Bachelorarbeit, 2006
66 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Krankheit, Tod und Sterben im Verlauf der Jahrhunderte
2.1 Frühzeit bis Beginn des Christentums
2.1.1 Ägypten
2.1.2 Indien – Buddhismus
2.1.3 China
2.1.4 Griechenland
2.1.5 Vorchristliches Rom
2.2 Krankenpflege von Christi Geburt bis Mittelalter
2.2.1 Klostermedizin im frühen Mittelalter
2.2.2 Klostermedizin im mittleren und ausgehenden Mittelalter
2.3 Tod und Sterben im Mittelalter
2.4 Tod und Sterben im 19. und 20. Jahrhundert
2.5 Wesentliche Entwicklungen der Krankenpflege Vom 18. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert
3. Hospiz – Insel der Humanität
3.1 Pionierinnen der Hospizarbeit
3.1.1 Dr. Cicely Saunders
3.1.2 Dr. Elisabeth Kübler-Ross
3.2 Entwicklung der Hospizbewegung in Deutschland
3.3 Umsetzung der Hospizidee
4. Kennzeichen der Hospizarbeit
4.1 Bedeutung der sozialen Dimension
4.2 Struktur der körperlichen Dimension
4.2.1 Erschöpfung und Müdigkeit
4.2.2 Körperpflege
4.2.3 Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme
4.2.4 Schmerzen
4.3 Bedeutung der psychischen Dimension
4.4 Grundlagen der spirituellen Dimension
5. Qualitätsmerkmale der Hospizarbeit
5.1 Sterbende und ihr soziales Umfeld
5.2 Unterstützende Begleitung
5.3 Ehrenamtliche Helfer
5.4 Teamarbeit
5.5 Kontinuität der Begleitung
6. Unterstützendes Ehrenamt
7. Palliativversorgung Schwerstkranker und Sterbender
7.1 Palliativmedizin
7.2 Palliative Care
8. Organisationsformen der stationären und teilstationären Betreuung
8.1 Palliativstation
8.2 Stationäres Hospiz
8.3 Tageshospiz
8.4 Kinderhospiz
9. Organisationsformen der häuslichen Betreuung
9.1 Aufbau ambulanter Hospizarbeit
9.2 Ziele der ambulanten Hospizarbeit
10. Zusammenfassung und abschließende Gedanken
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, die Hospizarbeit in ihren geschichtlichen Kontext einzuordnen und die heutigen Möglichkeiten der palliativen Versorgung aufzuzeigen, um ein tieferes Verständnis für diesen Bereich der Sterbebegleitung zu schaffen.
2.1 Frühzeit bis Beginn des Christentums
Die Urgeschichte der Menschheit ist in ihren langen epochalen Abschnitten eine Geschichte der zunehmenden Todeserkenntnis. Im Altpaläolithikum war nach Auffassung der Menschen der Tod weder endgültig noch unvermeidlich, was darauf schließen lässt, dass es eine Zeit gab, in der die Menschen den Tod gleichmütig hinnahmen. Barloewen sagt, dass der Tod erst „…entdeckt werden mußte, ehe er als Problem begriffen wurde.“ Beweis einer gefühlsmäßigen und intellektuellen Entwicklung ist, dass im Laufe der Jahrtausende nicht nur die Vergänglichkeit der Menschen, sondern vor allem die Unvermeidbarkeit des Todes erkannt wurde.
Grabfunde aus der Zeit von 70.000 – 35.000 v. Chr. belegen, dass sich der Mensch der eigenen Vergänglichkeit bewusst wurde und, nicht mehr wie im Altpaläolithikum, vor dem Toten floh, sondern ihm eine eigene Stätte bereitete. Bis ca. 10.000 v. Chr. vermehrten sich die Todesrituale und Verstorbene wurden in Gräbern begraben, die auf ersten Friedhöfen angelegt wurden. Eingeführte Bestattungsrituale setzten eine Zäsur in der Entwicklungsgeschichte und schufen durch die freigesetzten Kräfte eine neue Auffassung von Leben und Tod, die Gedanken an ein Weiterleben nach dem Tode vermuten lassen.
In der Jungsteinzeit änderten sich die Lebensbedingungen, die Menschen verehrten ihre Ahnen und verstanden den Tod als zufälliges Ereignis in einem unbegrenzten Leben. Der Verstorbene wurde bestattet und erhielt Gegenstände des täglichen Gebrauchs als Grabbeigabe, so dass entsprechend der Art der Bestattungen, Vorstellungen von einem Weiterleben im Jenseits vorhanden gewesen sein mussten. Die Kultur eines Landes bestimmte auch die Kultur des Sterbens und des Todes.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit dem Sterben und begründet die Relevanz der Hospizbewegung als Antwort auf die Ängste und Herausforderungen am Lebensende.
2. Krankheit, Tod und Sterben im Verlauf der Jahrhunderte: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der Urgeschichte über das Mittelalter bis zur modernen Krankenpflege nach und zeigt den Wandel menschlicher Einstellungen zu Tod und Sterben auf.
3. Hospiz – Insel der Humanität: Hier werden die Pionierinnen der Bewegung, Cicely Saunders und Elisabeth Kübler-Ross, sowie die Entwicklung der Hospizbewegung in Deutschland detailliert beschrieben.
4. Kennzeichen der Hospizarbeit: Das Kapitel erläutert die ganzheitliche Betrachtung des Menschen durch die soziale, körperliche, psychische und spirituelle Dimension.
5. Qualitätsmerkmale der Hospizarbeit: Hier werden zentrale Elemente wie die Einbeziehung des Umfelds, Teamarbeit und die unverzichtbare Rolle ehrenamtlicher Helfer definiert.
6. Unterstützendes Ehrenamt: Der Fokus liegt auf der Rolle der Freiwilligen, ihrer Schulung und ihrem Beitrag zur Enttabuisierung des Sterbens sowie ihrer Abgrenzung zu hauptamtlichen Kräften.
7. Palliativversorgung Schwerstkranker und Sterbender: Dieses Kapitel differenziert die Begriffe Palliativmedizin und Palliative Care und betont deren Zielsetzung, die Lebensqualität unheilbar Kranker zu verbessern.
8. Organisationsformen der stationären und teilstationären Betreuung: Es werden verschiedene Modelle wie Palliativstationen, stationäre Hospize, Tages- und Kinderhospize hinsichtlich ihrer Struktur und Finanzierung analysiert.
9. Organisationsformen der häuslichen Betreuung: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau ambulanter Dienste und deren Ziele, Menschen ein Sterben in der vertrauten häuslichen Umgebung zu ermöglichen.
10. Zusammenfassung und abschließende Gedanken: Die Autorin resümiert die Entwicklung der Hospizarbeit und mahnt eine bessere Vernetzung sowie die Einbeziehung stationärer Altenhilfeeinrichtungen in die Palliativversorgung an.
Hospizarbeit, Palliativmedizin, Palliative Care, Sterbebegleitung, Tod, Sterben, Ganzheitlichkeit, Ehrenamt, Soziale Dimension, Körperliche Dimension, Psychische Dimension, Spirituelle Dimension, Lebensqualität, Hospizbewegung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Möglichkeiten der palliativen Versorgung im Kontext der Hospizbewegung, wobei der Fokus auf einem menschenwürdigen Sterben liegt.
Zentrale Themen sind die historische Betrachtung von Sterben und Tod, die Entstehung der Hospizidee, die Bedeutung der Ganzheitlichkeit sowie verschiedene stationäre und ambulante Organisationsformen der Betreuung.
Ziel ist es, die Hospizarbeit historisch einzuordnen, ihre Grundhaltung und Methoden zu veranschaulichen und für eine flächendeckende, würdevolle Sterbebegleitung zu plädieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zur Medizingeschichte, Soziologie und Praxis der Hospizbewegung, um die Notwendigkeit einer integrativen Sterbebegleitung aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Qualitätsmerkmale der Begleitung, die verschiedenen Dimensionen der menschlichen Existenz im Sterbeprozess und die konkreten Organisationsformen von stationärer bis ambulanter Palliative Care.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hospizbewegung, Palliative Care, Ganzheitlichkeit, ehrenamtliches Engagement und Lebensqualität charakterisiert.
Ehrenamtliche gelten als tragende Säule der Hospizarbeit, da sie durch ihre menschliche Zuwendung eine Begleitung ermöglichen, die über rein medizinische Aspekte hinausgeht und eine "neutrale" Unterstützung in der Familie bietet.
Während stationäre Einrichtungen auf ein spezialisiertes Umfeld für den letzten Lebensabschnitt setzen, zielt die ambulante Betreuung darauf ab, das Sterben in der vertrauten häuslichen Umgebung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Die Autorin fordert eine stärkere Vernetzung von Palliative Care und Hospizarbeit sowie eine Einbeziehung der stationären Altenhilfe, um Sterbenden unabhängig vom Ort eine würdevolle Begleitung zu garantieren.
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