Diplomarbeit, 2006
94 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 DEFINITIONEN
2.1 BEGABUNG
2.2 HOCHBEGABUNG
2.2.1 Probleme
2.2.2 Definitionsvorschläge und Klassifizierung nach LUCITO
2.2.3 Definitionen von Hochbegabung und Underachievement
2.3 UNDERACHIEVEMENT
2.3.1 Definitionen und Merkmale
2.3.2 Konkrete Messgrößen-Vorschläge für Underachievment
2.3.3 Identifikation von Underachievern
3 MODELLE DER HOCHBEGABUNG
3.1 DAS DREI-RINGE-MODELL DER HOCHBEGABUNG NACH RENZULLI
3.1.1 RENZULLIs Modell und Underachievement
3.2 MODELL DER TRIADISCHEN INTERDEPENDENZ NACH MÖNKS
3.2.1 MÖNKS´ Modell und die Erfassung von Underachievern
3.3. DAS KOMPONENTENMODELL DER TALENTENTWICKLUNG VON WIECZERKOWSKI & WAGNER
3.3.1 WIECZERKOWSKI & WAGNERs Modell und Underachievement
3.4 DAS MEHRDIMENSIONALE BEGABUNGSKONZEPT VON URBAN
3.4.1. Berücksichtigung von Underachievement im mehrdimensionalen Begabungskonzept
3.5 DAS DIFFERENZIERTE BEGABUNGS- UND TALENTMODELL VON GAGNÉ
3.5.1 GAGNÉs Konzeption und die Erfassung von Underachievern
3.6 DAS MÜNCHNER (HOCH-)BEGABUNGSMODELL
3.6.1 Das Münchner (Hoch-)Begabungsmodell und Underachievement
4 IDENTIFIKATION BZW. DIAGNOSTIK VON HOCHBEGABUNG
4.1 AUFGABEN UND NOTWENDIGKEIT DER HOCHBEGABUNGSDIAGNOSTIK
4.2 DIAGNOSTISCHE PROBLEME
4.2.1 Fehlertypen und Entscheidungsmodelle bei der Diagnose von Hochbegabung
4.2.2 Das Bandbreite-Fidelitäts-Dilemma
4.2.3 Die Bedeutung der Fehlertypen und Entscheidungsmodelle für die Identifikation von Underachievern
4.2.4 Selektionsgütemaße bei der Diagnose von Hochbegabung
4.3 INFORMATIONSQUELLEN UND MEßMETHODEN
4.3.1 Subjektive Verfahren der Hochbegabungsdiagnostik
4.3.2 Sind subjektive Verfahren zweckmäßige Diagnosemittel?
4.3.3 Objektive Verfahren der Hochbegabungsdiagnostik
4.3.4 Sind objektive Verfahren zweckmäßige Diagnosemittel?
4.4 STUDIEN ZUR IDENTIFIKATION HOCHBEGABTER
4.4.1 Münchner Längsschnittstudie zur Hochbegabung
4.4.2 Das Marburger Hochbegabtenprojekt
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Die Diplomarbeit untersucht Möglichkeiten der Identifikation von Hochbegabten, wobei ein besonderer Fokus auf der Eignung verschiedener Messmethoden und Informationsquellen für die Identifikation von hochbegabten Underachievern liegt.
2.3.1 Definitionen und Merkmale
In der einschlägigen Literatur zum Thema Underachiever stößt man auf eine Vielzahl von Definitionen. MANDEL & MARCUS gehen bei der Definition des Begriffes zunächst auf Achievement ein. Sie finden eine Reihe an Vorschlägen, die alle eines gemeinsam haben. Demnach umfasst Achievement „the notion of energy expended to conquer difficulties, or effort made to overcome obstacles, or of struggle and perseverance to attain a desired goal“ (MANDEL & MARCUS, 1988: 2). Während die Autoren davon sprechen, dass der Begriff Accomplishment in diesem Fall der praktischen Arbeit von Lehrern und Beratern näher stehe als Achievement, findet man in der deutschen Literatur öfter den übersetzten Begriff für Achievement, nämlich Leistung vor. Im Zusammenhang mit Underachievement spricht man daher auch von Minderleistung (HANSES & ROST, 1998: 53).
Eine einfache Definition dieses Phänomens liefern FLAMMER & KELLER. Underachiever sind danach „Schüler, die mehr leisten könnten als sie tatsächlich leisten“ (1982: 1037). Diese Definition folgt der klassischen Auffassung, die eine zeitkonstante Begabung als notwendige Bedingung für schulische Leistung voraussetzt. Begabung wird dabei als objektiv messbar angesehen und die Minderleistung mit nicht intellektuellen Faktoren erklärt (1038). Doch die Frage, die sich m.E. hier stellt, ist die, was man unter mehr Leistung versteht und wie man aktuelle Leistung einschätzt oder wertet? Um Minderleistung messen zu können, muss vorher festgelegt werden, ob man ein relatives oder absolutes Kriterium für Leistung schafft oder diese kombiniert (HANSES & ROST, 1998: 54). PETERS et al. definieren es etwas konkreter, indem sie sagen, dass „the most basic definition of underachievement is a discrepancy between actual achievment and intelligence“ (2000: 609). Sie relativieren diese Aussage, wenn bemerkt wird, dass jede Vorstellung von Underachievement im Kontext der zugrunde gelegten Intelligenztheorie beurteilt werden muss. In diesem Fall nutzen PETERS et al. die logisch-mathematische und verbale Intelligenz nach GARDNER, um Underachiever zu identifizieren (609). Dies sollte jedoch nicht zu dem Schluss führen, dass Leistung alleine durch Intelligenz determiniert wird. HANSES & ROST bemerken, dass ca. 80% der Schulleistungsvarianz nicht durch Intelligenz identifiziert werden kann (1998: 54) Es muss also noch andere Einflussgrößen geben, die Underachievement bedingen.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die Relevanz der Hochbegabungsdiagnostik und legt die Zielsetzung dar, Messmethoden insbesondere hinsichtlich der Identifikation von Underachievern zu hinterfragen.
2 DEFINITIONEN: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Begabung, Hochbegabung und Underachievement und diskutiert die damit verbundenen methodischen Schwierigkeiten.
3 MODELLE DER HOCHBEGABUNG: Hier werden bekannte Modelle der Hochbegabung dargestellt und kritisch auf ihre Fähigkeit hin untersucht, Underachiever zu erfassen.
4 IDENTIFIKATION BZW. DIAGNOSTIK VON HOCHBEGABUNG: Das Kapitel behandelt die Notwendigkeit der Diagnostik, diagnostische Problemfelder wie Fehlertypen und vergleicht subjektive und objektive Verfahren anhand relevanter Studien.
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Die Ergebnisse werden resümiert, und es werden zentrale Kernforderungen für ein systematisches Testsystem sowie zukünftige Forschungsansätze formuliert.
Hochbegabung, Underachievement, Minderleistung, Diagnostik, Identifikation, Intelligenztest, Lehrernominierung, Elternnominierung, Peernomination, Selbstnominierung, Begabungsmodell, Hochbegabtenforschung, Schulleistung, Kreativität, Methodenmix
Die Arbeit untersucht, wie hochbegabte Kinder identifiziert werden können, insbesondere solche, die ihr Potenzial nicht in entsprechende Schulleistungen umsetzen (Underachiever).
Die zentralen Themen sind Definitionen von Hochbegabung, die theoretischen Modelle dazu sowie die Validität und Zweckmäßigkeit diagnostischer Verfahren.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten der Identifikation aufzuzeigen und zu prüfen, ob gängige Methoden geeignet sind, hochbegabte Underachiever zu erkennen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die einen umfassenden Fundus an Literatur aus dem amerikanischen und deutschen Forschungsraum kritisch analysiert und reflektiert.
Der Hauptteil befasst sich mit verschiedenen Modellen der Hochbegabung, diagnostischen Problemen wie Fehlertypen sowie einer detaillierten Analyse subjektiver und objektiver Verfahren.
Die wichtigsten Schlagworte sind Hochbegabung, Underachievement, Diagnostik, Identifikation, Intelligenztest und verschiedene Nominierungsverfahren.
Zensuren sind stark von subjektiven Faktoren und Beurteilungsfehlern beeinflusst und messen eher schulische Anpassung als tatsächliche kognitive Begabung, wodurch sie Underachiever oft übersehen.
Eltern kennen ihre Kinder zwar am besten, neigen aber oft zu subjektiver Über- oder Unterschätzung, weshalb ihr Urteil eher zur Feinabstimmung als zur Massendiagnose geeignet ist.
Es verdeutlicht, dass man bei der Erfassung vieler verschiedener Merkmale (Bandbreite) zwangsläufig an Genauigkeit (Fidelität) verliert, was das Design von Identifikationsprozessen erschwert.
Der Autor plädiert für einen Methodenmix und ein systematisches Testsystem in Schulen, um Underachiever frühzeitig zu erkennen und gezielte Interventionsmöglichkeiten zu schaffen.
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