Diplomarbeit, 2005
145 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Definition und Klassifikation der kindlichen und juvenilen Adipositas
2.1 Klärung und Definition der wichtigsten Begriffe
2.2 Definition der Adipositas im Kindes- und Jugendalter
3 Epidemiologie der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
3.1 Prävalenz der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen weltweit
3.2 Prävalenz der Adipositas im Kindes- und Jugendalter in Deutschland
3.3 Risikofaktoren der kindlichen und juvenilen Adipositas
4 Ätiologie der Adipositas im Kindes- und Jugendalter
4.1 Biologische Faktoren
4.1.1 Genetische Faktoren
4.1.2 Energiebilanz
4.2 Psychosoziale Faktoren
4.2.1 Energieaufnahme durch die Ernährung
4.2.1.1 Werbung und Fast Food
4.2.1.2 Gestörtes Essverhalten und die Rolle der Eltern
4.2.1.3 Persönlichkeitsstruktur adipöser Kinder und Jugendlichen
4.2.2 Energieverbrauch durch körperliche Aktivität
5 Konsequenzen der kindlichen und juvenilen Adipositas
5.1 Medizinische Konsequenzen
5.2 Psychosoziale Konsequenzen
5.2.1 Reaktionen der Umwelt
5.2.2 Eigene Reaktionen
5.2.2.1 Selbstwertgefühl
5.2.2.2 Lebensqualität
5.2.2.3 Psychiatrische Auffälligkeiten
6 Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter
6.1 Grundlagen der Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter
6.2 Relevanz und Ziele der Prävention
6.3 Wirksamkeit der Präventionsmaßnahmen
6.4 Rolle der Eltern
7 Therapie der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
7.1 Indikatoren und Ziele der Adipositas-Therapie
7.2 Therapiebausteine der multimodalen Therapieformen
7.2.1 Ernährungstherapie
7.2.2 Bewegungstherapie
7.2.3 Verhaltenstherapie
7.2.4 Einbeziehung der Eltern in die Adipositastherapie
7.2.5 Adipositas-Schulungen
7.3 Rahmenbedingungen der multimodalen Therapieform
7.4 Wirksamkeit der Adipositas-Therapien
7.5 Beispiele multimodaler Therapien
8 Interventionsmöglichkeiten der Sozialpädagogik
9 Resümee
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist es, präventive und therapeutische Maßnahmen für Kinder und Jugendliche mit Adipositas zu identifizieren, die sowohl biologische als auch psychosoziale Faktoren berücksichtigen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Adipositas effektiv vermieden oder behandelt werden kann, unter besonderer Berücksichtigung der Rolle psychosozialer Einflüsse und der sozialpädagogischen Verantwortung.
4.2.1.1 Werbung und Fast Food
Clara Davis untersuchte im Jahre 1928 Kinder im Alter von sieben bis neun Monaten auf ihre Fähigkeit selbstständig ausgewogene Nahrungsmittel auszuwählen. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Kinder sich selbstständig eine gesunde Kombination aus verschiedenen Lebensmitteln zusammenstellen. Allerdings wurde den Kindern damals nur vollwertige Nahrung angeboten. Heute sehen sich Kinder Eiscreme, Schokolade und Pommes frites gegenüber und mit einer angeborenen Vorliebe für Süßes würde das Ergebnis heute anders ausfallen. Anders als noch vor hundert Jahren sind Süßigkeiten heute allgegenwärtig. Kinder ziehen nicht nur den Geschmack von Süßem vor, sondern auch von Fettigem. Eine ganze Industrie beschäftigt sich mit den Ernährungsvorlieben der Kinder und entwickelt immer neue Produkte, die auf die vermeintlichen Bedürfnisse der Kinder abzielen. Um Kinder an solche Produkte zu binden, erhalten sie durch gezielte Werbung ein entsprechendes Image und Prestige. Häufig besteht durch die Peergroup ein Gruppenzwang, der diese Bindung noch verstärkt. Geht diese beispielsweise regelmäßig zu McDonalds, ist es schwierig für ein Kind solch eine Gewohnheit aufzugeben, ohne die Anerkennung zu verlieren.
Die Umsätze der amerikanischen Fast-Foodketten steigen stetig an. 1986 setzte McDonalds noch 697 Millionen D-Mark um, 1991 waren es schon 1.502 Millionen D-Mark. Kinder und Jugendliche stellen in dieser Gastronomie die Hauptzielgruppe dar und werden durch Werbung, Spielzeuggeschenke, Spielplätze und Kindergeburtstage gelockt. Kinder müssen in Fast-Foodrestaurants nicht auf gutes Benehmen achten, sie können mit den Fingern essen, mit Strohhalmen trinken und kleckern, ohne dass Kellner und Eltern besorgte Blicke wechseln.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Adipositas im Kindes- und Jugendalter ein und erläutert die Relevanz sowie das Ziel der Arbeit, präventive und therapeutische Maßnahmen aufzuzeigen.
2 Definition und Klassifikation der kindlichen und juvenilen Adipositas: Das Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Begrifflichkeiten und erläutert die klassifikatorischen Grundlagen und Messmethoden der Adipositas.
3 Epidemiologie der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen: Es werden die weltweite und deutsche Prävalenz sowie verschiedene Risikofaktoren für Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen detailliert untersucht.
4 Ätiologie der Adipositas im Kindes- und Jugendalter: Die Ursachen der Adipositas werden als multifaktoriell beschrieben, wobei biologische Faktoren und insbesondere der Einfluss psychosozialer Faktoren im Fokus stehen.
5 Konsequenzen der kindlichen und juvenilen Adipositas: Das Kapitel behandelt sowohl die medizinischen Folgen als auch die schwerwiegenden psychosozialen Auswirkungen, wie Stigmatisierung und Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls.
6 Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter: Hier werden die Grundlagen, Ziele und Wirksamkeit verschiedener Präventionsmaßnahmen sowie die Rolle der Eltern erörtert.
7 Therapie der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel beschreibt multimodale Therapieformen, deren Bausteine sowie Rahmenbedingungen und Wirksamkeit, inklusive konkreter Beispiele wie PowerKids und Moby Dick.
8 Interventionsmöglichkeiten der Sozialpädagogik: Es werden die Handlungsfelder der Sozialpädagogik beleuchtet und deren Beitrag zur Prävention und Therapie im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe nach SGB VIII aufgezeigt.
9 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit, der Adipositas-Prävention und -Therapie einen höheren Stellenwert einzuräumen.
Adipositas, Kindesalter, Jugendalter, Prävention, Therapie, psychosoziale Faktoren, Sozialpädagogik, Energiebilanz, Übergewicht, Ernährung, körperliche Aktivität, Multimodale Therapie, Stigmatisierung, Lebensqualität, SGB VIII
Die Arbeit befasst sich mit der Adipositas im Kindes- und Jugendalter unter einem interdisziplinären Fokus. Dabei werden Ursachen, gesundheitliche sowie psychosoziale Konsequenzen analysiert und Ansätze für Prävention und Therapie entwickelt.
Die zentralen Themen sind die Epidemiologie der Erkrankung, die ätiologischen Zusammenhänge zwischen Biologie und psychosozialen Faktoren sowie die praktische Umsetzung von Präventions- und Interventionsprogrammen durch die Sozialpädagogik.
Das Ziel ist es, effektive präventive und therapeutische Maßnahmen zu definieren, die den individuellen Lebenswelten der Kinder gerecht werden, um Adipositas erfolgreich vorzubeugen oder zu behandeln.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Auswertung aktueller Studien, medizinischer Leitlinien, gesundheitswissenschaftlicher Erkenntnisse und sozialpädagogischer Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Entstehung (Ätiologie) und der Folgen (Konsequenzen) sowie in einen umfangreichen praktischen Teil, der Präventionsstrategien, multimodale Therapiebausteine und die Rolle der Sozialpädagogik detailliert darstellt.
Zu den prägenden Begriffen gehören Adipositas-Prävention, multimodale Therapie, Sozialpädagogik, psychosoziale Faktoren, Energiebilanz und das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII).
Die Arbeit unterstreicht die Einbeziehung der Eltern als unverzichtbar, da diese als Vorbilder für Ess- und Bewegungsgewohnheiten fungieren und maßgeblich zum langfristigen Erfolg einer Therapie beitragen können.
Die Sozialpädagogik ist relevant, da Adipositas bei Kindern und Jugendlichen häufig mit psychosozialen Belastungen einhergeht. Die Sozialpädagogik vermittelt zwischen dem Individuum und seiner Umwelt, hilft bei der Lebensweltorientierung und stärkt die Ressourcen der Kinder, um eine nachhaltige Verhaltensänderung zu fördern.
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