder
5.5.5 Kinder mit sensorischen Wahrnehmungsstörungen
5.5.6 Kinder mit Sprechstörungen
5.5.7 Kinder in stationärer Behandlung
5.6. Formen der tiergestützten Therapie
5.6.1 Therapeutisches Reiten
5.6.1.1 Hippotherapie
5.6.1.2 Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
5.6.1.3 Reiten als Sport für Behinderte
5.6.1.4 Wichtige zu beachtende Aspekte
5.6.2 Die Delfintherapie
5.6.2.1 Ziel des Forschungsprojektes und Zielgruppe
5.6.2.2 Therapie-Bausteine
5.6.2.3 Forschungshypothesen
5.6.2.4 Forschungsmethoden
5.6.2.5 Kritische Aspekte der Delfintherapie
5.6.3 Kostenübernahme seitens der gesetzlichen Krankenkassen
6. Grenzen im Umgang mit Tieren
6.1 Hygiene im Umgang mit Heim- und Therapietieren
6.2 Zoonosen
6.2.1 Parasiten
6.2.1.1 Toxoplasmose
6.2.1.2 Wurminfektionen
6.2.1.3 Flöhe und Zecken
6.2.2 Bakterien
6.2.3 Virale Infektionen
6.2.4 Pilzinfektionen
6.3 Allergien und Verschlechterung von allergischen Zuständen wie Asthma
6.4 Missbrauch von Tieren durch Kinder
6.4.1 Definition von Tiermissbrauch
6.4.2 Mögliche Ursachen für Tiermissbrauch durch Kinder
7. Nachwort
Die Arbeit untersucht den historischen Wandel der Mensch-Tier-Beziehung und analysiert, welchen Einfluss Heimtiere auf die psychosoziale Entwicklung, Erziehung und Therapie von Kindern und Jugendlichen haben. Sie beleuchtet dabei sowohl die positiven präventiven Potenziale als auch die Grenzen und Risiken im Umgang mit Tieren.
Die Entstehung der Haustierhaltung
Die Beziehung zwischen Menschen und Tieren in der heutigen Form beruht auf dem gemeinsamen Zusammenleben in Folge der Domestikation*. Die Geschichte einer Vielzahl von Haustieren nahm somit ihren Anfang in der Steinzeit, als der Mensch seine nomadisierende Lebensweise als Jäger und Sammler langsam aufgab und allmählich zur sesshafteren Lebensform des Ackerbaus überging. Durch die Sesshaftwerdung wurde der Mensch gezwungen, Tiere zu halten, um nicht mehr allein von seinem Jagdglück abhängig zu sein. Die Domestikation des Hundes erfolgte bereits in der Altsteinzeit, aber man weiß bis heute nicht genau, ob sein Nutzen als Wach-, Hüte- oder Jagdhund bzw. seine Gefährtenschaft der eigentliche Grund seiner Domestikation war. Ackerbau, Domestikation und die Kultivierung von Pflanzen vollzogen sich schließlich parallel mit der Entstehung der Viehzucht.
Einzelne Tiere wildlebender Arten, wie zum Beispiel Auerochse, Wildschaf, Bankivahuhn und Wolf wurden vom Menschen eingefangen, gezähmt und schließlich mehr oder weniger planmäßig gezüchtet. Über Jahrtausende hinweg veränderten sie damit das Aussehen und Verhalten der Wildformen nach ihren Vorstellungen bis hin zu der Erscheinungsform unserer heutigen Haustiere: Hausrind, Hausschaf, Huhn, Hund.
1. Die Mensch-Tier-Beziehung von der Vorzeit zur Neuzeit: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Beziehung zwischen Mensch und Tier nach, von der frühen Domestikation bis zu den Paradoxien in modernen Industriegesellschaften.
2. Heimtiere innerhalb des Familienverbundes: Hier werden die Faktoren untersucht, die dazu führen, dass Heimtiere als Familienmitglieder wahrgenommen werden, sowie deren Rollen und Herausforderungen innerhalb des Familiengefüges.
3. Einflussmöglichkeiten von Heimtieren auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel analysiert, wie Heimtiere in verschiedenen kindlichen Entwicklungsphasen soziale Kompetenzen wie Empathie und Verantwortungsgefühl fördern können.
4. Tiergestützte Pädagogik in der Schule: Anhand von Studien und Langzeitbeobachtungen wird gezeigt, wie Hunde den Schulalltag bereichern und soziale Integrationsprozesse unterstützen können.
5. Tiere in der Therapie von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen: Dieses Kapitel erläutert den Einsatz von Tieren als Co-Therapeuten bei verschiedenen Verhaltensstörungen und Behinderungen sowie die Problematiken bei der Finanzierung durch Krankenkassen.
6. Grenzen im Umgang mit Tieren: Hier werden notwendige hygienische Vorsichtsmaßnahmen thematisiert sowie das ernste Problem des Tiermissbrauchs durch Kinder und dessen Zusammenhang mit Gewalt gegenüber Menschen untersucht.
Mensch-Tier-Beziehung, Domestikation, Heimtiere, Kindesentwicklung, Tiergestützte Pädagogik, Therapie, Empathie, Verhaltensstörungen, Autismus, Tiermissbrauch, Bindungstheorie, Biophilie-Hypothese, Sozialverhalten, Zoonosen, Familienleben
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Tieren für die menschliche Entwicklung, insbesondere in Bezug auf die Interaktion zwischen Kindern, Jugendlichen und Tieren in pädagogischen und therapeutischen Settings.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Domestikation, die Rolle von Heimtieren im Familienalltag, den Einsatz von Hunden in der Schule, tiergestützte Therapieformen sowie Hygiene- und Risikofragen.
Ziel ist es, den Einfluss von Tieren auf das gesunde Aufwachsen von Kindern zu untersuchen und aufzuzeigen, wie Tiere als unterstützende Elemente in der Erziehung und Therapie fungieren können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener psychologischer, pädagogischer und historischer Studien, ergänzt durch Fallbeispiele und Experteninterviews mit Einrichtungen im Raum Nürnberg.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entwicklungspsychologie, die Förderung sozialer Fähigkeiten in der Schule sowie spezifische Therapieansätze für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, wie Autismus oder Verhaltensauffälligkeiten.
Wichtige Begriffe sind Mensch-Tier-Beziehung, tiergestützte Therapie, soziale Kompetenz, Bindungsaufbau und die präventive Rolle von Heimtieren.
Die Autorin stellt die Delfintherapie differenziert dar, beleuchtet sowohl die positiven Erwartungen in der Entwicklungsförderung als auch die ethischen Bedenken und die wissenschaftliche Kritik an deren Exklusivität und hohen Kosten.
Die Arbeit identifiziert Tiermissbrauch bei Kindern als Warnsignal für eine gestörte Entwicklung und weist darauf hin, dass dies oft ein Indikator für ein schwieriges familiäres Umfeld oder einen Kreislauf von Gewalt sein kann, der präventive Intervention erfordert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

