Diplomarbeit, 2006
81 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung und Überblick
1.1. Motivation
1.2. Aufbau und Ziel der Arbeit
1.3. Der Kundenwert als aktuelle Herausforderung im Controlling
1.3.1. Der Kundenwert
1.3.2. Die Kundenwerttreiber
1.4. Einbettung des Kundenwertkonzeptes in den Shareholder Value Ansatz
2. Ausrichtung der Teilsysteme der Unternehmensrechnung in marktwertorientiert geführten Unternehmen
2.1. Relevante Teilsysteme und Zwecksetzung marktwertorientierter Unternehmensrechnungen
2.2. Wertorientiertes Kundencontrolling
2.3. Anforderungen an marktwertorientierte Unternehmensrechnungssysteme zur Ermittlung des Kundenwertes
3. Teilsysteme der Unternehmensrechnung zur Operationalisierung des Kundenwertkonzeptes
3.1. Periodenbezogene Kundenerfolgsrechnungen
3.1.1. Kostenrechnerische Ansätze
3.1.1.1. Systeme auf Vollkostenbasis
3.1.1.2. Systeme auf Teilkostenbasis
3.1.1.3. Kombination der Vollkosten- und Teilkostensysteme
3.1.1.4. Vorläufige kritische Würdigung
3.1.2. Kennzahlenkonzepte
3.1.3. Kritische Würdigung
3.2. Periodenunabhängige Kundenerfolgsrechnungen
3.2.1. Kostenrechnerische Ansätze
3.2.1.1. Systeme auf Vollkostenbasis
3.2.1.2. Systeme auf Teilkostenbasis und Systemkombinationen
3.2.1.3. Vorläufige kritische Würdigung
3.2.2. Kennzahlenkonzepte
3.2.3. Investitionsrechnerische Ansätze
3.2.4. Kritische Würdigung
4. Das Kundenwertmodell im wertorientierten Management
4.1. Bestimmung des First Best
4.2. Bestimmung des Second Best
4.2.1. Prognose der Laufzeit und der Zahlungsströme
4.2.2. Das Customer Lifetimeshare Value Modell
4.2.3. Bewertung kundenbezogener Realoptionen
5. Abschließende Bewertung
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die analytische Erfassung des Kundenwertes durch verschiedene Systeme der Unternehmensrechnung kritisch zu würdigen und ein steuerungsorientiertes Modell zur Kundenwertermittlung auf individueller Basis unter Berücksichtigung wertorientierter Managementvorgaben zu entwickeln.
1.3.1. Der Kundenwert
Der Wertbegriff einer Kundenbeziehung, im Folgenden „Kundenwert“, „Wert der Kundenbeziehung“ bzw. „Ertragswert der Kundenbeziehung“, wird in der Literatur aus Nachfrager- und Anbietersicht definiert bzw. sowohl auf Einzelkundenebene betrachtet als auch aggregiert ausgedrückt.
Aus der Nachfragerperspektive wird der Kundenwert als „Customer Value“ bezeichnet und als der in der Geschäftsbeziehung wahrgenommene bzw. noch zu erwartete subjektive Nettonutzen für den Kunden definiert. Kunden entscheiden sich beim Kauf eines Produktes für Güter, die ihnen den höchsten Customer Value einbringen. Der von ihnen wahrgenommene Customer Value repräsentiert den Nutzen, welcher dem Produkt beigemessen wird. Für den Kundenwert aus der Sicht des Anbieterunternehmens ist diese individuelle (anhand einer Kardinalskala gemessene, Anm. d. Verf.) Nutzengröße jedoch nur eine notwendige, allerdings keine hinreichende Bedingung. Zudem müssen aus wertorientierter Sichtweise Kunden(potenziale) möglichst effizient erschlossen und ausgeschöpft werden.
Aus diesem Grund lege ich den Kundenwert aus der Anbieterperspektive analog Cornelsen (Kundenwertanalysen 2000) fest. Der Ertragswert einer Kundenbeziehung wird als direkter und indirekter ökonomischer Beitrag zur Zielerreichung des Anbieterunternehmens formuliert. Diese ganzheitliche Umfassung des Kundenwertes ist weitreichender als die ursprüngliche These von Plinke (Investition 1989), welche ausschließlich den monetären Wert einer Kundenbeziehung abbildet. Aktuell herrscht in der Wissenschaft der Konsens, dass sowohl monetäre als auch nicht-monetäre Faktoren berücksichtigt werden müssen. Über die „richtige“ Zusammensetzung gibt es jedoch unterschiedliche Auffassungen. Die vorliegende Arbeit umfasst den Wertbegriff als eine monetäre Größe.
1. Einleitung und Überblick: Einführung in die Relevanz der Kundenwertanalyse im Kontext des wertorientierten Managements und Darstellung der Zielsetzung.
2. Ausrichtung der Teilsysteme der Unternehmensrechnung in marktwertorientiert geführten Unternehmen: Analyse der notwendigen Neuausrichtung interner Rechnungssysteme für marktwertorientierte Anforderungen.
3. Teilsysteme der Unternehmensrechnung zur Operationalisierung des Kundenwertkonzeptes: Untersuchung klassischer und prozessorientierter Kostenrechnungsmethoden sowie investitionsrechnerischer Ansätze zur Kundenbewertung.
4. Das Kundenwertmodell im wertorientierten Management: Entwicklung eines Modells zur steuerungsorientierten Kundenwertermittlung auf individueller Basis.
5. Abschließende Bewertung: Zusammenfassende kritische Würdigung der Integrationsmöglichkeiten der Kundenwertermittlung in die Unternehmensrechnung.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Kundenwert, Kundenwert-Controlling, Wertorientiertes Management, Shareholder Value, Customer Equity, Customer Lifetime Value, Prozesskostenrechnung, Unternehmensrechnung, Werttreiber, Investitionsrechnung, Verhaltenssteuerung, Kundenbindung, Ertragssteuerung, Residualgewinn, Kundenstammwert.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration des Kundenwertes in die marktwertorientierte Unternehmensrechnung, um die Steuerung von Kundenbeziehungen innerhalb eines wertorientierten Management-Systems zu verbessern.
Die zentralen Themen sind das wertorientierte Kundencontrolling, die kritische Analyse von Kostenrechnungssystemen zur Kundenbewertung und die Anwendung dynamischer Investitionsrechnungsverfahren.
Ziel ist es, die Möglichkeiten zur analytischen Erfassung des Kundenwertes zu untersuchen und ein Konzept zur Kundenwertermittlung zu entwickeln, das eine verhaltenssteuerungsorientierte Lenkung des Managements ermöglicht.
Der Autor nutzt eine methodisch-kritische Analyse der Literatur und der bestehenden Instrumente der Unternehmensrechnung, um diese im Hinblick auf ihre Eignung für das Kundenwertmanagement zu evaluieren und weiterzuentwickeln.
Der Hauptteil analysiert verschiedene periodenbezogene und periodenunabhängige Rechnungssysteme (wie Vollkosten-, Teilkosten- und Prozesskostenrechnung) und deren Eignung, um schlussendlich ein Modell zur Kundenwertbestimmung abzuleiten.
Die wichtigsten Begriffe sind Kundenwert, Customer Lifetime Value, Shareholder Value Ansatz, Controlling und wertorientierte Unternehmensführung.
Traditionelle Systeme sind oft auf einperiodische, rein monetäre Transaktionen fokussiert und können langfristige strategische Potenziale sowie die Dynamik von Kundenbeziehungen nicht adäquat abbilden.
Der First Best Ansatz basiert auf der Annahme vollständiger Prognosesicherheit, während der Second Best Ansatz Unsicherheiten bezüglich der Laufzeit und der Zahlungsströme in die Modellierung einbezieht.
Realoptionen dienen dazu, strategische Flexibilität (z. B. Erweiterungs- oder Abbruchoptionen) bei der Bewertung von Kundenbeziehungen abzubilden, um den Wertbeitrag inklusive künftiger Handlungsalternativen zu erfassen.
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