Diplomarbeit, 2006
114 Seiten, Note: 1,7
1. EINFÜHRUNG
2. KUNST UND KUNSTFÖRDERUNG IN DER ÖKONOMIE
2.1. Baumol und Bowen´s Cost Disease: Startpunkt der Kunstökonomie als Zweig der Wirtschaftswissenschaft
2.2. Kunst
2.2.1. Allgemeine Klassifikation von Kunst
2.2.1.1. Bildende Kunst
2.2.1.2. Darstellende Kunst
2.2.2. Ökonomische Klassifikation von Kunst
2.2.2.1. Privates Gut
2.2.2.2. Öffentliches Gut
2.2.2.3. Clubgüter
2.2.2.4. Allmendegut
2.2.2.5. Meritorische Güter und Externe Effekte
2.2.2.5.1. Meritorisches Gut
2.2.2.5.2. Privates Gut mit externen Effekten
2.2.2.5.2.1. Allgemeine Übersicht
2.2.2.5.2.2. Einzelne Darstellung
2.2.3. Kritische Betrachtung
2.3. Kunstförderung in der Ökonomie
2.3.1. Wege der Kunstförderung
2.3.1.1. Direkte Kunstförderung
2.3.1.2. Indirekte Kunstförderung
2.3.2. Träger der Kunstförderung
2.3.2.1. Private Kunstförderung
2.3.2.2. Staatliche Kunstförderung
3. MÄRKTE UND AKTEURE
3.1. Kunstmarkt
3.1.1. Angebot auf dem Kunstmarkt
3.1.1.1. Angebot der bildenden Kunst
3.1.1.2. Angebot der darstellenden Kunst
3.1.2. Nachfrage auf dem Kunstmarkt
3.2. Markt für Kunstförderung
3.2.1. Angebot auf dem Markt der Kunstförderung
3.2.1.1. Staatliches Angebot
3.2.1.2. Privates Angebot
3.2.2. Nachfrage auf dem Markt der Kunstförderung
3.3. Zwischenfazit
4. KOMPARATIVE ANALYSE PRIVATER UND STAATLICHER KUNSTFÖRDERUNG
4.1. Theoretische Grundlagen
4.1.1. Marktversagen aufgrund externer Effekte
4.1.2. Internalisierungsstrategien
4.1.2.1. Pigou-Subvention
4.1.2.2. Coase-Verhandlungen
4.1.3. Staatsversagen
4.1.3.1. Bedingungen für einen staatlichen Eingriff
4.1.3.2. Gründe für ein Staatsversagen
4.1.3.2.1. Informationsdefizite
4.1.3.2.2. Offenlegung von Präferenzen
4.1.3.2.3. Effizienzverluste
4.2. Marktversagen und Internalisierungsstrategien auf dem Kunstmarkt
4.2.1. Pigou-Subventionen
4.2.1.1. Staatliche Kunstförderung
4.2.1.2. Private Kunstförderung
4.2.2. Coase-Verhandlungen
4.3. Schlussfolgerungen
5. FAZIT
Diese Diplomarbeit untersucht die ökonomischen Rahmenbedingungen der Kunstförderung, um zu analysieren, wie private und staatliche Fördermaßnahmen effizient gestaltet werden können und ob diese als Lösungsansätze für Marktversagen dienen können.
2.2.2.5.2.2. Einzelne Darstellung
Options-, Existenznutzen: Frey und Pommerehne (1993, S. 20) gehen davon aus, dass die reine Existenz der Kunst und die Option diese Kunst nachfragen zu können, den Menschen einen Nutzen stiftet. Dieser Nutzen ist unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage nach Kunst und wird, wenn kein Markt für diese Möglichkeit besteht, mit der Kunst ohne eine Gegenleistung bereitgestellt.
Throsby und Withers (1983, S. 184) haben das Vorhandensein des Options- und Existenznutzen durch eine Umfrage in Australien nachgeprüft. Ergebnis der Umfrage war eine klare Gegenwart dieses Nutzen. Fast zwei Drittel der befragten Australier gaben an, dass Kunst auch Nichtkonsumenten einen Nutzen stiftet. Außerdem bestätigten 97 % der Stichprobe den Existenznutzen (Throsby/Withers 1983, S. 184).
Vermächtnisnutzen: Hinter dem Vermächtnisnutzen verbirgt sich die Aufbewahrung der Kunst als kulturelles Erbe. Dies bedeutet, dass die Produktions- und Konsumfähigkeiten für zukünftige Generationen aufbewahrt werden. Hierbei wird von der Möglichkeit des totalen Verlustes dieser Fähigkeiten gesprochen (Duffy 2003, S. 45). Ob diese Möglichkeit wirklich, ähnlich wie im Umweltbereich durch das Aussterben von Tieren und Pflanzen, vorhanden ist, wird durch Peacock (1994, S. 157) kritisiert. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass die Präferenzen der nachfolgenden Generationen ähnlich zu den heutigen Präferenzen liegen und diese Generationen auch Kunst nachfragen (Krieger 1996, S. 97). Der Verlust des Wissens der Darstellung, Bildung und des Konsums von Kunst kann auch ein Schritt der Evolution sein. Frey und Pommerehne (1993, S. 20) wenden ein, dass die nachfolgenden Generationen aber nicht auf dem heutigen Markt ihre Präferenzen darstellen können und aus diesem Grund ihre Nachfrage nicht aktiv wird. Aus diesem Grund muss das Verständnis der Kunst und die Fähigkeit zur Kunst bewahrt werden, um so den zukünftigen Generationen die Möglichkeit der Nachfrage offen zu halten. Peacock (1994, S. 157) erkennt die Möglichkeit eines Nutzens für die gegenwärtige Generation. Das Bewahren der Kunst für nachfolgende Generationen ist eine generationenübergreifende Subvention. Baumol und Bowen (1966, S. 382) bezweifeln aber die Grundvoraussetzung dieses externen Effektes. Sie stellen den unwiederbringlichen Verlust der Möglichkeiten Kunst zu schaffen und zu nutzen in Frage. Aus diesem Grund ist es auch fraglich, ob der Vermächtnisnutzen, obwohl er von jedem der hier betrachteten Autoren genannt wird, überhaupt vorkommt und ob dieser Nutzen eine hinreichende Begründung für einen staatlichen Eingriff ist.
1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung umreißt die ökonomische Relevanz von Kunst und Kunstförderung und leitet die Forschungsfragen zur Güterklassifikation und Effizienz der Förderansätze ab.
2. KUNST UND KUNSTFÖRDERUNG IN DER ÖKONOMIE: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen der Kunstökonomie, die Klassifizierung von Kunst als Clubgut und die verschiedenen historischen und modernen Formen der Kunstförderung.
3. MÄRKTE UND AKTEURE: Es werden die Angebots- und Nachfragestrukturen auf dem Kunstmarkt sowie die verschiedenen Akteure der Kunstförderung detailliert analysiert.
4. KOMPARATIVE ANALYSE PRIVATER UND STAATLICHER KUNSTFÖRDERUNG: Das Hauptkapitel untersucht theoretisch und anhand von Modellen (Pigou, Coase) die Effizienz staatlicher und privater Interventionen bei Marktversagen.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Eignung der verschiedenen Förderinstrumente unter Berücksichtigung von Effizienz und Stabilität.
Kunstökonomie, Kunstförderung, Marktversagen, Clubgut, Externe Effekte, Pigou-Subvention, Coase-Verhandlungen, Staatsversagen, Bildungsnutzen, Prestigenutzen, Kulturpolitik, Förderarten, Subventionen, Effizienz, Konsumentenpräferenzen
Die Arbeit analysiert aus volkswirtschaftlicher Sicht die verschiedenen Formen und Begründungen der Kunstförderung im Kontext des Marktversagens.
Die zentralen Felder umfassen die Güterklassifikation von Kunst, die Analyse externer Effekte und den Vergleich zwischen privater und staatlicher Förderstruktur.
Das Ziel ist zu klären, welche ökonomischen Eigenschaften Kunst besitzt, ob Kunstförderung ökonomisch begründbar ist und wie effizient verschiedene staatliche oder private Lösungsansätze für ein mögliches Marktversagen sind.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf volkswirtschaftlicher Literatur, Modellen wie der Pigou-Subvention und dem Coase-Theorem sowie einer komparativen Analyse.
Im Hauptteil werden zunächst die Marktstrukturen und Akteure im Kunstsektor beleuchtet, bevor in einer komparativen Analyse die theoretischen Lösungsstrategien für Marktversagen und Staatsversagen angewendet werden.
Die zentralen Begriffe sind Kunstökonomie, Marktversagen, externe Effekte, Clubgut und Förderungsstrategien.
Direkte Förderung umfasst direkte Geld- oder Sachzuwendungen an Künstler oder Institutionen, während indirekte Förderung meist durch steuerliche Anreize oder den rechtlichen Schutz von geistigem Eigentum erfolgt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Kunst positive externe Effekte aufweist, die eine Unterproduktion auf dem freien Markt verursachen können, was theoretisch staatliche Eingriffe begründen kann, sofern diese effizient gestaltet sind.
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