Diplomarbeit, 2006
72 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Begriffsabgrenzungen und Grundlagen des Kreditrisikomanagements
2.1 Begriff und Wesen des Kreditrisikos
2.1.1 Bonitäts- und Ausfallrisiko
2.1.2 Risikoparameter PD, LGD, EAD und M als Bestimmungsgrößen des Kreditrisikos
2.1.3 Abgrenzung zwischen erwarteten und unerwarteten Verlusten
2.1.4 Aufsichtliche Definition des Kreditausfalls
2.2 Betriebswirtschaftliche Verfahren zur Messung des Kreditrisikos
2.2.1 Bankinterne Zielsetzung der Kreditrisikomessung
2.2.2 Risikomaße zur Quantifizierung der Verluste im Kreditgeschäft
2.2.2.1 Anforderungen an Kreditrisikomaße
2.2.2.2 Varianz und Standardabweichung
2.2.2.3 Lower Partial Moment
2.2.2.4 Value-at-Risk
2.3 Ausgewählte bankinterne Verfahren zur Schätzung der schuldnerspezifischen Ausfallwahrscheinlichkeit als eine der zentralen Größen des Kreditrisikos
2.3.1 Individualanalyse auf Basis von Expertenwissen
2.3.2 Ratingsysteme auf Basis der Diskriminanzanalyse
2.3.2.1 Vorgehensweise
2.3.2.2 Alpha- und Betafehler
2.3.3.3 Trennschärfe
2.4 Aggregation des Kreditrisikos auf Portfolio- und Gesamtbankebene
2.4.1 Wirkung von Korrelation und Diversifikation auf Portfolioebene
2.4.2 Berechnung des Value-at-Risk aus Ausfallwahrscheinlichkeit und Ausfallkorrelation im Asset Value Modell
2.4.2.1 Schwellenwert für das Ausfallereignis
2.4.2.2 Berücksichtigung von systematischem und unsystematischem Risiko im Faktormodell
3 Kreditrisiko als Gegenstand aufsichtsrechtlicher Regulierungen
3.1 Struktur der deutschen Bankenaufsicht und rechtliche Grundlagen der Mindestanforderungen an die Kreditrisikomessung
3.1.1 Beteiligte und Zielsetzung der Bankenaufsicht
3.1.2 Basel II und dessen Umsetzung in nationales Recht
3.2 Aufsichtsrechtliche Mindestanforderungen an interne Ratingsysteme zur Messung des Kreditrisikos
3.2.1 Ausgewählte allgemeine Anforderungen
3.2.2 Qualitative Validierung interner Ratingsysteme
3.2.3 Quantitative Validierung interner Ratingsysteme
3.2.3.1 Backtesting
3.2.3.2 Benchmarking
3.3 Aufsichtsrechtliche Risikogewichtungsfunktion im IRB-Basisansatz
3.3.1 Vorbemerkung
3.3.2 Darstellung der aufsichtsrechtlichen Risikogewichtungsfunktion
3.3.3 Interpretation der Risikogewichtungsfunktion und Einordnung in die betriebswirtschaftlichen Verfahren zur Messung von Kreditrisiken
4 Bewertung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen
4.1 Bewertung der Anforderungen zur quantitativen und qualitativen Validierung interner Ratingsysteme
4.2 Bewertung der aufsichtsrechtlichen Risikogewichtungsfunktion
4.2.1 Bewertung in Bezug auf die bankinterne Zielsetzung
4.2.2 Bewertung in Bezug auf die aufsichtliche Zielsetzung
5 Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit analysiert die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Verfahren zur Ermittlung des Kreditrisikos im Kontext von Basel II, mit einem besonderen Fokus auf den auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRB-Ansatz). Ziel ist es, die regulatorischen Vorgaben darzustellen, kritisch zu hinterfragen und deren Konformität mit bankinternen sowie aufsichtlichen Zielsetzungen zu bewerten.
2.2.2.4 Value-at-Risk
Der Value-at-Risk beziffert den maximalen Verlust aus einer Risikoposition, der mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht überschritten wird. Diese Wahrscheinlichkeit wird als Konfidenzniveau p bezeichnet. Statistisch gesehen entspricht der VaR dem (1-p)-Quantil der Wahrscheinlichkeitsverteilung, also der Umkehrfunktion der gegebenen Verteilungsfunktion f(x):
VaR(1 - p) = -Q(1 - p) = -F⁻¹(1 - p)
Für die Ermittlung des VaR ist die Kenntnis der Wahrscheinlichkeitsverteilung der Verluste essentielle Voraussetzung. Falls diese nicht empirisch ermittelbar ist, hat daher eine entsprechende Modellierung zu erfolgen. Diese beinhaltet zumeist bestimmte Verteilungsannahmen sowie den Rückgriff auf historische Beobachtungen.
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Überarbeitung der Baseler Eigenkapitalregeln aufgrund der Ineffizienz pauschaler Ansätze und skizziert den Fokus auf den IRB-Ansatz sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Begriffsabgrenzungen und Grundlagen des Kreditrisikomanagements: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe des Kreditrisikos, stellt betriebswirtschaftliche Messverfahren wie Varianz und VaR vor und erläutert Ratingmethoden sowie die Risikomodellierung.
3 Kreditrisiko als Gegenstand aufsichtsrechtlicher Regulierungen: Es wird die Struktur der deutschen Bankenaufsicht erklärt, Basel II in den regulatorischen Kontext eingeordnet und die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen an Ratingsysteme sowie die Risikogewichtungsfunktion im IRB-Ansatz detailliert analysiert.
4 Bewertung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen: Hier findet eine kritische Auseinandersetzung mit der Validierung interner Ratingsysteme und der Konformität der aufsichtsrechtlichen Risikogewichtungsfunktion mit bankinternen sowie regulatorischen Zielen statt.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse der Analyse und unterstreicht die wachsende Bedeutung des Paradigmenwechsels hin zu einer prinzipienorientierten Bankenaufsicht.
Kreditrisiko, Basel II, IRB-Ansatz, Risikomanagement, Bankenaufsicht, Value-at-Risk, Rating, Validierung, Eigenkapitalunterlegung, Ausfallwahrscheinlichkeit, Diskriminanzanalyse, Solvabilitätsverordnung, MaRisk, Risikogewichtungsfunktion, Finanzstabilität.
Die Diplomarbeit untersucht die aufsichtsrechtlichen Vorgaben für Verfahren zur Ermittlung von Kreditrisiken, insbesondere im Rahmen der Umsetzung von Basel II in Deutschland.
Im Zentrum stehen die bankinternen Methoden der Kreditrisikomessung, die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an interne Ratingsysteme sowie die Bewertung der regulatorischen Risikogewichtungsfunktion.
Das Ziel ist die Darstellung und Analyse der Anforderungen bei Anwendung eines auf internen Ratings basierenden Ansatzes (IRB) sowie die Überprüfung, inwieweit diese Anforderungen bankinternen und aufsichtlichen Zielsetzungen gerecht werden.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse betriebswirtschaftlicher Risikomodelle und setzt diese in den Kontext der aktuellen aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen, ergänzt durch eine kritische Bewertung basierend auf bankökonomischen Prinzipien.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen und Risikomaße, die Systematisierung der aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen an Ratingsysteme sowie die detaillierte mathematische Analyse der Risikogewichtungsfunktion des IRB-Basisansatzes.
Wesentliche Begriffe sind Kreditrisiko, Basel II, IRB-Ansatz, Risikomanagement, interne Ratingsysteme, Validierung und regulatorische Eigenkapitalanforderungen.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie die Grundlage für die aufsichtsrechtliche Entscheidung bildet, den IRB-Ansatz primär auf die Unterlegung unerwarteter Verluste auszurichten, was das Verständnis des Kreditrisikos im regulatorischen Sinne maßgeblich prägt.
Der Autor stuft die Funktion als Kompromisslösung ein, die zwar eine differenziertere Risikomessung als alte Ansätze erlaubt, aber aufgrund vereinfachender Annahmen (z.B. perfekte Diversifikation) und prozyklischer Effekte auch kritisch zu hinterfragen ist.
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