Bachelorarbeit, 2007
39 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Wechselkurssysteme in Europa und der Weg zur Europäischen Einheitswährung
2.1. Das „Bretton-Woods-System“
2.2. Der „Werner-Plan“ und die „Währungsschlange“
2.3. Das Europäische Währungssystem
2.4. Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion
3. Die Theorie optimaler Währungsräume
3.1. Traditionelle Ansätze
3.1.1. Der Ansatz von Mundell und das Kriterium der Faktormobilität
3.1.2. Der Ansatz von McKinnon und das Kriterium der Offenheit einer Volkswirtschaft
3.1.3. Der Ansatz von Kenen und das Kriterium der Diversifikation
3.2. Neuere Theorien: Kosten und Nutzen einer Währungsunion
3.2.1. Kostenkriterien
3.2.2. Nutzenkriterien
3.2.3. Kosten-Nutzen-Analyse
3.3. Empirische Evidenzen für Europa
3.3.1. Die Europäische Währungsunion hinsichtlich traditioneller und neuer Theorien
3.3.2. Endogenität der Kriterien
3.3.3. Ist Europa ein optimaler Währungsraum?
4. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung Europas zu einem gemeinsamen Währungsraum und prüft unter Anwendung der Theorie optimaler Währungsräume sowie empirischer Analysen, ob die Europäische Währungsunion tatsächlich als optimaler Währungsraum bezeichnet werden kann.
3.1.1. Der Ansatz von Mundell und das Kriterium der Faktormobilität
Nach Mundell ist ein Währungsraum dann optimal, wenn eine vollkommene Mobilität des Faktors Arbeit gegeben ist. Er untersucht mit seinem Ansatz, in wie weit mit einer ausreichenden Mobilität des Faktors Arbeit der Wechselkurs als Anpassungsinstrument ersetzt werden kann. Ausgangspunkt seiner Theorie bildet ein Zwei-Länder-Modell. Jedes der beiden Länder produziert eines von zwei unterschiedlichen Gütern, die aber von beiden konsumiert werden. Zudem werden nach unten starre Preise und Nominallöhne angenommen.
In der Ausgangslage herrscht Vollbeschäftigung und die Leistungsbilanz ist ausgeglichen. Nun werden die Auswirkungen eines Nachfrageschocks, eine plötzliche Verschiebung von Inlands- zur Auslandsnachfrage, analysiert. Aufgrund des inländischen Nachfragerückgangs und einer Nachfragezunahme im Ausland entsteht im Inland Arbeitslosigkeit und im Ausland Überbeschäftigung mit inflationärer Tendenz. Kann dieses Ungleichgewicht nicht durch Anpassung, d.h. durch Senkung der Löhne im Inland, beseitigt werden, so wäre eine Veränderung der Wechselkurse notwendig. In einem System flexibler Wechselkurse könnten auftretende Schocks durch eine Änderung der nominalen Wechselkurse abgewährt werden.
Jedoch entfällt in einer Währungsunion die Wechselkursänderung als Anpassungsinstrument, sodass flexible Preise und Löhne oder Faktorwanderungen als Anpassungsmechanismen fungieren müssen. Unter der Annahme rigider Löhne und Preise können Ungleichgewichte auf dem Arbeitsmarkt nur durch Zu- und Abwanderungen des Faktors Arbeit abgebaut werden. Auf Wechselkursänderungen kann also nur verzichtet werden, wenn die Faktormobilität groß genug ist, um durch Faktorwanderung das Ungleichgewicht zu beseitigen. In diesem Fall müssten also inländische Arbeitskräfte ins Ausland abwandern. Eine Währungsunion wäre demnach nur dann sinnvoll, wenn die Faktormobilität, insbesondere die Arbeitsmobilität, zwischen den beteiligten Ländern hinreichend groß ist, um asymmetrische Schocks auszugleichen. Damit wird in diesem Modell die Faktormobilität zum entscheidenden Kriterium für die Vorteilhaftigkeit einer Währungsunion.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Euro ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit sowie die zu behandelnden theoretischen Ansätze.
2. Wechselkurssysteme in Europa und der Weg zur Europäischen Einheitswährung: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick von Bretton Woods über die Währungsschlange und das Europäische Währungssystem bis hin zur Gründung der EWWU.
3. Die Theorie optimaler Währungsräume: Hier werden die traditionellen Ansätze nach Mundell, McKinnon und Kenen sowie neuere Kosten-Nutzen-Modelle dargelegt und empirisch auf Europa angewendet.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Stabilität und Handlungsfähigkeit der Europäischen Währungsunion.
Wechselkursregimes, Europäische Währungsunion, Theorie optimaler Währungsräume, Faktormobilität, Preisniveaustabilität, Kosten-Nutzen-Analyse, asymmetrische Schocks, Wirtschaftsintegration, Geldpolitik, Arbeitsmobilität, Europäische Zentralbank, Konvergenzkriterien, Stabilitäts- und Wachstumspakt.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die Europäische Währungsunion auf Basis der ökonomischen Theorie der optimalen Währungsräume tatsächlich einen optimalen Wirtschaftsraum darstellt.
Die Arbeit deckt die historische Entwicklung der europäischen Wechselkurssysteme, die theoretischen Kriterien für Währungsräume und die empirische Überprüfung dieser Kriterien für Europa ab.
Das Hauptziel besteht darin, die theoretischen Anforderungen an einen optimalen Währungsraum darzustellen und anhand von Wirtschaftsdaten zu prüfen, ob die EU diese Anforderungen erfüllt.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse ökonomischer Theorien sowie eine Auswertung empirischer Wirtschaftsdaten und Studien zum Vergleich der europäischen Integration mit anderen Räumen wie den USA.
Im Hauptteil (Kapitel 3) werden die traditionellen und neueren theoretischen Ansätze zur Währungsunion, die Kosten-Nutzen-Struktur einer gemeinsamen Währung sowie empirische Befunde zu Mobilität und Handelseffekten analysiert.
Zentrale Begriffe sind Wechselkursregimes, optimale Währungsräume, Konvergenz, asymmetrische Schocks und Geldpolitik.
Mundell argumentiert, dass eine Währungsunion nur dann optimal ist, wenn Arbeit und Kapital so mobil sind, dass sie bei asymmetrischen Schocks ohne Wechselkursanpassung ausgleichend wirken können.
Ein höheres Budget wäre für einen effektiven Fiskalföderalismus nötig, um ökonomische Disparitäten zwischen den Mitgliedsländern durch Transferzahlungen auszugleichen, was derzeit im Vergleich zu den USA nur begrenzt möglich ist.
Die Endogenitätshypothese besagt, dass die Gründung einer Währungsunion die wirtschaftliche Integration und damit die Erfüllung der Optimalitätskriterien im Zeitverlauf erst fördert.
Während die USA als funktionsfähiger Währungsraum gelten, weist Europa eine deutlich geringere Arbeitsmobilität und eine höhere strukturelle Inhomogenität auf, weshalb der europäische Raum als weniger optimal eingestuft wird.
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