Examensarbeit, 2007
70 Seiten, Note: 1,0
1 PLATONS STAATSPHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN
Vita
Platons staatsphilosophische Werke
2 POLITEIA – AUFSTIEG UND FALL EINES IDEALS
Der Aufstieg zur idealen Gemeinschaft.
Die Prinzipien der gerechten Gesellschaft
Die zweifache Katharsis der Herrscher.
Der Verfall der idealen Gemeinschaft
3 POLITIKOS – DIE IDEALE UND DIE ZWEITBESTE STAATSFORM
Die Verfassungsformen, die Kunst des Regierens und die ‚gesetzlose’ Idealherrschaft
Die Herrschaft der Gesetze als zweitbeste Staatsform.
4 NOMOI – DIE HERRSCHAFT DER GESETZE
Die gesellschaftliche Realität und die Nomokratie
Die Mischverfassung im Gesetzesstaat.
Ein vorläufiges Resümee
5 WAS VOM STAATE ÜBRIG BLIEB. ASPEKTE EINER WIRKUNGSGESCHICHTE
Pro- und antiplatonische Tendenzen
‚Nichtorte’ oder Paradigmata? Der utopische Charakter der platonischen Staatsentwürfe
Die vorliegende Arbeit untersucht die staatsphilosophischen Hauptwerke Platons – die Politeia, den Politikos und die Nomoi – unter der zentralen Fragestellung, wie Gerechtigkeit und eine gerechte Ordnung in einem Gemeinwesen verwirklicht werden können und wie sich Platons Verständnis von idealer Herrschaft hin zu einer stärkeren Berücksichtigung realpolitischer Bedingungen wandelt.
Die zweifache Katharsis der Herrscher.
Nachdem Platon das Bild der gerechten Polis vor unseren Augen errichtet hat, geht es ihm nun darum, diese ideale Form des guten Lebens aller Bürger zu bewahren; also Sicherungsmaßnahmen zu treffen, die jene Strukturen festigen. Der von mir in diesem Zusammenhang verwendete Begriff der Katharsis deutet auf die Stoßrichtung der Maßnahmen hin: die Analogie Mensch-Polis soll von ‚Verfallsformen’ – physischen und psychischen Verschiedenheiten vom Ideal – gereinigt bzw. die Abkehr vom Idealen verhindert werden. Den Ausgang für diese Überlegungen bildet das dualistische Menschenbild Platons: der Körper, die Physis, bietet die Veranlagungen für die Ausbildung der Triebe durch die Verteilung der Seelenkräfte, während der Geist, die Psyche, für die Kontrolle der Ausprägung der dem Menschen innewohnenden Kräfte verantwortlich ist; Ansatzpunkte für die Veränderung des Menschen bilden beide Ebenen. So soll sowohl der Verfall der Veranlagung bzw. der Triebausbildung verhindert, als auch die hervorragende Rolle der Vernunft über die niederen Seelenkräfte gewährleistet werden. Beides verhindere, dass die Herrschenden im Staat die Kontrolle über ihre Triebe verlören, welche – einmal entfesselt – das soziale Gefüge der idealen Polis und die in ihr herrschende Gerechtigkeit zerreißen könnten.
Als physische Katharsis kann hierbei die Kontrolle der Veranlagung der für das Herrscheramt Befähigten betrachtet werden. Wie im Vorhinein angesprochen, sollen die Herrschenden im Staat durch Auswahl nach Eignung bestimmt werden. Um eine gewisse Grundgesamtheit geeigneter Polisbewohner für die Ausbildung zum Wächter und Philosophen zu gewährleisten, sollen vorrangig die Edelsten, d. h. die oberen Stände, Nachwuchs zeugen.
1 PLATONS STAATSPHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN: Einführung in Platons Lebensweg und sein staatsphilosophisches Gesamtwerk als Ausgangspunkt für die Untersuchung.
2 POLITEIA – AUFSTIEG UND FALL EINES IDEALS: Analyse des idealen Staates, seiner Ständegliederung und des späteren Zerfalls durch die Vernachlässigung der zugrunde liegenden Vernunftprinzipien.
3 POLITIKOS – DIE IDEALE UND DIE ZWEITBESTE STAATSFORM: Untersuchung der Kunst des Regierens und der Rolle von Gesetzen in einem Staat, in dem der ideale Philosophenkönig fehlt.
4 NOMOI – DIE HERRSCHAFT DER GESETZE: Analyse des Gesetzesstaates als realitätsnahe Alternative, in der Normen als stabilisierendes Gerüst gegen menschliche Unzulänglichkeit dienen.
5 WAS VOM STAATE ÜBRIG BLIEB. ASPEKTE EINER WIRKUNGSGESCHICHTE: Kritische Reflexion der Rezeption von Platons Staatsmodellen, insbesondere hinsichtlich ihrer Deutung als Utopien oder totalitäre Entwürfe.
Platon, Politeia, Politikos, Nomoi, Gerechtigkeit, Staatsphilosophie, Idealstaat, Nomokratie, Vernunft, Herrschaft, Utopie, Katharsis, Gesetzesstaat, Politische Philosophie, Antike
Die Arbeit analysiert die politische Philosophie Platons anhand seiner drei Hauptwerke Politeia, Politikos und Nomoi und untersucht deren Verständnis von Gerechtigkeit sowie den Wandel der Staatsmodelle.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des platonischen Idealstaates, die Bedeutung von Erziehung und Tugend sowie die Notwendigkeit von Gesetzen zur Sicherung staatlicher Stabilität.
Ziel ist es, den Übergang von einem idealistischen, auf der Weisheit des Philosophenkönigs basierenden Staatsentwurf hin zu einer realistischeren, gesetzbasierten Verfassung aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine philologisch-philosophische Interpretation der Primärtexte unter Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur zur platonischen Staats- und Sozialphilosophie.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Politeia, die Untersuchung des Politikos als Bindeglied und die detaillierte Betrachtung der Nomoi als realitätsnaher Gesetzesstaat.
Wesentliche Begriffe sind Platon, Politeia, Nomoi, Gerechtigkeit, Nomokratie, Idealstaat, Staatskunst (techné) und Utopie.
Während in der Politeia die Weisheit der Herrschenden eine Gesetzgebung entbehrlich macht, dienen in den Nomoi Gesetze als notwendiges Ordnungselement zur Sicherung der Gerechtigkeit unter Bedingungen geringerer menschlicher Erkenntnisfähigkeit.
Es handelt sich um die physische und psychische Reinigung der Herrschenden, um die Kontrolle ihrer Triebe durch Vernunft und Erziehung zu gewährleisten und damit den Fortbestand der idealen Ordnung zu sichern.
Der Magnetenstaat aus den Nomoi ist eine Mischverfassung, die demokratische und aristokratische Elemente verbindet und anstelle des einen perfekten Herrschers auf institutionalisierte Gesetze als strukturelle Absicherung setzt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

