Diplomarbeit, 2007
117 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
2 Die Entwicklung des Geburtenverhaltens in Westeuropa
2.1 Begriffsbestimmung „Fertilität“ und „Generatives Verhalten“
2.2 Kenn- und Messziffern der Fertilität
2.3 Geburtenentwicklung in Westeuropa
2.3.1 Der Erste Geburtenrückgang
2.3.2 Der Zweite Geburtenrückgang
2.4 Bestimmungsgründe der Geburtenentwicklung in Westeuropa
2.4.1 Bestimmungsgründe des Ersten Geburtenrückgangs
2.4.2 Bestimmungsgründe des Zweiten Geburtenrückgangs
3 Familienpolitik
3.1 Begriffsbestimmung „Familienpolitik“
3.2 Familienpolitische Interventionsformen
3.3 Familienpolitik-Typologien
3.3.1 Familienpolitik-Typologie von Strohmeier
3.3.2 Familienpolitik-Typologie von Gauthier
4 Literaturübersicht: Die Wirkung familien- und bevölkerungspolitischer Maßnahmen auf das Geburtenverhalten
4.1 Demographischer Ansatz der Wirkungsforschung
4.1.1 Arbeiten des demographischen Ansatzes der Wirkungsforschung
4.1.2 Zusammenfassung und Beurteilung der Arbeiten des demographischen Ansatzes der Wirkungsforschung
4.2 Soziologischer Ansatz der Wirkungsforschung
4.2.1 Arbeiten des soziologischen Ansatzes der Wirkungsforschung
4.2.2 Zusammenfassung und Beurteilung der Arbeiten des soziologischen Ansatzes der Wirkungsforschung
4.3 Kritische Betrachtung der Literatur und Schlussfolgerungen für diese Arbeit
5 Vergleich verschiedener Typen von Familienpolitik und ihrer Wirkung auf das Geburtenverhalten
5.1 Verschiedene Typen von Familienpolitik
5.1.1 Familienpolitik-Typologien von Strohmeier und Gauthier
5.1.2 Darstellung der Familienpolitik in den typologisierten Ländern
5.1.2.1 Familienpolitik in Frankreich
5.1.2.1.1 Ökonomische Intervention
5.1.2.1.2 Ökologische Intervention
5.1.2.2 Familienpolitik in Deutschland
5.1.2.2.1 Ökonomische Intervention
5.1.2.2.2 Ökologische Intervention
5.1.2.3 Familienpolitik in Österreich
5.1.2.3.1 Ökonomische Intervention
5.1.2.3.2 Ökologische Intervention
5.1.2.4 Familienpolitik in Dänemark
5.1.2.4.1 Ökonomische Intervention
5.1.2.4.2 Ökologische Intervention
5.1.2.5 Familienpolitik in Schweden
5.1.2.5.1 Ökonomische Intervention
5.1.2.5.2 Ökologische Intervention
5.1.2.6 Familienpolitik in Italien
5.1.2.6.1 Ökonomische Intervention
5.1.2.6.2 Ökologische Intervention
5.1.2.7 Familienpolitik in Irland
5.1.2.7.1 Ökonomische Intervention
5.1.2.7.2 Ökologische Intervention
5.1.3 Neue Familienpolitik-Typologie
5.2 Wirkungsweise von Familienpolitik auf das Geburtenverhalten
5.2.1 Wirkungsmodelle von Strohmeier und Kaufmann et. al.
5.2.2 Neues Wirkungsmodell
5.3 Wirkungshypothesen und Überprüfung
5.3.1 Vergleichende Wirkungshypothesen für verschiedene Familienpolitik-Typen
5.3.2 Überprüfung der vergleichenden Wirkungshypothesen
5.3.3 Ergebnisse der Überprüfung und Schlussfolgerungen
6 Zusammenfassung und Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob die in Westeuropa erkennbaren unterschiedlichen Familienpolitik-Typen eine jeweils differente Wirkung auf das Geburtenverhalten bzw. die Fertilität haben. Dabei wird analysiert, wie diese Wirkungen entstehen und ob Familienpolitik als steuerndes Instrument zur Erhöhung der Geburtenzahlen fungieren kann oder ob andere Faktoren einen stärkeren Einfluss ausüben.
3.1 Begriffsbestimmung „Familienpolitik“
In einer ersten allgemeinen Annäherung kann der Begriff Familienpolitik als ein Bereich politischen Handelns zugunsten der Familie bezeichnet werden.
Der Familie wird in modernen Industriestaaten eine besondere rechtliche und politische Beachtung geschenkt. In den meisten Verfassungen werden Familien ausdrücklich als schützens- und förderungswürdig anerkannt, da sie bestimmte Funktionen in herausragender Weise zu erfüllen vermögen (vgl. Fux 1994:159).
Wingen (1997:19) bezeichnet Familienpolitik als „das bewusste und planvoll ordnende, zielgerichtete und machtgestütze Einwirken von Trägern öffentlicher Verantwortung auf Struktur und Funktionen familialer Lebensgemeinschaften“.
An anderer Stelle schreibt er: „Familienpolitik lässt sich inhaltlich fassen als Schaffung und dauernde Sicherung der Bedingungen für eine optimale Funktionsentfaltung der Familien“ (Wingen 1994:382).
Gerlach (2004:210) versteht unter dem Begriff „die Summe aller Handlungen und Maßnahmen, die im Rahmen einer feststehenden Verfahrens-, Kompetenz- und Rechtfertigungsordnung eines Staates normativ und/ oder funktional begründbar die Situationen von Familien im Hinblick auf eine als wünschenswerte definierte Erfüllung von deren Teilfunktionen hin beeinflussen“.
Und für Lampert und Althammer (2001:335) umfasst die Familienpolitik „die Gesamtheit der Einrichtungen und Maßnahmen, mit denen die Träger der staatlichen Sozial- und Gesellschaftspolitik das Ziel verfolgen, die Familien als eine Institution zu schützen und zu fördern, die für die Gesellschaft unentbehrliche Funktionen erfüllt“.
1 Einleitung: Vorstellung der Problematik des Geburtenrückgangs in Europa und die Relevanz der Familienpolitik als politisches Steuerungsinstrument.
2 Die Entwicklung des Geburtenverhaltens in Westeuropa: Analyse des demographischen Wandels, der Fertilitätskennziffern sowie der Bestimmungsgründe für den Geburtenrückgang.
3 Familienpolitik: Theoretische Definition des Familienbegriffs und der Familienpolitik sowie Vorstellung von Typologien zur Strukturierung staatlicher Maßnahmen.
4 Literaturübersicht: Die Wirkung familien- und bevölkerungspolitischer Maßnahmen auf das Geburtenverhalten: Kritische Gegenüberstellung des demographischen und des soziologischen Ansatzes der Wirkungsforschung.
5 Vergleich verschiedener Typen von Familienpolitik und ihrer Wirkung auf das Geburtenverhalten: Empirischer Vergleich verschiedener Familienpolitik-Typen in Europa anhand eines neuen theoretischen Modells.
6 Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Ableitung von Schlussfolgerungen für eine effektive Familienpolitik, insbesondere in Deutschland.
Familienpolitik, Geburtenverhalten, Fertilität, Demographischer Wandel, Wirkungsforschung, Opportunitätsstruktur, Sozialpolitik, Bevölkerungsentwicklung, Lebensformen, Vereinbarkeit, Erziehungsgeld, Kinderbetreuung, Familienpolitik-Typologie, Generatives Verhalten, Familienlastenausgleich
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen staatlicher Familienpolitik und dem Geburtenverhalten in westeuropäischen Ländern, um zu analysieren, ob politische Maßnahmen die Fertilität messbar beeinflussen können.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Fertilität, die Definition und Typisierung von Familienpolitik sowie die verschiedenen Ansätze der Wirkungsforschung in der Soziologie und Demographie.
Das Ziel ist es, verschiedene Typen von Familienpolitik zu identifizieren und zu vergleichen, um herauszufinden, ob ein bestimmter Typ Familienpolitik die Fertilitätsraten positiver beeinflusst als andere.
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Analyse, die bestehende Modelle (insbesondere von Strohmeier, Kaufmann und Gauthier) vergleicht, in ein neues Modell überführt und anhand von Daten zur Geburtenziffer (TFR) und Kohortenfertilitätsrate (CKR) überprüft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der theoretischen Grundlagen, eine Literaturübersicht über bisherige Wirkungsstudien und den eigenen Ländervergleich von Familienpolitikprofilen (Frankreich, Deutschland, Österreich, Dänemark, Schweden, Italien, Irland).
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Familienpolitik-Typologie, Opportunitätsstruktur, generative Entscheidung, biographische Wahlfreiheit und ökologische/ökonomische Interventionsformen.
Anstatt lediglich Einzelmaßnahmen zu bewerten, legt die Autorin den Fokus auf „Familienpolitikprofile“ (Maßnahmenbündel) und bezieht die Mikroebene der individuellen Lebensentscheidungen verstärkt in das Wirkungsmodell ein.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die deutsche Familienpolitik zu stark auf ökonomische Transfers setzt und der Ausbau öffentlicher Kinderbetreuung (ökologische Intervention) für eine höhere Wahlfreiheit und bessere Vereinbarkeit entscheidender wäre.
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