Magisterarbeit, 1998
104 Seiten, Note: 2,8
0. EINLEITUNG
1. METHODIK UND AUSWAHL
1.1. AUFBAU UND QUELLENLAGE
1.2. METHODE UND PROBLEMFELDER DER ARBEIT
1.3. ERLÄUTERUNG ZUR VERWENDUNG VON BEGRIFFEN
1.4. ZUR AUSWAHL DER FILME
2. MYTHOS UND SYMBOL
2.1. ZU DEN ARCHETYPEN
2.1.1. Archetypen und Urbilder
2.1.2. Archetypen und Urbilder als mythologische Motive im kulturellen Kontext
2.2. ZUM MYTHOS
2.2.1. Zur Definition des Mythos
2.2.2. Typologie und Beispiele
2.2.3. Mythen und Rituale
2.3. DAS URSYMBOL
2.3.1. Definition
2.3.2. Einführung in die Natursymbolik: Pflanzen und Tiere
2.3.3. Einführung in die Farb- und Formsymbolik
2.4. ZUSAMMENFASSUNG
3. DER HORRORFILM
3.1. ZUM BEGRIFF
3.1.1. Der Begriff “Horror”
3.1.2. Zur Definition des Horrorgenres
3.2. GESCHICHTLICHER ABRIß
3.3. ZUR KLASSIFIKATION DES GENRES HORRORFILM
3.4. HORRORFILM UND TRAUM
3.5. ZUSAMMENFASSUNG
4. DAS BÖSE
4.1. ZUM BEGRIFFSPAAR GUT UND BÖSE
4.2. ABRIß ÜBER DEFINITION UND VERSTÄNDNIS DES BÖSEN
4.3. FORMEN DER AGGRESSION UND DES BÖSEN
4.4. MYTHISCHE FIGUREN IN DER GESTALT DES BÖSEN
4.5. DAS BÖSE IM HORRORFILM
4.5.1. Erscheinungsformen des Bösen im Horrorfilm: Das Halbwesen
4.5.2. Archetypen des Horrors und des Grauens
4.6. ZUSAMMENFASSUNG
5. ZUR FILMANALYSE: METHODISCHE, METHODOLOGISCHE UND HYPOTHETISCHE ASPEKTE
6. ZU DEN FILMEN
6.1. “DAMIEN - DAS OMEN II”
6.1.1. Inhaltsangabe
6.1.3. Latente Strukturen
6.2.1. Inhaltsangabe
6.2.2. Manifeste Inhalte
6.2.3. Latente Inhalte
7. DAS MANIFESTE BÖSE ALS WANDLUNGSSYMBOLIK
Diese Arbeit zielt darauf ab, die archaische Natur der Themen des Horrorfilms nachzuweisen, indem sie Darstellungen des Bösen auf mythologische Urbilder und Symbole zurückführt. Unter Anwendung einer hermeneutisch orientierten Filmanalyse werden ausgewählte Filme wie "Damien – Das Omen II" und "Die Körperfresser kommen" untersucht, um die tieferliegenden mythologischen Strukturen hinter der manifesten Handlungsebene freizulegen.
3.1.2. Zur Definition des Horrorgenres
Was sind die Merkmale eines Ereignisses oder einer Situation, wie Grauenerregendes, Schauderhaftes, Ekliges, die Angst auslösen können?
Die Alltagserfahrung prägt die Auffassung vom Natürlichen. Die Realität erscheint als Einheit, „und unsere an dieser Einheit geschulten Sinne (individuell und evolutionsbiologisch) prägen die Grenzen unserer Vorstellungskraft“ (BAUMANN, 231). Die Situation des Horrors entsteht folglich in der Begegnung mit nicht-natürlichen Ereignissen oder Erscheinungen, die als Störung erscheinen, da sie die Einheit der Realität durchbrechen.
Das Nicht-Natürliche kann unterschieden werden: Es gibt das „Künstliche“, das „Widernatürliche“, das „Unnatürliche“ und das „Übernatürliche“ (nach BAUMANN, 175). Das „Unnatürliche“ sowie das „Übernatürliche“ sind die überwiegenden Motive des Horrorgenres. Das „Unnatürliche“ ist an eine konkrete Erscheinung gebunden, wie z.B. ein deformierter menschlicher Körper. Das „Übernatürliche“ wird definiert durch scheinbar im kausalen oder simultanen Zusammenhang stehende Ereignisse, die in der individuellen Wirklichkeitserfahrung nicht zusammenpassen (Vgl. BAUMANN, 175 f.).
Das Unnatürliche und das Übernatürliche haben einen gemeinsamen Faktor: die Unheimlichkeit der Geschehnisse oder Erscheinungen, die den Horror auslösen kann, denn zwei Bereiche werden konfrontiert: das empirisch gesicherte Natürliche und das kontraempirische Übernatürliche (BAUMANN, 184).
„Das Horrorgenre ist nicht an die Gesetze der Wahrscheinlichkeit gebunden.“ (SEEßLEN/ WEIL, 23). Der Horrorfilm unterscheidet sich vom Genre des „Thrillers“ durch sein Beharren auf der „Realität des Übernatürlichen als Störung.“ (BAUMANN, 246), und von der „Fantasy“, weil er dem Übernatürlichen die Alltagswirklichkeit zugrundelegt (BAUMANN, 246). Das heißt, das Horrorgenre „besteht auf der möglichen Präsenz des Übernatürlichen im Realen.“ (BAUMANN, 246). Die Existenz des Übernatürlichen wird von den Protagonisten im Horrorfilm nicht sofort als das Übernatürliche angenommen, zuerst wird meist nach rational-empirischen Erklärungsmustern gesucht (Vgl. BAUMANN, 286). Erst, wenn das Übernatürliche, z.B. durch eine unnatürliche Erscheinung unabweisbar ist, wird es als solches anerkannt. Strukturell offenbart sich das Entsetzliche nach und nach, Schicht für Schicht wird es vom fiktionalen Alltag abgehoben. „Die Protagonisten leugnen in der Regel die Existenz des Übernatürlichen, sie werden durch das Unerklärliche zu seiner Anerkennung gezwungen, da die Erscheinungen auf keine andere Weise hinreichend erfaßbar sind.“ (BAUMANN, 184).
0. EINLEITUNG: Einführung in die Archetypenlehre und deren Anwendung als methodische Basis für die Untersuchung mythologischer Motive in Horrorfilmen.
1. METHODIK UND AUSWAHL: Darlegung der Vorgehensweise und der Auswahlkriterien für die filmischen Beispiele unter Berücksichtigung der hermeneutisch orientierten Filmanalyse.
2. MYTHOS UND SYMBOL: Theoretische Grundlegung zu Archetypen, mythischen Strukturen und der Bedeutung von Ursymbolen als Grundlage für die Filmanalyse.
3. DER HORRORFILM: Analyse des Horrorgenres, seiner begrifflichen Definition, geschichtlichen Entwicklung und der engen Verknüpfung mit Traum und Phantastik.
4. DAS BÖSE: Philosophische und psychologische Abhandlung über die Definition des Guten und Bösen sowie deren Personifizierung als mythische Figuren.
5. ZUR FILMANALYSE: METHODISCHE, METHODOLOGISCHE UND HYPOTHETISCHE ASPEKTE: Erläuterung der konkreten methodischen Schritte bei der Anwendung der Traumanalyse auf filmische Inhalte.
6. ZU DEN FILMEN: Praktische Filmanalyse der Beispiele "Damien – Das Omen II" und "Die Körperfresser kommen" hinsichtlich ihrer Strukturen und Symbole.
7. DAS MANIFESTE BÖSE ALS WANDLUNGSSYMBOLIK: Synthese der Ergebnisse, in der das Böse als notwendiger Gegenpol und Auslöser für Wandlungsprozesse begriffen wird.
Horrorfilm, Mythos, Archetypen, C.G. Jung, Symbolik, das Böse, Halbwesen, Filmanalyse, Initiation, Unheimliches, Traum, Phantastik, Struktur, Wandlung, Polarität
Die Arbeit untersucht mythologische Strukturen, Motive und Symbole innerhalb des Horrorfilm-Genres und analysiert, wie diese zur Darstellung des "Bösen" genutzt werden.
Die zentralen Themen sind die Archetypenlehre von C.G. Jung, die Symboldeutung, das Konzept des Mythos und deren Manifestation im Horrorfilm sowie die philosophische Auseinandersetzung mit dem Begriff des Bösen.
Das Ziel ist der Nachweis, dass Horrorfilme archaische, mythische Urmodelle des Handelns enthalten und das Böse als Wandlungssymbol für den Menschen fungieren kann.
Es wird eine hermeneutisch orientierte, qualitative Filmanalyse angewandt, die den manifesten Filminhalt als Grundlage für die Erschließung latenter Sinnstrukturen nutzt.
Der Hauptteil erörtert theoretische Grundlagen zu Mythos, Symbol und Horror, definiert das Böse, erläutert die methodischen Aspekte und führt eine detaillierte Analyse der Filme "Damien – Das Omen II" und "Die Körperfresser kommen" durch.
Wichtige Begriffe sind Archetypen, das Kollektive Unterbewusste, das Halbwesen, Initiationsritual, Polarität und das Phönix-Motiv.
Die Autorin wählte den zweiten Teil der Trilogie, da er den Übergang des Protagonisten vom Kindes- zum Erwachsenenalter thematisiert und im Vordergrund der Analyse besonders der Ritualcharakter steht.
Während in "Damien – Das Omen II" der Antichrist-Mythos ein bewusster, benannter Faktor ist, muss in "Die Körperfresser kommen" der mythologische Aspekt durch die Dekodierung von Farb-, Form- und Natursymbolik erst erschlossen werden.
Das Böse wird als ein Phänomen verstanden, das zwei extreme Pole umfasst, deren Spannung jedoch als notwendiger Prozess für die Wandlung zum Guten und die Erlangung höherer Fähigkeiten interpretiert werden kann.
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