Magisterarbeit, 2004
82 Seiten, Note: 2
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
2.1. Internet – Plattform oder Medium?
2.2. Intertextualität und Intermedialität
2.2.1. Text
2.2.2. Bild
2.2.3. Intertextualität
2.2.3.1. Bachtin
2.2.3.2. Kristeva
2.2.3.3. Genette
2.2.3.4. Einzeltextreferenz, Systemreferenz und die „Bezogenheit auf eine Sache“
2.2.4. Intermedialität
2.3. Hypertextualität
2.3.1. Idealer Hypertext und fehlende Kommunikation
2.3.2. Hypertextuelle Intermedialität, die Homogenität und ihre Lesbarkeit
3. Textualität und Bildlichkeit im Hypertext
3.1. hyperlink
3.2. Das Bild im Internet
3.2.1. Elektronisches und digitales Bild
3.2.2. Netzbild
3.2.3. hyperimage
3.2.3.1. hyperimages im Internet – Ein Beispiel
3.3. Digitaler Text und Textformen im Internet
3.3.1. Netzliteratur
3.3.2. Hyperliteratur
4. Inter-/Hypertextuelle Synthese von Text und Bild
4.1. Netzkunst
4.2. Hyperfiction
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit literaturwissenschaftlicher Intertextualitätskonzepte auf das Internet. Dabei wird analysiert, inwieweit hypertextuelle Strukturen die semiotischen Anforderungen von Text-Bild-Konstellationen im digitalen Raum erfüllen oder verändern.
3. Textualität und Bildlichkeit im Hypertext
Obwohl die Homogenität digitaler Visualisierung die technischen Hypertexte aus den Konventionen eines Printtextes herausgehoben hat bzw. ihnen nie untergeordnet gewesen ist, dominieren Textstrukturen den Hypertext des Internet und bilden den Großteil der Kommunikation und des Informationstransfers. Dabei werden Medien wie das Bild zu einem essentiellen Bestandteil der technischen Hypertexte, die, bereits in der Ausprägung der graphischen Oberfläche des Benutzerinterface (browser) initiiert, mit dem Text eine mediale Synthese bilden und nicht nur im technischen Sinne, sondern auch im Prozess der Rezeption zu einer Einheit verschmelzen können. Diese idealistische Verschmelzung geht aber über das hinaus, was die Norm des Hypertextes im Internet bildet. Denn die Konzeption der technischen Hypertexte wird häufig der Strukturalität und Sequentialität sowie Linearität eines Printtextes unterworfen, in denen das Bild entweder eine illustrative und anschauliche Funktion erhält oder den Hypertextraum als Präsentationsraum nutzt.
Neben der Illustration oder Anschauung hat das Bild im Internet überwiegend die Funktion der Organisation der Hypertexte. Mit Hilfe von sensibilisierten graphischen Elementen, so genannten icons (oder buttons), die durch eine vordefinierte Aktion (z. B. Mausbewegung, Mausklick oder Tastendruck) eines mit dem Computer verbundenen Hardwareinterface entweder einen intra(hyper)textuellen oder inter(hyper)textuellen Bezug zu einem Medium (Text, Bild oder Ton) herstellen, wird die Verlinkungskette der Hypertexte ermöglicht. Die Intertextualität bzw. Intermedialität dieser Bilder bleibt aber überwiegend, wie es die Masse der Hypertexte im Internet demonstriert, in ihrer Verlinkungsfähigkeit stecken. Zwar geht das image map-Bild einen Schritt weiter, indem es erlaubt, einzelne Elemente des Bildes zur Aktivierung einer Verlinkung zu sensibilisieren und somit durch das „Abtasten“ des Bildes mit dem Hardwareinterface eine Lektürevorgabe des Bildes zu offerieren bzw. den gesamten Rezeptionsprozess zu lenken. Dennoch vollzieht sich auch hier lediglich ein Verlinkungsprozess, der sich technisch nicht wesentlich von einem herkömmlichen link unterscheidet, denn die sensibilisierten Bereiche sind mit den „dahinter“ verborgenen Objekten verknüpft.
1. Einleitung: Zusammenfassung der Thematik und Formulierung der zentralen Forschungsfrage zur Übertragbarkeit von Intertextualitätskonzepten auf digitale Medien.
2. Begriffsbestimmung: Theoretische Grundlegung durch Analyse der Begriffe Internet, Intertextualität, Intermedialität und Hypertextualität.
3. Textualität und Bildlichkeit im Hypertext: Untersuchung der spezifischen Interaktion von Text und Bild im Internet mittels technischer Verknüpfungsmittel.
4. Inter-/Hypertextuelle Synthese von Text und Bild: Praktische Anwendung der Theorie auf digitale Kunstformen wie Netzkunst und Hyperfiction.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Rolle des Benutzers als Koautor im digitalen Raum.
Internet, Intertextualität, Intermedialität, Hypertext, Hyperlink, Digitales Bild, Netzkunst, Hyperliteratur, Hyperfiction, Netzbild, Hyperimage, Rezeption, Kommunikation, Semiotik, Website
Die Magisterarbeit untersucht die theoretische Verbindung zwischen literaturwissenschaftlicher Intertextualität und den technischen Gegebenheiten des Internets.
Die Themen umfassen die mediale Definition des Internets, den Status von Text und Bild im Hypertext sowie verschiedene Formen der digitalen Literatur und Kunst.
Das Ziel ist die Prüfung, ob Text und Bild im Internet die Anforderungen der Intertextualität erfüllen können oder ob sie durch Hypertextualität eine neue, eigenständige Form annehmen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literatur- und Theorieanalyse (unter Einbeziehung von Bachtin, Kristeva, Genette, Broich, Pfister) in Verbindung mit der Analyse konkreter digitaler Beispiele.
Der Hauptteil analysiert, wie sich Intertextualität durch Links, Bilder und technische Algorithmen in Websites äußert und wie dies Netzkunst sowie Hyperfiction prägt.
Zu den zentralen Begriffen gehören Hypertextualität, Intermedialität, digitale Literatur, Hyperimage und die Rolle des Nutzers als Koproduzent.
Ein Netzbild dient primär der statischen Publikation ohne aktive Einbindung in interaktive Prozesse, während das Hyperimage als Suprazeichen fungiert, das Teil eines interaktiven Verweisungssystems ist.
Hyperfiction wird als eine Form definiert, die den Leser aktiv in die Gestaltung des narrativen Verlaufs einbezieht und somit die traditionelle Trennung von Autor und Leser aufhebt.
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