Magisterarbeit, 2007
141 Seiten, Note: gut
1. EINLEITUNG
2. VERORTUNG DES GEGENSTANDS FILM
2.1 Film - Definition und Abgrenzung in dieser Arbeit
2.2 Film - Annäherung von Kino und Fernsehen
2.3 Unterhaltung versus Information im Schulkontext?
2.4 Der Spielfilm und seine didaktischen Potenziale
3. MEDIENPÄDAGOGIK ALS ÜBERGEORDNETES ZIEL
3.1 Verortung der Medienpädagogik
3.2 Medienkompetenz
3.3 Wozu Medienpädagogik und Medienkompetenz überhaupt?
3.3.1 Mediennutzung und ihre gesellschaftliche Bedeutung
3.3.2 Wissenkluft und Digital Divide
3.3.3 Die Bedeutung der Schule
4. FILMPÄDAGOGIK
4.1 Filmkompetenz als Teil einer übergreifenden Medienkompetenz
4.2 Definition und Verortung der Begriffe um den Komplex Filmpädagogik
4.2.1 Filmbildung und Filmerziehung
4.2.2 Definition Filmkompetenz
4.3 Gesellschaftliche Bedeutung der Filmkompetenz
5. "KINO MACHT SCHULE" UND FOLGEENTWICKLUNGEN
5.1 Der Kongress "Kino macht Schule" 2003
5.2 Die Filmkompetenzerklärung
5.2.1 Forderung I: Ein Anliegen an die Kultusministerkonferenz
5.2.2 Forderung II: Fächerübergreifend bewegte Bilder zu entziffern lernen
5.2.3 Forderung III: Die Lehrerbildung
5.2.4 Forderung IV: Der Filmkanon und die Reaktionen
5.2.4.1 Der Entstehung des Filmkanons
5.2.4.2 Die Auswahlkommission
5.2.4.3 Film als Träger von (Jugend-)Kultur
5.2.5 Forderung V: Gründung des Netzwerks Vision Kino
5.2.6 Forderung VI: Novelle des Filmförderungsgesetzes
5.2.7 Forderung VII: Modellprojekt Lehrerfortbildung
6. METHODIK UND FORSCHUNGSPROZESS
6.1. Recherche
6.2. Forschungsleitendes Verständnis
6.3. Experteninterviews
6.3.1 Die Experten
6.3.2 Ablauf der Interviews
6.4. Auswertung
7. ZUSAMMENHÄNGE, STRUKTUREN, HINDERNISSE UND PERSPEKTIVEN SCHULISCHER FILMPÄDAGOGIK
7.1 Schulorganisatorische Strukturen
7.1.1 Eigenes Fach „Filmbildung“ oder integrativer Einsatz?
7.1.2 In welchen Fächern die Arbeit mit Film?
7.1.3 Stellenwert Film im Vergleich zu anderen Medien im Unterricht
7.1.4 „Altes“ Lehrmedium Film in Konkurrenz zu „neuen“ Medien
7.1.5 PISA - Folgen für die Filmpädagogik?
7.2. Einheitliche Bemühungen innerhalb der Filmpädagogik?
7.2.1 Ein Nebeneinander und fehlende Kooperationen
7.2.2 Unterschiedliche filmpädagogische Motive und didaktische Ziele
7.3 Bildungspolitik und die KMK
7.3.1 KMK - Bildungspolitische Entscheidungsträger und Hindernisse
7.3.2 Die föderale Struktur als Bremse für Filmimplementierung?
7.4. Lehrerbildung
7.4.1 Wie steht es um die Filmkompetenz der Lehrer?
7.4.2 Unterhaltungsmedium Film und Akzeptanz
7.4.3 Wie wird Film derzeit eingesetzt?
7.4.4 Hindernisse im Alltag und Organisatorisches
7.4.5 Aus- und Fortbildung
7.5. Ort der Filmrezeption
7.5.1 Vision Kino
7.5.2 Kinointeressen?
7.5.3 Filmrezeption im Kino oder in der Schule - beides?
7.5.3.1 Schule und Urheberrechte des Films
7.5.3.2 Lernort Kino
7.6 Perspektiven: Was verändern? Wie fördern?
8. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht explorativ den aktuellen Status quo, die bestehenden Strukturen sowie Hindernisse und Perspektiven der schulischen Filmpädagogik in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Diskrepanz zwischen der medienpädagogischen Forderung nach Filmkompetenz und deren tatsächlicher, oft marginalisierter Umsetzung im schulischen Alltag zu gewinnen.
2.4 Der Spielfilm und seine didaktischen Potenziale
„Der Spielfilm ist ein Seismograph gegenwärtiger Stimmungen, Befindlichkeiten und Entwicklungen. Gelingt es, ihn in pädagogischen Zusammenhängen zu nutzen, ohne seine Aura zu zerstören und ohne ihn den Jugendlichen durch Pädagogisierung 'wegzunehmen', dann eröffnen sich über dieses Medium zahlreiche Möglichkeiten, bei Kindern und Jugendlichen bereits vorhandene Medienkompetenz abzufragen und zu nutzen und den gezielten Erwerb neuer und erweiterter Fähigkeiten beim Umgang mit Medien zu fördern.“ (WÖRTHER 2006: 6f)
Ausschnittweise soll nun mit dem Einfühlungsvermögen, als Teil emotionaler Intelligenz, eines von vielen Potenzialen des Spielfilms hier konsequent ausgebreitet werden.19
„Spielfilme [...] schaffen Perspektiven und ermöglichen Empathie, also die Fähigkeit, sich in andere Menschen und Lebenssituationen hineinzuversetzen.“ (VON GOTTBERG 2005: 19). Die Ermöglichung von Empathie scheint mir, neben anderen Aspekten die Filmrezeption beinhalten kann, ein aus pädagogischer Perspektive sehr wichtiger Aspekt zu sein, der gesamtgesellschaftliche Bedeutung besitzt und ggf. auch vermehrt zu harmonisierender Interaktion zwischen verschiedenen Ländern, Völkern und Bürgern beitragen könnte.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit bewegter Bilder und leitet die Forderung nach Filmkompetenz als Teil der Medienpädagogik ab, während der geringe Stellenwert des Films im deutschen Schulunterricht kritisiert wird.
2. VERORTUNG DES GEGENSTANDS FILM: Dieses Kapitel definiert Film vornehmlich als Spielfilm und diskutiert seine didaktischen Potenziale sowie die medienpädagogische Bedeutung von Unterhaltung versus Information im Schulkontext.
3. MEDIENPÄDAGOGIK ALS ÜBERGEORDNETES ZIEL: Es wird der Versuch unternommen, Filmpädagogik innerhalb der Medienpädagogik und des Medienkompetenz-Konzepts zu verorten, wobei besonders auf die Problematik der Mediennutzung und die Bedeutung der Schule eingegangen wird.
4. FILMPÄDAGOGIK: Dieses Kapitel thematisiert die Filmkompetenz als Teil der Medienkompetenz und diskutiert die Begriffsdefinitionen und die gesellschaftliche Bedeutung im schulischen Umfeld.
5. "KINO MACHT SCHULE" UND FOLGEENTWICKLUNGEN: Hier wird der Kongress von 2003, die daraus resultierende Filmkompetenzerklärung sowie die Implementierung des Filmkanons und die Gründung des Netzwerks Vision Kino kritisch hinterfragt.
6. METHODIK UND FORSCHUNGSPROZESS: Der Autor beschreibt den forschungsleitenden Prozess, die Experteninterviews und die gewählte Auswertungsmethode, um Erkenntnisse über das heterogene Feld der Filmpädagogik zu gewinnen.
7. ZUSAMMENHÄNGE, STRUKTUREN, HINDERNISSE UND PERSPEKTIVEN SCHULISCHER FILMPÄDAGOGIK: Dieses zentrale Kapitel analysiert schulorganisatorische Strukturen, die Rolle der KMK, die Bedeutung der Lehrerbildung sowie den Ort der Filmrezeption und entwickelt daraus Perspektiven zur Förderung.
8. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei der Filmintegration in den Unterricht und fordert konkrete strukturelle Verbesserungen.
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Die Arbeit untersucht explorativ den aktuellen Stand, die Strukturen sowie Hindernisse und Perspektiven der schulischen Filmpädagogik in Deutschland.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Bedeutung von Filmkompetenz, die Rolle der Lehrerausbildung, die bildungspolitische Verankerung des Themas sowie die Analyse von Initiativen wie dem Filmkanon.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der medienpädagogischen Forderung nach Filmkompetenz und der tatsächlichen Umsetzung im deutschen Schulsystem zu verstehen und aufzudecken.
Der Autor führt eine explorative Studie durch, die auf einer fundierten Literaturanalyse sowie Experteninterviews mit Fachleuten aus Wissenschaft, Schule und Filmpraxis basiert.
Der Hauptteil analysiert die schulorganisatorischen Rahmenbedingungen, die Rolle der KMK, die Lehrerbildung sowie verschiedene Orte der Filmrezeption (Kino vs. Schule) und bewertet aktuelle filmpädagogische Initiativen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Filmkompetenz, Filmbildung, Medienpädagogik, Filmkanon, Lehrerbildung und die Integration von Film in den Schulunterricht.
Kritisiert wird insbesondere die fehlende Einbeziehung von Pädagogen bei der Auswahl, die Missachtung der Schülerbedürfnisse sowie praktische Hürden bei der Kopienverfügbarkeit und den Urheberrechten.
Die Lehrerbildung wird als "Nadelöhr" identifiziert. Viele Lehrer fühlen sich ohne spezifische Kompetenzen überfordert, den Film didaktisch reflektiert im Unterricht einzusetzen, was oft zu einer Vernachlässigung oder rein oberflächlichen Nutzung führt.
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