Diplomarbeit, 2005
96 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Methode der Arbeit
2 Lastmanagement als Regelenergie
2.1 Begriff und Abgrenzung
2.2 Die Funktion des Lastmanagements in Stromnetzen
2.3 Erzeugung
2.3.1 Konventionelle Kraftwerke
2.3.2 Kraft-Wärme-Kopplung
2.3.3 Erneuerbare Energieträger
2.4 Lasten
2.5 Regelenergie
2.5.1 Regelenergiekraftwerke
2.5.2 Energiespeicher
2.5.3 Steuerbare Lasten
2.6 Kommunikation
2.6.1 Die Tonfrequenz-Rundsteuerung
2.6.2 Die Funkrundsteuerung
2.6.3 Telefon- und Datenleitungen
2.6.4 Geeignete Kommunikationsmittel für das Lastmanagement
2.7 Virtuelle Kraftwerke
2.8 Zukünftige Entwicklung
2.9 Zusammenfassung
3 Bisherige Beispiele und Studien
3.1 Industrie und Dienstleistung
3.1.1 Das synchrone Lastmanagement der Stadtwerke Hannover
3.1.2 Das virtuelle Regelenergiekraftwerk der Saarenergie AG
3.1.3 Virtueller Großverbraucher der HAW Hamburg
3.1.4 Energiepark KonWerl
3.1.5 Die virtuellen Kraftwerke der Stadtwerke Schwäbisch Hall und der Stadtwerke Unna
3.1.6 EDISon
3.1.7 Dispower
3.1.8 Primärregelreserve durch das California Department of Water Resources
3.2 Haushalte
3.2.1 Erfahrungen der Berliner Studie „Zeitvariable lineare Stromtarife“
3.2.2 Erfahrungen der Eckernförder Studie „Kostenorientierte Strompreisbildung“
3.2.3 Warmwasserspeicher in der Schweiz
3.3 Auswertung der Beispiele
3.3.1 Eignung des Lastmanagement als Regelenergiereserve
3.3.2 Motivation für die Betreiber von Lastmanagement
3.3.3 Motivation für die Inhaber steuerbarer Lasten
3.3.4 Lastmanagement von Haushaltsgeräten
3.4 Zusammenfassung
4 Schätzung des Potenzials des Lastmanagements
4.1 Vorgehen
4.2 Kriterien zur Identifizierung abschaltbarer Lasten
4.2.1 Geringe Nutzeneinbußen
4.2.2 Effektivität der abschaltbaren Gruppen
4.2.3 Nebenbedingungen
4.2.4 Weitere Annahmen
4.3 Industrie und Dienstleistungen
4.3.1 Identifizierung steuerbarer Lasten
4.3.2 Schätzung des Potenzials
4.4 Haushalte
4.4.1 Identifizierung steuerbarer Haushaltsgeräte
4.4.2 Technische Umsetzbarkeit
4.4.3 Akzeptanz durch die Haushalte
4.4.4 Berechnung des Potenzials
4.4.5 Kosten- / Nutzenabschätzung
4.5 Bewertung der Ergebnisse
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Potenzial des Lastmanagements als Ersatz für klassische Regelenergiekraftwerke zu bewerten, um insbesondere den Herausforderungen durch die fluktuierende Einspeisung aus erneuerbaren Energieträgern zu begegnen.
2.3.2 Kraft-Wärme-Kopplung
Bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird neben der elektrischen Energie auch die Restwärme zum Heizen von Wohnungen und Industriprozessen genutzt. Deshalb sind die Anlagen zur Energieumwandlung kleiner als die zentralen Großkraftwerke und befinden sich in räumlicher Nähe der Lasten.32 Für den Fall, dass auch Kälte benötigt wird, kann bei der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) die Wärme in Sorptionskälteanlagen in Kälte gewandelt werden.33 In der KWK kommen vor allem Motoren, Gasturbinen und Brennstoffzellen zum Einsatz. Als Brennstoff bieten sich verschiedene Energieträger an:
„Erdgas, Heizöl, Kohle, Biogas, Pflanzenöl, Biodiesel, sonstige Biobrennstoffe wie Holz oder organische Siedlungsabfälle, aber auch Geothermie und sogar Solarenergie“.34 Der Anteil des dezentral in KWK-Anlagen erzeugten Stroms betrug zu Anfang des Jahres 2005 etwa 10 %.35 Bei Nutzung der Restwärme addiert sich der Gesamtwirkungsgrad dieser Anlagen auf Werte zwischen 80 % und 90 %.36
Die Integration von KWK-Anlagen in die bestehenden Versorgungsstrukturen ist problemlos, da ihre Leistungsänderungsgeschwindigkeit sehr groß ist und sie damit auf Lastschwankungen gut reagieren können. Bei einem großen Anteil an KWK-Anlagen innerhalb eines Netzes ist der Bedarf an Regelenergie deshalb gering und der Einsatz Lastmanagement deshalb wenig attraktiv.37
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der instabilen Netzfrequenz durch schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien ein und definiert das Ziel, das Potenzial von Lastmanagement zur Stabilisierung zu quantifizieren.
2 Lastmanagement als Regelenergie: Das Kapitel erläutert die technischen Grundlagen von Stromnetzen, die Rolle von Erzeugung und Last sowie die spezifischen Anforderungen an die verschiedenen Regelenergiearten.
3 Bisherige Beispiele und Studien: Hier werden diverse Praxisprojekte wie das synchrone Lastmanagement der Stadtwerke Hannover oder virtuelle Kraftwerke analysiert, um Erfahrungen für eine breitere Anwendung zu gewinnen.
4 Schätzung des Potenzials des Lastmanagements: In diesem Hauptteil wird das theoretische Potenzial für den Ersatz von Regelenergiekraftwerken durch Lastabwurf sowohl für die Industrie als auch für private Haushalte methodisch berechnet und bewertet.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass ein erhebliches Potenzial für steuerbare Lasten existiert, wobei für eine breite Umsetzung vor allem technische Standards und ökonomische Anreize entscheidend sind.
Lastmanagement, Regelenergie, Virtuelles Kraftwerk, Stromnetz, Netzstabilität, Erneuerbare Energien, Minutenreserve, Lastprofil, Steuerbare Lasten, Energieeffizienz, Spitzenlastreduktion, Demand-Side-Management, Stromerzeugung, Dezentralisierung, Lastabwurf
Die Arbeit untersucht, inwieweit elektrische Lasten (z. B. industrielle Anlagen oder Haushaltsgeräte) gezielt so gesteuert werden können, dass sie klassische Reservekraftwerke ersetzen und zur Netzstabilität beitragen.
Die Arbeit beleuchtet die technische Funktionsweise von Regelenergie, die Rolle virtueller Kraftwerke, die notwendigen Kommunikationsinfrastrukturen sowie die wirtschaftliche Motivation für Unternehmen und Privathaushalte.
Das Ziel ist die Quantifizierung des Potenzials von Lastmanagement, um schwankende Einspeisungen aus erneuerbaren Quellen auszugleichen und damit den Bedarf an Reservekraftwerken zu reduzieren.
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus bestehenden Studien, Feldversuchen (wie die der Stadtwerke Hannover) und statistischen Lastprofilen, um das technisch realisierbare Potenzial in verschiedenen Kundensegmenten hochzurechnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Grundlagenanalyse, die Vorstellung realer Anwendungsbeispiele sowie die mathematische Herleitung des Potenzials unter Berücksichtigung von Kundenakzeptanz und technischer Machbarkeit.
Die Arbeit befasst sich intensiv mit Begriffen wie Lastmanagement, Regelenergie, Netzstabilität, Dezentralisierung und der Integration erneuerbarer Energien in das Versorgungsnetz.
Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke bieten durch ihre schiere Masse ein signifikantes Potenzial, erfordern jedoch eine automatisierte Steuerung und ein hohes Maß an Akzeptanz durch die Bewohner, da sie teilweise in den persönlichen Tagesablauf eingreifen.
Der Autor schlussfolgert, dass Lastmanagement zwar kein Allheilmittel gegen langfristige Unterkapazitäten ist, aber eine entscheidende Ergänzung zur Netzstabilität darstellt, insbesondere wenn dezentrale Netzstrukturen weiter an Bedeutung gewinnen.
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