Examensarbeit, 2004
42 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
I. Teil: Falldarstellung
2. Familiensituation und bisherige Schullaufbahn
2.1 Familiensituation und bisherige Schullaufbahn
2.2 Entwicklung an der Don-Bosco-Schule im Klassenverband
2.3 Beobachtungen bei Julia in der heilpädagogischen Voltigiergruppe
II. Teil: Theoretische Grundlagen der Konzeptentwicklung
3. Grundlagen des Heilpädagogischen Voltigierens
3.1 Was ist Heilpädagogisches Voltigieren?
3.1.1 Begriffsklärung
3.1.2 Das Pädagogische Dreieck: Situationsmerkmale des Heilpädagogischen Voltigierens
3.1.3 Besondere Wesensmerkmale des Pferdes als pädagogischer Helfer
3.1.4 Die Grundgangarten des Pferdes und ihre psychische Wirkung auf den Reiter
3.2 Organisatorischer Rahmen des HPV an der Schule
3.2.1 Äußerer Rahmen
3.2.2 Innere Durchführung
4. Entwicklungspsychologische Annahmen zur Entwicklung von Beziehungen
4.1 Die Theorie Erik H. Eriksons
4.2 Die Theorie Margaret S. Mahlers
5. Möglichkeiten der Förderung von Beziehungen im Heilpädagogischen Voltigieren
5.1 Fazit
III. Teil: Konzeptionelle Überlegungen zu den Fördermöglichkeiten
6. Grundsätzliche Überlegungen
6.1 Rahmenbedingungen
6.2 Grundsätzliche methodische Überlegungen
6.3 Zur Auswahl des geeigneten Pferdes
7. Der Aufbau der heilpädagogischen Voltigiermaßnahme für Julia
7.1 Arbeit mit dem Pferd „vom Boden aus“
Das Putzen
Aufwärmspiele mit dem Pferd
Variationsmöglichkeiten und daraus resultierende Förderanreize für Julia
Raster zum Aufwärmspiel
7.2 Arbeit auf dem Pferd
Zum Aufbau der Übungsrunde
Übungen im Schritt
Übungen im Trab
Übungen im Galopp
7.3 Partnerübungen auf dem Pferd
Zum Aufbau der Partnerrunde
Kommunikation zwischen den Partnern ist nicht unbedingt erforderlich
Kommunikation zwischen den Partnern ist unbedingt erforderlich
7.4 Die Nachpflege des Pferdes
7.5 Fazit
IV. Teil: Evaluation
8. Evaluationsmöglichkeit
8.1 Zum Einsatz des Beobachtungsbogens
8.1.1 Wer füllt den Bogen aus?
8.2 Der Beobachtungsbogen
9. Möglichkeiten und Grenzen des Konzeptansatzes
10. Übertragbarkeit des Konzepts
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, wie das Heilpädagogische Voltigieren (HPV) die Beziehungsfähigkeit von lernbehinderten Kindern, insbesondere der Schülerin Julia, fördern kann. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, durch welche gezielten Maßnahmen am und mit dem Pferd sowie innerhalb einer Gruppensituation eine Anbahnung und Aufnahme von sozialen Beziehungen initiiert und gestärkt werden kann.
Besondere Wesensmerkmale des Pferdes als pädagogischer Helfer
Das Pferd symbolisiert durch seine Größe und Kraft Macht und Freiheit und lässt auch seinen Reiter diese Gefühle ein Stück weit spüren (vgl. auch Schörle 2000, S. 12ff). Zum anderen strahlt das Pferd durch sein weiches Fell Wärme aus und erhält dadurch den Charakter eines großen „Schmusetiers“, was zum „hohen Aufforderungscharakter“ des Pferdes (vgl. auch Voßberg 1978) beiträgt. Der großgewachsene Schädel mit der hohen Stirn und den Augen erinnert an das „Kindchen-Schema“ und signalisiert dadurch Hilfs- bzw. Pflegebedürftigkeit (vgl. Voßberg in: Gäng 1994, S.161).
Das Pferd nimmt in seiner einfühlsamen Art jeden Menschen so an, wie er ist und bringt ihm Respekt entgegen, solange der Mensch es sachgerecht behandelt. Das Pferd ist aufrichtig, ehrlich und beständig in seinem Verhalten, d.h. es reagiert – für den Fachmann – vorhersehbar.
Das Pferd ist in der Lage Zuneigung zum Menschen zu zeigen (z.B. durch Hinwendung zum jeweiligen Partner). Dadurch entstehen und wachsen im emotionalen Bereich Bindungen, die einen Weg zu Vertrauen frei machen (vgl. Kröger 1997, S. 49f). So werden Erfahrungen in der Anbahnung und im Aufbau von Beziehungen ermöglicht.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation der Autorin und stellt das Ziel dar, die Beziehungsfähigkeit der Schülerin Julia durch heilpädagogisches Voltigieren gezielt zu fördern.
2. Familiensituation und bisherige Schullaufbahn: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Falldarstellung von Julia, inklusive ihrer biografischen Hintergründe und bisherigen Auffälligkeiten im schulischen Kontext.
3. Grundlagen des Heilpädagogischen Voltigierens: Hier werden die theoretischen Basisbegriffe, die Wirkungsweise des Pferdes als pädagogischer Helfer sowie der organisatorische Rahmen für den schulischen Einsatz des HPV definiert.
4. Entwicklungspsychologische Annahmen zur Entwicklung von Beziehungen: Das Kapitel verknüpft die Situation der Schülerin mit entwicklungspsychologischen Modellen, insbesondere der Krise des Urvertrauens nach Erikson und den Mahler-Phasen.
5. Möglichkeiten der Förderung von Beziehungen im Heilpädagogischen Voltigieren: Die Autorin leitet aus den theoretischen Erkenntnissen ab, wie spezifische Elemente des Voltigierens zur Heilung bzw. Förderung kindlicher Bindungsstörungen beitragen können.
6. Grundsätzliche Überlegungen: Es werden methodische Standards für die Durchführung des Konzepts festgelegt, einschließlich der notwendigen Rahmenbedingungen und Kriterien zur Pferdewahl.
7. Der Aufbau der heilpädagogischen Voltigiermaßnahme für Julia: Dieses umfangreiche Kapitel beschreibt konkret die Durchführung von Bodenarbeit, Übungsrunden in verschiedenen Gangarten sowie Partnerübungen auf dem Pferd.
8. Evaluationsmöglichkeit: Hier wird der methodische Ansatz zur Evaluierung der Fortschritte mittels Beobachtungsbögen erläutert.
9. Möglichkeiten und Grenzen des Konzeptansatzes: Die Arbeit reflektiert kritisch die Reichweite und die Grenzen der heilpädagogischen Intervention bei stark verweigerndem Verhalten.
10. Übertragbarkeit des Konzepts: Abschließend werden notwendige Qualifikationen für Lehrkräfte und infrastrukturelle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Übertragbarkeit des Modells genannt.
Heilpädagogisches Voltigieren, Beziehungsfähigkeit, Lernbehindertenpädagogik, Urvertrauen, Psychomotorik, Bindungsstörung, Förderpädagogik, Bewegungsdialog, Kind-Pferd-Beziehung, Diagnostik, Sonderpädagogik, emotionale Entwicklung.
Die Hausarbeit befasst sich mit der Konzeption einer heilpädagogischen Voltigiermaßnahme, die gezielt dazu eingesetzt wird, die Beziehungsfähigkeit und soziale Interaktion einer lernbehinderten Schülerin zu fördern.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des therapeutischen Reitens und Voltigierens, entwicklungspsychologische Bindungstheorien sowie die praktische Gestaltung und Evaluation von Fördereinheiten.
Das primäre Ziel ist es, durch das Medium Pferd bei der Schülerin Julia einen Prozess anzustoßen, der es ihr ermöglicht, Vertrauen aufzubauen und Kontakt zu anderen Menschen zu suchen.
Die Arbeit basiert auf einer Einzelfallstudie (Falldarstellung), verknüpft diese mit theoretischen psychologischen Modellen und leitet daraus ein methodisch strukturiertes Förderkonzept ab.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des HPV, die Analyse der Ausgangssituation, die methodischen Grundsätze der Durchführung sowie die detaillierte Darstellung einzelner Übungselemente am Boden und auf dem Pferd.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Heilpädagogisches Voltigieren, Beziehungsfähigkeit, Urvertrauen, Lernbehindertenpädagogik und emotionale Förderung charakterisiert.
Das Pferd dient als emotional verfügbarer Partner, der durch sein Wesen (Wärme, Beständigkeit, „Schmusetier-Charakter“) Sicherheit vermittelt. Die Wahl muss dabei speziell auf die individuellen Bedürfnisse (Gangmaß, Größe, Charakter) des Kindes abgestimmt sein.
Die Partnerrunde dient gezielt dazu, den sprachlichen und sozialen Austausch unter den Kindern zu erzwingen, da für komplexe Partnerübungen eine Absprache erforderlich ist, was die soziale Interaktion aktiv fördert.
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