Examensarbeit, 2005
99 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Begründung der Themenwahl
2. Zielstellung der Arbeit
3. Methodologisches Vorgehen
4. Eine Betrachtung der Sportart Klettern
4.1 Historischer Überblick
4.2 Merkmalsbestimmung
4.3 Klettertechniken
4.4 Leistungsstruktur
4.5 Schwierigkeitsgrade
4.6 Kontemporäre Formen des Klettersports und ihre Relevanz für die Schule
4.6.1 Das Bouldern
4.6.2 Die Begehung von Routen in Klettergärten
4.6.3 Das Klettern in künstlichen Anlagen und das Wettkampfklettern
4.6.4 Das „Mehrseillängen-Klettern“
4.6.5 Das Alpinklettern
5. Klettern als Trendsportart
5.1 Eine Diskussion des Begriffs „Trendsport“ in Bezug auf das Klettern
5.2 Trendsportarten als Teil des Curriculums?
5.2.1 Schülerinteressen und Rahmenplananforderungen
5.2.2 Das didaktische Prinzip der Vielseitigkeit
5.2.3 Der Freizeitbezug
5.2.4 Der schulische Umgang mit Trends im Sport
5.2.5 Materielle und personelle Rahmenbedingungen
6. Das pädagogische Potenzial des Klettersports
6.1 Vorbetrachtung
6.1.1 Die Bedeutung von Bewegung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
6.1.2 Eine Reflexion der gegenwärtigen Lebens- und Bewegungswelt
6.2 Darstellung des pädagogischen Potenzials des Kletterns
6.2.1 Die Bedeutung des Kletterns als grundlegende Bewegungsform
6.2.2 Die Förderung konditioneller und koordinativer Fähigkeiten
6.2.3 Soziales Lernen
6.2.4 Risiko und Wagnis – ein bedeutsames Erfahrungsfeld
7. Das Klettern in der schulischen Praxis
7.1 Curriculare und andere Voraussetzungen
7.2 Qualifikation der Lehrkräfte
7.3 Umsetzungsmöglichkeiten des Kletterns in der Schule
7.3.1 Sportunterricht
7.3.1.1 Klettern im verbindlichen Sportunterricht
7.3.1.2 Klettern im wahlobligatorischen Sportunterricht
7.3.2 Angebote außerhalb des Sportunterrichts
7.3.2.1 Projekte
7.3.2.2 Wandertage, Klassen- und Studienfahrten
7.3.2.3 Klettern als Arbeitsgemeinschaft
7.3.2.4 Die „Bewegte Schule“
7.4 Einführung in das Themenfeld
7.5 Kletterunterricht nach dem Konzept der Mehrperspektivität
7.5.1 Das Leisten erfahren und reflektieren
7.5.2 Sich körperlich ausdrücken und Bewegung gestalten
7.5.3 Etwas wagen und verantworten
7.5.4 Die Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrung erweitern
7.5.5 Die Fitness verbessern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln
7.5.6 Gemeinsam handeln, spielen und sich verständigen
8. Fazit
Die Arbeit untersucht das pädagogische Potenzial von Klettern als Trendsportart im schulischen Kontext und entwickelt Strategien für seine Implementierung in den Sportunterricht sowie in außerunterrichtliche Angebote unter Berücksichtigung moderner didaktischer Ansätze wie der Mehrperspektivität.
4.2 Merkmalsbestimmung
Das Klettern in seiner Grundform stellt eine Bewegung mit dem Ziel dar, sich vom Boden weg in unterschiedliche Richtungen, hauptsächlich in die Vertikale, zu bewegen und seinen Körper gegen die Einwirkung der Schwerkraft im Gleichgewicht zu halten (vgl. auch Witzel 1998, 133). Für die Kletterbewegung stellt sich die Kontrolle des Körperschwerpunktes und somit der Erhalt eines stabilen Gleichgewichts als Grundlage dar (vgl. Pankotsch 1990, 65). Die Position des Körpers, des Körperschwerpunktes und der Extremitäten muss durch abgestimmte Aktivitäten verschiedener Muskeln und Muskelgruppen gesteuert werden. Die Bewegungskoordination beim Klettern hat damit eine räumliche (Körperposition und Körperschwerpunkt), eine zeitliche (Bewegungsrhythmus und -geschwindigkeit) sowie eine dynamische (Krafteinsatz) Dimension (vgl. hierzu Klein 1999b, 49). Die Bewegungsqualität des Kletterns resultiert weiterhin aus der Struktur des Fels (bzw. der künstlichen Wand), der Neigung, den Griff- und Trittkombinationen sowie der Absicherung (vgl. Klein 1999b, 49). Aus diesen komplexen Anforderungen heraus ergibt sich die Notwendigkeit beim Klettern jede Bewegung bewusst zu kontrollieren. Ein Zugriff auf die „Basis automatisierter Bewegungsabläufe“ (Lazik / Bittmann 2002, 191) ist nicht möglich. Beim Klettern handelt es sich somit um eine „offene Bewegungsfertigkeit, die sich deutlich sowohl in ihrer Struktur als auch ihrer Lehrmethodik“ (Klein 1999b, 50) von anderen unterscheidet. Der Lernprozess, der im Klettern genau genommen nie abgeschlossen wird, muss die Aneignung unterschiedlichster Bewegungsabläufe und Techniken ermöglichen, um flexibel und situativ angemessen auf die jeweiligen Anforderungen reagieren zu können.
1. Begründung der Themenwahl: Die Autorin begründet ihr Interesse an der Sportart durch ihre akademische Auseinandersetzung mit Bergsport sowie die Beobachtung, dass Klettern trotz seiner pädagogischen Eignung im Schulsport selten realisiert wird.
2. Zielstellung der Arbeit: Das Ziel ist die Vorstellung des Kletterns als relevante Sportart für die Schule und die Entwicklung von Anregungen für eine mehrperspektivische Umsetzung im schulischen Alltag.
3. Methodologisches Vorgehen: Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Fachliteratur, Rahmenlehrplänen sowie informellen Gesprächen mit verschiedenen Akteuren und dem Besuch von Kletteranlagen.
4. Eine Betrachtung der Sportart Klettern: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick, definiert Merkmale, Techniken sowie Leistungsstrukturen und erläutert diverse Kletterformen von Bouldern bis zum Alpinklettern.
5. Klettern als Trendsportart: Es folgt eine Diskussion über den Begriff „Trendsport“ in Bezug auf das Klettern sowie die Analyse, ob und wie solche Sportarten sinnvoll in das schulische Curriculum integriert werden können.
6. Das pädagogische Potenzial des Klettersports: Hier wird detailliert analysiert, wie Klettern physische und psychische Entwicklung, soziale Kompetenzen sowie den Umgang mit Risiko und Wagnis bei Kindern und Jugendlichen fördern kann.
7. Das Klettern in der schulischen Praxis: Dieses Kapitel behandelt die konkreten Rahmenbedingungen, Qualifikationsanforderungen, Umsetzungsvarianten im Unterricht und außerhalb sowie die Gestaltung von Unterricht nach dem Konzept der Mehrperspektivität.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung, die Klettern als wertvollen Bestandteil für einen modernen Sportunterricht bestätigt und für dessen stärkere Berücksichtigung plädiert.
Klettern, Schulsport, Trendsport, Sportpädagogik, Bewegungserfahrung, Mehrperspektivität, Didaktik, Wagniserziehung, Risikokompetenz, Leistungsstruktur, Bewegte Schule, Körpererfahrung, soziale Kompetenz, Sportunterricht, Bewegungsförderung.
Die Hausarbeit setzt sich mit der Bedeutung und den Möglichkeiten des Kletterns als schulsportlicher Inhalt in Berlin und Brandenburg auseinander.
Die zentralen Themen umfassen die Einordnung des Kletterns als Trendsportart, das pädagogische Potenzial der Sportart und die praktische Umsetzung in der Schule.
Das Ziel ist es, Klettern als relevante Sportart für den Schulsport vorzustellen und praktische sowie didaktische Anregungen für seine Integration zu bieten.
Es wurde eine literaturbasierte Analyse unter Einbeziehung von Rahmenlehrplänen, SPRINT-Studie sowie praktischen Erfahrungen und informellen Gesprächen durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Betrachtung der Sportart, die Diskussion der Trendsport-Thematik, die Analyse des pädagogischen Potenzials und die ausführliche Darstellung von Umsetzungsformen im schulischen Kontext.
Die wichtigsten Schlagworte sind Klettern, Schulsport, Sportpädagogik, Mehrperspektivität, Wagniserziehung und Bewegungserfahrung.
Klettern bietet aufgrund seiner Struktur eine "offene Bewegungsfertigkeit", die bewusste Steuerung erfordert und nicht auf standardisierten Bewegungsnormen basiert, was einen hohen Aufforderungscharakter besitzt.
Die Bezeichnung resultiert aus der medialen Aufbereitung und dem wachsenden Interesse, wobei die Arbeit argumentiert, dass Klettern trotz dieses Images aufgrund seiner Geschichte kein kurzfristiger Modeerscheinungs-Sport ist.
Das Wagnis ist ein zentrales Element, da es Schüler herausfordert, Unsicherheit auszuhalten, Selbstvertrauen durch die Bewältigung von Risiken aufzubauen und so die eigene Identität zu stärken.
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