Examensarbeit, 2003
169 Seiten, Note: 2,0
Vorwort
Einleitung
1. Jakob und Esau- eine Exegese
1.1 Die Geburt Jakob und Esau (Gen 25, 19-26)
1.2 Der Verkauf des Erstgeburtsrechts (Gen 25,27-34)
1.3 Isaak in Gerar und Beerscheba (Gen 26,23-35)
1.4 Der Erstgeburtssegen (Gen 27,1-40)
1.5 Jakobs Flucht nach Haran (Gen 27,41-28,22)
1.6 Jakobs Frauen und Söhne (Gen 29,1-30,24)
1.7 Jakobs List gegen Laban (Gen 30,25-43)
1.8 Jakobs Trennung von Laban (Gen 31,1-32,1)
1.9 Die Boten und Geschenke für Esau (Gen 32,2-22)
1.10 Jakobs Kampf mit Gott (Gen 32,23-33)
1.11 Jakobs Versöhnung mit Esau (Gen 33,1-20)
1.12 Die Rache der Jakobssöhne an den Sichemiten (Gen 34,1-31)
1.13 Jakob wieder in Bet-El (Gen 35, 1-5)
1.14 Benjamins Geburt und Rahels Tod (Gen 35,16-20)
1.15 Die Söhne Jakobs und der Tod Isaaks (Gen 25,21-29)
1.16 Die Nachkommen Esaus (Gen 36,1-43)
2. Jakob und Esau- eine bibeldidaktische Betrachtung
2.1 Definition Bibeldidaktik
2.2 Verschiedene Ansätze der Bibeldidaktik
2.2.1 Der hermeneutische Religionsunterricht
2.2.2 Der problemorientierte Religionsunterricht
2.2.3 Die Symboldidaktik
2.3 Der bibeldidaktische Ansatz nach Ingo Baldermann
2.3.1 Die Bibeldidaktik von Ingo Baldermann
2.3.2 Die Psalmendidaktik nach Ingo Baldermann
2.3.3 Kritik an Baldermanns bibeldidaktischen Ansatz
3. Jakob und Esau- ein Versuch der Umsetzung im Unterricht
3.1 Alttestamentliche Texte im Religionsunterricht der Grundschule
3.2 Ein Unterrichtsbeispiel
3.2.1 Der Bildungsplan- Lehrplaneinheit Jakob und Esau
3.2.2 Planung der ersten Stunde
3.2.3 Planung der zweiten Stunde
3.2.4 Planung der dritten Stunde
3.2.5 Planung der vierten Stunde
3.2.6 Planung der fünften Stunde
3.2.7 Planung der sechsten Stunde
3.2.8 Planung der siebten Stunde
3.2.9 Planung der achten Stunde
Schluss
Ziel der Arbeit ist es, die Erzählung von Jakob und Esau historisch-kritisch zu exegieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese biblischen Texte didaktisch sinnvoll im Religionsunterricht der Grundschule umgesetzt werden können.
1.2 Der Verkauf des Erstgeburtsrechts (Gen 25,27-34)
„27 Die Knaben wuchsen heran. Esau war ein Mann geworden, der sich auf die Jagd verstand, ein Mann des freien Feldes. Jakob dagegen war ein untadeliger Mann und blieb bei den Zelten. 28 Isaak hatte Esau lieber, denn er aß gern Wildbret; Rebekka aber hatte Jakob lieber. 29 Einst hatte Jakob ein Gericht zubereitet, als Esau erschöpft vom Feld kam. 30 Da sagte Esau zu Jakob: Gib mir doch etwas zu essen von dem Roten, von dem Roten da, ich bin ganz erschöpft. Deshalb heißt er Edom (Roter). 31 Jakob gab zur Antwort: Dann verkauf mir jetzt sofort dein Erstgeburtsrecht! 32 Schau, ich sterbe vor Hunger, sagte Esau, was soll mir da das Erstgeburtsrecht? 33 Jakob erwiderte: Schwör mir jetzt sofort! Da schwor er ihm und verkaufte sein Erstgeburtsrecht an Jakob. 34 Darauf gab Jakob dem Esau Brot und Linsengemüse; er aß und trank, stand auf und ging seines Weges. Vom Erstgeburtsrecht aber hielt Esau nichts“.
In Gen 25,27-34 gibt es keine genauen Hinweise, die sagen, aus welcher Quelle dieser Text stammt. Gerhard von Rad und Hans Jochen Boecker gehen aber davon aus, dass es sich hier um die jahwistische Überlieferung handelt.
Die beiden Brüder könnten unterschiedlicher gar nicht sein. Esau wurde Jäger, er liebte die freie Natur und Jakob wurde Hirte. Dass Jakob Hirte wurde, wird im Bibeltext nicht wörtlich erwähnt. Die Tatsache aber, dass er „bei den Zelten blieb“, lässt vieles dafür sprechen. „Herangewachsen, lebten sich die beiden Brüder vollends auseinander, denn in ihnen bekamen diejenigen beiden gegensätzlichen Lebenshaltungen Gestalt, die für das damalige noch viel bewaldete Palästina typisch waren, die des Jägers und die des Hirtens“. Es treffen zwei Lebensbereiche aufeinander, die eigentlich nicht viel miteinander zu tun haben, „aber sie sind doch nicht völlig voneinander getrennt, sie begegnen sich, und so kann es dann auch zu Reibungen und Konflikten kommen“.
1. Jakob und Esau- eine Exegese: In diesem Kapitel wird eine historisch-kritische Analyse der einzelnen Abschnitte der Erzählung von Jakob und Esau aus der Genesis vorgenommen.
2. Jakob und Esau- eine bibeldidaktische Betrachtung: Hier werden grundlegende bibeldidaktische Ansätze, insbesondere der Ansatz von Ingo Baldermann, auf ihre Eignung für die Grundschule geprüft.
3. Jakob und Esau- ein Versuch der Umsetzung im Unterricht: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Umsetzung und Planung von Unterrichtseinheiten zur Jakob-Esau-Geschichte in der dritten Klasse.
Jakob, Esau, Genesis, Exegese, Bibeldidaktik, Religionsunterricht, Grundschule, Erstgeburtsrecht, Segen, Ingo Baldermann, Hermeneutik, Symboldidaktik, Unterrichtsplanung, Patriarchengeschichte, Altes Testament.
Die wissenschaftliche Hausarbeit beschäftigt sich mit der alttestamentlichen Erzählung von Jakob und Esau und deren didaktischer Aufarbeitung für den Religionsunterricht an Grundschulen.
Die zentralen Themen sind die historisch-kritische Exegese der Texte, verschiedene Konzepte der Bibeldidaktik sowie die praktische Planung und Umsetzung von Unterrichtsstunden.
Das primäre Ziel ist es, exegetische Erkenntnisse mit bibeldidaktischen Ansätzen zu verknüpfen, um eine begründete Unterrichtseinheit für die dritte Klasse zu entwickeln.
Es wird eine historisch-kritische Exegese angewandt, um die biblischen Texte zu erschließen, kombiniert mit einer Analyse fachdidaktischer Theorien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine exegetische Untersuchung, eine didaktische Theoriebetrachtung (mit Fokus auf Ingo Baldermann) und einen praktischen Umsetzungsentwurf.
Jakob, Esau, Exegese, Bibeldidaktik, Grundschule, Ingo Baldermann, Unterrichtsplanung, Segen.
Die Autorin ist selbst ein Zwilling und empfindet das komplexe Verhältnis der beiden Brüder, das von Betrug, Neid, aber auch Versöhnung geprägt ist, als pädagogisch besonders anregend.
Die Autorin argumentiert, dass der Baldermann'sche Ansatz besonders für die Grundschule geeignet ist, da er den unmittelbaren, dialogischen Zugang zur Bibel fördert, ohne die Kinder mit exegetischem Fachwissen zu überfordern.
Aufgrund der grausamen Bluttat, die im Widerspruch zum angestrebten "Happy End" und dem Verständnis der Kinder steht, wird der Einsatz dieses Abschnitts im Unterricht der Grundschule skeptisch hinterfragt.
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