Examensarbeit, 2002
45 Seiten, Note: 1,3
0. Einleitung
2. Theoretische und theologische Aspekte interreligiösen Lernens
2.1. Religionen
2.2. Gesellschaft im Wandel – vom konfessionellen Milieu zur pluralistischen Gesellschaft
2.3. Das Missionsverständnis der katholischen Kirche im Verhältnis zum interreligiösen Dialog
2.4. Die Stellung der katholischen Kirche zum interreligiösen Lernen nach dem 2. Vatikanischen Konzil
2.5. Leitlinien interreligiösen Lernens
2.6. Interreligiöser Dialog als neuer Zugang zur eigenen Religion
3. Praktische Durchführung
3.1. Vorüberlegungen, Rahmen und Planung des Workshops
3.1.1. Entstehungsgeschichte des Workshops
3.1.2. Planungselemente
3.1.3. Geplante Vorgehensweise
3.2. Rechtliche Bestimmungen zur Durchführung von Unterrichtsgängen
3.3. Zusammensetzung der Gruppe (Bedingungsfeld)
3.4. Durchführung der Exkursionen
3.4.1. Besuch der Bilal-Moschee am Aachener Westbahnhof
3.4.2. Besuch des Aachener Doms
3.4.3. Besuch des Zentrums für tibetischen Buddhismus in Aachen
3.5. Nachbereitung und interreligiöser Dialog
3.5.1. Reflexion des Besuchs in der Moschee
3.5.2. Reflexion der Domführung
3.5.3. Reflexion des Besuchs im buddhistischen Zentrum
3.6. Interreligiöser Dialog Islam – Christentum
3.7. Vorbereitung und Gestaltung der Präsentation
3.8. Präsentation im „Zelt der Religionen“
4. Reflexion des Workshops
4.1. Grenzen interreligiöser Erziehung
4.2. Chancen der interreligiösen Erziehung
4.3. Reflexion unter Berücksichtigung theoretischer Aspekte
5. Zusammenfassung und abschließende Betrachtung
7. Anlagen
7.1. Einladung und Einverständniserklärung der Eltern
7.2. Zeitplan
7.3. Einladung zum Besuch der Ausstellung
7.4. Ausstellungswand Hinduismus und hinduistischer Tempel
7.5. Ausstellungswand Islam und Bilal-Moschee
7.6. Ausstellungswand Buddhismus und buddhistisches Zentrum
7.7. Ausstellungswand Judentum und Synagoge
7.8. Ausstellungswand Christentum und Aachener Dom
Die Arbeit dokumentiert die Planung, Durchführung und Reflexion eines interreligiösen Schulprojekts, das darauf abzielte, Schülern der GHS Stolberg durch Begegnungen und intensiven Dialog ein tieferes Verständnis für die eigene und fremde Religionen zu vermitteln und so Toleranz zu fördern.
3.4.3. Besuch des Zentrums für tibetischen Buddhismus in Aachen
Anders als der Islam und das Christentum bot der Buddhismus für die Schüler kaum Berührungspunkte und war ihnen in seinen Inhalten und seiner Ausübung nicht bekannt. Da die Zeit für eine ausgiebige Vorbesprechung nicht ausgereicht hatte, gingen die Schüler unvoreingenommen zu diesem Besuch. Zwar hatte das den Vorteil, dass es kaum Vorurteile und vorgefertigte Meinungen zum Buddhismus gab, der Nachteil bestand jedoch darin, dass die Schüler nicht wussten, auf was sie sich einließen. Somit wurden sie von der Andersartigkeit dieser Religion zunächst überrascht.
Das buddhistische Zentrum bietet den wenigen Buddhisten, die in Aachen und Umgebung leben, Gelegenheit, sich zu treffen, gemeinsam zu meditieren und an Seminaren teilzunehmen. Die Einrichtung des Meditationsraums, der von außen kaum erkennbar in einem einfachen Mehrfamilienhaus an einer größeren Straße in Aachen untergebracht ist, unterscheidet sich auffallend von den Gotteshäusern der beiden bereits besuchten großen Buchreligionen, was den Schülern zwar zunächst fremd erschien, dann aber durchaus ihre Neugierde weckte.
Zunächst wurden wir von Frau T., einer deutschen buddhistischen Nonne begrüßt. Sie forderte uns auf, die Schuhe auszuziehen, was die Schüler bereits aus dem Gebetsraum der Moschee kannten, führte uns in den bunt geschmückten Meditationsraum und legte ihr Nonnengewand an. Ihr leiser, ruhiger Tonfall imponierte den Schülern. Die Tatsache, nicht auf Stühlen sondern auf Kissen zu sitzen, war für die christlichen Schüler, die Kirchen eher als kalte Gebäude mit Steinfußboden, harten Bänken und Kniebänken kennen, eine Erfahrung, die sie für weitere Informationen öffnete. Auch die muslimischen Schüler, die durch die etwas wohnlichere Einrichtung der Moschee eher Parallelen ziehen konnten, waren zunächst durch die bunte, unruhige Ausstattung verwirrt. Es war festzustellen, dass die Schüler Schwierigkeiten hatten, sich auf etwas Neues einzulassen und dazu neigten, Unbekanntes und Ungewohntes aus Unsicherheit ins Lächerliche zu ziehen.
0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den multikulturellen Kontext der Schule und definiert das Ziel des Projekts, durch einen „Religionen-Workshop“ Anstöße zur interreligiösen Toleranz zu geben.
2. Theoretische und theologische Aspekte interreligiösen Lernens: Das Kapitel erläutert die theologischen Grundlagen und die Haltung der katholischen Kirche zum interreligiösen Dialog nach dem 2. Vatikanischen Konzil.
3. Praktische Durchführung: Dieser Teil dokumentiert die detaillierte Planung, die Exkursionen zu Moschee, Dom und buddhistischem Zentrum sowie die Vorbereitung der Ausstellung.
4. Reflexion des Workshops: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Erfahrungen aus dem Workshop, unterteilt in Chancen und Grenzen interreligiöser Erziehung.
5. Zusammenfassung und abschließende Betrachtung: Das Fazit zieht eine Bilanz des Projekts und betont die Bedeutung der Vorbereitung und der Exemplarität bei interreligiösen Lernprozessen.
Interreligiöser Dialog, Religionsunterricht, Hauptschule, interreligiöses Lernen, Projektarbeit, interreligiöse Erziehung, Islam, Christentum, Buddhismus, Judentum, Exkursionen, Toleranz, religiöse Identität, Multikulturalität.
Die Arbeit behandelt die Planung, Durchführung und Reflexion eines interreligiösen Workshops im Rahmen von Projekttagen an einer Hauptschule, um die religiöse Dimension in einem multikulturellen Schulumfeld anzusprechen.
Im Zentrum stehen das interreligiöse Lernen, die theoretischen Hintergründe des Dialogs der Weltreligionen sowie die praktische Umsetzung von Exkursionen und einer Ausstellungspräsentation.
Ziel war es, die Schüler zum Nachdenken über die eigene und andere Religionen anzuregen und durch das Kennenlernen von Hintergründen sowie Riten Toleranz gegenüber Andersgläubigen zu fördern.
Die Arbeit ist als schriftliche Hausarbeit konzipiert, die Theorie und Praxis verbindet. Sie nutzt explorative Ansätze durch Exkursionen, Teilnehmerbeobachtungen und eine anschließende reflexive Auswertung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des interreligiösen Lernens und die detaillierte Darstellung der praktischen Workshop-Durchführung, inklusive der Vorbereitung und der Reflexion der Besuche bei verschiedenen Religionsgemeinschaften.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Interreligiöser Dialog, Schulpraxis, religiöse Vielfalt, Toleranz und Reflexion charakterisiert.
Da der Buddhismus den Schülern inhaltlich vollkommen unbekannt war und die Schüler Schwierigkeiten hatten, sich auf eine rein geistige, gottlose Form der Spiritualität einzulassen, führten Unsicherheit und mangelnde Vorerfahrung zu Distanzierungstendenzen.
Der Austausch mit anderen Religionen dient als Spiegel; durch den Vergleich mit fremden Glaubensüberzeugungen werden die Schüler motiviert, sich intensiver mit der eigenen Religiosität und Identität zu beschäftigen.
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