Examensarbeit, 2005
84 Seiten, Note: 1,0
I. Teil
1.1 Einleitung
1.2 Zum Verhältnis von Politik und Religion
1.2.1 Zur Stichhaltigkeit des Säkularisierungstheorems
1.2.2 Demokratie und Religion
1.2.3 Integration trotz Separation ? Neue religiöse Bewegungen und ihre Herausforderung der Demokratie
II. Teil
2.1 Entstehung, Geschichte und Wirken der Christian Right bis 2004
2.1.1 Reaktion auf die Moderne
2.1.2 Die Konstituierung des Fundaments
2.1.3 Organisation, Formation und erste Wirkungsphase
2.1.4 Neuausrichtung und Etablierung
2.1.5 One of them ? - Die erste Amtszeit des George W. Bush
III. Teil
3.1 Präsidentschaftswahlen 2004. Die Christian Right als wahlentscheidender Faktor für den Sieg von George W. Bush ?
3.1.1 Die USA vor den Wahlen - Daten, Stimmungen und Stimmen der religiösen Landschaft
3.1.1a Vorwahlthemen I. : Moral Issues, Politik und Religion
3.1.1b Vorwahlthemen II. : Ökonomie, Wohlfahrt und Außenpolitik
3.1.1c Evangelikale Wahlmobilisierung
3.1.2 Der Wahlausgang: Analysen, Interpretationen, Deutungshoheiten und Konsequenzen
3.1.2a Analysen
3.1.2b Interpretationen
3.1.2c Deutungshoheiten
3.1.2d Konsequenzen
3.2 Ausblick
3.3 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Politik und Religion in den USA, mit besonderem Fokus auf die Entstehung, Organisation und den politischen Einfluss der "Christian Right". Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die "Christian Right" bei den Präsidentschaftswahlen 2004 tatsächlich der wahlentscheidende Faktor für den Sieg von George W. Bush war und wie sich das Verhältnis zwischen dieser religiösen Strömung und der politischen Macht gestaltet.
1.1 Einleitung
Das grundsätzliche Spannungsfeld der vorliegenden Arbeit ist durch das Begriffspaar Politik und Religion gekennzeichnet, Begriffe, die je eine ganz eigene Sphäre des menschlichen Zusammenlebens beschreiben. Der moderne Politikbegriff bezieht sich klassischerweise auf jenen gesellschaftlichen Bereich, "in dem die fundamentalen Ordnungs- und Koordinationsprobleme in und zwischen sozialen Verbänden durch verbindliche kollektive Entscheidungen über die Allokation von Gütern, Ressourcen etc. unter dem Einsatz von Macht geregelt werden" (Gebhardt 2003: 1061). Vieldeutiger ist der moderne Religionsbegriff. Er bezeichnet im Allgemeinen einen normativ strukturierten Komplex von Ideen, Verhaltensweisen und Verhaltenspraktiken, deren gemeinsamer Bezugspunkt eine übernatürliche Wirklichkeit ist, die mit einer Sakralisierung sozialer Sachverhalte verknüpft wird, vor allem aber eine letztgültige Sinngebung des individuellen und sozialen Lebens beansprucht (ebd.: 1062). Oder mit den prägnanten Worten von Robert N. Bellah: "Religion is a set of symbolic forms and acts which relate man to the ultimate condition of his existence" (zitiert nach Kelley 1977: 40).
Aufgrund historisch different gewachsener Zugänge zum Thema wird das Spannungsfeld von Politik und Religion im europäischen und internationalen Diskurs unterschiedlich betrachtet. Während ersterer vor allem von der Beziehung zwischen säkularem Staat und christlicher Religion geprägt ist, fokussiert letzterer die Verhältnisse von Staat und Kirche im funktionalen Wechselspiel der gegenseitigen Beeinflussung bzw. Beeinträchtigung. Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit sollen die Hauptströmungen dieser Diskurse und ihr gegenwärtig aktueller politikwissenschaftlicher Widerhall aufgezeigt werden.
I. Teil: Dieser Teil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Beziehung von Politik und Religion, dem Säkularisierungstheorem und der Frage nach dem Verhältnis von Religion und Demokratie.
II. Teil: Hier wird die historische Entstehung, Entwicklung und Organisation der "Christian Right" in den USA von ihren Ursprüngen bis zum Jahr 2004 detailliert analysiert.
III. Teil: Der letzte Teil untersucht die Rolle der "Christian Right" bei den Präsidentschaftswahlen 2004, wertet Wählerdaten aus und diskutiert die Konsequenzen der politischen Einflussnahme dieser Gruppe für die Bush-Administration.
Politik, Religion, USA, Christian Right, Säkularisierungstheorem, Demokratie, Evangelikale, Präsidentschaftswahlen 2004, George W. Bush, Fundamentalismus, Moral Issues, Zivilreligion, Lobbyismus, Politische Mobilisierung, Identität.
Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen Politik und Religion in den USA und untersucht dabei insbesondere die Organisation und den politischen Einfluss der religiös-konservativen "Christian Right".
Zu den zentralen Themen gehören das Säkularisierungsparadigma, die historische Entwicklung der amerikanischen christlichen Rechten, die Rolle von Werten in der politischen Mobilisierung und das spezifische Verhältnis zwischen der "Christian Right" und der Regierung von George W. Bush.
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss der "Christian Right" auf die US-Politik zu bewerten, insbesondere die Frage zu klären, inwieweit diese Gruppe für den Wahlsieg von George W. Bush im Jahr 2004 verantwortlich gemacht werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung der Begriffe Politik und Religion sowie auf einer politikwissenschaftlichen Analyse von Daten, Umfrageergebnissen und dem historischen Wirken religiöser Organisationen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der christlich-rechten Bewegungen, eine detaillierte Analyse der religiösen Wählerlandschaft 2004 und eine kritische Interpretation des Wahlausgangs sowie der zukünftigen politischen Handlungsspielräume.
Wichtige Begriffe sind Religion, Politik, Christian Right, Säkularisierung, USA, Evangelikale, Demokratie, Wahlmobilisierung und moralische Werte.
Es beschreibt den Konflikt, dass der freiheitliche, säkularisierte Staat auf Voraussetzungen angewiesen ist, die er selbst nicht garantieren kann, was in den USA die Suche nach einem religiösen Fundament für die Demokratie befeuert.
Das Microtargeting war eine hochprofessionelle Methode zur Zielgruppenanalyse, bei der anhand detaillierter Wählerprofile passgenaue Ansprachen entwickelt wurden, um die Wahlbeteiligung spezifischer religiöser Wählergruppen zu erhöhen.
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