Examensarbeit, 2006
115 Seiten, Note: 1,7
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
2. Identität und Raum
2.1 Theoretische Konzepte von Identität
2.1.1 Fremdansicht und Eigenvorstellung
2.1.2 Personale Identitätsbildung in sozialen Umwelten eines Gesellschaftssystems
2.1.3 Formen der Identität: kollektive Identitäten
2.1.3.1 Konstruktion kollektiver Identitäten
2.1.3.2 Räumliche Ebenen kollektiver Identität
2.1.4 Kulturelle und ethnische Identität
2.2 Raum
2.2.1 Ebenen von Räumlichkeitssinn
2.2.2 Grundlagen und Ausdruck von Ortssinn als identitätsformendes Element
2.3 Raum und Identität im Diskurs von Migrationsprozessen
2.4 (Nicht-)Identifikation
2.5 Repräsentationsformen von Identität im Raum
2.6 Die Stadt als Ort von Identitätskonstruktion
3. Megastädte und Fragmentierung
3.1 Megastädte – städtische Phänomene des neuen Jahrtausends
3.1.1 Definition des Begriffs „Megastadt“
3.1.2 Die Entwicklung von Megastädten weltweit
3.1.3 Die Entwicklungsdynamik der Megastädte
3.1.4 Megastädte der Ersten und Dritten Welt
3.1.5 Die physiognomische Struktur von Megastädten
3.2 Megastädte im Zeitalter der Globalisierung
3.2.1 Definition des Begriffs „Globalisierung“
3.2.3 Der Begriff „Global City“ in Abgrenzung zum Begriff „Weltstadt“
3.3 Fragmentierung als geographischer Stadtentwicklungsprozess am Beispiel von Los Angeles
4. Los Angeles
4.1 Los Angeles heute – Zahlen und Fakten
4.2 Gründung der Siedlung und Entwicklung bis 1850
4.3 Die Entwicklung der Siedlung, des Transportwesens und der Wirtschaft (1850 bis 1930)
4.4 Die Entwicklung zu einer Megastadt
5. Demographische Entwicklungen in den USA im Zuge von Wanderungsbewegungen
5.1 Internationale Einwanderungswellen in der amerikanischen Geschichte
5.2 Einwanderung nach 1965 (Die 4. Welle der jüngeren Immigrationsgeschichte)
5.2.1 Nationale demographische Komposition
5.2.2 Einwanderungsbewegungen nach und Binnenwanderungen aus Kalifornien
5.2.3 Einwanderungsbewegungen in Los Angeles und demographische Komposition
6. Ethnische Identitäten und Identifikationsräume in Los Angeles
6.1 Identität von Chinese-Americans
6.1.1 Die frühe Einwanderungsgeschichte als Grundlage der Identitätsformung chinesischer Einwanderer in die USA (1850 – 1965)
6.1.2 Der chinesische ethnoburb von Monterey Park
6.2 Crews und Gangs: Territorien als Identifikationsraum von Gruppen der youth culture
6.3 Zusammenfassende Betrachtung
7. Fazit: Los Angeles, ein Mosaik ethnischer Identitäten
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Identitätskonstruktionsprozesse ethnischer Bevölkerungsgruppen in der fragmentierten Megastadt Los Angeles. Im Fokus steht dabei die Frage, wie Individuen und Kollektive inmitten ökonomischer Globalisierung und demographischer Diversifizierung Räume der Identifikation schaffen und durch welche sozialen sowie symbolischen Repräsentationen diese Identitäten verortet und behauptet werden.
2.1.1 Fremdansicht und Eigenvorstellung
Die Konstruktion von Identität ist nicht nur ein nach innen gerichteter Prozess, sondern definiert sich auch nach außen hin. Für die Identität einer Person und Gemeinschaft gibt es eine Vielzahl von konstitutiven Momenten: neben der besonderen Beziehung zu einer bestimmten Stadt, einer Landschaft oder einem Land und der spezifischen Lebensgeschichte und den damit verbundenen Erfahrungen sind es das Bewusstsein ihrer sozialen Stellung und der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe; es sind ihre Hoffnungen und Erwartungen an das Leben und ihre Umwelt und ihre Neigung zu und ihr Ausdruck einer bestimmten Lebensart und die Verbundenheit mit einer bestimmten Lebensform. In diesem sozialen Geflecht von Gesellschaft entsteht das komplexe Bewusstsein des eigenen Selbst mit dem von der Gesellschaft geformten („Me“) und dem individuellen („I“) Persönlichkeitsanteil.
Identität ist ein Konzept, welches sich aus Fremdansicht und Eigenvorstellungen ergibt. Beide Formen der Ansicht führen zu einem Selbstverständnis, das sich nach MEAD für das Individuum aus der Interaktion mit der konkreten Bezugsperson, dem „signifikant Anderen“, und mit der Gesellschaft, dem „verallgemeinerten Anderen“, entsteht (THOMAS 1992: 297f.). Dieser Identifikationsprozess ist mit einem emotionalen Prozess verbunden, welchen RUTHERFORD wie folgt beschreibt: „the centre expels its anxieties, contradictions and irrationalities onto the subordinate terms [the Other], filling it with the antithesis of its own identity; the Other, in its very alienness, simply mirrors and represents what is deeply familiar to the centre, but projected outside of itself.” (1990: 22). Als Ergebnis des Prozesses aus dem Wechselspiel von Fremdzuschreibungen und Eigendefinitionen wird bei der Identitätskonstruktion entschieden, welche zugeschriebenen Attribute hervorgehoben oder abgeschwächt werden. DÜRR verweist insbesondere auf die Relevanz des Fremdbilds, welches das soziale Rollenverständnis einer Gemeinschaft und die Repräsentationen ihrer Eigensicht prägen, um das Fremdbild zu korrigieren oder zu relativieren. „Durch die Kontrastierung von Eigensicht und Fremdsicht offenbart sich die Dynamik, die der Konstruktion von Identität innewohnt (2002: 330).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Identitätsfrage im Kontext von Globalisierung ein und positioniert Los Angeles als eine ethnisch diversifizierte und dynamische Megastadt.
2. Identität und Raum: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Identitätskonstruktion und analysiert die Wechselwirkung zwischen persönlichen Identitäten, kollektiven Gruppenidentitäten und deren räumlicher Verortung.
3. Megastädte und Fragmentierung: Hier wird der theoretische Rahmen für Megastädte unter globalen Bedingungen gesetzt und der Prozess der urbanen Fragmentierung als zentrales Phänomen identifiziert.
4. Los Angeles: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von Los Angeles von der Gründung bis zur modernen Megastadt nach und beleuchtet die wirtschaftlichen und sozialen Wachstumstreiber.
5. Demographische Entwicklungen in den USA im Zuge von Wanderungsbewegungen: Diese Analyse widmet sich den US-amerikanischen Einwanderungswellen seit dem 19. Jahrhundert und dem demographischen Wandel hin zu einer multikulturellen Gesellschaft ohne ethnische Mehrheit.
6. Ethnische Identitäten und Identifikationsräume in Los Angeles: Dieses Kapitel untersucht am Beispiel von Chinese-Americans, Filipino-American Jugendszenen und Gangs in Boyle Heights, wie Identität konkret in städtischen Fragmenten konstruiert wird.
7. Fazit: Los Angeles, ein Mosaik ethnischer Identitäten: Die abschließende Betrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass in einer fragmentierten Megastadt die ethnische Gemeinschaft primär als Identifikationsraum dient und das Leitbild des Schmelztiegels weitgehend widerlegt wurde.
Identität, Raumidentität, Globalisierung, Megastadt, Los Angeles, Fragmentierung, Ethnische Identität, Ethnoburb, Immigration, Akkulturation, Jugendkultur, Gangs, Soziale Segregation, Kontinuität, Projektidentität
Die Arbeit untersucht, wie ethnische Gruppen in der Megastadt Los Angeles Identität konstruieren und welche Rolle räumliche Faktoren sowie Fragmentierungsprozesse dabei spielen.
Zu den zentralen Feldern zählen theoretische Identitätskonzepte, Stadtentwicklung im Zeitalter der Globalisierung, Migrationsgeschichte der USA und spezifische ethnische Identifikationsmuster in Los Angeles.
Ziel ist es zu verstehen, wie unter Bedingungen der gesellschaftlichen Fragmentierung und Globalisierung neue Identifikationsräume entstehen und wie sich ethnische Kollektive ihre Position in einer komplexen Stadtstruktur behaupten.
Die Autorin/der Autor verbindet theoretische sozialwissenschaftliche Modelle (Identitäts- und Systemtheorien) mit empirischen stadtgeographischen Daten und Einzelfallanalysen spezifischer ethnisch geprägter Stadtviertel.
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Megastädten und Global Cities, die demographische Transformation durch Einwanderung sowie die konkrete Identitätsbildung bei chinesischen Gemeinschaften und Jugendgruppen wie Gangs.
Zentrale Begriffe sind Identitätskonstruktion, fragmentierte Stadt, Ethnoburbs, soziale Segregation und das Wechselspiel von Migration und Raumaneignung.
Statt in einem klassischen Schmelztiegel (melting pot) zu assimilieren, behalten Gruppen in Ethnoburbs wie Monterey Park ihre kulturellen Traditionen bei und nutzen den Raum ökonomisch und politisch, um eine eigenständige, oft transnationale Identität zu pflegen.
Der Begriff beschreibt, dass die Stadt weniger als einheitliches Zentrum, sondern als ein komplexes, teils segregiertes Netz verschiedener Stadtfragmente, privater Wohnsiedlungen und ethnischer Enklaven existiert, in denen ökonomische und soziale Gegensätze unmittelbar aufeinandertreffen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

