Diplomarbeit, 2001
126 Seiten, Note: 1,0
0. Prolog
1. Einleitung
2. Die Konstruktion von Geschlecht
2.1. Die Geschichte der Geschlechter
2.1.1. Unterschiede in Gleichheit
2.1.2. Die Aufklärung, die Moderne, die neuen Bürger
2.2. Und so wird’s gemacht: Geschlechter
2.2.1. Gender trouble und Diskurse
2.2.2. Geschlecht als Existenzweise
2.2.3. Materialität, Norm und Sprache
2.2.4. ‚Disko’
2. 3. Zusammenfassung
3. Die Herstellung von Männlichkeit
3.1. Die Theorie der hegemonialen Männlichkeit von Connell
3.1.1. Connells Hegemoniebegriff
3.1.2. Männlichkeiten
3.1.3. Globalisierung von Männlichkeiten
3.2. Bourdieu und männliche Herrschaft
3.2.1. Habitus und Kapitalien
3.2.2. Macht und symbolische Ordnung
3.3. Geschlecht als körperliche Inszenierung
3.4. Macht, Ordnung und Körper
3.5. Die Rede von der Krise
3.5.1. Männerverständigungsliteratur
3.5.1.1.Von der klassischen ...
3.5.1.2. ...zur veränderten Männlichkeit
3.5.1.3. Systematisierung, Zusammenfassung und Kritik
3.5.2. Männlichkeit und Arbeit in der Krisentheorie
3.5.3. Ästhetisierung
3.5.3.1. Ästhetisierung als Figur
3.5.3.2. Prozess, Appell und Zwang
3.6. Der bewegte Mann – eine Zusammenfassung
4. Die soziale Dimension der Medien
4.1. Die Verwirrung der Realität im Fernsehen
4.1.1. Über Soap Operas
4.1.2. Big Brother als Soap Opera
4.2.1. Die Konzeption von öffentlich und privat im Fernsehen
4.2.2. Die Verdrehung: öffentliches und privates bei Big Brother
4.3.1. Realität und Simulation in den Medien
4.3.2. Big Brother als Inszenierung. Was ist Reality am Reality TV?
4.2. Über die Rezeption
4.2.1. Die Rezeption von Soaps
4.2.2. Die Rezeption von Big Brother
4.5. Zusammenfassung
5. Big Brother
5.1. Die Spielregeln
5.2. Sensationell - die Bedeutung von Big Brother
5.3. Die Kandidaten
5.3.1. Die Selbstinszenierung der Bewohner
5.3.2. Die Inszenierung in Sekundärmedien
5.4. Inszenierung zwischen tradierter und veränderter Männlichkeit
6. Epilog
7. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die Konstruktion von Geschlecht und Männlichkeit im Kontext der Reality-Soap "Big Brother", mit dem Ziel zu analysieren, ob sich tradierte hegemoniale Männlichkeitsbilder unter dem Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen wandeln oder beibehalten werden.
3.3. GESCHLECHT ALS KÖRPERLICHE INSZENIERUNG
Als wichtiges Element der leiblichen Einschreibung von Geschlecht sei hier auf die geschlechtsbezogene Inszenierung in der sogenannten ‚Körpersprache’ eingegangen. Die alltägliche körperliche Inszenierung der Geschlechter stellt für die Analyse von Big Brother ein wichtiges Instrumentarium dar, da sich hier geschlechtsbezogene Äußerungen identifizieren lassen, die bei der bewussten Inszenierung im Fernsehen nicht sichtbar werden. Allerdings ist der hier zusammengefasste Ansatz auch nur unter einigen Einschränkungen verwendbar, die ich zum Ende des Abschnittes diskutieren werde.
Die leibliche Einschreibung ist, wie oben erläutert, eine wichtige Komponente der Konstruktion, ebenso wie die Wiedergabe durch die geschlechtlich entworfenen Körper. Dabei kann die Inszenierung auch als aktiver Konstruktionsprozess, als Tätigkeit begriffen werden. Der inkorporierte Ausdruck ist dabei als geschlechtsbezogener Beitrag betrachtbar. Da gerade in den Medien Bilder produziert werden, deren Funktionsweise sehr wohl unter einer linguistischen, symbolischen Position erklärbar sind, ist es für die spätere Analyse wichtig, eine Vorstellung der unterschiedlichen Körperkonstruktionen zu erhalten. Bilder mit geschlechtlichen Symboliken entfalten ihre Wirkung „weitgehend außerhalb bewußter Kontrolle”, deswegen sind sie auch so stabil. Wenger verweist in diesem Zusammenhang auf die Beharrungstendenz der Heterosexualität, obwohl sich scheinbare Veränderungen in der Geschlechterordnung ergeben.
0. Prolog: Das Kapitel führt in die erkenntnistheoretische Perspektive ein und betrachtet Realität und Wirklichkeit als soziale Konstruktionen.
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet das Forschungsinteresse an Männlichkeit und Herrschaft, eingebettet in einen pädagogischen Kontext und erste theoretische Überlegungen.
2. Die Konstruktion von Geschlecht: Das Kapitel legt den theoretischen Rahmen dar, wie Geschlecht als soziale Konstruktion produziert und durch Diskurse und Materialität geformt wird.
3. Die Herstellung von Männlichkeit: Hier wird die Binnenstruktur von Männlichkeit unter Rückgriff auf Connell und Bourdieu beleuchtet sowie der Diskurs um eine "Krise der Männlichkeit" erörtert.
4. Die soziale Dimension der Medien: Das Kapitel analysiert die Rolle der Medien bei der Produktion symbolischer Ordnungen und wie Fernsehen die Wahrnehmung von Realität und Geschlecht beeinflusst.
5. Big Brother: Dieses Kapitel bildet den empirischen Teil, in dem die Sendung "Big Brother" als Fallbeispiel für die Inszenierung von Männlichkeiten untersucht wird.
6. Epilog: Der Epilog fasst die Ergebnisse zusammen und schließt mit einer kritischen Reflexion über die Beharrungstendenzen bei Geschlechterkonstruktionen.
Männlichkeit, Geschlecht, soziale Konstruktion, hegemoniale Männlichkeit, R.W. Connell, Pierre Bourdieu, Medienanalyse, Big Brother, Reality-TV, Krise der Männlichkeit, Körpersprache,Doing Gender, Inszenierung, symbolische Gewalt, Macht.
Die Arbeit untersucht, wie Männlichkeit als soziale Konstruktion in den Medien, speziell in der Reality-Soap "Big Brother", hergestellt und inszeniert wird.
Die Arbeit verknüpft gesellschaftstheoretische Ansätze zur Konstruktion von Geschlecht mit medienwissenschaftlichen Analysen, um die Stabilität und Veränderung tradierter Männlichkeitsbilder zu verstehen.
Ziel ist es zu überprüfen, ob sich Männlichkeitsmodelle in populären Medienformaten tatsächlich wandeln oder ob sie trotz gesellschaftlicher Umbrüche auf tradierte, hegemoniale Muster zurückgreifen.
Der Autor nutzt eine diskurstheoretische Perspektive, die Erkenntnisse der Männlichkeitsforschung (insb. Connell) und der Habitus-Theorie (Bourdieu) mit einer qualitativ-analytischen Auswertung von Videomitschnitten und Sekundärmedien kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung der Geschlechter- und Männlichkeitskonstruktion sowie die anschließende empirische Untersuchung der Sendung "Big Brother" und deren Rezeption.
Wesentliche Begriffe sind Männlichkeit, soziale Konstruktion, hegemoniale Männlichkeit, symbolische Gewalt, Medieninszenierung und der "Doing Gender"-Ansatz.
Zlatko wird als Beispiel für die "Wiederbestärkung" klassischer Männlichkeitsvorstellungen angeführt, da er durch seine Popularität eine einfache, scheinbar "reale" Identifikationsmöglichkeit jenseits komplexer Flexibilisierungsdiskurse bietet.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass trotz einzelner Irritationen oder flexiblerer Ansätze bei den Kandidaten eine grundlegende Enthierarchisierung nicht stattfindet; die hegemonialen Strukturen und die damit verbundenen Machtverhältnisse bleiben stabil.
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