Diplomarbeit, 2006
84 Seiten, Note: 1,5
I. Einleitung
I.1 Aufbau der Arbeit
I.2 Quellenlage und Quellenauswahl
I.3 Eine kleine Begriffsklärung
II. Die Geschichte der FDJ
II.1 Der Exil-Plan wird umgesetzt: die Gründung der FDJ
II.2 Die Stalinisierung der FDJ und der offene Protest 1953
II.3 Vom „Tauwetter“ zurück zur Repression
II.4 Mauerbau, zeitweise Liberalisierung und „Kahlschlag“
II.5 Honecker übernimmt den Staat
II.6 Der Weg zur finalen Krise
II.7 Die DDR bricht zusammen, die FDJ verliert jeden Einfluss
III. Die Funktionen der FDJ
III.1 Die Elitenrekrutierungsfunktion der FDJ
IV. Die politische Elite der DDR
IV.1 Das Nomenklatursystem
IV.2 Die Machtspitze
IV.2.1 Das Politbüro
IV.3 Aufstieg durch angepasstes Karrierestreben
IV.3.1 Politbüro-Karrieremuster
IV.4 FDJ-Clique im Politbüro
V. Das Mediensystem der DDR
V.1 Das Wahrheitsmonopol der Partei
V.1.1 Gesetzliche Grundlagen der DDR-Medien
V.1.2 Journalisten als „rechter Arm“ der Partei
V.1.3 Die praktische Anleitung der Presse
V.1.4 Anreize zum Anpassen
V.1.5 Die Ausbildung zum Journalisten und der Wille zum Guten
V.2 Die doppelte Medienlandschaft
V.3 Das Jugendpressesystem der DDR
V.3.1 Jugendsendungen in Funk und Fernsehen
V.4 Das zentrale FDJ-Organ „Junge Welt“
V.5 Am Ende wurde unüberhörbar, was fehlte
VI. Zusammenfassung der erarbeiteten Grundlagen für die Empirie
VII. Empirischer Teil
VII.1 Ausgangspunkt
VII.1.1 Ziel: Aussagen über den Kommunikator
VII.2 Beschränkung auf den FDJ-Vorsitzenden
VII.2.1 Die FDJ-Vorsitzenden
VII.3 Die Grundgesamtheit
VII.3.1 Die untersuchten Zeitungen
VII.3.2 Die Ausgaben
VII.4 Die Stichprobe
VII.4.1 Künstliche Monate
VII.4.1.1 Sonderfälle
VII.5 Hypothesenbildung
VIII. Methodik
VIII.1 Quantitative und qualitative Inhaltsanalyse
VIII.2 Die Analyseeinheiten
VIII.3 Der Codebogen
VIII.4 Definition der Variablen-Ausprägungen: das Codierbuch
VIII.4.1 Das Thema des Artikels
IX. Auswertung der Zeitungsforschung
IX.1 Repräsentanz der FDJ-Vorsitzenden in „Junge Welt“ und „Freie Presse“
IX.1.1 Repräsentanz in den Jahrgängen
IX.1.2 Korrelation zwischen Posten und Repräsentanz
IX.1.3 Repräsentanz in Abbildungen
IX.1.4 Repräsentanz in Aufmachern
IX.2 Die Themen der Artikel
IX.2.1 Die Themen der Artikel in der „Junge Welt“
IX.2.1.1 Die Themen der Aufmacher in der „Junge Welt“
IX.2.2 Die Themen der Artikel in der „Freie Presse“
IX.2.2.1 Die Themen der Aufmacher in der „Freie Presse“
IX.2.3 Zur Signifikanz der ermittelten Themenhäufungen und einer möglichen Korrelation zwischen Posten und Themen
IX.3 Texte mit und ohne Jugendbezug
IX.3.1 Jugendbezug in der „Junge Welt“
IX.3.2 Jugendbezug in der „Freie Presse“
IX.4.3 Zur Signifikanz der Ergebnisse zum Jugendbezug
X. Zusammenfassung der Ergebnisse anhand der Hypothesen
XI. Fazit: Nicht an die Spitze geschrieben
XI.1 Zielgruppenspezifische Medien
XI.2 Entfremdung von der Jugend
XI.3 Rückschlüsse auf den Willen der Partei
Die Arbeit untersucht die Repräsentanz der FDJ-Vorsitzenden in zwei ausgewählten DDR-Zeitungen über den gesamten Untersuchungszeitraum des Bestehens der DDR. Im Kern steht dabei die Forschungsfrage, ob diese Funktionäre durch eine gezielte mediale Darstellung an die politische Spitze der Partei- und Staatsmacht „geschrieben“ wurden und welche Rolle die Zeitungen dabei im Prozess der Elitenrekrutierung spielten.
I.1 Aufbau der Arbeit
Die Aussagekraft von empirischen Untersuchungen allein ist begrenzt, die Daten müssen, um sinnvoll interpretierbar zu sein, in den Kontext eingebettet werden. Dies gilt vor allem, wenn, wie es in dieser Arbeit der Fall ist, Rückschlüsse auf die Absichten des Kommunikators gezogen werden sollen. Den interpretatorischen Schluss von Mitteilungsmerkmalen auf externe Merkmale nennt man bei der Inhaltsanalyse Inferenz (vgl. FRÜH, 2001, S. 42). Zu diesen Inferenzen schreibt Werner Früh: „Um einen stringenten Beweischarakter zu erlangen, müssen sie sich zusätzlich zu den inhaltsanalytischen Befunden auf externe, nicht inhaltsanalytisch gewonnene Kriterien stützen.“ (ebenda) Dies macht deutlich, wie wichtig die gründliche theoretische Vorarbeit für eine aussagekräftige Inhaltsanalyse ist. Schon für die theoriegeleitete Bildung der forschungsleitenden Hypothesen ist die fundierte Erarbeitung des Sachverhalts nötig. Erst auf Basis der genauen Kenntnis des Sujets wird entschieden, wonach mit welchen Mitteln zu suchen ist, wie also die Hypothesen und der Codierbogen für die Datenerhebung auszusehen haben (vgl. SCHREIBER, 1999, S. 48 u. S. 52).
Deshalb geht dem empirischen der theoretische Teil der Arbeit voraus, in dem die Grundlagen für die Datenerhebung und die Auswertung gelegt werden. In den ersten Kapiteln wird die Geschichte der FDJ dargestellt, umfassend genug, um die Ergebnisse der späteren Forschung, die sich über die ganze Zeit des DDR-Bestehens erstrecken, einordnen zu können. Im Anschluss daran werden die Funktionen der FDJ beleuchtet, der Schwerpunkt liegt dabei auf der Elitenrekrutierungsfunktion, da diese für das Thema der Forschung die größte Rolle spielt. Daran anknüpfend werden das Nomenklatursystem der SED und die Struktur der politischen Elite in der DDR verdeutlicht. Den letzten Teil der theoretischen Grundlagen bildet die Darstellung des Mediensystems der DDR mit besonderem Augenmerk auf die Mediensteuerung, die Steuerung der Jugendpresse durch die FDJ und auf das FDJ-Zentralorgan „Junge Welt“.
I. Einleitung: Darstellung der Problemstellung und der Forschungsabsicht zur Untersuchung des Zusammenwirkens von Partei, Massenorganisation und Presse.
II. Die Geschichte der FDJ: Überblick über die historische Entwicklung der FDJ als SED-geführte Massenorganisation von der Gründung bis zum Zusammenbruch der DDR.
III. Die Funktionen der FDJ: Analyse der Aufgaben der FDJ, insbesondere im Bereich der Sozialisation, der Kontrolle und der Elitenrekrutierung für das SED-Regime.
IV. Die politische Elite der DDR: Erläuterung des Nomenklatursystems, der Machtstrukturen und der Karrieremuster innerhalb der politischen Spitze der DDR.
V. Das Mediensystem der DDR: Analyse der Strukturen und Lenkungsmechanismen der Presse, der Bedeutung des Wahrheitsmonopols und der Rolle der Journalisten als Funktionäre.
VI. Zusammenfassung der erarbeiteten Grundlagen für die Empirie: Zusammenführende Darstellung der theoretischen Ergebnisse als Fundament für den empirischen Teil.
VII. Empirischer Teil: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, der Stichprobenbildung und der Hypothesenentwicklung für die Inhaltsanalyse.
VIII. Methodik: Detaillierte Erläuterung der Inhaltsanalyse, des Codierbogens und der Variablen sowie ihrer operationalen Definition.
IX. Auswertung der Zeitungsforschung: Präsentation und statistische Analyse der erhobenen Daten zu Repräsentanz, Themen und Jugendbezug in „Junge Welt“ und „Freie Presse“.
X. Zusammenfassung der Ergebnisse anhand der Hypothesen: Überprüfung der aufgestellten Hypothesen auf Basis der empirischen Auswertungen.
XI. Fazit: Nicht an die Spitze geschrieben: Zusammenfassende Beantwortung der Kernfrage und Einordnung der Ergebnisse in den historischen Kontext der DDR-Elite.
FDJ, SED, DDR, Medien, Inhaltsanalyse, Nomenklatursystem, Elitenrekrutierung, Junge Welt, Freie Presse, Parteidiktatur, Kaderpolitik, Jugendpresse, DDR-Geschichte, Politbüro, Pressefreiheit.
Die Diplomarbeit untersucht das Zusammenwirken von SED, der Jugendorganisation FDJ und den DDR-Medien, um aufzuzeigen, wie politische Lenkung und Elitenbildung funktionierten.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der FDJ, das Machtgefüge der DDR (Nomenklatur) und die staatlich gesteuerte Medienlandschaft der DDR.
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob die FDJ-Vorsitzenden durch eine überdurchschnittliche Präsenz in der Presse gezielt als Führungskader aufgebaut und in politische Spitzenämter „geschrieben“ wurden.
Die Arbeit nutzt die quantitative Inhaltsanalyse von Titelseiten zweier ausgewählter Zeitungen („Junge Welt“ und „Freie Presse“) über den gesamten Zeitraum des Bestehens der DDR.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der die FDJ und das Mediensystem beleuchtet, sowie einen empirischen Teil, der die Repräsentanz der Vorsitzenden mittels Stichproben und Codierungen statistisch auswertet.
Zu den zentralen Begriffen gehören FDJ, SED, Nomenklatursystem, Elitenrekrutierung, Medienlenkung und Inhaltsanalyse.
Nein, die Ergebnisse zeigen, dass eine gezielte mediale Strategie zum „Hochschreiben“ an die Machtspitze kaum erkennbar ist; vielmehr war die Politbüro-Zugehörigkeit der entscheidende Faktor für eine stärkere mediale Präsenz.
Die „Junge Welt“ berichtete deutlich regelmäßiger und häufiger über die FDJ-Vorsitzenden als die SED-Bezirkszeitung „Freie Presse“, was deren Rolle als zentrales Organ des Jugendverbands unterstreicht.
Nein, die Berichterstattung bestand überwiegend aus inhaltsleeren Protokollmeldungen (z.B. bei Besuchen oder Ehrungen), die keine inhaltliche Positionierung oder Debatte zuließen.
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