Diplomarbeit, 2007
93 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Ablauf der Untersuchung
2. Grundlagen
2.1. Aufgaben der verschiedenen Jahresabschlussarten
2.1.1. HGB
2.1.2. IAS/ IFRS
2.1.3. Vergleich der Aufgaben nach HGB und IAS/ IFRS
2.2. Zentrale Bilanzierungsgrundsätze nach deutschem Steuerrecht und IAS/ IFRS
2.2.1. Periodisierungsgrundsätze
2.2.1.1. Vorsichtsprinzip/ prudence
2.2.1.2. Realisationsprinzip/ matching principle
2.2.1.3. Imparitätsprinzip
2.2.2. Objektivierungsgrundsätze
2.2.2.1. Einzelbewertungsgrundsatz
2.2.2.2. Saldierungsverbot
2.3. Maßgeblichkeitsprinzip
2.4. Begriff des Derivats
3. Vergleich von Bewertungseinheiten nach deutschem Steuerrecht und IAS/ IFRS
3.1. Vergleich von Umfang und Art des Hedge-Accountings
3.1.1. Umfang des Hedge-Accountings
3.1.1.1. Mikro-Hedge
3.1.1.2. Makro-Hedge
3.1.1.3. Portfolio-Hedge
3.1.1.4. Zwischenfazit
3.1.2. Art des abzusichernden Risikos
3.1.2.1. Fair-Value-Hedge
3.1.2.2. Cashflow-Hedge
3.1.2.3. Hedge of a net investment in a foreign operation
3.1.2.4. Zwischenfazit
3.2. Vergleich der Voraussetzungen für Hedging
3.2.1. Anforderungen an das Grundgeschäft
3.2.2. Anforderungen an das Sicherungsgeschäft
3.2.3. Dokumentation
3.2.4. Effektivität und Wirksamkeit
3.2.5. Sonstige Voraussetzungen
3.2.6. Zwischenfazit
3.3. Vergleich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
3.3.1. Methoden nach deutschem Steuerrecht
3.3.1.1. Festbewertung
3.3.1.2. Eingeschränkte Marktbewertung
3.3.2. Methoden nach IAS 39
3.3.2.1. Marktbewertung
3.3.2.2. Abgrenzungsmethode
3.3.3. Vergleich der Methoden
3.4. Bewertungseinheiten nach § 5 Abs. 1a EStG und nach IAS 39
3.4.1. Zweck und Begründung nach § 5 Abs. 1a EStG
3.4.2. Beurteilung der gesetzlichen Regelung von § 5 Abs. 1a EStG
3.4.2.1. Probleme der gesetzlichen Umsetzung
3.4.2.2. Maßgeblichkeit der Handelsbilanz
3.4.2.3. Steuerliche Probleme
3.4.3. Zweck und Hintergründe von IAS 39
3.4.4. Beurteilung der Umsetzung von IAS 39
4. Bewertungseinheiten vor dem Hintergrund der Zukunft der Maßgeblichkeit
4.1. Internationalisierungstendenzen des Handelsrecht
4.1.1. Europaweite Harmonisierung des Handelsrecht
4.1.2. Common Consolidated Corporate Tax Basis
4.1.3. HGB auf dem Prüfstand – Zukunft der Maßgeblichkeit
4.2. Probleme bei Maßgeblichkeit der IAS/IFRS
4.2.1. Verfassungsrechtliche, gesellschaftsrechtliche und sonstige Bedenken
4.2.2. Systematische Bedenken
4.2.3. Problematik der Durchbrechung der Maßgeblichkeit
4.2.4. Zwischenfazit
4.3. Eigenständiges steuerliches Gewinnermittlungsrecht
4.3.1. Anforderungen an ein losgelöstes Steuerbilanzrecht
4.3.1.1. Rechtsstaatsprinzip
4.3.1.2. Grundsatz der eigentumsschonenden Besteuerung
4.3.1.3. Gleichmäßigkeit der Besteuerung
4.3.2. Mögliche Ausgestaltung des Hedge-Accounting in einem losgelösten Steuerbilanzrecht
4.3.2.1. Kriterien zur Bildung von Bewertungseinheiten
4.3.2.2. Bewertungsmethode
4.3.2.2.1. Definition und Ermittlung des Fair-Values
4.3.2.2.2. Kritik am Fair-Value
4.3.2.2.3. Lösungsansatz
4.3.2.2.4. Verbleibendes Problem: Besteuerung unrealisierter Gewinne
5. Kritische Würdigung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede bei der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften (Hedge-Accounting) nach HGB und IAS/IFRS, bewertet die steuerliche Neuregelung gemäß § 5 Abs. 1a EStG vor dem Hintergrund der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz und diskutiert die Ausgestaltung eines eigenständigen Steuerbilanzrechts.
3.1.1.1. Mikro-Hedge
Ein Mikro-Hedge ist die Absicherung einer einzelnen, genau definierten Bilanzposition gegen das Risiko von Marktwert- bzw. Zahlungsstromänderungen. Ziel der Absicherung ist es, die Risiken auszuschalten oder zumindest zu verringern. Die Absicherung erfolgt durch die Verknüpfung des Grundgeschäftes mit einem Sicherungsgeschäft, das in Bezug auf die Chancen und Risiken kongruent ist, aber eine genau entgegengesetzte Wertentwicklung aufweist. Ferner muss eine Betrags- und Fristenkongruenz vorliegen. Die Bildung von Mikro-Hedges ist nach deutschem Handelsrecht zulässig und geboten und wird als allgemeingültiger Grundsatz ordnungsgemäßer Buchführung angesehen.
IAS 39 orientiert sich ebenfalls stark an der Verknüpfung von einem einzelnen Grundgeschäft mit einem einzelnen Sicherungsgeschäft. Diese Art der Absicherung gegen Risiken stößt in der Praxis aber schnell an ihre Grenzen, da dort Risiken nicht mehr einzeln, sondern i. d. R. in aggregierter Form abgesichert werden, z. B. durch Makro- oder Portfolio-Hedges. Zudem sind diese Arten von Absicherungen kostengünstiger und die Anwendungsvoraussetzungen weniger restriktiv.
Die Definition des Begriffs „Mikro-Hedge“ ist zwischen HGB und IAS etwa deckungsgleich. So sind die Voraussetzungen im Kern nahezu identisch bzw. es bestehen keine unüberbrückbaren Widersprüche. Unterschiede bestehen lediglich bei den Bewertungsmethoden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Sicherungsgeschäften ein, definiert die Forschungsfragen und erläutert den Ablauf der Untersuchung.
2. Grundlagen: Hier werden die Aufgaben verschiedener Jahresabschlussarten, zentrale Bilanzierungsgrundsätze sowie der Begriff des Derivats im HGB- und IFRS-Kontext erläutert.
3. Vergleich von Bewertungseinheiten nach deutschem Steuerrecht und IAS/ IFRS: Dieses Kapitel vergleicht den Umfang, die Voraussetzungen und die Bilanzierungsmethoden für Sicherungsbeziehungen zwischen HGB und IAS 39.
4. Bewertungseinheiten vor dem Hintergrund der Zukunft der Maßgeblichkeit: Die Analyse konzentriert sich auf die Internationalisierungstendenzen des Handelsrechts, die Problematik der Maßgeblichkeit und Anforderungen an ein zukünftiges Steuerbilanzrecht.
5. Kritische Würdigung der Ergebnisse: Dieses abschließende Kapitel beantwortet die eingangs gestellten Fragen zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften und zur steuerlichen Handhabung.
Bewertungseinheiten, Hedge-Accounting, Maßgeblichkeitsprinzip, HGB, IAS 39, Fair-Value, Einzelbewertungsgrundsatz, Sicherungsgeschäft, Grundgeschäft, Steuerbilanz, IFRS, Derivate, Rechnungslegung, Gewinnermittlungsrecht, Periodisierung
Die Arbeit analysiert die Unterschiede in der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach HGB und IAS/IFRS sowie deren steuerliche Auswirkungen im Kontext des § 5 Abs. 1a EStG.
Die zentralen Themen sind das Hedge-Accounting, die Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz, Bewertungsmethoden (Fair-Value vs. Anschaffungskosten) und die Harmonisierung der Rechnungslegung.
Das Ziel ist die Beantwortung der Fragen nach Unterschieden zwischen HGB und IAS, der Bewertung der Neuregelung in § 5 Abs. 1a EStG und der Ausgestaltung eines eigenständigen, zukünftigen Steuerbilanzrechts.
Die Arbeit nutzt einen rechtsvergleichenden Ansatz zwischen HGB und IAS/IFRS sowie eine kritische Analyse der Literatur und Gesetzesentwürfe.
Im Hauptteil erfolgt ein detaillierter Vergleich der Voraussetzungen, des Umfangs und der Bewertungsmethoden von Bewertungseinheiten sowie die Beurteilung der gesetzlichen Umsetzung des § 5 Abs. 1a EStG.
Wichtige Begriffe sind Bewertungseinheiten, Hedge-Accounting, Maßgeblichkeit, Fair-Value und das Imparitätsprinzip.
Der Autor stuft diese Neuregelung als kritisch ein, da sie durch die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten faktische Wahlrechte schafft und das Gebot der Gleichmäßigkeit der Besteuerung verletzen kann.
Der Autor argumentiert, dass eine umfassende Marktbewertung aller Finanzinstrumente eine mögliche, wenn auch nicht vollkommene Lösung darstellt, um Willkür beim Ansatz von Bewertungseinheiten zu vermeiden.
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