Diplomarbeit, 2007
111 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen der Corporate Governance
2.1 Definition der Corporate Governance
2.2 Unterscheidung zwischen Shareholder- und Stakeholder-Ansatz
2.3 Prinzipal Agenten Theorie
2.4 Abgrenzung von Single Board und dualistischem System
3 Corporate Governance in der VR China
3.1 Ziele der Corporate Governance
3.2 Rechtliche Grundlagen der Corporate Governance
3.2.1 Rechtsnatur des Corporate Governance Kodex
3.2.2 Grundzüge des Kapitalgesellschaftsgesetzes
3.2.3 Grundzüge der Satzungsanleitungen chinesischer Aktiengesellschaften
3.3 Der Chinesische Corporate Governance Kodex
3.3.1 Aktionäre und Hauptversammlung
3.3.2 Beherrschender Aktionär und börsenzugelassene Gesellschaft
3.3.3 Vorstandsmitglieder und Vorstand
3.3.4 Aufsichtsratsmitglieder und Aufsichtsrat
3.3.5 Weitere Aspekte des CCG-Kodex
4 Unternehmensinterne Probleme der Umsetzung des CCG-Kodex
4.1 Interessen und Rechte der Aktionäre
4.1.1 Rechte der Aktionäre und Handlungsspielraum der Hauptversammlung
4.1.2 Der Einfluss institutioneller Investoren auf die Corporate Governance
4.1.3 Kritische Würdigung der Aktionärsrechte
4.2 Einfluss des „größten“ Aktionärs
4.2.1 Aktionärsstruktur in der chinesischen Aktiengesellschaft
4.2.2 Einfluss des beherrschenden „staatlichen“ Aktionärs
4.2.3 Kritische Würdigung des beherrschenden Aktionärs
4.3 Handlungsspielraum des Vorstands zwischen KgesG und CCG-Kodex
4.3.1 Informationsasymmetrien als Quelle des Prinzipal Agenten Konflikts
4.3.2 Kritische Würdigung der Handlungsspielräume des Vorstandes
4.4 Aufsichtsrat und unabhängige Vorstandsmitglieder
4.4.1 Überwachungsorgane im Kontext der Agency-Theorie
4.4.2 Fehlende Kontroll- und Durchsetzungsbefugnis des Aufsichtsrates
4.4.3 Unabhängige Mitglieder des Vorstandes als Kontrollorgan
4.4.4 Kritische Würdigung der Kontroll- und Aufsichtsorgane
5 Schlussbetrachtung
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, das Verhältnis zwischen den Eigentümern einer chinesischen Aktiengesellschaft und deren Unternehmensleitung sowie der entsprechenden Überwachung im Kontext des chinesischen Corporate Governance Kodex (CCG-Kodex) zu analysieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie effektiv die implementierten Corporate Governance Strukturen in der Volksrepublik China funktionieren, insbesondere vor dem Hintergrund von staatlichem Einfluss und spezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen.
Die Prinzipal Agenten Theorie
Aus der Unterscheidung zwischen Shareholder und Stakeholder Ansatz leitet sich indirekt eine weitere normative Differenzierung ab. Es stellt sich die Frage, wie stark der Unternehmensaufbau auf die Kontrolle des Managements ausgerichtet sein sollte.
Die Prinzipal Agenten-Theorie (Agency-Theorie) bietet ein Modell, um das Handeln von Menschen in einer Hierarchie zu erklären. Sie stellt einen Teilbereich der neuen Institutionenökonomie dar und befasst sich grundsätzlich mit der Beziehung eines Auftraggebers und eines Auftragnehmers. Grund der vorliegenden Auftragsbeziehung ist die Trennung von Eigentum und Verfügungsmacht. Dabei überträgt der Prinzipal (Auftraggeber, hier der Aktionär) die Verfügungsmacht über sein Eigentum an einen Agenten (Auftragnehmer, z. B. Management). Die dabei geschlossenen Verträge erweisen sich dabei als unvollständig, da nicht alle Risiken der Vertragsparteien bei Vertragsabschluss bekannt sind und vollständig ausgeschlossen werden können.
Ziele der Übertragung sind die Kostenminimierung der Unternehmensleitung sowie die Maximierung des benötigten Know-how der Unternehmensleitung. Ein professionelles Management verfügt zumeist über eine höhere Qualifikation und Spezialisierung als die Gesamtheit der Aktionäre.
Durch die Delegation der Unternehmensleitung und den eigenen Arbeitseinsatz sowie die Qualifikation entsteht dem Management ein Informationsvorsprung (Informationsasymmetrie) gegenüber den Aktionären. Die Informationsasymmetrie ermöglicht dem Management unentdeckt von den Aktionären eigene Interessen zu verfolgen. In der Agency-Theorie wird dem Management opportunistisches Verhalten zur Maximierung des eigenen Nutzens (Moral Hazard) und zulasten von Aktionärsinteressen vorgeworfen. Die verschiedenen Interessen des Managements lassen sich aufgrund unterschiedlicher Präferenzen des Managements wie folgt unterscheiden:
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Transformation der chinesischen Wirtschaft ein und begründet die Notwendigkeit des CCG-Kodex zur Steigerung von Vertrauen und Transparenz.
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen der Corporate Governance: Hier werden die theoretischen Basismodelle, insbesondere der Shareholder- und Stakeholder-Ansatz sowie die Prinzipal-Agenten-Theorie, dargelegt.
3 Corporate Governance in der VR China: Dieses Kapitel erläutert den rechtlichen Ordnungsrahmen, die Ziele der Corporate Governance und den Aufbau des CCG-Kodex.
4 Unternehmensinterne Probleme der Umsetzung des CCG-Kodex: Das Hauptkapitel analysiert die praktischen Umsetzungsprobleme, den Einfluss des Staates als beherrschenden Aktionär und die Rolle der Kontrollorgane.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Wirksamkeit der implementierten Governance-Strukturen im chinesischen Kontext.
Corporate Governance, China, CCG-Kodex, Prinzipal-Agenten-Theorie, Hauptversammlung, Vorstand, Aufsichtsrat, staatlicher Einfluss, institutionelle Investoren, Informationsasymmetrie, Kapitalgesellschaftsgesetz, Aktionärsrechte, Börse, Unternehmensführung, Kontrolle.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und praktischen Implementierung des chinesischen Corporate Governance Kodex (CCG-Kodex) in der Volksrepublik China.
Zentrale Themen sind die rechtlichen Grundlagen für chinesische Aktiengesellschaften, die Rolle des Staates als beherrschenden Aktionär sowie die Wirksamkeit der internen Kontrollmechanismen.
Das Ziel ist die Darstellung des Verhältnisses zwischen den Eigentümern einer chinesischen Aktiengesellschaft und deren Management sowie die Analyse der Probleme bei der Überwachung im Kontext des CCG-Kodex.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis der Institutionenökonomie sowie eine Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen und deren praktische Anwendung durch die CSRC.
Der Hauptteil widmet sich intensiv den unternehmensinternen Problemen der Umsetzung, wie z.B. dem mangelnden Einfluss von Kleinaktionären und der starken Verflechtung von staatlicher Verwaltung und Unternehmensleitung.
Wichtige Begriffe sind Corporate Governance, Prinzipal-Agenten-Theorie, staatlicher Einfluss, Aktionärsschutz und Kontrollorgane.
Aufgrund der historischen Privatisierung staatseigener Betriebe hält der Staat in der Mehrheit der börsennotierten Unternehmen eine beherrschende Aktienmehrheit, was direkten Einfluss auf die Besetzung von Führungspositionen ermöglicht.
Der Aufsichtsrat leidet unter fehlenden Durchsetzungsbefugnissen, mangelnder Unabhängigkeit gegenüber dem Management und einer oft nur formalen Besetzung, was eine effektive Kontrolle erschwert.
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