Diplomarbeit, 2006
87 Seiten, Note: 2,0
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen der Unternehmensbewertung
3 Das DCF-Verfahren zur Ermittlung des passiven Unternehmenswertes
3.1 Grundlagen des DCF-Verfahrens
3.2 Bestimmung der Zählergröße: Free Cashflow
3.3 Bestimmung der Nennergröße: WACC
3.4 Erweiterungen des DCF-Verfahrens zur Messung von Unsicherheit und Flexibilität
3.4.1 Sensitivitäts- und Szenarioanalyse
3.4.2 Monte-Carlo-Simulation
3.4.3 Entscheidungsbaumanalyse
3.5 Kritische Würdigung des DCF-Verfahrens
4 Der Realoptionsansatz zur Ermittlung des aktiven Unternehmenswertes
4.1 Grundlagen von Realoptionen
4.1.1 Prinzipielle Analogie zwischen Finanz- und Realoptionen
4.1.2 Spezielle Analogie der Werttreiber zwischen Finanz- und Realoptionen
4.1.3 Klassifizierung von Realoptionen
4.2 Bewertungsverfahren für Realoptionen
4.2.1 Prinzip der arbitragefreien und risikoneutralen Bewertung
4.2.2 Binominal-Modell
4.2.3 Black-Scholes-Modell
4.2.4 Binominal-Modell versus Black-Scholes-Modell
4.3 Ermittlung der Bewertungsparameter
4.3.1 Wert des Underlyings
4.3.2 Volatilität des Underlyings
4.3.3 Basispreis
4.3.4 Optionslaufzeit
4.3.5 Dividendenzahlungen
4.3.6 Risikoloser Zinssatz
4.4 Modellerweiterungen
4.4.1 Berücksichtigung von Interaktionseffekten
4.4.2 Berücksichtigung von Wettbewerbseffekten
4.5 Kritische Würdigung des Realoptionsansatzes
5 Die komplementäre Anwendung des Realoptionsansatzes und des DCF-Verfahrens
5.1 Anwendungsgebiete
5.2 Anwendungsschritte
6 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Ermittlung des Unternehmenswertes durch die Trennung in eine passive und eine aktive Komponente darzustellen. Dabei wird die Forschungsfrage adressiert, wie der Realoptionsansatz als komplementäre Methode zum traditionellen DCF-Verfahren genutzt werden kann, um unternehmerische Handlungsflexibilität adäquat abzubilden und so eine präzisere Bewertung unter unsicheren Rahmenbedingungen zu ermöglichen.
1.1 Problemstellung
Das Ertragswertverfahren des IDW1 und das Discounted Cashflow-Verfahren haben sich in den letzten Jahrzehnten zu Standardmethoden der Unternehmensbewertung sowohl in der Theorie als auch in der Praxis entwickelt. Bei beiden Bewertungsverfahren werden die zukünftigen Gewinne oder Cashflows mit einem risikoadjustierten Zinssatz auf einen Bewertungsstichtag abdiskontiert. Beide Methoden gehen von einer statischen Zukunft aus. Mit ihnen ist es nicht möglich, zukünftige Handlungsflexibilitäten des Managements adäquat zu bewerten.2 Von Handlungsflexibilität wird gesprochen, wenn ein Unternehmen auf neue Informationen in der Zukunft flexibel reagieren kann. Durch diese neuen Informationen lösen sich die Unsicherheiten eines Investitionsvorhabens im Zeitablauf auf. Folglich kann ein Unternehmen bei positiver Umweltentwicklung seine Aktivitäten ausweiten und bei negativer Entwicklung gegensteuern, um die Verluste zu begrenzen.3 Ein Unternehmen, das diese Flexibilität besitzt, muss demnach einen höheren Unternehmenswert haben als ein Unternehmen ohne diese Flexibilität.4 Handlungsflexibilitäten in Unternehmen führen ähnlich wie bei Finanzoptionen zu asymmetrischen Wahrscheinlichkeitsverteilungen der barwertigen Cashflows. Durch Handlungsflexibilitäten hat ein Unternehmen die Möglichkeit, Investitionen zu erweitern, einzuschränken oder abzubrechen. Der Halter einer Finanzoption hat das Recht, aber nicht die Pflicht, den Basiswert zu einem bestimmten Basispreis zu kaufen oder zu verkaufen. Aufgrund dieser Analogie zu Finanzoptionen wird bei realen Handlungsflexibilitäten von Realoptionen gesprochen. Diese Rechte können grundsätzlich durch die Optionspreistheorie bewertet werden und stellen eine rein werterhöhende Komponente dar.5
1 Einführung: Die Einleitung umreißt die Problemstellung der traditionellen Unternehmensbewertung, die Handlungsflexibilität vernachlässigt, und definiert das Ziel der Arbeit, den Realoptionsansatz als komplementäre Lösung vorzustellen.
2 Grundlagen der Unternehmensbewertung: Dieses Kapitel kategorisiert Bewertungskonzeptionen und erläutert die Bedeutung der funktionalen Werttheorie für die Bestimmung des Unternehmenswertes.
3 Das DCF-Verfahren zur Ermittlung des passiven Unternehmenswertes: Es werden die WACC-Ansätze des DCF-Verfahrens dargestellt und kritisch hinterfragt, wobei die Grenzen der Flexibilitätsmessung innerhalb traditioneller Verfahren aufgezeigt werden.
4 Der Realoptionsansatz zur Ermittlung des aktiven Unternehmenswertes: Das Kernstück der Arbeit behandelt die Grundlagen, Klassifizierung und spezifische Bewertungsmethoden von Realoptionen sowie die herausfordernde Ermittlung der Bewertungsparameter.
5 Die komplementäre Anwendung des Realoptionsansatzes und des DCF-Verfahrens: Hier wird die praktische Umsetzung erläutert, wie beide Verfahren kombiniert werden können, um den Gesamtwert eines Unternehmens präziser zu erfassen.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und bewertet das zukünftige Anwendungspotenzial des Realoptionsansatzes in der Praxis.
Unternehmensbewertung, DCF-Verfahren, Realoptionen, Handlungsflexibilität, WACC, Optionspreistheorie, Monte-Carlo-Simulation, Volatilität, Binominal-Modell, Black-Scholes-Modell, Investitionsbewertung, Unternehmensstrategie, Unsicherheit, Komplementäre Bewertung, Werttreiber.
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Verbesserung der Unternehmensbewertung durch den Einbezug von unternehmerischer Handlungsflexibilität mittels Realoptionen als Ergänzung zum klassischen DCF-Verfahren.
Im Zentrum stehen die Unternehmensbewertung, der Realoptionsansatz, die Quantifizierung von Flexibilität und die Verknüpfung dieser Ansätze zu einer komplementären Bewertungsstrategie.
Das Ziel ist es, den Mehrwert des Realoptionsansatzes aufzuzeigen, um Entscheidungsträgern bei der Bewertung unsicherer Investitionen und strategischer Optionen eine fundierte quantitative Basis zu bieten.
Die Arbeit nutzt die gängigen finanzwirtschaftlichen Modelle wie das DCF-Verfahren (WACC) und wendet zur Bewertung von Flexibilität mathematische Optionspreismodelle an, namentlich das Binominal-Modell und das Black-Scholes-Modell.
Der Hauptteil analysiert die Grundlagen der DCF-Verfahren, vertieft die Theorie der Realoptionen, erläutert die Bestimmung notwendiger Parameter wie Volatilität und Basispreis und diskutiert die methodische Kombination beider Ansätze.
Zentrale Begriffe sind Unternehmensbewertung, Realoptionen, DCF-Verfahren, Handlungsflexibilität, Volatilität und Optionspreistheorie.
Während das DCF-Verfahren Unsicherheit meist nur durch einen risikoadjustierten Diskontierungssatz abbildet, nutzt der Realoptionsansatz stochastische Prozesse, um Chancen aus der Flexibilität (z.B. Ausweitung oder Abbruch von Projekten) aktiv zu bewerten.
Da Realoptionen oft auf nicht gehandelten Projekten basieren, existieren keine direkten Marktdaten, was die Schätzung der Volatilität zu einer komplexen Herausforderung macht, die häufig Simulationen wie Monte-Carlo-Methoden erfordert.
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