Magisterarbeit, 2007
101 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Hintergrund
2.1 Der soziokulturelle Kontext: Die Postmoderne
2.2 Der literarische Minimalismus als postmoderne Ausdrucksform
2.3 Tendenzen der norwegischen Gegenwartsliteratur
2.3.1 Literarische Postmoderne in Norwegen
2.3.2 Literarischer Minimalismus in Norwegen
3. Textanalyse
3.1 Methode
3.2 Ingolf Kaspars Modell minimalistischer Schreibweisen
3.3 Naiv. Super.
3.3.1 Inhaltsreferat
3.3.2 Erzählstruktur
3.3.3 Erzählposition
3.3.4 Syntax
3.3.5 Sprachduktus
3.3.6 Inhaltliche Ebene
3.3.7 Thematik: Less is more
3.3.8 Auswertung der minimalistischen Verfahren
3.4 L
3.4.1 Inhaltsreferat
3.4.2 Minimalistische Momente des Textes
3.4.3 Thematik: „Stop making sense“
3.4.4 Auswertung der minimalistischen Verfahren
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Schaffen des norwegischen Autors Erlend Loe, insbesondere seine beiden Romane "Naiv. Super." und "L", unter dem Aspekt des literarischen Minimalismus als Ausdrucksform der Postmoderne. Ziel ist es, zu analysieren, wie Loes spezifische minimalistische Schreibweise zur Bewältigung postmoderner Wirklichkeitserfahrungen beiträgt und warum diese Texte eine so hohe Resonanz beim Lesepublikum finden.
3.3.7 Thematik: Less is more
Betrachtet man die Krise des Ich-Erzählers, die das zentrale Thema von Naiv. Super. darstellt, einmal näher, so wird deutlich, dass sie in einem engen Zusammenhang mit dem Gesamtkontext der Postmoderne steht. Auf seiner Liste der Dinge, die er nicht hat, notiert er unter anderem: „Følelsen av at ting henger sammen og at alt vil gå bra til slutt” (N.S., S. 14). An anderer Stelle heißt es: „Jeg mangler retning. Oversikt“ (N.S., S. 42). Was ihm zu schaffen macht, sind also der Mangel an Einheit und Zielgerichtetheit in seinem Leben. Mithilfe einer Liste über Dinge, die er hat, und Dinge, die er nicht hat, versucht er die einzelnen Elemente, aus denen sein Leben besteht, zahlenmäßig miteinander in Verbindung zu setzen, und eine Art innere Logik herauszuarbeiten, die sie zusammenhält, doch dies misslingt:
Jeg har 11 ting. Jeg mangler 6 ting. […] Jeg lekte med å legge sammen tallene i listene. 11 + 6. Det blir 17. Et ganske stort tall når det gjelder vesentlige ting i et menneskes liv. I noen sekunder var jeg litt stolt. Men det gir ingen mening overhodet. Det er idioti å legge sammen ting man har og ting man ikke har. (N.S., S. 14f)
1. Einleitung: Vorstellung des Autors Erlend Loe, seines Erfolges in Norwegen und Einführung in die Fragestellung zur Postmoderne und zum Minimalismus.
2. Hintergrund: Theoretische Herleitung der Postmoderne sowie des literarischen Minimalismus als postmoderne Ausdrucksform, inklusive der norwegischen Debatte.
3. Textanalyse: Detaillierte Untersuchung von Loes Werken "Naiv. Super." und "L" auf Basis der minimalistischen Schreibweisen, inklusive formaler und inhaltlicher Auswertungen.
4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung von Loes literarischer Praxis und dessen Bedeutung im Kontext der zeitgenössischen norwegischen Literatur.
Erlend Loe, Naiv. Super., L, Postmoderne, Minimalismus, Norweische Gegenwartsliteratur, Erzählstruktur, Sprachduktus, Postmoderne Wirklichkeitserfahrung, Less is more, Literarische Analyse, Minimalistische Schreibweisen.
Die Magisterarbeit untersucht die beiden Romane "Naiv. Super." und "L" von Erlend Loe und analysiert, wie diese Texte den literarischen Minimalismus als Mittel zur Darstellung postmoderner Welterfahrung nutzen.
Die Themen umfassen die Postmoderne als soziokulturelles Klima, den literarischen Minimalismus als Stilrichtung und die spezifischen Entwicklungen in der norwegischen Literatur der 90er Jahre.
Das Ziel ist es, das Phänomen Erlend Loe zu untersuchen, um zu bestimmen, welche Faktoren zu seinem Erfolg beigetragen haben und wie er postmoderne Erfahrungen ästhetisch umsetzt.
Die Arbeit nutzt eine textanalytische Vorgehensweise, wobei insbesondere das Modell von Ingolf Kaspar für minimalistische Schreibweisen als theoretischer Referenzrahmen dient.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Hintergrundteil zur Postmoderne und einen umfassenden Analyseteil, in dem die Erzählstrukturen, die Syntax und der Sprachduktus von Loes Romanen detailliert untersucht werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Postmoderne, Minimalismus, norwegische Gegenwartsliteratur, "Less is more", Erzählstrategien und die Konstruktion von Fiktionswelten.
Die Arbeit diskutiert, wie das Internet und die damit einhergehende Informationsflut als Inspirationsquelle für die zerstückelte, nicht-lineare Erzählstruktur bei Autoren wie Jan Kjærstad und Erlend Loe fungieren.
Der Humor, insbesondere der lakonische Erzählton, wird als ein zentrales Kommunikationsmittel hervorgehoben, das dazu dient, die existenzielle Verzweiflung, die aus postmodernen Zuständen resultiert, zu entschärfen.
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